Ekbert I.                                                   Graf von Formbach (1064/67-1109)
------------                                                 Graf von Neuburg
    -24.8.1109
 

Sohn des Grafen Thiemo II. von Formbach und der N.N.w. von Baunschweig, Tochter von Graf Brun (Prinz von Isenburg, W. Wegener)
Nach Prof. Dungern Sohn des Grafen Bruno von Formbach
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 141
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30. Ekbert I.
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F. siehe Klostergenealogie unter c);
eV. 1067 (c 6/3) Regensburg Asing G Künzing AG Osterhofen liegt im Künziggau in der Grafschaft des Grafen Ekbert DD 6, 245 f. n 189
c 1070 Ekkebertus comes de Formbach MBR 9 n 11
c 1073 siehe 33
(1077) in Bayern bleiben dem Papste Gregor VII. fast nur treu der Erzbischof von Salzburg et comes quidam Eggebertus Bertholdi Annales SS 5, 298
1078 König HEINRICH IV. zerstört nach 9-monatiger Belagerung die bayerische Burg Neuburg (am Inn); Ekbert und seine Gemahlin fliehen nach Ungarn Annales Reichersberg. SS 17, 347; Meyer von Knonau 3,40,72 f.,96 f;
1079 21/3 Papst Gregor VII. mahnt den König Ladislaus von Ungarn, sich seiner getreuen Anhänger, der Grafen E(kkebert); Ou(dalrich) und C(onrad), die bei ihm Zuflucht gesucht, anzunehmen Jaffe 2, 365
1094 Ende Graf Ekbert, nach seinem Großvater Tiemo 4. Vogt der Stiftung Himiltruds (28), gründet das Benediktinerkloster Vornbach und bewidmet es mit Zustimmung seiner Gattin Mathilt und seiner Söhne; darunter mit allen Leibeigenen zwischen Inn und Enns, die Mathilt von ihrem Vaters-Bruder Bischof Adalbero (25) zugefallen waren, Spitzenzeugen Otochar marchio, Dietricus comes de Fornbac COÖ UB 1, 626 f n 1
(1095) siehe 39;
(1095) Graf Ekkebert gibt mit Zustimmung seiner Gattin und seiner Söhne Ekkebert und Eberhard ein Seelgerät für sich nach Vornbach, sein Salmann ist Graf Oudalrich OÖ UB 1, 628 f n 4
c 1100 Vogt Ekkebert gibt an Vornbach nach dem Tode seiner Gattin Mathilde mit Zustimmung seiner Söhne Eberhard und Ekkebert ein Seelgerät OÖ UB 1, 629 n 5, 15
1107 caedes Pataviae facta est et milites comitis Ekkeberti occisi sunt Annal. Reichersb. SS 17, 451
1108 29/9 vor Preßburg siehe 36
(1108 Ranshofen) Ekkibreht comes, Dietrich comes bei Herzog Welf II. MB 3, 288
 + 1109 Ekkebertus comes obiit Annal. Reichersb. SS 17, 451

Gemahlin:
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1.) NN; da der Name des ältesten Sohnes Eberhard weder aus der Aszendenz des Vaters noch jener der Mutter zu erklären ist, muss eine 1. Ehe mit einer unbekannten Partnerin angenommen werden;
2.) Mathilde, Tochter des Markgrafen Gottfried von Steiermark, siehe oben zu 1094 ferner Vita Adalberonis SS 12, 130
+ c 1100 siehe oben.
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 44
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24. Eckbert I.
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(6.II.) 1067 (Mb. XI. 158. 38) liegt Asing Pf. Künzing-Quinziggau in seiner Grafschaft.
1094 (Mb. 4. 12) "quarto loco a comite Tiemone avo suo ejusdem procurationis debitor", also 4. Vogt von Formbach, wobei die Zählung allerdings mit den Bestimmungen über die Vogtei nicht klappen will.
Mit seine Geschwistern und den übrigen Verwandten führt ihn die päpstliche Bulle vom 27.XI.1236 (OÖ. UB. III. No. 41) auf.
+ 1109 (MG. SS. 17. 451), wahrscheinlich 24. VIII. (Nec. III. 238 Oberaltaich. I. 265 Zwiefalten: E. conv. et. m. com. bzw. E. com.m.).
Er war mit Mathilde, Tochter des karantanischen Markgrafen Gottfried, verheiratet (siehe oben Nr. 16.)
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Lechner Karl: Seite 89,111,115
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"Die Babenberger"

