HEINRICH (VI.)                          Deutscher König (1147-1150)
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1137 August 1150

Begraben: Kloster Lorch
 

Ältester Sohn des Deutschen Königs KONRAD III. (15.2.1152) aus dem Hause der STAUFER und der Gertrud von Sulzbach, Tochter von Graf Berengar I. (3.12.1125) und der Adelheid von Wolfratshausen
Bruder von Herzog
Friedrich IV. von Schwaben (19.8.1167), Großfürstin Agnes von Kiew ( 1151) und Markgräfin Bertha von Baden ( 1148/53)
Neffe von
Graf Gebhard III. von Sulzbach (28.10.1188), Kaiserin Bertha-Irene von Byzanz (1158/60), Herzogin Liutgard von Brabant ( nach 1163), Markgräfin Mathilde von Istrien (3.11.1165) und Äbtissin Adelheid von Niederburg, Herzog Friedrich II. von Schwaben ( 4./6.4.1147), Pfalzgräfin Gertrud bei Rhein ( 1191), Berta von Boll, Gräfin von Elchingen ( nach 1120/vor 1142) und Gräfin Heilica von Lengenfeld ( um 1120), Markgraf Leopold IV. von Österreich (18.10.1141), Markgraf Heinrich Jasomirgott von Österreich (13.1.1177), Bischof Otto von Freising ( 28.9.1158), Markgräfin Julitta (Judith) von Montferrat (nach 1168), Herzogin Gertrud von Böhmen (5.8.1151), Herzogin Agnes von Polen-Schlesien (25.1.1157), Ernst von Österreich (23.1.1137), Erzbischof Konrad von Salzburg (28.9.1168), Burggräfin Bertha von Regensburg (11.4.1150), Gräfin Elisabeth von Winzenburg (20.5.1143), Gräfin Uta von Plain-Hardegg
Groß-Neffe vom Deutschen König
KONRAD (III.) (27.7.1101), vom Römischen Kaiser HEINRICH V. (23.5.1125), von Graf Otto III. von Wolfratshausen ( 28.5.1127), Herrin Elisabeth von Stein und Eulenschwang, Bischof Heinrich I. von Regensburg ( 11.5. 1155), Graf Liutpold von Diessen ( 19.2.1102) und Nonne Agnes von Wolfratshausen, Gräfin Adelheid von Formbach, Graf Gebhard II. Graf von Sulzbach ( um 1085), Graf Hermann I. von Poigen, Äbtissin Friederuna von Geisenfeld und Gräfin N.N. von Leuchtenberg-Auerbach
Cousin vom Römischen Kaiser
FRIEDRICH I. BARBAROSSA (10.6.1190 ertrunken), Herzogin Bertha von Ober-Lothringen (1179/95), Landgräfin Judith (Guta) von Thüringen (7.7.1191), Pfalzgraf Konrad bei Rhein (26.7.1195), Liutgard von Schwaben (nach 1155), Graf Berengar III. Graf von Sulzbach (21.8.1167), Gräfin Adelheid von Kleve ( 1189), Gräfin Elisabeth von Ortenburg (23.1.1206), Gräfin Bertha von Altendorf ( nach 1200), Gräfin Sophie von Grögling-Hirschberg (nach 1.8.1227), Königin Maria von Ungarn (1183 ermordet), Herzog Gottfried III. von Brabant (10.8.1190), Gräfin Gertrud von Saarwerden, Gräfin Luitgard von Hochstaden, Graf Albert II. von Dagsburg ( 1211), Gräfin Clementia von Salm
Enkel von Herzog Friedrich I. dem Einäugigen von Schwaben (3.9.1105) und der Agnes von Waiblingen
Ur-Enkel vom Römischen Kaiser HEINRICH IV. (
7.8.1106)

Hlawitschka Eduard: Seite 77-81
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"Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band II 1138-1197"

XXXV : König Heinrich (VI.), Sohn König Konrads III., (1147-1150)

1 : (Mit-)König Heinrich (VI.)

