Begraben: Hasnon
Erb-Tochter des Grafen Renier von Mons-Valenciennes
Nach dem Tode ihres zweiten Gatten Balduin VI., dem sie die Grafschaft Mons und Hennegau in die Ehe gebracht hatte, musste sie das Erbe ihrer Söhne vor ihrem Schwager Robert dem Friesen schützen. Obwohl dieser seinem Neffen Arnulf die Nachfolge eidlich zugesichert hatte, stürzte er diesen wenig später. Obwohl mit dem Lehnsherrn Philipp von Frankreich im Bunde, unterlag Richilde mit ihren Söhnen in der Schlacht bei Cassel und dieser erkannte danach Robert als Graf von Flandern an. Richilde suchte anschließend am deutschen Hofe Hilfe und behauptete für ihren Sohn Balduin den Hennegau, nachdem sie die Grafschaft 1071 mit Zustimmung HEINRICHS IV. an Bischof Dietwin von Lüttich übertragen und von diesem als Afterlehen erhalten hatte.
Mohr Walter: Band II Seite 22,48
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Es entstand nämlich eine neue Bedrohung des Friedens
durch Graf
Balduin V. von Flandern, der gegenüber der Grafschaft Hennegau
eine ausgesprochene Ausdehnungspolitik betrieb. Nach dem Tode des dortigen
Grafen
Hermann zwischen 1048 und 1050 verwaltete dessen Gemahlin
Richilde
die Grafschaft und führte die Vormundschaft über ihren Sohn Roger.
Sie ging jedoch bald darauf eine neue Ehe ein mit dem jungen Balduin,
dem Sohn des Grafen von Flandern, der die Unterstützung seines Vaters
zur Unterwerfung des Hennegaues erhielt, die im Sommer 1051 erfolgte. Aus
dieser 2. Ehe
Richildes gingen zwei
Söhne, Arnulf und Balduin, zu deren Gunsten der Sohn aus der 1. Ehe,
Roger, ganz aus seinen Nachfolgerechten verdrängt wurde.
Dagegen spielte Gottfried der Bucklige eine aktive Rolle
in den flämischen Angelegenheiten. Dort waren die Söhne des Grafen
Balduin VI. von ihrem Oheim Robert verdrängt worden, und der älteste,
Arnulf, der als Graf in Flandern und im Hennegau nachgefolgt war, war in
der Schlacht von Cassel gegen seinen Oheim gefallen.
Richilde,
die Witwe Balduins VI., die die Regierung für ihre Söhne
geführt hatte, war zunächst im Kampf gegen Robert durch den französischen
König unterstützt worden. Nach der Schlacht bei Cassel konnte
sich jedoch Robert mit dem König einigen, der ihn im Besitz des von
Frankreich lehensabhängigen Flandern bestätigte, wodurch für
Richilde
eine Unterstützung von dieser Seite her schwand. Es verblieb ihr nur
der Hennegau, den sie durch ihre Ehe mit Balduin VI. an Flandern
gebracht hatte. Diese Grafschaft war ja ein Reichslehen, in dem außerdem
der Bischof von Lüttich Interessen besaß, und so war Richilde
jetzt der Weg gegeben, beim deutschen König, bei Bischof
Dietwin von Lüttich und bei Herzog Gottfried von Nieder-Lothringen
Hilfe zu suchen.
Zunächst begannen Verhandlungen mit dem Bischof
zur Beschaffung finanzieller Mittel. Zu diesem Zwecke trat in Fosses eine
Versammlung der Lütticher Lehensleute zusammen, in der auch Herzog
Gottfried anwesend war, in der ein Vertrag zustande kam, durch den Richilde
alle ihre Eigengüter im Hennegau dem Bischof zu Lehen übertrug.
Die volle Konsequenz dieser Entwicklung trat dann Ende April 1071 auf einer
Reichsversammlung in Lüttich ein, wohin der deutsche König gekommen
war. Auch Richilde war anwesend, um
ihn persönlich um Hilfe zu bitten. HEINRICH
IV. übertrug durch eine Urkunde
die Reichslehen im Hennegau und in Valenciennes an den Bischof von Lüttich,
was anscheinend im Sinne einer einfachen Schenkung gemeint war, wobei daneben
noch bestimmt wurde, dass er sie als Lehen auf Herzog Gottfried zu übertragen
habe, der seinerseits sie als Afterlehen an Richilde
und
ihren Sohn weiterzugeben hatte. Sollte der Herzog ausscheiden und keinen
Sohn besitzen, dann sollten Richilde und
ihr Sohn die Lehen unmittelbar vom Bischof erhalten.
