Hadwig                                           Gräfin von Luxemburg
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    -13.12.993
 

Tochter des Grafen Berthold I. von Schweinfurt aus dem Hause BABENBERG und der Eilika von Walbeck, Tochter von Graf Lothar
Nach Vanderkindere Tochter des Nordgaugrafen Eberhard
Verschiedene Forscher sehen Hadwig als Tochter des Herzogs Giselbert von Lothringen und der Gerberga von Sachsen, Tochter von König HEINRICH I. Diese Ansicht ist zu verwerfen, da König HEINRICH II. in einer unerlaubten Nahehe gelebt hätte.

                     -- Heinrich I. von Bayern  -- Heinrich II. der Zänker -- HEINRICH II.
HEINRICH I.
                     -- Hadwig oo Giselbert von Lothringen -- Hadwig oo Siegfried von Luxemburg -- Kunigunde

Althoff Gerd: Seite 426
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"Königs- und Adelsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                      G 176

Me:     14.12. Hadeuuich com   + nach 993  Mutter der Kaiserin Kunigunde

(Es.)  Zum 13. Dezember überliefern die Notae Necrologiae Coufungenses: Domina Hadewich comitissa, mater Chunigundis imperatoris obiit. Da auch Kunigundes Vater Siegfried (G 145a) und Bruder Giselbert (K 16) im Merseburger Necrolog begegnen, ist die Identifizierung gesichert.
Kunigunde sorgte offensichtlich dafür, daß bei der Neustiftung des Gedenkens in Merseburg auch ihre Verwandten berücksichtigt wurden; siehe dazu ausführlich oben S. 298ff.
Zur Luxemburger Familie Kunigundes vgl. Renn, Das erste Luxemburger Grafenhaus, dort auch Hinweise auf den Zeitraum des Todes, siehe auch Wampach, Urkunden- und Quellenbuch, Nr. 211.



Glocker Winfrid: Seite 226,282,304
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik."

Noch rätselhafter ist die Mutter der Kaiserin Kunigunde, von der wir nur den Namen Hadwig kennen. Mehrfach wurden bereits Überlegungen angestellt, die Mutter Kunigundes mit der gleichnamigen Tochter Herzogs Giselberts von Lothringen und dessen Gemahlin Gerberga zu identifizieren. Erst vor wenigen Jahren wurde diese Identifizierung von Ferdinand Geldner wiederholt und mit einem neuen Argument, der Josephsehe zwischen Kaiser HEINRICH II. und Kunigunde, verknüpft, um so ein durchschlagendes Gegenargument zu entkräftigen. Sieht man nämlich in Kunigundes Mutter die Tochter der Herzogin Gerberga, so hätte Kaiser HEINRICH II. mit seiner Ehe gegen die kanonischen Ehehindernisse verstoßen.