Am 30. März 1147 ließ König KONRAD III. seinen jungen Sohn HEINRICH in Aachen zum König salben und krönen und ernannte ihn zum Mit-König, nachdem er diesen zuvor auf einem in Frankfurt am Main abgehaltenen Reichstag durch Wahl der Fürsten zum König hatte erheben lassen; Otto von Freising, Gesta Frederici lib. I cap. 46, MGH SS rer. Germ. Seite 63, ed. F.-J. SCHMALE Seite 216:
Conradus Romanorum rex principes convocans in oppido orientalis Francie Franconefurde, quod Latine vadum Francorum dici potest, ... generalem curiam celebrat, ibique filio suo adhuc puero per electionem principum rege constituto, in palatio Aquis cum dominica mediane quadragesime regem inungi ac coronari iubens regni participem legit.
Gleiches vermelden die Ann. Aquenses ad 1147, MGH SS 24 Seite 37:
Heinricus puer 10 annorum, filius Conradi regis, in media quadragesima, scilicet 3. Kal. Aprilis, unctus est in regem Aquisgrani.
Auch zeigte KONRAD III. in einem Schreiben an Papst Eugen aus Frankfurt ( vom 19.-ca. 23. März 1147) die erfolgte Wahl sowie die bevorstehende Krönung seines Sohnes HEINRICH in Aachen an:
Siquidem de ordinatiione regnis nobis a deo concessi ... magna cum attentione et diligentia in frequenti principum conventu apud Frankenevort, ubi generalem curiam habuimus, studiose et efficaciter deo prestante tractavimus et fiirmata communi per omnes regni nostri partes solida pace filium nostrum Heinricum in regem et sceptri nostri successorem unanimi principum coniventia et alacri totius regni acclamatione electum, mediante hac quadragesima in palatio Aquisgrani coronare divina preeunte misericordia decrevimus, MGH D K III 184.
In D K OOO 204 sprach KONRAD III. ausdrücklich von filio nostro Henrico VI°; und obgleich 11 in HEINRICHS Namen ausgestellte Schriftstücke überliefert sind (vgl. im Anhang zu MGH D K III), hinderte dies später nicht, ihm diese Ordnungszahl in der deutschen Regentenzählung zu verweigern.
HEINRICH (VI.) wurde 1137 geboren. Das ergibt sich daraus, daß die Ann. Aqunses ad 1147 schreiben (siehe oben), HEINRICH sei bei seiner Königserhebung 10 Jahre alt gewesen, und ad 1150 (MGH SS 24 Seite 388) mitteilen:
Obiit Heinricus rex puer 13 annorum.
Die Geburtszeit läßt sich in die 1. Jahreshälfte 1137 setzen, weil sein Vater von August 1136 bis Dezember 1137 mit Kaiser LOTHAR III. in Italien war; vgl. W. BERNHARDI, Konrad III. Band 1 Seite 19 Anm. 29; auch DERS., Lothar von Supplinburg Seite 784; W. ZIEGLER, Konrad III. Seite 646: "zwischen Jänner und Juni 1137 geboren". Nach T. WELLER, Heiratspolitik Seite 331 Anm. 112, "kann dies aber kein Grund sein, warum HEINRICH (VI.) nicht schon Ende 1136 geboren worden sein soll". Nach R. HIESTAND, Neptis tua Seite 517-519, geschlossen, daß HEINRICHS (VI.) Tod "wohl erst in den Spätsommer [1150], vielleicht nach längerer Krankheit", zu datieren sei. - Daß König HEINRICH (VI.) vergiftet wurde, wie die Ann. Palidens. (MGH SS 16 Seite 84: Heinricus filius Conradi regis veneno moritur) schreiben, ist kaum glaubhaft.
Bestattet wurde König HEINRICH (VI.) möglicherweise im Kloster Lorch. Das wird in der erst im 15. Jahrhundert entstandenen Hystoria Friderici imp., MGH SS 23 Seite 384, behauptet; und zwar sollen versus, pro epitafio eorundem principum [= der Gründer und andere Fürsten und deren Frauen] circa sepulchrum in medio ecclesie eiusdem monasterii scripti, dieses mitteilen. Diese ersten 15 dieser 21 Verszeilen lauten:
          Si fundatorum tu querens nomina, quorum
          Communis fossa iuxta nos continet ossa,
          Scire velis, horum lege sensum versiculorum.
          Principibus nati requiescunt hic tumulati:
          Fundator hic primus humatur dux Fridericus
          cum consorte thori, cuius non defuit ori
          Christus quo melius confertur gracia celo.
          Binos matre satos fratres habet hic tumulatos.
          Gertrud regina, Conradi regis amica,
          Illic cum nato Heinrico iacet cinerato.
          Hinc dux Suevorum Fridericus ad alta polorum
          Transit, germano sibi Conrado associato.
          Tres fratres horum scribuntur nomina, quorum
           Renbolt, Wilhelmus et tercius est Fridericus,
           Et soror his quinis est combinata Beatrix.

