Jüngerer Sohn des Fürsten
Svatopluk I.
Dümmler Ernst: Band II Seite 389-391, 458,461
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"
Suatopluk von Mähren
beschloß sein Leben auf dem Krankenbett, indem er sein Reich als
ein geteiltes seinen beiden Söhnen Moimir
und Suatopluk hinterließ.
Die Söhne Suatopluks,
von denen, wenn wir jenem griechischen Berichterstatter glauben dürfen,
der älteste Moimir eine Oberhoheit
über seinen Bruder ausüben sollte, in derselben Weise vielleicht
wie ehedem Rastislav
über Suatopluk,
schlossen noch im Herbst des Jahres 894 Frieden mit ARNOLF,
der das alte Verhältnis der Abhängigkeit und Zinspflichtigkeit
wiederhergestellt haben mag. Ein Einfall der Ungarn bestärkte ohne
Zweifel auf beiden Seiten die Neigung zum Frieden.
Unter Suatopluks beiden Söhnen brach bald
Entzweiung aus, die das Reich an den Rand des Abgrundes brachte. Vielleicht
in Folge davon müssen sich damals innere Unruhen stattgefunden haben,
denn als ARNOLF
zu Oetting das Weihnachtsfest
feierte, vernahm er dort eine Botschaft der Mährer, die ihn ersuchten,
zur Sicherung des zwischen beiden Völkern bestehenden Friedens ihren
Verbannten keine Aufnahme zu gewähren.
Nachdem die seit dem Tod Suatopluks
begründete Ordnung der Dinge in Mähren und der mit dem ostfränkischen
Reiche gleichzeitig abgeschlossen Friede vier Jahre hindurch äußerlich
wenighstens bestanden hatte, brach im Jahre 898 zwischen den beiden Brüdern
Moimir
und Suatopluk und ihrem Anhang
so bittere Feindschaft aus, daß jder von ihnen nicht nur nach der
Alleinherrschaft, sondern, wenn er des Bruders habhaft werdfen konnte,
sogar nach dem Leben des anderen trachtete. Der jüngere und schwächere
der Söhne
Suatopluks rief bald
den beistand des in Regensburg verweilenden Kaisers an: auf ARNOLFS
Befehl verwüsteten die Markgrafen Liutpold und Aribo an der Spitze
eines bairischen Heeres das Gebiet Moimirs
mit Feuer und Schwert und erschlugen viele seiner Leute. Nach ihrer
Rückkehr von diesem Zug, so meldet unser Berichterstatter, daß
Aribo selbst, auf Antrieb seines Sohnes Isanrich, aus irgendweelchen Absichten
jenen unheilvollen Bruderzwist angestiftet und den Kaiser ebenfalls zuerst
zur Einmischung in den Streit angeregt hatte.
Der mährische Krieg nahm auch in diesem Sommer (899)
durch einen neuen Einfall der bairischen Großen seinen Fortgang,
auf welchem sie, wie auf den früheren ohne jeden Widerstand sich plündernd
im Lande ausbreiteten. Suatopluk hatte
trotz ihres Beistandes in dem Bürgerkrieg den kürzeren gezogen
und wurde von seinem Bruder wie ein Gefangener in einer Burg eingeschlossen.
Die Baiern nahmen diese Burg, die sie in Brand steckten und führten
Suatopluk
nebst seinen Leuten aus Mitleid in ihr Land mit sich fort. Moimir,
der kräftigere der beiden Brüder behauptete sich allein im Besitz
der väterlichen Herrschaft und somit wurde dem unglücklichen
Lande jetzt wenigstens der innere Friede wieder gegeben. Der junge Fürst
legte sobald er seines schlimmsten Widersachers ledig geworden, Hand an
die Herstellung der kirchlichen Ordnung, die seit dem Tode des hl. Methodius
und der Vertreibung seines Gegners Wiching gewiß völliger Zerrüttung
gewichen war. Sein Gesuchwurde sogleich gewährt, der Erzbischof Johann
und die Bischöfe Benedikt und Daniel mit päpstlichen Vollmachten
abgeordnet, um für Mähren einen Metropoliten und mehrere Suffragane
einzusetzen. Die Feindschaft zwischen dem bairischen und mährischen
Volk konnte durch diesen Versuch zur Erneuerung der nationalen Kirche natürlich
nur verschärft werden.
Wir wissen aus einem Zeugnis eines Zeitgenossen, daß
die Söhne
Suatopluks, das heißt
nach Vertreibung des jüngeren Suatopluk Moimir
die Regierung nur kurze Zeit unglücklich führten, da die Ungarn
alles von Grund aus verwüsteten. Als dies geschrieben wurde, das heißt
im Jahre 907 oder 908 war also Moimir
nicht mehr auf dem Throne.
Mühlbacher Engelbert: Seite 425,444,453,462
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"Deutsche Geschichte unter den Karolingern"
Mit dem Tode Zwentibalds
ging es auch mit der Herrlichkeit des mährischen Reiches zu Ende.
Seine Söhne Moimir und Zwentibald,
die ihm in der Regierung folgten, beeilten sich, mit dem deutschen Reich
Frieden zu schließen, wohl unter Bedingungen, welche die deutsche
Oberhoheit wieder anerkannten. Es geschah zur selben Zeit, da die Ungarn,
ein viel gefährlicherer Feind als die Mährer, sengend und brennend
in Pannonien einfielen und damit ihre Raubzüge eröffneten.
Wie im Westen, hatte sich die Lage des Reiches auch im
Osten verschlimmert. Zwischen den beiden Söhnen des Mährer-Fürsten
Zwentibald, Moimir und Zwantibald,
war erbitterte Zwietracht um die Alleinherrschaft ausgebrochen, "so zwar,
daß, wenn einer des anderen hätte habhaft werden können,
dieser dem Tod verfallen gewesen wäre". ARNOLF
ergriff für den jüngeren der Brüder Partei, der bei
ihm Hilfe und Zuflucht suchte. Er gab den Markgrafen Liutbold und Aribo
Befehl, diesen zu unterstützen. Die Markgrafen rückten in Mähren
ein und verheerten das Land mit Feuer und Schwert (897). Diesen Hader und
Friedensbruch hatte - näheres wird nicht berichtet - Markgraf Aribo
auf Betreiben seines Sohnes Isanrich angestiftet, doch nur zu eigennützigem
Zweck, um in der Plünderung des Landes Beute zu gewinnen. Aribo wurde
als "Verräter" seiner Grafschaft entsetzt, aber bald wieder vollständig
begnadigt. Der Krieg gegen Mähren dauerte fort. Im folgenden Jahr
brach abermals ein bayerisches Heer in Mähren ein und verheerte das
Land. Nochmal wurde 899 ein Heer dahin entsandt; es befreite den deutschen
Schützling Zwentibald, der
mit seinen Anhängern in einer Burg eingeschlossen war und nahm ihn
"aus Mitleid" mit nach Bayern. Damit war der mährische Bruderkrieg
beendet. Aber zu Ungunsten des deutschen Reichs. Moimir
blieb allein Herr in Mähren, durch diesen Krieg war er ein
Feind geworden, die deutsche Oberhoheit über Mähren war wieder
in Frage gestellt.