Sohn des Grafen
Liutfrid I. von Tours
Tellenbach Gerd: Seite 57
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"Der großfränkische Adel"
Liutfrid II. und sein Vater hielten sich bald diesseits, bald jenseits der Alpen auf. Er gab seine Tochter Adelais in eine italienisches Kloster, in die Abtei Santa Giulia in Brescia, die seit langobardischer Zeit immer wieder Königinnen, Prinzessinnen und Töchter des höchsten Adels aufgenommen hatte.
Vollmer Franz: Seite 173
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"Die Etichonen"
884 ist bereits Liutfrid,
wohl Hugos Bruder, Herr
von Granfelden, und Hugo dürfte bereits verstorben sein. Da der
Bruder Liutfrid ihn wie in Granfelden
auch im übrigen Nachlaß beerbt, scheint
Hugo ohne eigene Nachkommenschaft
gewesen zu sein. Liutfrid
scheint ursprünglich nur den
italienischen Teil der väterlichen Hinterlassenschaft übernommen
zu haben, während sein Bruder Hugo
im Jura und am Oberrhein tätig gewesen war.
Liutfrid stand hier südlich
der Alpen wohl im Dienst LUDWIGS II. von Italien.
876 zeugt er "in concilio Ticinensi". Der "illustris
comes" Liutfredus hat vom König die curtis der Kirche St.
Johann zu Monza als "beneficium", die er 879 anläßlich eines
Tauschgeschäftes aufläßt. Die Zeugenreihe dieser Tauschurkunde
weist die "vasalli ipsius comitis" als "francorum genere testes" aus, zeigt
also, dass Liutfrid
als Angehöriger der obersten fränkischen Schicht die
karolingische Herrschaft in diesem
Reichsteil sichern half.
Seit dem wohl vor 884 erfolgten Tode seines Bruders Hugo,
der anscheinend das Erbgut am Oberrhein geerbt hatte, ist Liutfrid
aber
auch nördlich der Alpen am Oberrhein zu finden. Bereits 884 interveniert
Graf
Liutfrid für das Kloster Münster-Granfelden bei KARL
DEM DICKEN; er hat damit die Familienrechte seines Bruders Hugo,
der 866 als Intervenient für Granfelden im Diplom Lothars
II. gewesen war, und zuvor seines Vaters Liutfrid übernommen.
Noch 902 ist dieser Liutfrid
am
Leben; er ist zusammen mit seinen drei Söhnen Liutfrid,
Hugo und Hunfried als Restaurator und Schenker im rechtsrheinischen Kloster
St. Trudpert tätig. Von seinem vom toten Bruder Hugo ererbten Besitz
übergibt er dem Schwarzwaldkloster im elsässischen Oedenburg/Burgheim,
Limersheim (Liminhusin) und Colmar sowie in den ortenauischen Orten Ichenheim,
Wittelbach (bei Lahr), Gamshurst Besitzrechte.
Noch um 900 ist die Verbindung Liutfrids
mit Oberitalien nicht abgerissen. Er oder sein seit 902 bezeugter gleichnamiger
Sohn tritt noch 902 als Graf Liutfrad-Leutfred
in Pavia und Vercelli unter den fidelis Kaiser
LUDWIGS III. auf. Ob er auch noch in anderen Reichsteilen eingesetzt
worden ist, muß offen bleiben.
Wie lange die LIUTFRIDE
im 10. Jahrhundert die italienische Position noch behaupteten, ist schwer
erkennbar.
Borgolte Michael
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"Die Grafen Alemanniens"
LIUTFRID
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belegt als Graf 902 II 21
Belege mit comes-Titel:
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D K III Nr. 108, von Weech, Urkundenbuch St. Trudpert
Nr. 8 (= Regesta Alsatiae 1 Nr. 662)
Belege ohne comes-Titel:
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Herrgott, Genealogiae gentis Habsburgicae II. 1 Nr. 222
(= Migne PL 179 S. 849 Nr. 17, Germania Pontificia II. 1 181 Nr. 1), von
Weech, Urkundenbuch St. Trudpert Nr. 7, Nr. 23 (Regest)
Literatur:
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Mayer, St. Trudpert und der Breisgau 17-19 - Beck, St.
Trudpert 73-82 - Bastian, Güterbesitz des Klosters St. Trudpert 170
f.,177 - Büttner, Breisgau und Elsaß 76 - Vollmer, Etichonen
173f. - Hlawitschka, Franken in Oberitalien 223-226 Nr. CIX - Wilsdorf,
Les Etichonides 24-27 - Zotz, Breigau 25 A. 94 - Borgolte, Die Geschichte
der Grafengewalt im Elsaß 35,45 f.
