Ältester Sohn des Herzogs
Konrad von Schwaben aus dem Hause der KONRADINER
und der
Judith von Marchtal,
Tochter von Graf Adalbert
Nach Jackman/Fried Liutold (+
ca. 1020), Sohn des Konrad
II. von Öhningen Herzog von Schwaben und der OTTONIN
Richlind,
Tochter von Herzog Liudolf von Schwaben
Glocker Winfrid: Seite 334
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik"
VII. 107 Liutold
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"Graf von Mömpelgard"
oo Willibirg von Wülflingen
Die Nachkommen Judiths und ihres Gemahls, Herzog
Konrads von Schwaben, (Kuno von Öhningen), sind durch einen Gedenkbucheintrag
Konrads
im
Reichenauer Verbrüderungsbuch pag. 135 A 4-5/B 1-2 bezeugt; zum Nachweis,
daß es sich bei den Öhningern um Nachkommen des Liudolf dux
(+ 866) handelt, vgl. Hlawitschka, Untersuchungen Kap. II b, der den
"Liutold comes"dieses
Eintrags mit dem aus der Zwiefaltener Überlieferung bekannten Liutold
von Mömpelgard gleichsetzt; zu den Belegstellen für
Liutoldals
Sohn Kunos vgl. Kimpen, Königsgenealogie Seite 83 (der hier
freilich Kuno von Öhningen mit Herzog Konrad dem Roten von
Lothringen gleichsetzt!), und Hlawitschka, Untersuchungen Kap. II b.
c) Liutold
Die Namen Liutold
und Kuno, die Söhne Kunos von Öhningen getragen haben
sollen, weisen auf die Stifter des Klosters Zwiefalten, die Grafen Kuno
und Liutold, hin. Auf diese Namensparallele ist man längs aufmerksam
geworden. Aus Ortliebs Chronik von Zwiefalten geht hervor, daß wenigstens
der Name Liutolds aus der mütterlichen Familie der Klosterstifter
stammte, denn ihre Mutter Adelheid von Wülfingen war die Tochter des
Grafen
Liutold (Liutho) von Mömpelgard
und der Willebirg
von Wülfingen [Die Zwiefalter Chronik Ortliebs und Bertholds,
hrsg. von E. König und K.O. Müller, = Schwäbische Chroniken
der Stauferzeit 2 (1941) Seite 12. Ebd. Seite 290 wird Liutho
(Liutold)
mit Ludwig IV. von Mömpelgard gleichgesetzt.]. Und da die Lebenszeit
dieses
Mömpelgarder Liutold ins
endende 10. und beginnde 11. Jahrhundert fällt, hat man in ihm einen
Sohn
Kunos von Öhningen gesehen. Paul Kläui jedoch stellte
neuerdings fest, "daß es in dieser Zeit keinen Grafen
Lütold von Mömpelgard gab, ja, daß eine Grafschaft
Mömpelgard noch gar nicht bestand. Der Zwiefaltener Chronist hat
also offensichtlich aus der Anschauung seiner Zeit heraus interpretiert.
Ohne die Öhninger These in Erwägung zu ziehen, begründete
Kläui die Auffassung, der Burgunder Alberich von Macon sei der Vater
Liutolds vonMömpelgardgewesen.
Hlawitschka Eduard: Seite 99-104
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"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte
des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich
klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“
Von diesen drei Söhnen ist ja doch Hermann
durch die Annales Einsiedlenses eindeutig als Herzog Konrads Sohn
gesichert!
Liutoldus laicus
und Cuonradus laic. könnten durchaus zwei (ältere?) Brüder
Hermanns gewesen sein. Dafür gibt es Anhaltspunkte.
Wir wissen von einem Berengarius
filius Liutoldi comitis de Alamannia,
der 1027 in den Tagen von KONRADS II.
Kaiserkrönung in Rom den Tod fand. KONRAD
II. habe ihn, quoniam sibi dilectus et familiaris fuerat,
direkt neben dem Grab Kaiser OTTOS II.
beisetzen lassen. Diese engen Beziehungen einer familiaritas des
jungen Berengar zum Kaiser sind sofort verständlich, wenn sein Vater,
Graf
Liutold, als Sohn Herzog Konrads von Schwaben betrachtet
wird: er war dann der Vetter von
Kaiser KONRADS
II. Gemahlin Gisela!
Auch die Einbeziehung des Grafen
Liuto(ld) und seiner Frau Willebirg,
beide als "von Mömpelgard bzw. von Wülfingen" (im Thurgau) überliefert,
in unsere Untersuchung ist hier angebracht. Wurde doch beider Sohn Hunfried,
der uns als kaiserlicher Kanzler und Erzbischof von Ravenna tradiert ist,
auch als
familiaris
Kaiser HEINRICHS III.
bezeichnet;
und soll doch Liuto(ld)s und Willibirgs
Enkel Liutold von Achalm, der zusammen mit seinem Bruder Kuno 1089 das
Kloster Zwiefalten gründeten, den Herzog Wef IV. zum Nachfolger in
der Vogtei über seine Stiftung Zwiefalten vorgeschlagen, ja ihm sogar
weite Besitzungen geschenkt haben.
Eigene Anmerkung:
Die Lebensdaten von Jackman/Fried für Liutold
(+ ca. 1020) können nicht zutreffen, da dieser
Liutold
wie sein Bruder Konrad vor Hermann im Reichenauer Memorialeintrag genannt
wird, also vermutlich älter als Hermann war. Wäre
Liutold
aus welchen Gründen auch immer nicht seinem Vater Konrad
als Herzog von Schwaben gefolgt, so wäre er aber automisch der
Vormund für seinen Neffen Hermann
III. gewesen.
oo Willibirg von Wülfingen, Tochter des Grafen
Ulrich von Ebersberg
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Kinder:
Berengar
-27.3.1027
Hunfrid Erzbischof von Ravenna (1046-1051)
-23.8.1051
Otto
- vor 1044
Adelheid
- nach 1052
(+ 29.8.1165 Isenburg)
oo Rudolf Graf von Achalm
-24.11.(24.9. Isenburg)
Literatur:
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Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und
ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite
VII,107 Seite 334,350 - Heine Alexander (Hg.): Geschichte der Welfen.
Phaidon Verlag GmbH Essen Seite 24,25,39 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen
zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur
Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen
um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite
99-104,106,111,167-169,172 - Hlawitschka, Eduard: Wer waren Kuno
und Richlind von Öhningen? Kritische Überlegungen zu einem neuen
Identifizierungsvorschlag. In: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins
128 1980 Seite 1-49 - Schmid, Karl: Probleme um den "Grafen Kuno
von Öhningen" in Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis
im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1983 Seite 127, 134,159 -