Meginhard V.                                           Graf von Windberg
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    - c 1073 (Wegener)                              Graf an Vils und Isar
    (27.2.1066 Dungern oder 1066 gefallen Isenburg)
 

2. Sohn des Grafen Thiemo I. von Formbach von einer unbekannten Gattin
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 140
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22. Meginhart V.
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F. in der Hausgenealogie nicht erwähnt; könnte ein Sohn von 12 gewesen sein, da sich dessen Lebenszeit kaum bis 1060 und darüber hinaus erstreckt haben wird, war aber wahrscheinlicher ein Sohn Thiemos I., da unter dessen vielen Söhnen der Hausname Meginhard sonst fehlen würde; war um die Förderung des klösterlichen Lebens in Vornbach verdient, wie sich aus seiner Aufschreibung des Abtes Wirnto (1108-1127, 12. Jh.) ergibt: auctores fuerunt Meginhardus comes, Ekibertus comes (30), Oudalricus comes supranominati (Meginhardi) filius et frater eius Hermannus comes et nepos Chounradus comes filius supradicti Oudalrici, Ekibertus comes (39) OÖ UB 1, 779 ff.; daneben wird er in der Aufschreibung über den Schärdinger Urfahrszoll (unter b) als Vater der Brüder Ulrich und Hermann genannt; da aber Ulrich als Enkel von Thiemo I. beglaubigt ist, kann über die Einreihung Meginhards kein Zweifel sein. Er ist nicht, wie Trotter S. 43 will, mit dem gleichnamigen Pilgrimiden (siehe diesen n 16) identisch, da er ihn überlebte; eV.
c 1060 Tempore Adalhardi abbatis (1055-1062) Meinhardus et Aschwinus fuerunt advocati (von Niederaltaich) SS 17, 373 f;
c 1060 comes Meginhardus gibt eine Hörige an das Domstift Passau nQ 6, 141 n 285
1064 4/2 Augsburg König HEINRICH IV. verfügt, dass das Gut Ottmaring AG Osterhofen, gelegen im  Künziggau in der Grafschaft des Grafen Bruno, nach dem Tode des Grafen Reginhard (sic statt Meginhard, die Urkunde ist nur abschriftlich überliefert) dem Kloster Obermünster als Eigentümer zurückgegeben werde DD 6, 161 n 21
IV. 1066 (Juni) Würzburg König HEINRICH IV. schenkt dem Kloster Gurk den Weiler Geroltisdorf (Geratsdorf G Staudach AG Eggenfelden) im Gaue Bunnaha (Bina) in der Grafschaft Meginhards (untere Grafschaft an Vils und Isar, 1055 verwirkt durch die dortigen Gerolde) DD 6, 235 f n 180; lebte noch c 1073 (siehe 33).

Gemahlin:
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c 1045/50 Mathilde, Tochter des Grafen Elli (von Reinhausen), Schwester der Brüder Heinrich I., Konrad und Hermann III. von Reinhausen (Trotter 43, 45), lebte noch c 1073 siehe 33.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 43
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18. Meginhard
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Nirgends ausdrücklich als Sohn Tiemos II. bezeichnet, wohl aber als Vater der Brüder Udalrich und Hermann (OÖ.UB.I.779 mit Handschrift des 12. Jahrhunderts), welch letztere wieder in Tiemo (II.) ihren Großvater (avus) urkundlich festgestellt haben (Mb.4. 13/14); als 2. Sohn anzusehen. Er ist der Vogt von Niederaltaich tempore Adalhardi abatis (1055/62 MG.SS.17.373) und starb wahrscheinlich 27.II.1066 (MG. Nec. II.110, St. Rutpert, Salzburg, setzt diesem Tage: Meginhart comes et frater Pilgrim occisi sunt, während MG.SS.IX.499 zu 1066 Meginhardus com. occiditur hat.) Aus der Tatsache, dass sein Schwager Heinrich von Reinhausen ebenfalls 2 Söhne, Meginhard und Pilgrim, besaß, lässt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit die Richtigkeit dieses Tages- und Jahresdatums annehmen.