Die Tochter Markgraf Gottfrieds von Lambach, Mathilde heiratete den Grafen Ekbert I. von Formbach. Die später nach ihrem Stammsitz Vornbach bei Passau so genannten FORMBACHER sind seit Anfang des 11. Jahrhunderts als Grafen im bayerischen Schweinachgau (Landgericht Vilshofen), in der 2. Hälfte des Jahrhunderts auch im benachbarten Künzinggau (Landgericht Landau-Osterhofen) nachweisbar. Sie waren Vögte des Hochstiftes Regensburg (1028) sowie des bei Passau liegenden Klosters St. Nikola. Ende des 11. Jahrhunderts haben sie ihr Hauskloster Formbach (Vornbach) gegründet.
Eine bedeutende Rolle auf Seite der gregorianischen Partei spielten neben den steierischen Markgrafen vor allem die Grafen von Formbach und Ratelnberg. Wir hörten, dass sie mit sächsischen Hochadels-Geschlechtern in engster Verbindung standen. Es war Graf Ekbert von Formbach und Neuburg "ein Graf von nicht geringer Macht und Tapferkeit" (wie Berthold von Reichenau in seinen Annalen sagt). Er ist 1067 zuerst als Graf im Künziggau nachgewiesen, in dessen Grafschaft auch Passau liegt. Im Jahr 1078 hatte HEINRICH IV. bei einem Einfall in Bayern die Besitzungen Ekberts verheert und seine Burg Neuburg am Inn zerstört. Ekbert musste mit seiner Gemahlin Mathilde nach Ungarn zu König Ladislaus I. fliehen, der nun die günstige Gelegenheit wahrnahm, um jede Abhängigkeit Ungarns vom Reich zu beseitigen.
Die Grafen von Formbach und Ratelnberg besaßen die Vogtei über viele Klöster: St. Nikola in Passau, Reichersberg, Suben, Göttweig und über das 1094 von Ekbert von Formbach bei seiner Stammburg am Inn gegründete Benediktinerkloster gleichen Namens, das bald in der bayerischen und karantanischen Mark mit reichem Besitz ausgestattet wurde.

