Arnulf                                             Graf von Holland (988-993)
---------                                           Burggraf von Gent
955-18.11.993 gefallen
       Winkelmade
 

2. Sohn des Grafen Dietrich II. von Holland und der Hildegard von Flandern, Tochter von Graf Arnulf I. dem Großen
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 10
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

VIII. 49. LIUTGARD
----------------------------
* ..., + 14. V. nach 1005

Gemahl:
----------
ARNULF, Graf von Westfriesland (siehe VIII. 68.)
        + 993 18. IX.

Anmerkungen: Seite 127
************
VIII. 49. Liutgard lebt noch 1005, Thietm. 6,15. [VIII 70]



Brandenburg Erich: Tafel 32 Seite 66
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen."

VIII. 68. ARNULF II., Graf von Gent und Westfriesland 988
-----------------------------
* ..., + 993 18. IX.

Gemahlin:
------------
Liutgard, Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg (siehe VIII. 49.)
       + 14. V. nach 995



Thiele, Andreas: Tafel 7
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ARNULF (II.)
-------------------
    + 993 gefallen

Arnulf folgte 988 seinem Vater. Unter ihm begannen die Kriege gegen die Friesen erst richtig. Er fiel in der Schlacht bei Winkelmade gegen sie.

  oo LIUTGARD VON LUXEMBURG
               + nach 1005

Tochter des Grafen Siegfried; Regentin



Arnulf war ein treuer Anhänger des ottonischen Hauses und hatte sich, wahrscheinlich durch die Unterstützung des Herzogs Karl von Nieder-Lothringen, die Feindschaft König Hugos zugezogen, der nicht ihm, sondern seinem Sohn, den Grafen Dietrich III., die französischen Lehen übertrug, obwohl die Vasallen der betroffenen Gebiete mit dieser Regelung nicht einverstanden waren. Während seiner Regierung begannen die Kriege gegen die Friesen erst richtig und im Kampf gegen die Westfriesen fiel er (in der Schlacht bei Winkelmede). Durch seine Ehe war er der Schwager des nachherigen Königs geworden.

Holtzmann Robert: Seite 396
***************
"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit."

Hier hatte im 10. Jahrhundert, nach den großen Verwüstungen der Normannenzeit, das tatkräftige Haus der Grafen von Holland die Aufbauarbeit geleistet und sich eine ausgedehnte Herrschaft über die westfriesische Bevölkerung vom Mündungsgebiet der Maas bis zum Kennermerland geschaffen. An Kämpfen fehlte es nicht. Noch immer waren einige Normannenscharen abzuwehren. Außerdem standen die Grafen in häufigen Grenzkriegen mit den noch nicht unterworfenen, auch dem Reich stark entfremdeten und vom Seeraub lebenden nördlichen Westfriesen (in der Gegend um Alkmaar und Medemblik, wo sich der Name Westfriesland bis heute erhalten hat), dazu auch mit der sich gleichfalls ausdehnenden weltlichen Macht der Bischöfe von Utrecht, die sich in den aufblühenden Handelsstädten Duurstede und Tiel eine wichtige Stärkung ihrer Stellung schufen. Graf Arnulf von Holland ist 993 im Kampf gegen die Westfriesen gefallen. Seitdem gebot seine Witwe Liutgard, eine Schwester der Königin Kunigunde, als Vormund für ihren minderjährigen Sohn, den Grafen Dietrich III. Sie führte den Kampf gegen die nördlichen Westfriesen mit wechselndem Erfolg weiter und mußte schließlich die Hilfe ihres Schwagers, des Königs, anrufen.

Leo Heinrich Dr.: Seite 643-645
**************
"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten."