Gattin:
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Mathilde, Tochter des Grafen Elli (von Reinhausen). (Leibnitz SS. rerum brunsvic. I. 703.) Über ihn und seine Nachkommenschaft siehe die gehaltvollen Untersuchungen von Cohn in den Forschungen zur deutschen Geschichte, VI. 1866, S. 527 ff.: ferner Uslar-Gleichen: Geschichte der Grafen von Winzenburg, Hannover 1895), auf die sich im folgenden bezogen wird.
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Meginhard V. erwarb die Grafschaft Windberg und folgte seinem Vater als Vogt der Abtei Formbach.

Moritz Joseph: Seite 51-58  (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Meginhard Graf von Windberg, Ulrich Graf von Ratelnberg, Friedrich von Formbach, Hermann Probst und Bischof zu Bamberg, Bruder der obigen Heinrich und Thiemo
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1.) Meginhard ist gewiss ein Sohn des Grafen Thiemo I., denn seine Söhne nennen den Thiemo I. ihren Ahnherrn. Noch dazu wurde Hermann sein Sohn nach dem Ekbert I. 5. Advokat in Formbach; also kann man gar nicht anders schließen als dass Meginhard ein Sohn Thiemos I., der das Familiengesetz der Nachfolge in der Advokatie bloß für seine Deszendenz gemacht hatte, sei. Endlich wird Graf Ulrich II. in der niederaltaichischen alten Advokatenreihe ein Bruder des Grafen Meginhard in einer Urkunde aber vom Jahre 1048 ausdrücklich ein Sohn des Grafen Thiemo I. genannt. Weiter ist gewiss, dass Meginhard wirklich Graf geworden, also seinem Vater in der Grafschaft nachgefolgt sei. Dass er aber Graf von Windberg gewesen, zeigen seine Söhne Ulrich und Hermann, welche im Jahre 1072 sich Grafen von Windberg geschrieben. Dies aber wäre wenigstens damals noch nicht geschehen, wenn sie diese Grafschaft nicht von ihrem Vater erhalten hätten. Dieser Graf Meginhard muss auch älter als sein Bruder Thiemo II. gewesen sein, weil ihn die Teilungsurkunde des Wasserzolls bei Schärding vor diesem nennt, seine Söhne aber waren alle jünger, als Graf Ekbert I., weil Ekbert in der Advokatie dem Hermann vorging.
2) Meginhard kann im Jahre 1072 nicht mehr am Leben gewesen sein, weil damals seine Söhne schon in der Grafschaft Windberg nachgefolgt sind. Ich glaube, er sei im Jahre 1066 gestorben und sei eben jener, von welchem in den Chroniken von Admont und Melk auf dieses Jahr angeführt wird, dass er gewalttätiger Weise umgebracht worden sei; oder vielleicht ist er der nämliche, der in dem Nekrologium von Salzburg beim III. Ksl. Mart. (27. Februar) angekündigt wird, dass er ermordet worden sei. Die vielen Bürgerkriege, Aufruhren, Meuchelmorde  um diese Zeit machen meine Vermutung wahrscheinlich. Hiermit wäre er ganz vom Grafen Meginhard unterschieden, der im Jahre 1070 in einer aguntisch freisingischen Urkunde noch vorkommt. Dass Graf Meginhard Advokat von Niederaltaich gewesen sei, behauptet H. Scholliner aus der Reihe der niederaltaichischen Advokaten, weil der Ascuin von Bogen gleich nach dem Advokaten Meginhard erscheint und er hat es ganz wahrscheinlich gemacht. Auch ich behaupte aus eben diesem Grunde, dass sein Bruder Graf Ulrich Advokat zu Niederaltaich gewesen, weil die Zeit eben so zutrifft und wenn man die Stelle zu Hilfe nimmt, wo es heißt: Meginhardus Com., advocatus habuitfratrem Ulricus comitem: so lässt sich dies besser begreifen. Übrigens muss in der formbachischen Genealogie anstatt: Frater fenioris Thiemonis: stehen, filius fenioria Thietmonis, wie es aus der Zusammenhaltung der Urkunden klar erhellt.
 
 
 
 

  oo Mathilde von Rheinhausen, Tochter und Erbin des Grafen Elli II. im Leinegau
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     Mathilde war die Schwester von Udo Bischof von Hildesheim.
 
 
 
 

Kinder:

  Ulrich V. Graf von Windberg und Radelnberg
        -   1097

  Hermann I. Graf von Winzenburg
  um 1050-   1122

  Konrad I.
        -   1084

  Dietrich I. (Prof. Dungern)
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