Moritz Joseph: Seite 66-76  (1803)
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Ekebert I. Graf von Neuburg am Inn, Formbach und Pütten. Mathilde seine Gemahlin, Gräfin von Lambach und Pütten
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1.) Die 1. Meldung von diesem Grafen Ekbert I. geschieht in der niederaltaichischen Urkunde vom Jahre 1067, wo das Gut
Asingun (Oechsing oder Exing) in den Chunzengau und in die Grafschaft des Grafen Ekbert hingesetzt wird. Dies ist eben  jene Grafschaft, wo im Jahre 1049 nach Graf Thiemo I. und im Jahre 1064 Graf Bruno, der ein Bruder des alten Grafen  Thiemo sein könnte, regierte, und welche bis zur Erlöschung dieses Stammes bei der Linie des Grafen Ekbert I. blieb. Nicht so fast die Verdienste seines Vaters und Großvaters, als seine eigene Tapferkeit, die auch von auswärtigen Schriftstellern angerühmt wird, sicherten ihm diese Grafschaft seines Großvaters und Großvater-Bruder zu. Zudem hatte Ekbert I. jetzt schon eine Gemahlin, die Tochter des berühmten Markgrafen Gottfried von Pütten, Mathilde, durch welche er nahe mit dem Markgrafen von Steier und auch mit dem Markgrafen von Österreich versippschaftet wurde, mit denen er stets in gutem Verständnis gelebt hatte, wie es die Urkunden selbst zu verstehen geben. Ferner wäre es ganz überflüssig, aus diesem und dem bald nachher so berühmten Grafen Ekbert I. von Formbach 2 Personen zu machen, indem sich alles ganz leicht durch eine einzige ausgleichen lässt.
2) Um diese Zeit, zwischen den Jahren 1066 bis 1075, befand sich Graf Ekbert im Kloster Melk in Österreich samt dem Markgrafen Oezo oder Otachar II. von Steier, dem Grafen Friedrich von Tenglingen und dem königlichen Generale Ulrich von Gosheim und unterschrieb ein Vermächtnis des Markgrafen Ernst, weil nämlich Leopold als Mitfertiger der Urkunde vorkommt, der doch erst im Jahre 1050 geboren worden, teils auch weil Ekbert dem Grafen Friedrich von Friedrich von Tenglingen mit seinen beiden Söhnen vorsteht, die dem Grafen Ekbert schon ein Alter von beiläufig 42 Jahren zusichern. Hier wird Graf Ekbert ausdrücklich von Formbach geschrieben, weil dies sein Stamm- und Erbschloss von seinem Vater Thiemo II. war. Es schrieben sich in diesem Jahr 1072 auch 2 seiner Brüder von Formbach, welches anzeigt, dass sie das Stammschloss insgesamt und ungeteilt besessen haben, sonst aber wird Graf Ekbert auch von Neuburg oder Neunburg am
Inn und von Pütten geschrieben, weil er Neuburg von seinem Vater und Pütten von seiner Gemahlin her besaß.
3) In den Jahren 1077 und 1078 hatte Graf Ekbert I. große Verfolgungen von König HEINRICH IV. auszustehen. Dies erzählt uns Berthold von Konstanz, ein gleichzeitiger Geschichtsschreiber, da er von einem gewissen Grafen Eggbert sagt, dass er wider den König HEINRICH IV. rebelliert und sich nicht an den Feldzügen wider den König RUDOLF nach Sachsen und wider die Herzöge Berthold und Welf habe gebrauchen lassen. Hansitz und andere vermischen zwar diesen Grafen Ekbert mit dem salzburgischen Avokaten Engelbert; allein, wenn wir bedenken, dass Graf Ekbert I. von Formbach mit Herzog Welf in guter Harmonie stand, indem er ausdrücklich in einer Urkunde sein Advokat genannt wird; wie auch dass er in keiner Versammlung der bayerischen Grafen, sogar in jener des Jahres 1073 nicht, sich einfand, wo König HEINRICH eine Kriegsmacht wider die Sachsen sammelte, obschon dabei sein 3. Bruder, Graf Eberhard I., Markgraf Ernst und Markgraf Adalbero, der Bruder des Markgrafen Otachar II. erschienen: so wird ganz wahrscheinlich, dass hier die Rede von keinem anderen sein kann, als vom Graf Ekbert I. von Formbach. Über diese Grafen nun entrüstete sich der König HEINRICH IV. nach Zeugnis des erwähnten Geschichtsschreibers so sehr, dass er in der größten  Winterszeit ihn feindlich überfiel, seine 3 Schlösser belagerte, sie auch eroberte und zerstörte. Endlich musste der Graf, da er dem König keineswegs mehr widerstehen konnte, sich mit seiner Gemahlin und allen den Seinigen, mit der Flucht  retten und außer seinem Vaterlande beim damaligen König in Ungarn, Bela genannt, Sicherheit suchen; allein Graf Ekbert war höchstens 6 bis 8 Jahre von seinem Stammschlosse Formbach entfernt, denn eine Urkunde vom Jahre 1134 zählt beinahe 50 Jahre zurück, bis zur Zeit, da Graf Ekbert Gloggnitz nach Formbach schenkte; mithin muss er schon im Jahre 1084 oder wenigstens 86 wieder sicheren Fuß in Bayern auf seinen Erbgütern gehabt haben.