V. a. 11) HADWIG
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* c 930, + jung (nach 939)

? oo 939 Berthold, Herzog von Bayern

Diese Hadwig ist nur aus dem Gedenkbucheintrag Herzog Giselberts im Liber memorialis von Remiremont, fol. 6r, bekannt. Die Art, wie die Personen in diesem Eintrag angeordnet sind, läßt den Schluß zu, daß es sich bei Hadwig um eine Tochter Herzog Giselbert und der Gerberga handeln muß. Da wir diesen Eintrag mit Hlawitschka, Giselbert passim, auf die Jahre zwischen 929 und 933/35 datieren können, ist auch das Geburtsjahr Hadwigs in diesem Zeitraum zu suchen. Weil in dem angesprochenen Eintrag nur die Namen Heinrichs und Hadwigs aufgeführt sind, nicht aber diejenigen aus anderen Quellen bekannten Kinder des lothringischen Herzogspaares, Alberada und Gerberga, müssen eben Heinrich und Hadwig die beiden älteren Kinder unseres lothringischen Herzogspaares sein. In der Literatur wurde öfters vermutet, unsere Hadwig könne mit der gleichnamigen Gemahlin des Grafen Siegfried von Luxemburg identifiziert werden, die die Mutter der Kaiserin Kunigunde war. Doch wie Renn, Grafenhaus Seite 62f., zu Recht feststellt, ist diese Hypothese wegen der kanonischen Ehehindernisse, die dann bei der Ehe Kaiser HEINRICHS II. mit Kunigunde aufgetreten wären und in den Quellen einen Niederschlag hätten finden müssen, unhaltbar. Es war wohl Hadwig, die von ihrem Onkel dem bayerischen Herzog Berthold 939 als seine Braut versprochen wurde. Liutprands Antapodosis, die uns IV c. 31, Seite 126, von dem geplanten Ehebündnis unterrichtet, nennt den Namen der Tochter Herzog Giselberts, die "fere iam nubilis" sei, aber nicht; vgl. dazu im 1. Teil Seite 33. Das Wissen von der Existenz einer Giselbert-Tochter namens Hadwig war vor dem Erscheinen der MGH-Edition des Liber memorialis von Remiremont nicht weit verbreitet, und deshalb gilt in der Literatur häufig Alberada als diejenige Tochter Giselberts, die mit Berthold verlobt wurde; allerdings konnte man nicht erklären, warum Alberada dann später als Gemahlin Graf Renauds von Roucy bezeugt ist. Aus D O II. 141 kennen wir eine Biledrud als die Witwe Herzog Bertholds, die manche Genealogen (vgl. Knetsch, Brabant Seite 13, Nr. IV 7) für eine Tochter Giselberts und der Gerberga halten. Dies ist aber sicher nicht richtig. Hadwig wird in den Quellen nach 939 nicht mehr erwähnt und ist wohl bald darauf verstorben; daher mündete ihr Verlöbnis mit Herzog Berthold nicht in eine Eheschließung ein.

Seite 304
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Die Eltern der Kaiserin Kunigunde waren Graf Siegfried von Luxemburg und dessen Gemahlin Hadwig (bezeugt durch den Eintrag ihres Sterbetages XII 13 im Nekrolog von Ranshofen).



Renn, Heinz: Seite 61-65
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"Das erste Luxemburger Grafenhaus"