In einem gefälschten Vidimus des Landgrafen Albert
von Habsburg von 1186 ist als Insert eine Urkunde überliefert, die
von der Wiederherstellung des Klosters St. Trudpert im Breisgau am Beginn
des 10. Jahrhunderts Zeugnis ablegt (von Weech Nr. 8, vgl. ebd. Nr. 2;
danach die päpstlichen Bestätigungsurkunden für St. Trudpert
von 1144, Herrgott Nr. 222,1185, von Weech Nr. 7, und 1245, von Weech Nr.
23). Zwar ist erwiesen, dass auch der Text dieser carta verunechtet wurde,
doch gilt das Datum des 21. Februar 902 und der in unserem Zusammenhang
wichtige Teil der Bestimmungen als vertrauenswürdig (vgl. bes. Mayer
und Beck). Aus dem Insert geht hervor, dass Liutfridus,
illuster comes, der Erbe seines Bruders Hugo war, zusammen
mit seinen Söhnen Hunfrid, Liutfrid
und Hugo die Restauration und Dotierung der wohl im 7. Jahrhundert gegründeten
Abtei (s. Art. BOBO) betrieben hat. Mit Zustimmung seiner Söhne tradierte
Liutfrid
dem Abt Waldrich und seinen Mönchen neben Gütern im Elsaß
Besitz in der Ortenau, und zwar in Ichenheim (Gm. Neuried, Ortenaukreis;
auf der Karte bei Borgolte, Kommentar: D 7), Wittelbach (Gm. Seelbach,
Ortenaukreis; E 8) und Gamshurst (Gm. Achern, Ortenaukreis; E 4). Auch
Hunfrid, Liutfrid und Hugo
statteten das Kloster mit Eigengütern aus, die allesamt im Elsaß
lagen. Da der Graf Liutfrid mit seinen
drei Söhnen anschließend illum sanctum locum Wlalderico abbati
kommandierte und Liutfrid
in St. Trudpert begraben werden wollte, scheinen die Restauratoren
und Donatoren eigenklosterherrliche Rechte an St. Trudpert gehabt zu haben
(bes. Beck 78 und zuletzt Borgolte 45f.). Das Insert enthält als eine
der wenigen nicht-st. gallischen Urkunden der fränkischen Zeit die
Grafenformel (vgl. Borgolte, Geschichte der Grafschaften Alemanniens 77).
Der in ihr genannte Graf Wolfilinus darf sicher mit dem im Breisgau zur
selben Zeit auch sonst belegten Wolvene identifiziert werden. Ob die Grafenformel
den Wolfilinus/ Wolvene aber auch als Graf in der Ortenau ausweist, läßt
sich kaum entscheiden. Vielleicht hat hier auch Liutfrid
als comes amtiert, doch sei diese Erwägung, die nur auf dem Besitznachweis
von Ichenheim, Wittelbach und Gamshurst beruht, mit allem Vorbehalt ausgesprochen
(vgl. Krebs, Geschichte der Ortenau 138f., wo diese Frage aber nicht behandelt
wird).
In der Forschung gilt als sicher, dass
Liutfrid
ein Enkel Hugos
von Tours war, 876-879 als Graf in Italien gewirkt hat und nach
dem Tod seines Bruders
Hugo
in den nordalpinen Raum zurückgekehrt ist (Vollmer, Hlawitschka, mit
den oberitalienischen Belegen). Aus einem Diplom KARLS
III., dessen Datum 884 IX 20 interpoliert wurde, geht wohl hervor,
dass Liutfrid
als
Nachfolger seines Bruders Hugo die Leitung des Klosters Moutier-Grandval
im Schweizer Jura übernommen hatte (D K III Nr. 108; zuletzt Borgolte,
Die Geschichte der Grafengewalt im Elsaß 35). Die Tatsache, dass
er 902 aber nicht in dem alten ETICHONEN-Kloster,
sondern in St. Trudpert seine Grablege errichtet hat, spricht dafür,
dass er seine Herrschaft über Moutier-Grandval aufgrund der Expansionspolitik
König
Rudolfs I von Hoch-Burgund zumindest für gefährdet
hielt (s. Borgolte, Loc. cit., 45 f.).
Kinder:
Liutfrid III.
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Adelais Nonne in Brescia
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Hugo
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Hunfrid
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