Udalrich V.                                               Graf von Windberg und Ratelnberg
---------------                                             Vogt von Göttweig
    -   1097
 

Ältester Sohn des Grafen Meginhard V. von Formbach und der Mathilde von Reinhausen, Tochter von Graf Elli II.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 143
*******************
33. Ulrich V.
-----------------

F. die Hausgenealogie unter g) macht ihn zum Sohne eines Meginhard, und zwar von 12, doch ist das (siehe 22) zeitlich nicht möglich, es käme also 22 als Vater in Frage; vgl. auch 11 zu c 1050, wo dieser als Großvater von 33 genannt wird; eV. c 1073 Graf Oudalrich gibt alle seine Güter, sowohl diejenigen, die er schon nach Erbrecht besitzt wie auch jene, die ihm von den Eltern noch als Erbe zufallen, hauptsächlich Hohenwart (bei Maissau) in orientale parte, als elterlichen Erbteil, und Chamba (am Kamp), das er von seiner Gattin hat, und das er ihr hiermit wiedergibt, seiner Gattin Mathilde und den von ihr zu erwartenden Söhnen, im Falle solche ausblieben und Mathilde ihn überlebe, ihr zur beliebigen Verfügung, und comes Ekkebertus et puer Gebehardus nepos eius; mit denselben Zeugen bestätigt er seiner Gattin Mathilde auch die Übergabe aller Güter, die er von seinem Bruder Hermann teils schon eigentümlich geworden, teils später bei der Teilung des Erbes in Bayern oder sonst wo noch erhalten solle, sowie die Investitur mit genannten Ministerialen FRA II 51, 5 n 4
(1074) Udalricus comes de Ratelnperge Gebehardus comes de Vorenbach MBR 9 n 12
1079 21/3 siehe 30
1083 8/9 Bischof Altmann von Passau weiht das Kloster Göttweig in Anwesenheit des Vogtes, des Grafen Oudalrich von Ratilenperge, und dessen Bruder, des Grafen Hermann, ein FRA II 51, 7 n 5
(1095) Oudalricus comes de Windberga siehe 38, IV.
(1095/97) kurze Zeit nach der Gründung des Klosters Vornbach bedenkt Oudalrich de Windperge, Bruder des dominus Hermannus, dasselbe; da er mittlerweile stirbt, holt seine Witwe Mathilt mit seinem Sohn Conrad und seinem Bruder Hermann das Fehlende nach OÖ UB 1, 627 f n 2 f;
(1097) nach dem Tode des Oudalrich gibt seine Witwe ein Seelgerät nach Götting, udZ. Ekkibertus comes, Gebehardus, iunior Ekkibertus FRA II 69, 184 n 43
+ 1097 Oudalricus comes de Ratlinperg Annal. Reichersb. SS 17, 450.

Gemahlin:
-------------
Mathilde, Tochter des Grafen Ratpoto IV. (+ 1080), siehe Ratpotonen n 14; siehe oben c 1073, (1095/97), (1097);
c 1121 die Gräfin Mathilda gibt nach Göttweig mit Hand ihrer Tochter Liutkarda ein Seelgerät für ihren Gatten Oudalrich und ihren Sohn Chounrad FRA II 69, 233 f n 92
IV. c 1125 Hohold (von Kamp), Ministerial der Gräfin Mathilde FRA II 69, 445 f n 313;
+ c 1125 die Regensburger Domvögtin (Liutgard) gibt nach Göttweig ein Seelgerät für ihre Eltern, den Grafen Oudalrich und seine Gattin FRA II 69, 340 f n 199.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 44
*******************
26. Udalrich
---------------

(1073) (Mb. III. 245/6, berichtigt im Linzer Diözesanarchiv V. S. 121. 32) Udalricus comes de Raterlinperge (Radelberg bei Göttweih, Nieder-Österreich). Sohn des Meginhard (OÖ. UB. I. 779: Aufschreibung des 12. Jahrhunderts) nahm er um 1075 mit seinem Bruder Hermann die Güterverteilung vor (fra. II./8. 239 = II/51. 5. 4). Dass er und sein Bruder Hermann der comes Udalricus, comes Hermannus sein soll, welcher in der Urkunde des Erzbischofs Udo von Trier 1071 als erster zeugt (Beyer, Mittelrhein. UB. I. 429. 371), ist wenig wahrscheinlich, weil gar keine Beziehungen nach Trier weisen; Dominus de Winderperge = Wimberg, Pf. Fürstenzell (OÖ.UB. I. 627. 2 = Mb. 4.13/4 er und sein Bruder nepotes des Grafen Tiemo); 9.IX.1083 Vogt von Göttweih (fra. II/8. 249/50). + 1097 MG. SS. 17. 450).