Die älteste Überlieferung stammt aus dem Jahre 1462; zu einer deutschen Fassung des Gedichtes vgl. W. SEIFFER, Jakob Spindler Seite 135ff.; teils auch bei K. GRAF, Staufertraditionen Seite 166. - Aus diesen Versen läßt sich entnehmen, daß inmitten der Lorcher Kirche ein Gemeinschaftsgrab für das Gründer-Geschlecht existierte und daß hier als erster Gründer Herzog Friedrich (I.) mit seiner (nicht nametlich genannten) Ehefrau und ihren zwei Söhnen bestattet liege. Auch Königin Gertrud, die traute (Gemahlin) König KONRADS III., liegt dort mit ihrem zu Asche gewordenen Sohn HEINRICH (VI.). Von hier ging auch Herzog Friedrich (V.) in den Himmel hinüber, zusammen mit seinem Bruder Konrad. Und die Namen von drei ihrer Brüder werden aufgeschrieben; sie hießen Rainald (= Renbolt) und Wilhelm und Friedrich. Und diesen fünf (Brüdern) ist die Schwester Beatrix beigesellt. (Zu diesen Kindern vgl. vor allem E. ASSMANN, Friedrich Barbarossas Kinder Seite 435-472).
Was nun die Glaubwürdigkeit dieser Angaben angeht, so lassen sich einige Abweichungen von anderweitig bekannten Fakten konstatieren. So ist die Bestattung Königin Gertruds in Lorch eine glatte Fehlangabe, denn Gertrud wurde in Ebrach beigesetzt (vgl. bei XXXIV : Königin Gertrud nr. 1); und wenn man ebenso liest, daß Herzog Friedrich I. cum consorte thori in Lorch bestattet worden sei, so trifft das mit Sicherheit für Agnes, die sich nach dem Tode Friedrichs I. mit Herzog Leopold III. von Österreich wiederverheiratete, ebenso nicht zu; sie wurde in Klosterneuburg (bei Wien) beerdigt  (vgl. bei XXXIII : König Konrad III. nr. 3). Auch die behauptete Beisetzung Herzog Friedrichs V. neben seinem Bruder Konrad (beides Söhne Kaiser FRIEDRICHS I.) in Lorch (Hinc sux Suevorum Fridericus ad alta polorum/transit, germano sibi Conrado associato) ist unzutreffend; Herzog Konrad wurde zwar, nachdem er am 15.VIII. 1196 in Durlach erschlagen worden war, zur Beerdigung nach Lorch überführt (Burchard von Ursberg, Chron. ad 1196, MGH SS rer. Germ. Seite 74:
Cunradus, frater imperatoris, dux Suevorum, ... in quodam opido Durlaich nomine, obiit et sepultus est in monasterio Loricensi), sein Bruder Herzog Friedrich V. starb jedoch als Krezzzugsteilnehmer am 20.I.1191 vor Akkon und wurde auf dem dortigen Friedhof des Deutschen Ordens bestattet (vgl. K. NICOLAI, Genealogie und Charakteristik Seite 93-95 mit Nachweisen auf Anm. 76f.). Damit erhalten diese Verse soviel Unrichtiges, daß sie eigentlich kein großes Vertrauen verdienen. - W. BERNHARDI, Konrad III. Band 1 Seite 472, hatte nun angesichts der unbestreitbaren Beisetzung der Königin Gertrud in Ebrach gemeint, man werde die Eingeweide Gertruds in Lorch bestattet haben, so daß damit die Angabe zur Beisetzung König HEINRICHS (VI.) in Lorch richtig sein könnte. Demgegenüber hat F. GELDNER, Um die frühen Staufer-Gräber Seite 44ff., wegen der schnellen Verwesung von Eingeweiden diesen Vorschlag für "völlig unglaubwürdig" gehalten und für eine Bestattung von Herz und Eingeweiden Gertruds am Sterbeort (Hersfeld) plädiert, bevor man den Corpus nach Ebrach überführte. Bevor er sein Ergebnis formuliert - nämlich:
"Ein völlig einwandfreies Zeugnis dafür, daß König HEINRICH (VI.) ... in der Klosterkirche zu  Lorch begraben sit, können die Verse nicht geben" -, weist er aber (Seite 46) noch auf (bei W. SEIFFER, Jakob Spindler Seite 125ff., wiedergegebene) Angaben im ca. 1500 vom Lorcher Mönch Augustin Seiz zusammengestellten 'Roten Buch' des Klosters Lorch hin, die um 1550 vom Gmünder Stadtpfarrer Jakob Spindler aus dem 'Roten Buch' exzerpiert wurden, das heißt auf die auf Seite 98f. des 'Roten Buches' enthaltene Notiz De quinque sepulcris in choro nostro. Diese bei Geldner nur in deutscher Übersetzung mitgeteilte Notiz hat F. GÜTERBOCK, Barbarossas ältester Sohn Seite 518 Anm. 33, im lateinischen Wortlaut abgedruckt:
Ist iacent super sanctario nostro, scilicet in medio ante ingressum ad sacristiam: Cunradus dux Suevie a dextris; Hainricus rex filius regis Cunradi in medio, Maria uxor regis Philippi cum filia Beatrice iacet a sinistris; ante gradus autem, ubi legitur mane epistola, duo filii regis Philippi Reinoldus et Fridericus. -
Hiermit scheint eine zusätzliche Quelle für die Bestattung HEINRICHS (VI.) in Lorch vorzuliegen. Deshalb sagt K. GRAF, Staufer-Überleiferungen Seite 228:
"Daß König HEINRICH (
1150), der Sohn KONRADS III., in Lorch beigesetzt wurde, sagt bereits die Gründungs-Erzählung des 'Roten Buches'", (was indessen statt "Gründungs-Erzählung" wohl "Liste der STAUFER-Gräber" heißen müßte; vgl. ebd. Seite 223-228, auch G. LUBICH, Auf dem Weg Seite 258). Zeitgenössische Quellen würden - wie Graf betont - zwar diese Angabe nicht bestätigen, sie aber auch nicht ausschließen. Dem folgt H.-M. MAURER, Herzog Friedrichs I. Klostergründung Seite 126; auch H. SCHWARZMAIER, Monastische Welt Seite 252; W. SEIFFER, Lorch Seite 372. Bedenkt man nun die offensichtliche Tendenz der gewollten Verherrlichung Lorchs und die zunehmende Verklärung der STAUFER-Geschichte und das im Spätmittelalter stetig wachsende Geschichtsbewußtsein, das sich auch vor einer Ausschmückung vorhandener Anhaltspunkte nicht scheute, schließlich dann doch auch in den Klöstern zu Reformen und zu einer "Erneuerung durch Erinnerung" hinführte (vgl. dazu K. GRAF, Staufertraditionen Seite 166ff.), braucht man zwar nicht - mit F. GÜTERBOCK, a.a.O. Seite 516-518 - die erst aus dem 15. Jahrhundert stammende Lorcher Tradition als "trübe Quelle" völlig zu verwerfen, es bleiben aber dennoch - was die Nachricht zur Beisetzung HEINRICHS (VI.) in Lorch betrifft - angesichts der anderen feststellbaren Unstimmigkeiten leichte Zweifel zurück.