Arnulf folgte dem Vater als dieser 988 starb, als Graf vom Gau Flaridinga oder Marsum, im Kennermerlande und in Friesland; doch hatte die Familie auch im Teisterbant schon sehr ansehnliche Besitzungen. Seine Gemahlin Liutgard war eine Schwester der Kaiserin Kunigunde, und die Gunst des kaiserlichen Hauses mochte Arnulf auch die Succession in seines Schwiegervaters Burggrafschaft Gent verschaffen. Schon sein Vater hatte durch dieselbe erlangt, daß die Besitzungen, die er zwischen Lier und der Yssel im Gau Masalant (oder Marsum) als Reichslehen hatte, im Jahre 985 in Allodien seines Hauses verwandelt worden waren, sowie die Reichslehen zwischen Medenblick und Hemelum (im Kennermerlande), und was er im Texelgau vom Reiche hatte. Nur eine Abgabe an das Reich, welche Huslada genannt wird [1 Cf. dipl. XIV. bei Kluit vol. II. p. I pag. 57 und ff. vom 25. August 985.], sollte mit diesen in proprium verwandelten Reichslehen verbunden bleiben. Es ist wohl nicht zu zweifeln, daß in diesen Gegenden von der Maas bis zum Texel nicht bloß die genannten und viele andere Güter Eigentum Dietrichs II., sondern daß auch die Grafenrechte hier, wo schon sein Großvater Gerulf unter dem Normannen Gottfried, den er durch Verrat ermorden half, und vielleicht schon unter Rorich ein Grafenamt verwaltete, in Dietrichs II. Händen waren [2 Auch die Vergabungen Dietrichs II. und Arnulfs an das Kloster von Egmond zeigen diese Grafen viel zu begütert in den Gegenden zwischen Leyden und Vlaardingen, als daß man annehmen sollte, sie seien in diesen Gegenden nicht auch im Besitz der Grafenrechte gewesen, die in dieser Zeit schon fast überall bei dem begütertsten Geschlecht im Gau waren.] und von ihm auf Arnulf übergingen. In der zitierten Urkunde wird auch ein Reichslehen in villa Sunnemere genannt, welches ebenfalls zu Eigen gemacht wird, und was in Zeeland zu suchen sein soll auf der Insel Schouwen.
Arnulf muß entweder mit den Friesen im Ttexelgau über die Ausdehnung und den Umfang seiner Gewalt, oder mit denen im Westrachia über die Grenzen in Streit geraten sein; es kam zwischen ihnen zum offenen Kampf, in welchem die Friesen siegten und der Graf seinen Tod fand 993 oder 1003 [3
Die erstere Jahreszahl gibt das Chron. Egm.; Kluit aber beruft sich auf eine Urkunde, die Arnulf mit seiner Gemahlin, Luitgard, und seinem Sohn Dietrich im Jahre 998 als Burggraf von Gent ausgestellt habe, und verspricht einen ausführlichen Beweis, daß Arnulf erst 1003 gefallen sei. So viel ich weiß, ist der Beweis nicht erschienen.]. Er hinterließ zwei Söhne, Dietrich und Siegfried oder Sicco; der Letztere erhielt außer seinem Anteil an den Alloden das Vicecomitat vom Kloster Egmond, dessen Besitzungen so ziemlich das Kennermerland in der Ausdehnung, die in Holland mit dem Namen bezeichnet wird, umfaßten, weshalb er auch mit dem Titel praeses Kennemarae vorkommt. Er ist der Stammvater des edlen Geschlechts von Brederode [1 Kluit vol. I. p. 39. not. 27. ]. Die Grafschaften kamen an Dietrich III., sowie die Schirmvogtei von Egmond.
 
 
 
 

 980
  oo Liutgard von Luxemburg, Tochter des Grafen Siegfried
       960/65-13.5.1005
 
 
 
 

Kinder:

  Dietrich III.
         -27.5.1039

  Siegfried  Landvogt von Westfriesland
         -5.3.1030

  ? Gertrud
            -21.7.1077

  oo Liudolf IV. Graf von Braunschweig
      ca 1003-23.4.1038

  Adelheid
         -

  oo Engelram I. Graf von Ponthieu
              - um 1045
 
 
 

Literatur:
-----------
Blok P. Dirk: Holland und Westfriesland. Seite 356 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 10 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 33 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 396 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 643-645 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999, Seite 194 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 7 -