Um die Herkunft der Hedwig haben sich zahlreiche Genealogen bemüht und dabei verschiedene Ansichten vertreten. Der Vater der luxemburgischen Geschichtsschreibung, Bertels, nennt sie ohne Angabe von Belegen eine Tochter des Grafen Eustach von St. Pol (nordwestlich von Arras) und Guines (bei Calais). Nun kennt aber Vanderkindere, von dem über dieses Geschlecht Untersuchungen vorliegen, einen Eustach erst für die Mitte des 11. Jahrhunderts. Es läßt sich also mit Bertels Meinung nichts anfangen.
Andere Historiker wie Kremer und Schötter verweisen auf die eben erwähnte Maximer Urkunde von 1037. Hier nennt Adalbero, der Sohn Sigfrids und Hedwigs, nicht nur Judith "amita", sondern auch ihren Gemahl Adalbert "avunculus". Obige Gelehrte fassen dieses Wort in seiner eigensten Bedeutung als Bruder der Mutter und kommen zu dem Schluß, daß Hedwig eine Schwester der lothringischen Grafenbrüder Gerhard und Adalbert sein müsse, was übrigens auch Vanderkindere als Möglichkeit gelten läßt.
Depoin hat einen anderen Vorschlag gemacht, der großen Anklang gefunden hat und dem die einschlägige Literatur durchweg gefolgt ist. Er weist auf eine Eintragung im Nekrologium von Remiremont hin, die sich auf Herzog Giselbert von Lothringen und seine Gemahlin Gerberga, die Tochter HEINRICHS I., bezieht. Beide werden hier als Wohltäter der Abtei genannt: "Dumnus Gislibertus dux, qui pro remedium anime sue et seniori sui dumni Heinrici et uxori sue et infantibus suis omnes ecclesias sancti Petri nobis restituit. Dumnus Gislibertus dux cum omnibus fidelibus suis. Dumna Girberga, Ainricus, Haduidis." Bei den zuletzt erwähnten Namen handelt es sich offenbar um zwei Kinder des Herzogspaares. Ihr Sohn Heinrich ist 943 gestorben. Von Hedwig wissen wir nichts Näheres. Diese hat nun Depoin für die Gemahlin unseres Grafen Sigfrid gehalten. Die enge Beziehung der LUXEMBURGER zum deutschen Kaiserhaus könnte dafür sprechen, ebenso die Namen Heinrich, Giselbert und Uda, die nunmehr in Sigfrids Familie auftauchen. Stimmt Depoins Vorschlag, dann hat Kunigunde, die Gemahlin HEINRICHS II., als Enkelin der Gerberga, die Schwester OTTOS DES GROSSEN, ihren Halbvetter geheiratet.
Folglich kann Hedwig, die Gemahlin Sigfrids, nicht die Tochter Giselberts und Gerbergas sein, wie es heute durchweg angenommen wird. Meine Untersuchungen müssen alle Lösungen, Hedwigs Herkunft zu bestimmen, abweisen. Aus Mangel an Unterlagen ist es leider unmöglich, einen positiven Vorschlag zu machen. Demnach bleibt die Herkunft Hedwigs, der Gemahlin Sigfrids, nach wie vor ungeklärt.
Hedwig und ihren Gemahl, die vorher zweimal in Urkunden aus den Jahren 964 und 965/66 zusamemn genannt werden, finden wir im Jahre 993 zum letzten Mal gemeinsam vertreten. Sie vermachen dem Kloster St. Maximin ihre Besitzungen zu Mersch und wählen sich dafür als Begräbnisstätte einen Platz vor dem St. Clemens-Altar in der Trierer Abteikirche aus. Seitdem schwindet Hedwig aus der Geschichte. Nur ihr Todestag, der 13. Dezember, ist uns überliefert [36 Im Ranshofener Kodex = M. G. Necrologia IV, Seite 425 heißt es: Id. Decembris domina Hedewich comitissa mater Chunigundis imperatricis obiit". Das Bamberger Nekrolog = SS. IV. Seite 791 lautet zu diesem Tage ebenso.].

Weinfurter, Stefan: Seite 41
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"Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten"

Dazu kam noch die Verbindung des bayerischen Herzogs zu dem mächtigen Haus der Grafen von Luxemburg, aus dem Heinrichs Gemahlin Kunigunde stammte [48 Twellenbach, Das Haus der Luxemburger; Geldner, Tatsachen und Probleme, Seite 29ff.; Renn, Das erste Luxemburger Grafenhaus.]. Die Heirat mit ihr muß im Jahre 1000 oder kurz zuvor zustandegekommen sein. Kunigunde war die Tochter Graf Siegfrieds von Luxemburg [50 Hamer, Kunigunde von Luxemburg; Bezzenberg, Lehen und Legende; Gebser, Die Bedeutung; Baumgärtner, Kunigunde, Seite 17 mit Anmerkung 13.]. Man hat in der Forschung immer die Frage gestellt, wie es zu dieser Ehe kam, zumal doch Heinrich von Bayern, wie Thietmar in seiner Chronik versichert, die Menschen im Westen wegen ihrer "Leichtfertigkeit" nicht sehr geschätzt habe. Es wurde vermutet, daß die Mutter Kunigundes, Hedwig, eine BABENBERGERIN war, nämlich die Tochter des Markgrafen Berthold [52 Faussner, Königliches Designationsrecht, Seite 19.], und daß dadurch Beziehungen in den bayerischen Raum angelegt waren.