Gattin:
---------
Mathilde (fra. II/51. 5. 4), die Mann und Sohn überlebte (fra. II/8. 35/6. 139) und Besitz am Kamp in Nieder-Österreich hatte.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Udalrich V. stellte 1070 eine Urkunde aus, durch welche er seiner Gemahlin Mathilde Alles verschreibt, was er in Bayern und anderswo von seinem Bruder Hermann in der elterlichen Erbteilung erhalten oder sonst noch zu hoffen hat.

Lechner Karl: Seite 77,89,137,337 A 21
***********
"Die Babenberger"

Im Jahre 1048 erhielt Kloster Niederaltaich in Erweiterung seines Schenkungsgutes von 1045 3 Königshufen, die am Unterlauf der "Schwarza" in orientalis pago gelegen, an das Eigengut des Grafen Udalrich, Sohn des Grafen Tiemo von Formbach-Ratelnberg  angrenzen. Dass die Formbacher und ihr Seitenzweig, die Grafen von Ratelnberg, auch weiter im Westen begütert war, werden wir noch hören.
Die Söhne Meginhards waren Udalrich, Graf von Windberg (Landkreis Vilshofen), der sich 1070/75 zuerst Graf von Ratelnberg (Radelberg) nennt und mit Mathilde, der Witwe von Graf Friedrich von Tengling, verheiratet war.
Es ist klar, dass die SIGHARDINGER und FORMBACH-RATELNBERGER einen starken Rückhalt am König LOTHAR fanden und in der Mark besondere Bedeutung gewannen. Übrigens waren sie untereinander eng verschwägert, seitdem Graf Ulrich von Ratelnberg (+ 1097) mit Mathilde, der Witwe Graf Friedrichs von Tengling, des Ahnherrn der Burghausen-Schala-Peilstein, verheiratet war.
Über die Schlacht bei Mailberg geben uns nicht nur die Chroniken Nachricht, sondern auch eine Tradition von ca. 1082/97, mit der Graf Udalrich von Ratelnberg, der Vogt von Göttweig, für seine ritterlichen Gefolgsleute, die in der Schlacht bei Mauriberg (Mailberg) gefallen waren, eine Gutsschenkung an Göttweig macht, die er später noch für das Seelenheil seiner Kinder vermehrte. Seine Witwe Mathilde macht an Göttweig eine Stiftung für Gatten und Sohn.