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 167. HEINRICH III.
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* 1137,
1149 IV. oder V.

Mit-König 1147

Anmerkungen: Seite 150
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XIV. 167-168.

Bernhardi. Konrad III., 432,852.


Schwennicke Detlev: Tafel 14
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH-BERENGAR
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III 1147 MIT-KÖNIG
Aachen 30.III.1147 gekrönt


Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 354
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"Die Zeit der Staufer"

VIII. GENERATION

58 (37) KÖNIG HEINRICH-BERENGAR
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* Januar/Juni 1137,
April/Mai 1150

Begraben: Kloster Lorch

als Mit-König und Vertreter seines Vaters während dessen Kreuzzug eingesetzt März 1147, gekrönt Aachen 30.3.1147.
Auf Betreiben seiner Mutter-Schwester, der Kaiserin Bertha-Irene von Byzanz, soll er mit einer byzantinischen Prinzessin aus dem Hause der KOMNENEN, Nichte Kaiser Manuels verlobt werden 1148/50, wahrscheinlich Maria Komnena (* 1139/40), um die 1153/54 dann BARBAROSSA warb (vgl. NR. 44).


HEINRICH wurde auf dem Fürstentag in Frankfurt 1147 zum König gewählt und zum Nachfolger seines Vaters bestimmt, bevor dieser zum Kreuzzug aufbrach.

Schnith Karl Rudolf: Seite 273
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

SIE NACHKOMMEN KÖNIG KONRADS III.

AUS DER EHE MIT GERTRUD VON SULZBACH

4. HEINRICH (VI.)
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* Januar/Juni 1137
April/Mai 1150

Grabstätte: Benediktiner-Abtei Lorsch

Vor Antritt des Zweiten Kreuzzuges wurde HEINRICH zehnjährig im März 1147 auf einem Hoftag zu Frankfurt zur Sicherung der Nachfolge zum König gewählt. Erzbischof Heinrich von Mainz sollte die Regierungsgeschäfte führen. In den Auseinandersetzungen mit den WELFEN gelang am 8.2.1150 einem Heer, das nominell unter der Führung des jungen Königs stand, ein Sieg über Welf VI., als dieser die staufische Burg Flochberg bei Bopfingen belagerte. 1148/50 war HEINRICHS Verlobung mit einer Nichte Kaiser Manuels von Byzanz (wohl Maria Komnena) geplant.


Engels Odilo: Seite 34-36,321,323,328
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"Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert"

HEINRICH war seit 1139 mit Sophia von Ungarn, Schwester Geisas II., verlobt, die in Admont auf den Ehestand vorbereitet wurde.
KONRAD III. und viele Große des Reiches hatten unabhängig voneinander, aber zum selben Termin, ihre Teilnahme am Kreuzzug gelobt; der Frankfurter Hoftag vom März 1147 sollte der Vorbereitung des Kreuzzuges dienen. Die wichtigste Angelegenheit war die Wahl HEINRICHS (VI.), des 10-jährigen Sohnes KONRADS III., zum König, um für den Fall eines vorzeitigen Todes des Vaters die Kontinuität im Königsamt gesichert zu haben. Hier setzte Heinrich der Löwe seine Klage wegen der Rückgabe des Herzogtums Bayern an; sie war sicherlich als eine Wahlbedingung gedacht. Wegen des unaufschiebbaren Aufbruchtermins konnte sie allerdings bis zur Rückkehr von der Kreuzfahrt aufgeschoben werden; HEINRICH (VI.) wurde gewählt und in Aachen zum Mit-König gesalbt, eine Art Regentschaft sollte ihm für die Zeit der Abwesenheit seines Vaters zur Seite stehen.
Gleichzeitig scheint aber auch schon eine Eheabsprache mit dem bereits gekrönten Thronfolger HEINRICH (VI.) getroffen worden zu sein, so dass sich wegen der gleichfalls zu erwartenden Mitgift der Anschluß des sizilischen Reiches an Byzanz erübrigt hätte, wenn dieser Sohn nicht, kaum mündig, schon bald nach dem August 1150 gestorben wäre. KONRADS zweiter Sohn wurde erst 1157 mündig; so lange ließ sich das mit Byzanz vereinbarte Projekt nicht hinausschieben. KONRAD, seit 1146 Witwer, mußte sich deshalb selbst als Kandidat zur Verfügung stellen und leitete auf dem Würzburger Hoftag im September 1151 seine Werbung um eine Braut am byzantinischen Hof ein.
HEINRICH (VI.) bezeichnete in Briefen an den byzantinischen Hof seinen Vater KONRAD ebenfalls als imperator. Wibald von Stablo bezeichnet in seinen beiden Briefen an den Königs-Sohn HEINRICH seinen König als imperator und auch der Kaisertitel im Schreiben Eugens III. an HEINRICH (VI.) geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Diktat Wibalds zurück. Die Intitulatio rex augustus wurde dann 1147 in der Wahlanzeige HEINRICHS an Eugen III. von Wibald zum Romanorum rex et semper augustus erweitert und in allen weiteren von Wibald verfaßten Schreiben KONRADS an den Papst beibehalten.

