Alberich I.                                                 Herzog von Spoleto (897-920)
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   - um 920/25 ermordet                             Graf von Fermo
    Orta

Lombardischer Edelmann
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 280
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Alberich, Markgraf von Spoleto
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     + nach 917

Wohl fränkischer Herkunft; taucht zum ersten Mal 899 in der Schlacht an der Trebbia an der Seite WIDOS II. VON SPOLETO in den Quellen auf. Durch Ermordung Widos IV. (896/97) setzte er sich in den Besitz der Markgrafschaft Spoleto, war aber vielleicht vorher schon Graf von Fermo. König BERENGAR I. muß schon bald Alberichs Herrschaft in Spoleto anerkannt haben, denn 899 kämpften Kontingente aus Camerino und Spoleto mit ihm gegen die Ungarn. 904 war Alberich mit Markgraf Adalbert II. von Tuszien an der Erhebung Papst Sergius' III. beteiligt. Ein weiterer Beweis für die zeitweilige Interessenkoalition der beiden Markgrafen war die Sperrung der Straße nach Rom, um BERENGAR I. an der beabsichtigten Kaiserkrönung zu hindern (906/07). Besonders hervorgetreten ist Alberich 915 im Abwehrkampf gegen die Sarazenen am Garigliano. Aus der Verbindung mit der Römerin Marozia hatte Alberich einen gleichnamigen Sohn, den späteren "princeps". Art und Chronologie ihrer Beziehung sind umstritten. Alberichs Todestag läßt sich nicht sicher bestimmen. Er erscheint zuletzt in einer sicher datierbaren Urkunde 917 im "Liber largitorius" des Klosters Farfa.

Literatur:
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DBI, 657-659 - A. Hofmeister, Mgf.en und Mgft.en im ital. Kgr., MIÖG Ergbd. 7, 1907, 413ff. -H. Müller, Topograph. und genealog. Unters. zur Gesch. des Hzm.s Spoleto und der Sabina von 800 bis 1100 [Diss. Greifswald 1929] - E. Hlawitschka, Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), 1960.


Alberich I. war Stütze der kaiserlichen WIDONEN und machte 889 die Schlacht an der Trebia gegen BERENGAR I. VON FRIAUL mit. Um 900 ermordete er Herzog Wido IV. von Spoleto, den Bruder von Kaiser LAMBERT, und folgte ihm als Markgraf von Spoleto. Er ging eng mit dem Haus TUSCULUM zusammen und verhinderte bis zuletzt die Kaiserkrönung von BERENGAR I. Er errang durch Heirat die Herrschaft über Rom unter dem Titel eines Patricius. Er vereinigte sich 916 mit Papst Johannes X. und dem Grafen Theophylakt von Tusculum zur Vertreibung der Sarazenen (14.6.916 Sieg am Garigliano). Von demselben Papst aus Rom verbannt, wurde er in Orta ermordet.

Dümmler Ernst: Seite 600
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"

Vom König BERENGAR, dem Johannes Anfang Dezember 915 mit herkömmlicher Feierlichkeit die lange ersehnte Kaiserkrone aufs Haupt setzte, versprach sich dieser wohl ebenso wenig einen wirklichen Beistand, als ihn seine Vorgänger geleistet hatten; Unterstützung gewährte ihm dagegen der Markgraf Alberich von Spoleto, der seinen Namen nach fränkischer oder langobardischer Abkunft, nach dem Aussterben der WIDONEN in ihre Erbschaft eingetreten war. In mehreren kleineren Treffen wurden die Sarazenen aus der Sabina, in der sie sich zu Ciclioani, Narni und Orta festgesetzt, von den Mannschaften von Rieti, Nepi und Sutri überall zurückgeworfen und traten sämtlich den Rückzug an den Garigliano an. Dort vereinigten sich gegen sie der Papst, der Markgraf von Spoleto, der Fürst Landolf von Benevent und Capua nebst seinem Bruder Atenolf, Waimar von Salerno und endlich griechische Mannschaften, die auf den Hilferuf der italienischen Fürsten der Patricius Nikolaus Picingli herbeiführte. Nach einem heißem Kampfe, in welchem Alberich wie ein Löwe focht, wurden die Sarazenen genötigt, sich in ihre auf einem Berge gelegenen Verschanzungen zurückzuziehen.

Riche Pierre: Seite 281
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"Die Karolinger. Eine Familie formt Europa."

Johannes X. war ein tatkräftiger Papst. Zusammen mit Alberich von Spoleto und Adalbert von Tuscien, aber auch mit Unterstützung der Byzantiner gelang es ihm, die Sarazenen aus ihrem Schlupfwinkel am Garigliano zu vertreiben (915). Nach dem Sieg am Garigliano verheiratete Theophylakt seine Tochter Marozia mit Alberich I., einem hervorragenden Kriegsmann, der seit 8989 in der langobardischen Markgrafschaft Spoleto regierte. Bis 925 beherrschten Marozia und Alberich - dessen genaues Todesjahr unbekannt ist - den Lateran. Papst Johannes X. sah in der Ankunft von König Hugo einen Ausweg, um sich vom Einfluß Marozias zu befreien.

Schreiber Hermann: Seite 77
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"Geschichte der Päpste"

Es ist Liudprands erklärtermaßen gegen seine Freunde gerichtetes autobiographisches Buch Liudprandi antapodosis.
"In dieser Zeit saß auf dem verehrungswürdigen römischen Stuhl Johannes von Ravenna. Er aber hatte das höchste Bischofsamt durch ein gottloses Verbrechen wider göttliches und menschliches Recht auf folgende Art erlangt (48): Die schamlose Hure Theodora, Großmutter des kürzlich verstorbenen Patricius Alberich, herrschte nicht unmännlich über die Stadt Rom. Sie hatte von dem Konsul und Senator Theophylakt zwei Töchter namens Marozia und Theodora, die ihr nicht nur gleich, sondern im Venusdienst sogar noch eifriger waren. Marozia brachte in ruchlosem Ehebruch von dem Papst Sergius III. (897/98 und 904/11) den Johannes zur Welt, der nach dem Tod des Johannes von Ravenna die höchste Würde der römischen Kirche erlangte (Johannes XI., 931-935); von dem Markgrafen Alberich von Spoleto aber empfing sie einen Sohn namens Alberich, der später, zu unserer Zeit, die Herrschaft über die Stadt Rom an sich riß." Wenige Zeilen später beschuldigt Liudprand auch den Papst Johannes X. des intimen Umgangs mit Theodora, der Schwester der Marozia, und schreibt es dem Einfluß der Frauen zu, dass der in Ravenna allzuweit von Rom entfernte, gut aussehende Johannes auf den Stuhl Petri nach Rom geholt wurde.
 
 
 
 

um 910
 oo 1. Marozia, Tochter des Theophylakt
          um 890 -   932
 
 
 
 

Kinder:

  Alberich II.
  911-31.8.954
 
 
 
 

Literatur:
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Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 Seite 51 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Seite 600 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 99 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 281 - Schreiber Hermann: Geschichte der Päpste Gondrom Verlag Bindlach 1989 Seite 77 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989 Seite 211 -
 
 
 
 
 
 
 
 


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