4) Bei der Teilung des Wasserzolls in Schärding, die ich um das Jahr 1090 ansetze, wird Graf Ekbert I. ausdrücklich ein Sohn eines Thiemo genannt: nämlich ein Sohn des Thiemo II. Die drei Teile, welche auf die beiden Schwestern Tuta und Himiltrud fielen, weggerechnet: so teilten sich die zwei Söhne des Thiemo, das heißt Ekbert und Heinrich mit den 2 Söhnen des Grafen Meginhards den 4. Teil in 2 gleiche Teile, dass jede Partei die Hälfte traf, nämlich auf der Subner Seite musste der Zoll das 3. Jahr den Brüdern Ulrich und Hermann, das 4. Jahr aber den anderen Brüdern Ekbert und Heinrich zufallen. Die Leseart bei dem Gewold ist hier von jener sehr unterschieden, die in Monumentis boicis steht. Dass aber beide nicht gar richtig sind, zeigt die Vergleichung der beiden Auflagen; denn nach den Worten "tertio Odalricus" muss stehen: et Frater ejus Hermanus quarto Ekkebertus, et Frater ejus Henricus etc, wo Gewold die mittleren Worte bis auf den Heinrich, die Mon.Boic., aber die letzten Worte nach dem Hermannus auslassen, Graf Ekbert gab seinen Teil bei Schärdingen nach Formbach und stellte hierüber eine förmliche Urkunde aus, die in dem formbachischen Codex zu finden ist.
5) Schon ums Jahr 1084 machte Graf Ekbert den Anfang zu seinen Stiftungen nach Formbach, indem er einen ziemlichen Bezirk von Chlocnize bis Chlame im Orient, wie die Urkunde sagt, dahin vermachte. Dies war ein Teil der Erbschaft seiner Gemahlin Mathilde, wo nachher eine Probstei vom Kloster Formbach fundiert worden. Mathilde wird das Schicksal ihres gottseligen Oheims, des Bischofs Adalbero, auch ihr eigenes und ihres Gemahls usw. zu Gemüt genommen und ihren Gemahl beredet haben, einen guten teil ihrer Erbschaft zu frommen Stiftungen zu verwenden. Die Frau Himiltrud, die noch am Leben war, mochte ihr Rat und Einschlag gegeben und sie vielmehr für Formbach als Lambach gestimmt haben.
6) Im Jahre 1094 nahm er die Ernennung der Stiftung von Formbach vor, deren Geschichte der 1. Abt Pernger selbst beschreibt. Dieser sagt, dass Graf Ekbert am 4. Platze nach seinem Ahnherrn dem Grafen Thiemo die Advokatie über Formbach übernommen habe, also nach dem Tode des Grafen Ulrich, seines Vaters Bruder, der um das Jahr 1084 starb; ferner dass Ekbert sich vor der Stiftung mit dem Markgrafen von Österreich und Steier und mit anderen ansehnlichen und gottseligen Männern der Gegend, besonders mit dem Bischof Ulrich von Passau unterredet habe. Da nun alle seinen Entschluss billigten, so fing er wirklich an, sein Vorhaben auszuführen. Man war zwar auch auf kaiserliche und päpstliche Bestätigung bedacht, weil aber, wie die Urkunde oder gleichzeitige Nachricht lautet, solche wegen der noch fortwährenden Uneinigkeiten zwischen dem römischen Stuhle und dem Reich nicht zu erhalten war: so bestätigte unterdessen der Bischof selbst sowohl den Abt als die Stiftung, so gut er konnte. Bei dieser Stiftserneuerung und zum mehreren Unterhalt der Religiosen oder zur Stiftungsverbesserung opferte Graf Ekbert zum Seelenheil seiner Eltern noch überdies, was er zuvor schon hingeschenkt hatte, von seiner eigenen und seiner Gemahlin, Frau Mathilde, Erbschaft mit Bewilligung seiner Söhne  nachfolgende Stück:
a) einen Garten, Hofstatt und Mühle in dem Orte oder der Herrschaft Formbach selbst,
b) das Forst- oder Holzrecht und Mahnungsrecht im Wald daselbst,
c) den halben Zehnt der Kirche in Attesis oder Antesin,
d) einen halben Hof bei Hartheim und 2 Weinberge bei Eholfing.
Danach folgt in eben der Ordnung die Schenkung von der Erbschaft seiner Gemahlin Mathilde:
a)Neukirchen ist nicht weit ober der heutigen Neustadt,
b) 2 Pfarrkirchen, die eine unter der Feste Butino d. i. Pütten, und die andere im obigen Neukirchen samt Zehnten und aller  Zugehörigkeit,
c)den Markt zu Neunkirchen und das Dorf Werth genant und noch einen Ort bei Gloggnitz, samt den Wiesen und dem
Wald  bis nach Clem und eine Wiese beim Flusse Brun und einen halben Hof im Dorfe Beyerbach und einen halben in         Schmiedestorf und einen halben im Dorfe Gloggnitz:
d)3 Weinberge im Orte Botschach und 2 in Wurmilach; diese Güter liegen alle Püttner Bezirk, jetzt im Steinfeld genannt, von Neukirchen und Pütten bis Reichenau.
e) Endlich übergibt der Graf, was immer zwischen dem Inn und der Ens von den Dienstleuten kann erhalten werden, welche seiner Gemahlin von der Erbschaft des Bischofs Adalbero, ihres Oheims, zugefallen sind. So kam also die Abtei zu Stande  und nebst anderen guten Vorkehrungen für die Zukunft sorgte Graf Ekbert auch für die freie Abtwahl in diesem Kloster. Unter den Zeugen befindet sich der Markgraf Otachar III. von Steier, mit dem er also eben so gute Freundschaft unterhielt, wie mit seinem Vater Otachar III.
7) Wie Graf Ekbert I. bei Herzog Welf gestanden, entdeckt uns eine kremsmünsterische Urkunde und Tauschhandlung eben dieses Herzogs mit dem Abte von Kremsmünster, welche nach Bemerkung des Bernard noricus auf das Jahr 1093 gesetzt werden muss.
Der Herzog tauschte das Gut Mochundorf für ein anders, nämlich für Steinpoets ein. Der Graf Ekbert, als Advokat des Herzogs, weil das Gut ein regale praedium, königliches oder vielmehr herzogliches Gut war, musste die feierliche Übergabe vor den Advokaten des Klosters und vor mehreren ansehnlichen Zeugen verrichten, endlich als Advokat des Gutes Mochundorf die Investitur oder die Besitzgebung erteilen. Man trifft auch sonst öfter die Advokaten der Herzoge in den bayerischen Urkunden an, welche eben das bei ihren Schenkungen zu verrichten hatten, was hier Graf Ekbert verrichtet. Ich werde etwa nicht viel irren, wenn ich den Grafen Ekbert als Ober-Kämmerer, oder Verwalter der herzoglichen Einkünfte betrachte. Noch vor dem Jahr 1097 machte Graf Ekbert I. eine Schenkung nach Formbach, nämlich das Gut oder die Hofstatt Inching, welche er anfangs in die Hände seines Vetters, des Grafen Ulrich vertraute, hernach aber in eigenem Beisein vollziehen ließ.
8) Mathilde, die Gemahlin des Grafen Ekbert I., starb vor ihrem Gemahl und zwar ums Jahr 1106 oder 1107. Sie hatte also die Stiftung um ungefähr 12 Jahre überlebt. Nach ihrem Tode machte Graf Ekbert I. noch zwei wichtige Schenkungen, nämlich Visebach und Vihehausen aus dem Vermächtnis seiner Gemahlin nach Formbach, glaublich beide zur nämlichen Zeit, weil dabei gerade die nämlichen Zeugen, Ausdrücke und Umstände erscheinen.
9) Das Jahr 1107 war wieder traurig für den alten Grafen Ekbert I., denn in Passau entstand ein großer Aufruhr und eine Niederlage, wie uns eine alte kurzgefasste bayerische Chronik erzählt: aber der Geschichtsschreiber hat uns sowohl die Ursache als auch die Ursache als die Umstände verschwiegen. Das allein meldet er, dass die milites, Vasallen und  Ministerialen des Grafen Ekbert ermordet worden sind. Sollte der Aufruhr nur auf die Leute des Grafen Ekberts I. gezielt haben oder von ihnen entstanden sein, so mag man wohl gedenken, dass sie nicht selbst in der Stadt Passau, sondern in der Gegend von Passau, auf den Gründen des Grafen, nämlich in der Grafschaft Neuburg, die bis an Passau reicht, geschehen sei. Die Gelegenheit kann vielleicht auch wichtig und von Folgen gewesen sein.
10) Graf Ekbert I. als Advokat von Formbach bestätigte vor seinem Tode noch zwei Schenkungen, die nach Formbach gemacht waren. Endlich starb er im Jahre 1109, wie uns ein urkunden- und Historiensammler des 14. Jahrhunderts, welche Oefele ediert hat, berichtet. Die Richtigkeit dieser Behauptung erhellt deutlich genug aus dem, weil man nach diesem Jahr den Grafen Ekbert I. in keiner Urkunde mehr antrifft, wohl aber seinen Sohn, Graf Ekbert II., den man aus der Ordnung der Zeugen wohl unterscheiden kann. Dass ihm der Autor einen Grafen von Meran nennt, mag daher kommen, weil er wusste, dass die meisten Güter des Grafen Ekbert nach 51 Jahren an die Grafen in Andechs, nachmalige Herzoge von Meran, gefallen sind.
 
 
 
 

  oo Mathilde, Tochter des Markgrafen Gottfried von der Karantanischen Mark
             -   1100               Enkelin Arnolds II. von Lambach
 
 
 
 

Kinder:

  Eberhard
        -4.5.(1100)

  Ekbert II. Graf von Formbach-Pütten
        -24.11.1144

  Dietmar Abt von Ossiach
        -
 
 
 
 

Literatur:
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Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 89, 111,115,338 A 28 -