Weller Tobias: Seite 47-52
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

HEINRICH (VI.) wurde bereits früh in die heiratspolitischen Konzeptionen KONRADS III. eingebunden. Wie die Visegrader Fortsetzung der Chronik des Cosmas von Prag berichtet, wurde er 1139, im Alter von zwei oder drei Jahren, mit Sophia von Ungarn, der Tochter König Belas II. des Blinden (1131-1141) verlobt; die nuptiae der Königskinder - gemeint sind offenbar die Verlobungsfeierlichkeiten - fanden demnach zu Pfingsten desselben Jahres statt [224 Cont. Wissegrad. zu 1139, N1GH SS 9, 145: Eodem tempore dux Sobezlaus levirum suum, Belam regem Pannoniae, convenit, nam idem rex Bela filiam suam filio regis Theutonicorum Conradi tradebat. Hae nuptiae in festo penthecosten celebratae sunt. Die österreichischen Annalenwerke setzen die Verlobung irrtümlich in das Jahr 1138; Vgl. Cont. Mellic. zu 1138, MCGH SS 9, 503: Filia Ungarici regis Bela desponsata est filio regis H. Romanorum. Ähnlich Auct. Zwetl. zu 1138, MGH SS 9, 540. Cont. Claustroneob. I. zu 1138, MGH SS 9, 613: Filia Belae regis Ungarici desponsata est filio Chunradi regis. Die Ann. Admunt. zu 1138, MGH SS 9, 579, berichten fälschlich, HEINRICH sei zum Zeitpunkt seines Verlöbnisses schon zum König gewählt worden: Sophia Bele Ungarorum regis filia Heinrico Chunradi regis filio iam in regem electo desponsatur. Die falsche Datierung der österreichischen Quellen erhellt wohl daraus, daß hier die Belehnung Markgraf Leopolds IV. mit dem Herzogtum Bayern ebenfalls zu 1138 berichtet wird; vgl. BERNHARDI, Konrad III. 1, 106, Anm. 12. Zur Datierung siehe auch KOSZTOLNYIK, Coloman 106f.; KRISTO/MAKK, Könige Ungarns 279f. DECKER-HAUFF, Haus, No. 58, 354, verzeichnet das Verlöbnis HEINRICHS (VI.) mit der ARPADIN Sophia unverständlicherweise nicht.]. Dieselbe Quelle überliefert, bei dieser Gelegenheit habe auch Herzog Sobeslav I. von Böhmen (1125-1140) den Ungarn-König aufgesucht [225 Vgl. das Quellenzitat in Anm. 224.]. In ihm darf man wohl den Vermittler der Eheabsprache sehen, denn der PREMYSLIDEN-Herzog war nicht nur ein Schwager Belas [226 Sobeslav (
1140) war mit Belas Schwester Adelheid ( 1140) verheiratet; vgl. Europäische Stammtafeln NF 1/2 (1999), Tafel 177.], sondern er hatte sich noch im Vorjahr mit KONRAD III. hinsichtlich der Erbfolge im böhmischen Dukat ins Benehmen gesetzt und seine Tochter Maria dem österreichischen Markgrafen Leopold IV. ( 1141), einem Halb-Bruder des STAUFER-Königs, in die Ehe gegeben [227 Zu den Verhandungen zwischen Sobeslav und KONRAD III. auf dem Bamberger Hoftag 1138 und der Eheschließung Leopolds IV. von Österreich mit Maria von Böhmen vgl. unten Seite 353f.]. Als Verwandter sowohl des ungarischen wie auch des römisch-deutschen Königs war Sobeslav der geeignete Mittelsmann für eine Heiratsvereinbarung zwischen beiden Herrscher-Familien. Auch der noch im Jahr der Verlobung gestorbene Bischof Otto von Bamberg scheint an den Verhandlungen mitgewirkt zu haben [228 Herbord, Dialogus, lib.I, c.37, MGH SS 20, 717f. berichtet von einer Gesandtschaft Bischof Ottos an Bela II., ohne deren konkreten Zweck anzugeben, fährt aber im folgenden Kapitel seiner Darstellung (c.38) mit dem Bericht von der Verlobung HEINRICHS (VI.) mit Sophia fort. Siehe auch ZIMMERMANN, Beziehungen 161.].
Vermutlich im Frühjahr 1139 ist die deutsche Delegation an den ungarischen Königshof aufgebrochen, welche die noch im Kindesalter stehende Sophia (ante annos nubiles) einholen und in die Heimat ihres künftigen Gemahls führen sollte [229
