Ältester Sohn des Königs
Franz I. von Frankreich aus seiner 1. Ehe mit der Claudia
de France, Tochter von König
Ludwig XII.
Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Seite 166,183-185,209
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"Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen
und Mätressen um den Lilienthron."
Am 25.11.1518 wird als drittes Kind Claudes
ein Knabe geboren, endlich hat Frankreich einen gesunden Thronfolger.
Er muß ungewöhnlich gesund gewirkt haben, denn man wagt es,
entgegen den bekannten Gepflogenheiten mit seiner Taufe bis zum 25. April
zu warten. An diesem Tag hält Lorenzo de Medici den Dauphin im Namen
seines Onkels, des Papstes Leo X., über die Taufe.
Am Morgen des 17. März 1526 steht Francois
in der Morgendämmerung am Ufer des Flusses Bidassoa. In dessen Mitte
ist ein Ponton verankert, auf dem der Austausch des Gefangenen gegen die
Geiseln stattfinden soll. Der König umarmt kurz seine Söhne.
Dauphin
Francois ist achteinhalb, Henri
sieben Jahre alt.
Bis das Lösegeld für die Prinzen zusammenkommt,
vergehen noch einige Monate. Erst Mitte Mai sind die in Cambrai ausgehandelten
1.200.000 Taler Lösegeld vollständig, mehr als vier Tonnen Gold
müssen kontrolliert und verladen werden. Am 17. März 1526 hat
Francois
seine
Freiheit gegen die seiner Söhne eingetauscht. Am 1. Juli 1530 kauft
er die Freiheit seiner Söhne gegen diese vier Tonnen Gold zurück.
Über vier Jahre haben die beiden Jungen in Spanien verbracht. Da niemand
in ihrer Umgebung französisch sprach, haben sei ihre Muttersprache
weitgehend verlernt. Anscheinend hat auch niemand an eine systematische
Erziehung gedacht. Der Dauphin soll sich die Zeit mit Zeichnen vertrieben
ahben. Es heißt, einzig seine zukünftige Stiefmutter Eleonore
habe sich hin und wieder um sie gekümmert.
Der Dauphin ist in heimliche Liebschaft mit einer Cousine
verstrickt, die aber bei Hofe keine Rolle spielt, eine Gattin für
ihn ist seltsamerweise nicht in Sicht.
Das ändert sich schlagartig, als am 10. August
1535 der Dauphin Francois stirbt.
Er ist während einer Inspektionsreise mit dem Vater erkrankt in Toulon
zurückgeblieben. Nach seiner schnellen Genesung nimmt er an einem
Paumespiel teil und leert danach hastig ein Glas Eiswasser, das ihm sein
Stallmeister Graf Montecuccoli reicht. Noch in der Nacht bekommt er Fieber
und stirbt. Ein so plötzlicher Tod eines so stattlichen jungen Mannes
muß natürlich das Gerücht von einem Giftmord aufkommen
lassen. Obwohl eine sofort vorgenommene Autopsie keinerlei Spuren von Gift
zeigt und Montecuccoli seine Unschuld beteuert, wird er umgehend verhaftet.
Gerüchte beschuldigen KARL V.
der Anstiftung. Er läßt angeblich im Gegenzug das Gerücht
verbreiten, Catherine
de Medici stünde hinter dem - vollkommen unbewiesenen
- Anschlag auf den Schwager. Sie selbst wolle über ihren Mann an die
Herrschaft gelangen. Absurd? Der Graf mit dem italienischen Namen gesteht
unter der Folter alles, was man ihm in den Mund legt. Er wird in Lyon gevierteilt
und sein Leichnam zwei Tage lang dem "Zorn des Volkes" überlassen.
Treffer Gerd: Seite 93,110,176,269
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"Franz I. von Frankreich. Herrscher und Mäzen."
1518 beginnt mit einem weiteren Triumph des Königs:
nach der Geburt zweier Töchter bringt Claude
am 28. Februar 1518 im Schloß von Amboise, "einen schönen Thronfolger"
zur Welt. Am 5. März feiert das Volk das Ereignis mit einem großen
Fest in den Straßen von Paris und die Notabeln mit einem Te Deum
in Notre-Dame. Sonntags darauf folgen Prozessionen und Predigten. Am 25.
April soll der junge Prinz von Kardinal Boisy auf den Namen Francois getauft
werden.
Hat man nicht erst kürzlich die Königskinder
Francois
Valois und Mary Tudor verlobt?
Und schließlich: der französische
Dauphin Francois soll die Nichte des Kaisers heiraten, Maria
von Portugal.
Da trifft eine schlimme Nachricht ein. Der Dauphin ist
tot. Franz' ältester Sohn, der
Thronfolger, war auf einem Inspeektionsritt in Tournon gewesen. Dort hatte
er an einem Ballspiel teilgenommen. Dann hatte ihm sein Stallmeister, Graf
Montecucolli, einen Krug mit Eiswasser gebracht. Der Dauphin hatte ihn
geleert, war kurz darauf in Fieber verfallen und am 10. August gestorben.
Verdächtiger Tod? Sofort wird von Gift gemunkelt! Gerüchte machen
die Runde: der Kaiser habe den Grafen Stallmeister bestochen. Die Autopsie
bringt kein Gift zu Tage. Zur Sicherheit unterwirft man den Stallmeister
der Folter, quält ihn grausam, ehe man ihn zu allfälliger Abschreckung
vierteilt. Natürlich hat er vorher alles gestanden. Wahrscheinlicher
als Gift ist jedoch eine Lungenkongestion.
Der Tod des Sohnes erschüttert den König schwer.
Der junge Mann hatte die Herzen der Franzosen besessen. Von den bitteren
Jahren seiner Gefangenschaft gezeichnet, war er schüchtern und
schwermütig gewesen, hatte selten gelächelt, lebhafe
Unterhaltung gemieden: er trug nur schwarz, er trank nur Wasser. Er
sprach niemanden an und floh alle Huldigungen, die man ihm, ob seines Standes,
zu bereiten suchte. Der absolute Gegensatz zu seinem Vater.
Literatur:
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Hartmann Peter Claus: Französische Könige
und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. Verlag
C. H. Beck München 1994 Seite 52,71,74 - Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 166,180,183-185,192,194,205-207,209
- Mahoney Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich.
Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 29 - Treffer Gerd:
Franz I. von Frankreich. Herrscher und Mäzen. Verlag Friedrich Pustet
Regensburg 1993 Seite 93,105,110, 176,182,186,203,215,241,248,269,313 -