Hlawitschka, Eduard: Seite 381-383
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"Herzog Giselbert von Lothringen und das Kloster Remiremont"

Auf der Seite 6a des "Liber memoriales von Remiremont" findet sich, von einer Hand in einem Zuge eingeschrieben, unter dem virten Arkadenbogen folgender Eintrag:
Dumnus Gislibertus dux, qui pro re[me]dium anime sue et seniori sui dumni Henrici et uxori sue et infantibus suis omnes heclesiaes sci. Petri nobis restituit.
Dumnus Gislibertus dux (cum omnibus fedelibus suis)
Dumna Girberga. Ainricus. Haduidis.
Gab doch Didier-Laurent als Editor keinerlei Erklärung dazu, wie dieser Eintrag etwa zustandegekommen sein könnte und beschränkte sich Ebner darauf, nur einige der genannten Personen zu identifizieren: so den Gislibertus dux eben mit Herzog Giselbert von Lothringen, dem wir hier unsere Aufmerksamkeit zuwenden wollen, dessen senior Henricus mit König HEINRICH I., die dumna Girberga mit Giselberts Gemahlin (seit 928) Gerberga, der Tochter König HEINRICHS I., dann Ainricus und Haduidis mit Kindern aus der Ehe Gisleberts und Gerbergas. Hervorhebenswert an dieser Notiz schien bisher allein die Nennung der Haduidis, einer nur hier bezeugten Tochter Giselberts und Gerbergas zu sein.

Twellenkamp Markus: Band I Seite 479
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"Das Haus der Luxemburger" in: Die Salier und das Reich"

Über die Herkunft von Siegfrieds Frau Hadwig ist zwar schon viel spekuliert worden, eine sichere Festlegung ihrer Identität ist aus Mangel an Quellen aber nicht möglich [27 Auf keinen Fall wird Hadwig eine Enkelin HEINRICHS I. gewesen sein, wie es in der älteren Forschung seit J. Depoin, Sifroi Kunuz, comte de Mosellane, Luxemburg 1904, S. 6, wiederholt behauptet wurde. Wäre Hadwig tatsächlich die Tochter Herzog Giselberts von Lothringen und seiner Frau Gerberga, der Tochter HEINRICHS I., dann hätte Kunigunde, die Tochter Hadwigs und Graf Siegfrieds, eine Verwandtenehe 3. kanonischen Grades geschlossen, was vollkommen auszuschließen ist, vgl. hierzu Renn, Luxemburger (wie Anmerkung 1),, Seite 62-64, und E. Hlawitschka, Herzog Giselbert und das Kloster Remiremont, in: ZGORh. 108, N.F. 69, 1960, Seite 427-428].
 
 
 
 

 955/60
  oo Siegfried Graf von Luxemburg
       915/17-26.10.997
 
 
 
 

11 Kinder:

  Heinrich I. Graf von Luxemburg
  960-27.2.1026

  Siegfried
  960/65-15.8.985

  Adalbero Erzbischof von Trier (1008-1036)
         -12.11.1036

  Ermentrud Äbtissin
         -

  Giselbert Graf im Ardennengau
        -18.5.1004 gefallen

  Liutgard
  960/65-13.5.1005

 980
  oo Arnulf II. Graf von Holland
       955-18.11.993

  Eva
  975-19.4.1040

1000
  oo Gerhard Graf von Elsaß
            -28.12.1033

  Kunigunde
  975-3.3.1033

 1001
  oo HEINRICH II. König des Deutschen Reiches
       6.5.973-13.7.1024

  Dietrich Bischof von Metz (1005-1046)
        -2.5.1046

  Friedrich Graf von Luxemburg
  965-   1019
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 197,426 G 176 - Baumgärtner, Ingrid (Hg): Kunigunde - eine Kaiserin an der Jahrtausendwende, Furore Verlag Kassel 1997 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 226,282,304 - Hlawitschka, Eduard: Herzog Giselbert von Lothringen und das Kloster Remiremont, in Stirps Regia von Eduard Hlawitschka Seite 377-421, Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 382 [427]-383 [428]- Renn, Heinz: Das erste Luxemburger Grafenhaus, Bonn 1941 Seite 61-65 - Twellenkamp, Markus: Das Haus der Luxemburger, in Die Salier und das Reich, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992 Band 1 Seite 475-503 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 41 -