Vgl. BERNHARDI, Konrad III. 1, 105f.; zum Quellenzitat vgl. Anm. 231.]. Dem hohen Adelsrang der Brautleute entsprechend, war die Gesandtschaft hochkarätig besetzt. Nach dem Zeugnis des zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen schreibenden Mönches Herbord von Michelsberg ( 1168) [230 Zu ihm und zur Entstehungszeit des 'Dialogus de Ottone episcopo Bambergensi' vgl. Jürgen PETERSOHN: Herbord, in: LMA 4 (1989) 2149.] bestand sie aus Erzbischöfen, Bischöfen und anderen primates de regno Alemanniae, die den Auftrag hatten, die ARPADEN-Prinzessin „der kaiserlichen Herrlichkeit gemäß" (iuxta imperialem magnificentiam) nach Deutschland zu geleiten [231 Vgl. Herbord, Dialogus, lib. I, c.38, MGH SS 20, 718: Haec [sc. Sophia] etenim ante annos nubiles petita est in matrimonium Heinrico puero, Teutonicorum regis Chuoronradi filio primogenito. Bela ergo tunt saepe rogatus tandem acquievisset hanc ilii dare, et nuncii pro ea venissent archiepiscopi et episcopi aliique primates de regno Alamanniae, ut iuxta imperialem magnificentiam clare ad nuptias duceretur, [...].]. Ihnen habe König Bela II. seine Tochter anvertraut und ihr einen reichen Brautschatz mit auf den Weg gegeben: Dem Bericht Herbords zufolge gehörte neben riesigen Mengen an Gold, Silber und Schmuck auch eine wertvolle Reliquiensammlung - unter anderem solche des hl. Blasius - zur Ausstattung der Sophia [232 Vgl. Herbord, Dialogus, lib.I, c38, NSGH SS 20, 718.].
Über die folgenden Ereignisse machen die zeitgenössischen Chronisten unterschiedliche Angaben. Nach Darstellung der nach 1181 entstandenen Vita des Salzburger Erzbischofs Gebhard (1060-1088) und seiner Amtsnachfolger soll Sophia, versehen mit einer unschätzbar reichen Mitgift, nach Deutschland gekommen sein. Hier sei sie allerdings nicht ihrer königlichen Würde entsprechend behandelt worden, so daß sie sich mit Rat und Hilfe der Regensburger Gräfin Lukardis in den Nonnen-Konvent von Admont zurückgezogen und dort fortan ein Leben demütiger Umkehr geführt habe [233
Vita Gebehardi et succ. archiep. Salisb., c.19, AZGH SS 11, 44.]. Die Version Herbords von Michelsberg weicht hiervon etwas ab: Demnach soll KONRAD III. der Gesandtschaft, die Sophia nach Deutschland geleitete, Boten entgegenschickt haben mit der Order, die Ungarin nach Admont zu bringen; hier solle sie vorerst verbleiben, bis sie zu gelegener Zeit ad nuptialia sacramenta gerufen werde. Die Schätze, die Sophia mit sich führte, habe der STAUFER-König indes unverzüglich zu sich bringen lassen. Aus Gründen, die bei Herbord nicht näher erläutert werden, sei die vereinbarte Ehe aber nicht zustandegekommen; schließlich sei auch der Bräutigam HEINRICH (VI.) gestorben. Sophia jedoch sei in Admont geblieben [234 Herbord, Dialogur, lib. I, c.38, MGH SS 20, 718.]. Zwar habe ihr Bruder König Geza II. von Ungarn (1141-1161) sie mehrmals aufgefordert, wieder nach Ungarn zurückzukehren, sie habe dieses Ansinnen jedoch stets abgelehnt und sei in dem steirischen Kloster geblieben [235 Vgl. Herbord, Dialogus, lib. I, c.38, MGH SS 20, 719f. Siehe auch KRISTO/MAKK, Könige Ungarns 286ff.].
Für die Rekonstruktion des Handlungsablaufs erweist sich eine Zusammenstellung von Briefen aufschlußreich, die der österreichische Historiker August von JAKSCH (
1932) in einem Pergamentcodes in der Studienbibliothek Klagenfurt fand [236 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte passim.]. Hier wird unter anderem ein Schreiben Sophias an ihren Bruder Geza II. überliefert, in dem sie diesem mitteilt, daß sie in Deutschland nicht wie die Braut eines Königs-Sohnes, sondern wie eine Dienstmagd behandelt werde; ihr Aufenthalt komme gar einer Babylonischen Gefangenschaft gleich [237 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte, No. 6, 374f. (hier 374).]. Deshalb wolle sie mit dem Einverständnis Gezas in den Konvent von Admont eintreten.
In einem weiteren Brief, der offenbar schon in Admont abgefaßt wurde, bat Sophia den Salzburger Erzbischof Konrad (1106-1147), er möge dem Ungarn-König brieflich auseinandersetzen, daß sie mit Erlaubnis des römischen Königs und seines Sohnes - ihres Bräutigams! - ins Kloster gegangen sei und den „grausamen Schmelzofen Ägypptens" (de ferrea Egypti formace) verlassen habe. Der Erzbischof möge König KONRAD III. ermahnen, ihr wenigstens einen geringen Teil dessen, was sie mit nach Deutschland gebracht habe, zurückzuerstatten. Auch solle er den Burggrafen von Regensburg dazu veranlassen, ihr über das von ihm zurückgehaltene Gut, das er teilweise verpfändet habe, Rechenschaft abzulegen [238 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte, No. 7, 375f.]. Aus dieser Mitteilung ist möglicherweise zu schließen, daß Sophia nach ihrer Ankunft in Deutschland zunächst der Obhut des Regensburger Burggrafen Otto (
