Begraben: Abtei Longpont (dep. Aisne)
Nachgeborene Tochter des Grafen
Rudolf I. von Vermandois-Valois aus seiner 3. Ehe mit der
Laurette
von Flandern, Tochter von Graf Dietrich von Lothringen
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1804
********************
Eleonore von Vermandois, französische Fürstin,
Gräfin von Beaumont und von St-Quentin, “Dame de Valois”
--------------------------------
* nach 14. Oktober 1152, + 19 Juni 1213
Begraben: Abtei Longpont (dep. Aisne)
Tochter des Raoul le Vaillant von Vermandois, Seneschall von Frankreich, und der Alix, genannt Petronilla, von Aquitanien, der Schwester der Eleonore - Schwester von Raoul II. von Vermandois (+ 1163) und Isabelle von Vermandois (+ 26. März 1182), der Gattin Philipps von Elsaß, Grafen von Flandern
1. oo Gottfried (Godefroy) von Hennegau, Graf von Ostrevant
2. oo Wilhelm (Guillaume) IV., Graf von Nevers
3. oo 1171 Matthias von Elsaß
4. oo Matthieu III. von Beaumont-sur-Oise, chambrier (camerarius) de France
Nach dem Tod ihrer Schwester (1182) erhielt Eleonore
von ihrem Schwager das Valois und eine Rente aus den Einkünften
der Herrschaft Roye. Doch König Philipp II.
August intervenierte gegen diese Verfügung, was einen Krieg
zur Folge hatte, der mit dem Frieden von Boves bzw. Amiens beendet wurde.
Nach diesem Vertrag erhielt der König die Grafschaften Amiens und
Montdidier sowie die Kastellaneien Roye und Thourotte;
Eleonore wurde das untere Valois und das Vermandois
zugesprochen, ausgenommen die Kastellaneien St-Quentin, Peronne und Ham,
deren Nießbrauch dem Grafen von Flandern, unter proprietas des Königs
von Frankreich, verblieb. Als nach dem Tode Philipps von Elsaß (1.
Juni 1191) der König im Namen seines Sohnes Ludwig
VIII. das Artois besetzte, trat er Peronne und St-Quentin an
Eleonore
ab - gegen deren Verzicht auf das restliche Erbe. Später wurde jedoch
verfügt, dass Eleonore auf Lebenszeit
die Kastellaneien Chaugny, Lassigny, Origny, Resson-sur-Math, Ribemont
und St-Quentin erhielt, wohingegen sie dem König Peronne und das
Amienois abzutreten hatte. Nach Eleonores
Tod
bemächtigte sich Philipp August
des Vermandois und des Valois (Kastellaneien von Crepy, La Ferte-Milon,
Pierrefonds, Villers-Cotteretzs, Vivieres, von der Herrschaft Guise zu
Lehen gehende Besitzungen).
XIII. 11 b. ELEONORE
--------------------------------
* nachgeboren 1152, + nach 1221
Gemahl: a) vor 1167 Wilhelm IV., Graf von Nevers
+ 1168 24. X.
b) ca. 1170 Mattheus von Lothringen, Graf von Boulogne (siehe XIII 340)
+ 1173 25. VII.
c) vor 1177 (ca. 1175) Mattheus III. Graf von Beaumont s. Oise (siehe XIV
920)
+ 1208 oder 1209 XI.
d) vor 1216 (ca. 1210) Stephan von Sancerre, Herr von Chatillon sur Loing
(siehe XIV 93)
+ nach 1219 V.
Appleby John T.: Seite 210
***************
"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas
Becket."
Seine Gemahlin Mary, die Tochter König Stephens, die von König Heinrich aus dem Kloster geholt und mit Matthewverheiratet worden war, hatte diesem zwei Töchter geboren. Im Jahre 1170 zog sie sich in ein Kloster in Montreuil zurück und ihr Gemahl - es ist nicht bekannt, durch welche Machenschaften er eine Dispens bekam -, heiratete danach Eleonore, die Witwe des Grafen von Nevers. Sie war eine Tochter des Grafen Ralph von Vermandois und der Schwester Königin Eleanors, Petronilla, und ihre Schwester Isabel war mit Matthews Bruder Philipp verheiratet.
Ehlers Joachim: Seite 141
*************
"Die Kapetinger"
Im April 1192 konnte Philipp II. zudem einen günstigen Vertrag mit Eleonore von Vermandois schließen, der ihm Anwartschaft auf die Grafschaften Valois und Vermandois brachte, sofortige Übernahme der Stadt Peronne und die Bestätigung des Besitzes von Montdidier und Roye (Dep. Somme).
Leo Heinrich Dr.: Seite 57-59
***************
"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"
Kaum war dieses Hindernis beseitigt, als nach dem Tode
von Philipps Gemahlin Isabella von Vermandois
deren Schwester Eleonore, die Gemahlin
des Grafen von Beaumont, die Grafschaft Vermandois für sich forderte.
Es kam zu einem Vertrag, durch welchen Philipp seinen Schwager einige von
ihm okkupierte Besitzungen herausgab, aber Vermandois nicht. Eleonore
wandte
sich nun an König Philipp, versprach
ihm selbst die Hälfte von Vermandois, wenn sie ohne Kinder sterbe,
und die Franzosen unternahmen im Frühjahr 1183 einen neuen Feldzug,
ohne etwas auszurichten.
Inzwischen zog aber Philipp
von Frankreich im Frühjahr 1186 selbst nach der Grafschaft
Vermandois, wo ihm der Graf von Flandern begegnete. Drei Wochen lagen die
feindlichen Heere an den Ufern der Somme einander gegenüber; endlich
teilte ein Frieden das Land, und Frankreich erhielt an die sechzig ummauerte
Ortschaften, unter ihnen Amiens und Montdidier, zurück. Eleonora
bekam
davon Chaulny, Ressons, einige andere Besitzungen und jährliche Einküfte.
1. oo Gottfried von Hennegau Graf von Ostervant
-7.4.1163
1167
2. oo Wilhelm IV. Graf von Nevers
-24.10.1168
Palästina
um 1170
3. oo Matthäus von Flandern, Graf von Boulogne
-25.3.1173 gefallen
Normandie
um 1175
4. oo Matthäus III. Graf von Beaumont-sur-Oise
-27.11.1208/09
um 1210
5. oo Stephan II. Graf von Blois-Sancerre
- 1252
Literatur:
-----------
Appleby John T.: Heinrich II. König von England.
Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 210
- Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag
Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 6 Seite 13 - Ehlers
Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
2000 Seite 141 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer
Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 57-59 -