Moritz Joseph: Seite 83-87  (1803)
************
"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Graf Udalrich oder Ulrich II. von Ratelnberg; Mathilde, seine Gemahlin
---------------------------------------------------------------------------------------
1) Die 1. Erwähnung dieses Grafen Udalrich II. geschieht in der Urkunde vom Jahre 1072, wo sein Bruder Hermann, Graf von Windberg durch eben diesen Ulrich kenntlich gemacht und von anderen Grafen dieses Namens unterschieden wird, Ulrich aber selbst war nicht zugegen. Merkwürdiger für seine Geschichte ist die ranshofische Urkunde vom Jahre 1073 oder 1074, denn da steht er gleich nach dem Grafen Rapoto von Cham und vor dem Grafen Eberhard von Formbach. Dabei aber ist unleugbar, dass er von dem Herrn Herausgeber des 3. Bandes der bair. Monum. übersehen worden, denn Hundius kann ihn in seinem Bruchstück eben dieser ranshofischen Versammlung nicht erdichtet, sondern nur aus dem nämlichen Manuskript geschöpft haben, wobei der Herr Herausgeber den ganzen ranshofischen Codex abgeschrieben hat. Die hundische Lesart beweist auch der Herr Herausgeber selbst, da er zwar den Grafen Ulrich, nicht aber sein Residenzschloss und den Sitz seiner Grafschaft, nämlich Ratelnberg übersehen hat. Es schrieb sich aber wirklich von Ratelnberg, nicht Graf Rapoto, sondern eben dieser gegenwärtige Graf Ulrich, wie eine alte bayerische Chronik bei seinem Tode im Jahr 1097 bezeugt. Einen neuen Beweis für die Lesart des Hundius gibt der Sohn des Grafen Ulrich, nämlich Graf Konrad II. an die Hand, welcher in einer Urkunde vom Jahre 1122 ausdrücklich von Ratelnberg als seinem Erbschlosse geschrieben wird. Das Alter dieses Grafen Ulrich II. lässt aus der berühmten ranshofischen Urkunde ebenfalls ziemlich genau bestimmen. Er war älter als Graf Eberhard von Formbach, doch aber auch jünger als Graf Ekbert I. Das erste schließe ich aus der Ordnung der Zeugen in der ranshofischen Urkunde; das zweite aus dem, weil er dem Graf Ekbert I. in der Advokatie von Formbach weichen musste, die allzeit dem ältesten aus dem männlichen Geschlecht des Grafen Thiemo I. vorbehalten war.
2) In der Teilung des Wasserzolls bei Schärding ums Jahr 1090 folgen Graf Ulrich II. und sein Bruder, Graf Hermann, gleich nach ihren Basen, der Frau Tuta und der Frau Himiltrud; sie stehen zwar ihren Vettern, Graf Ekbert I. und Graf Heinrich II. vor, allein nur deswegen, weil ihr Vater, Graf Meginhart älter als Thiemo II. war, obgleich sie selbst jünger als ihre Vettern, Graf Ekbert I. und Graf Heinrich II., waren. Graf Ulrich II. gab nicht nur seinen Teil des Zolls in Schärdingen nach Formbach, sondern machte auch noch andere wichtige Schenkungen dahin; deswegen wird er nach dem Grafen Ekbert I. in den 2 ersten Bestätigungsurkunden vom Jahre 1136 und 1139 auch in der Bestätigungsbulle vom Jahre 1179 als ein Hauptmitstifter des Klosters Formbach gerechnet. Hauptsächlich aber rührt von ihm her die Inkorporation der Kirche Eholfing als einer Filiale der Hauptpfarrkirche St. Martin in Formbach samt dem Zehnt, der ehemals von seinem Ahnherrn, dem Grafen Thiemo I., dazu eingetauscht worden war, weiter der freie Holzschlag, die Mastung und Meierung und alle andere Nutzungen des beim Formbach gelegenen Forstes, wie sie in allen kaiserlichen und päpstlichen Bestätigungen ausgedrückt und dem Grafen Ulrich II. samt seinem Bruder Hermann I. zugeschrieben werden.
3) Einmal machte Graf Ulrich II. auch einen Delegator des Grafen Ekberti, da dieser die Hofstatt Inching nach Formbach vermachte, welche Delegation er auch im Beisein des alten Grafen Ekbert I. und dessen Söhne ins Werk richtete. Dies lege ich so aus, dass die beiden Vettern mit gutem Verständnis an der Stiftung arbeiteten. Graf Ulrich II. starb im Jahre 1097 und wurde von einem alten bayerischen Geschichtsschreiber, Graf von Ratelnberg genannt. Seine Gemahlin, die ihm nur einen einzigen Sohn, Konrad II. gebar, hieß Mathilde. Diese bestätigte und erneuerte nach dem Tode ihres Gemahls, wahrscheinlich noch im Jahre 1097 oder im nachfolgenden Jahr die Schenkung der Kirche zu Eholfing nach Formbach, welche ihr Gemahl nicht mehr zur vollkommenen Delegation bringen konnte, weil er unvermutet vom Tode überrascht wurde. Wie lange die Frau Mathilde ihren Gemahl überlebt hat, ist so genau nicht bekannt; dies allein kann man sagen, dass sie im Jahre 1122 nicht mehr gelebt haben muss, weil von ihr in einer Urkunde eben dieses Jahres, die über obiges Eholfing ausgestellt war, keine Meldung mehr erfolgte.
 
 
 
 

 1072
  oo 2. Mathilde von Vohburg-Cham, Tochter des Grafen Rapoto IV.
                  -   1125
 
 
 
 

Kinder:

  Konrad II.
         -18.8.1121/22

  Liutgard
        -16.1.1157

  oo Friedrich II. Domvogt von Regensburg
             -29.10.1120