wohl 1143) und seines Sohnes Heinrich III. ( 1174/77) anvertraut wurde [239 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte 363f., dessen These insofern einiges für sich hat, als das Regensburger Burggrafen-Geschlecht sowohl mit König KONRAD III. als auch mit der arpadischen Königs-Familie verwandt gewesen zu sein scheint: Burggraf Heinrich III. hatte die BABENBERGERIN Bertha, eine Halb-Schwester KONRADS, zur Gemahlin (siehe unten Seite 363ff.). Auf der anderen Seite läßt der Gründungsbericht des Klosters Walderbach vermuten, daß Burggraf Otto eine Schwester namens Udilhilde hatte, die mit König Stephan II. von Ungarn (1116-1131), dem Vetter und Amtsvorgänger Belas II., verheiratet war (so zumindest MAYER, Burggrafen 27; Europäische Stammtafeln NF 2, 1984, Tafel 154). Zweifelsfrei bewiesen werden kann letztere Verbindung freilich nicht; vgl. TYROLLER, Genealogie, Tafel 11, 167, in dessen Genealogie der Regensburger Burggrafen-Familie diese Udilhilde ebensowenig auftaucht wie in dem biographischen Überblick zu Stephan II. bei KRISTO/MAKK, Könige Ungarns 239-258, und dem Artikel von Janos M. BAK: Stephan (Istvan) II., in: LMA 8 (1997) 114.]. Trifft diese Annahme zu, so dürfte mit der ferrea Egypti formax der bayerische Vorort Regensburg gemeint sein. Sophias Schreiben an den Salzburger Metropoliten zeigte zumindest insoweit Wirkung, als dieser sich an KONRAD III. wandte und ihn um die Rückgabe eines Teils der Ausstattung der ungarischen Prinzessin ersuchte [240 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte, No. 8, 376f.]. Ob der König hierauf reagierte, ist freilich nicht bekannt.
Die von JAKSCH aufgefundenen Briefe geben ein anschauliches Zeugnis von der offenbar schlechten, zumindest aber doch sehr nachlässigen Behandlung Sophias. Von den Hintergründen für dieses Verhalten ist allerdings nicht die Rede. Überdies läßt sich aus den Quellen nicht ermitteln, wann genau Sophia in den Admonter Konvent eintrat. Auch der Zeitpunkt und die näheren Umstände der Auflösung des Verlöbnisses zwischen ihr und HEINRICH (VI.) liegen im dunkeln. Womöglich trat schon 1140/41 eine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen KONRAD III. und dem ungarischen König ein. Im Februar 1140 starb Herzog Sobeslav I., der mutmaßliche Vermittler der staufisch-arpadischen Eheabsprache. Als Nachfolger im böhmischen Dukat wurde sein Neffe Vladislav II. (
1174) gewählt. Dies war ein Affront gegen die 1138 zwischen KONRAD III. und Sobeslav vereinbarte Sukzessionsregelung, wonach der Sohn des letzteren, ebenfalls Vladislav ( 1165) mit Namen, als Erbfolger vorgesehen war. Dieser Vladislav war damals - noch zu Lebzeiten seines Vaters - mit dem Herzogtum belehnt worden. Nun aber anerkannte KONRAD die gegebenen Verhältnisse in Böhmen. Wahrscheinlich schon im April 1140 belehnte er Vladislav II. mit der Herzogsfahne [241 Vgl. BRETHOLZ, Geschichte Böhmens 273f.]. Der jüngere, ursprünglich zur Nachfolge bestimmte Vladislav hingegen floh um die Jahreswende 1140/41 an den ungarischen Königshof [242 Cont Wissegrad. zu 1141, MGH SS 9, 146: Wladizlaus dux habuit festum natalis Domini in villa quae vocatur Siwobost, ubi puer Wladizlaus ipso festo die, dum nox occupaverat totum mundum, iniit fugam ad avunculum suum nomine Bela, qui tunt regnabat Ungaria.], was sicherlich eine gewisse Verstimmung zwischen KONRAD III. und dem ARPADEN-König zur Folge hatte [243 Vgl. HOMANN, Geschichte 1, 383f.; ZIMMERMANN, Beziehungen 161.].
Ob diese Mißhelligkeiten schon zu einer Auflösung der Verlobung HEINRICHS (VI.) geführt haben, bleibt unklar. Zu einem entscheidenden Bruch im Verhältnis KONRADS III. zu Geza II. kam es allerdings wenige Jahre später. Anfang 1146 erhielt der ungarische Thronprätendent Boris auf Verwendung des Böhmen-Herzogs und seiner babenbergischen Gemahlin Gertrud, einer Halb-Schwester KONRADS III., Zugang zum Hof des STAUFER-Königs und fand mit der Bitte, seine Herrschaftsansprüche „mit kaiserlicher Macht" (auctoritate imperiali) zu unterstützen, freundliche Aufnahme [244
