Begraben: Kartause von Champmol bei Dijon
2. Tochter des Herzogs
Philipp der Kühne von Burgund und der Margarete
II. von Flandern, Erb-Tochter von Graf Ludwig III.
Reifenscheid, Richard: Seite 74
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"Die Habsburger. Von Rudolf I. bis Karl I."
LEOPOLD IV., Herzog von Österreich
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* um 1371, + 3.6.1411
Wien
Wien
Grabstätte: Stephansdom
oo 15.8.1393 in Wien
KATHARINA,
Prinzessin von Burgund
* um 1378, + 26.1.1425
Pontoise
Dijon
Grabstätte: Kartause von Champmol bei Dijon
Eltern: Philipp "der Kühne", Herzog von Burgund,
und Margarethe, Gräfin von Flandern, Tochter Ludwigs III., Graf von
Flandern
Im übrigen wurde die Heiratspolitik zu einer ausgesprochenen
Spezialität des Hauses BURGUND,
wie es ja schon die des kapetingischen
Herzogshauses gewesen war. 1393 verheiratete Philipp
der Kühne seine Tochter Katharina
mit
Leopold
IV. von Österreich und seine Tochter Maria
mit
Amadeus VIII. von Savoyen.
Das Elsaß hatte seit 1420 die Aufmerksamkeit Philipps
auf sich gezogen. Seine Tante Katharina,
die Tochter Philipps des Kühnen,
die er mit Leopold von Österreich verheiratet
hatte, war verwitwet. Sie beabsichtigte, sich mit einem elsässischen
Seigneur, Maximin de Ribeaupierre, zu vermählen. Der Herzog
widersetzte sich. Er brachte nicht nur Katharina
dazu, auf diese Heirat zu verzichten, sondern er bewog sie auch zu einem
Versprechen, dass ihr ganzes Erbgut, so wie es sich zum Zeitpunkt ihres
Todes befände, auf den Chef des Hauses BURGUND
übergehen
sollte.
Ehlers Joachim: Seite 278
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter."
1378 schloß Philipp
für seine damals vierjährige Tochter Margarethe
einen Vertrag, wonach sie Leopold von Österreich
heiraten
sollte, sobald Braut und Bräutigam zehn Jahre alt geworden wären.
Leopolds Vater war als Graf von Pfirt
und Landgraf des Oberelsaß der Grafschaft Burgund benachbart und
Philipp rechnete offenbar mit Gewinn
auf Kosten der HABSBURGER. Die Ehe
kam aber doch nicht zustande, weil der Herzog von Burgund im Jahre 1384
rasch entschlossen ein Ehebündnis mit dem Hause
WITTELSBAACH anstrebte und den Österreicher bat, statt
Margarethe
ihre damals sechsjährige Schwester Katharina
als Schwiegertochter zu akzeptieren. Die Ehe Katharinas
mit Leopold von Österreich wurde
1387 geschlossen, aber erst sechs Jahre später ließ Philipp
seine
inzwischen fünfzehnjährige Tochter zu ihrem Gemahl gehen, der
in wiederum zehn Jahren dauernden Verhandlungen bewogen werden mußte,
die Grafschaft Pfirt an Katharina
zu übertragen, und noch Philipps
Nachfolger Johann Ohnefurcht zahlte
seit 1404 ratenweise die in barem Geld zu entrichtende Mitgift für
seine Schwester.
15.8.1393
oo Leopold IV. Herzog von Österreich
x 1371-3.6.1411
Literatur:
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Calmette, Joseph: Die großen Herzöge
von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 68,166 - Ehlers
Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987
Seite 278 - Reifenscheid, Richard: Die Habsburger. Von Rudolf I.
bis Karl I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1982 Seite 74 -