Vgl. Otto von Freising, Chron., lib. VII, c. 34, MGH SSrG [45], 367.]. Boris warb in Bayern und Österreich Kriegsvolk an und konnte noch im Frühjahr 1146 Preßburg erobern, wo er jedoch von Geza wieder vertrieben wurde. Derselbe rüstete daraufhin zu einem Kriegszug gegen Heinrich Jasomirgott ( 1177), der damals sowohl die bayerische Herzogs- als auch die österreichische Markgrafenwürde innehatte, und den er - wohl nicht zu Unrecht - der Mitwirkung bei der Einnahme Preßburgs verdächtigte. Im September 1146 konnte das ungarische Heer unter der Führung Gezas dem BABENBERGER an der Leitha eine vernichtende Niederlage bei bringen [245 Vgl. Otto von Freising, Gesta, lib. I, c. 31-33, MGH SrG [46], 48-53. Siehe auch BERNHARDI, Konrad III. 2, 495-501; HOMAN, Geschichte 1, 384ff.; LECHNER, Babenberger 148; GZIMMERMANN, Beziehungen 159f.; HECHBERGER, Staufer und Welfen 233ff.; KRISTO/MAKK, Könige Ungarns 284f., 288f.]. Welchen Anteil KONRAD III. an den Unternehmungen Boris' hatte, läßt sich aufgrund der Quellenlage nicht sicher ermitteln [246 HECHBERGER, Staufer und Welfen 233, glaubt nur an eine „stillschweigende Duldung seiner [sc. Boris] Aktivitäten durch den König und den babenbergischen Herzog".]. In den Augen Gezas jedenfalls war der STAUFER-König mitverantwortlich. So nimmt es nicht wunder, daß er um dieselbe Zeit an Welf VI. Geldsubsidien zahlte und ihn zur Fortsetzung seiner Auflehnung gegen KONRAD III. anstachelte [247 Hist. We1f., c.26, 52: Item quoque rex Ungariae, eundem Chonradum metuens, Gwelfonem ad se accersivit, dataque pecunia non modica, ac deinceps omni anno dandam pollicens ad rebellandum nichilominus instigat. Siehe auch ZIMMERMANN, Beziehungen 160f.]. Ob die Verlobung HEINRICHS (VI.) mit Sophia in Konsequenz dieser akuten Verschlechterung des Verhältnisses zu Ungarn aufgelöst [248 So BERNHARDI, Konrad III. 2, 502.] oder ob sie bereits im Vorfeld rückgängig gemacht worden war [249 HOMAN, Geschichte 1, 384, gibt 1145 als das Jahr der Auflösung des Verlöbnisses an; KALIC, Beziehungen 520, mutmaßt, KONRAD III. sei nach Aufnahme engerer Beziehungen zu Konstantinopel von der Eheabsprache abgerückt.], ist nicht zu entscheiden. Seit den Ereignissen des Jahres 1146 waren die politischen Grundbedingungen für eine staufisch-arpadische Eheverbindung jedenfalls nicht mehr gegeben.
Sophia blieb als Nonne in Admont. In einem Nekrolog des Klosters wird sie unter dem 15. September verzeichnet [250
Vgl. Necr. Admunt. zum 15. September, MGH Necr. 2, 303: SOPHIA regina m.n.c.]. Ihr Todesjahr ist unbekannt. Ihr Bruder Geza II. scheint sich mit ihrem Klostereintritt abgefunden zu haben, wie aus einem ihrer Briefe hervorgeht, in dem sie ihm für seine Gesandtschaft und die überbrachten Geschenke dankt [251 Vgl. JAKSCH, Lebensgeschichte, No. 1, 372; siehe auch den Brief Sophias an ihre Mutter Helena, ebd., No.2, 372f.]. Für HEINRICH (VI.) wurde Ende der 1140-er Jahre eine byzantinische Prinzessin als neue Braut in Aussicht genommen, worauf noch zurückzukommen sein wird [252 Siehe unten Seite 67ff.]. Er starb jedoch, bevor dieses Heiratsprojekt realisiert werden konnte, im Alter von 13 Jahren [253 BERNHARDI, Konrad III. 2, 495, mutmaßte, daß bereits Mitte der 1140-er Jahre neben der Heirat Berthas von Sulzbach mit dem byzantinischen Kaiser Manuel Pläne für eine Eheschließung HEINRICHS (VI.) mit einer KOMNENEN-Prinzessin existiert hätten, und will hierin ein Motiv für die Auflösung des Verlöbnisses mit Sophia sehen. Die staufisch-byzantinischen Absprachen hinsichtlich einer Verheiratung HEINRICHS (VI.) sind jedoch sicher nicht vor 1148/49 getroffen worden.].



 
v oo Sophia von Ungarn, Tochter des Königs Bela II.
           um 1136/37
15.9.

 
v oo Maria Komnena von Byzanz, Tochter des Sebastokrators Isaak Komnenos
          um 1139/40
nach 1154

 
 
 

Literatur:
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