Douglas David C.: Seite 228
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"Wilhelm der Eroberer"
Am 16. Juli 1070, fünf Wochen nach Abfahrt der Flotte Sweyns von Ostanglia, starb Baldwin VI., Graf von Flandern und Schwager König Wilhelms. Sofort erhob sich die Frage der Nachfolge. Die beiden jungen Söhne Baldwins VI., Arnulf und Baldwin, erhielten Flandern bzw. den Hennegau, doch übernahm angesichts ihrer Jugend ihre Mutter Richildis die Herrschaft. Ihr wurde vor allem in Flandern starker Widerstand entgegengesetzt, an dessen Spitze ein Sohn Baldwins V., Robert "le Frison", stand. Daraufhin wandte sich Richilde sofort an König Philipp I. um Hilfe; doch suchte sie auch an anderer Stelle um Beistand nach und setzte sich aus diesem Grunde mit Wilhelm FitzOsbern in Verbindung, der zu dieser Zeit der engste Vertraute König Wilhelms war. Zu Beginn des Jahres 1071 hatte der König den Grafen in die Normandie gesandt, um die von Maine her drohende Gefahr im Auge zu behalten. Nun erbot sich Richildis, Wilhelm FitzOsbern zu ehelichen und setzte ihn zum Vormund über ihren Sohn Arnulf ein.Er nahm das Angebot an und eilte zur Unterstützung seines Mündels und der ihm bestimmten Gemahlin "wie zu einem Spiel" nach Flandern, wobei er, wie erzählt wurde, nur von 10 Rittern begleitet wurde. Die Entscheidungsschlacht fand am 22. Februar 1071 bei Cassel statt und endete mit der Niederlage Richildis, dem Tod Wilhelm FitzOsbern und der Einsetzung Roberts le Frison als Graf von Flandern.
Ehlers Joachim: Seite 75,76
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"Die Kapetinger"
Als Graf Balduin VI. im Jahre 1071 [Richtig ist: 1070] starb, hatte sein noch minderjähriger Sohn Arnulf unter der Regentschaft seiner Mutter Richilde von Hennegau die Nachfolge angetreten, doch Balduins Bruder Robert ("der Friese") nutzte die bald aufkommende Unzufriedenheit des flandrischen Adels mit dem hennegauisch dominierten Grafenhof und suchte eigene Ansprüche durchzusetzen, gestützt auf die Städte Brügge, Gent und St-Omer. Richilde verlobte sich deshalb mit Wilhelm fitz Osbern, dem Truchseß Wilhelms des Eroberers, und bestellte ihn zum Vormund ihres Sohnes, dem auf diese Weise das Erbe der Grafschaft erhalten werden sollte. Gleichzeitig verhandelte sie mit dem französischen König und übertrug ihm zur Vorbereitung eines Bündnisses die Abtei Corbie (Dep. Somme). Deshalb konnte Philipp I. sein Heer, zu dem auch das normannische Kontingent Wilhelms des Eroberers sowie südflandrische und hennegauische Truppen gestoßen waren, als Hilfszug zur Unterstützung eines bedrohten Vasallen führen. Am 22. Februar 1071 kam es südlich von Dünkirchen bei Cassel zur Schlacht, in deren Verlauf Arnulf fiel und Philipps Heer eine deutliche Niederlage erlitt. Der König fügte sich erstaunlich schnell der neuen Lage, erkannte Robert den Friesen als Grafen an, indem er seine Lehnshuldigung entgegennahm. Im folgenden Jahr heiratete er Roberts Stieftochter Bertha von Holland. Diese Ehe war Ausdruck einer weitgehenden Vereinbarung, die der König in Besitz von Corbie ließ, ihm also eine Erweiterung der Domäne nach Norden einbrachte, und zugleich die guten Beziehungen zum Grafen von Flandern wieder herstellte, was umso wichtiger war, als Robert der Friese durch seine Feindschaft gegenüber Richilde und deren normannischer Verbindung ein potentieller Gegner Wilhelms des Eroberers geworden war.
Werner Matthias: Band I Seite 383,426-428
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"Der Herzog von Lothringen in salischer Zeit"
So stellt der Auftrag zur militärischen Unterstützung
Richildes
von Hennegau, den HEINRICH IV.
1071 neben dem Lütticher Bischof an Herzog Gottfried und aliis
Lutheringiae principibus richtete, die letzte königliche Inanspruchnahme
des Herzogs zur militärischen Sicherung dar.
Konkreter Anlaß des Übergangs an Lüttich
waren die Auseinandersetzungen der Gräfin Richilde, der Witwe
Graf
Hermanns von Hennegau (+ 1050/51) und Graf Balduins VI. von Flandern
(+ 1070), mit ihrem Schwager, Balduins VI. Bruder Robert dem
Friesen. Richilde hatte sich nach ihrer Niederlage am 20. Februar
1071 in der Schlacht von Cassel in den ihr verbliebenen Hennegau geflüchtet,
um von hier aus für ihren Sohn Balduin das flandrische Erbe zurückzuerobern.
Hierfür fehlten ihr jedoch die Mittel. Ihre finanziellen Nöte,
ihre Angewiesenheit auf militärischen Beistand und die Tatsache, daß
der Hennegau nach
Balduins VI. Tod an HEINRICH
IV. heimgefallen und noch nicht wieder als Lehen ausgegeben
war, eröffneten im Zusammenwirken
HEINRICHS
IV., des Lütticher Bischofs Theoduin und Herzog Gottfrieds
des Buckligen eine Lösung, die Richilde eine Fortsetzung des
Kampfes gegen Robert den Friesen erlaubte und
HEINRICH
IV. eine doppelte Wiedereinbindung der gefährdeten Grafschaft
Hennegau in das Reich ermöglichte [Eine Gefährdung war nicht
nur durch die bereits 1051 bewiesene politische Unzuverlässigkeit
Richildes
gegeben, vgl. Boshof, Lothringen (wie Anmerkung 13), Seite 101, sie bestand
auch in der Weise, daß bei einem Sieg Richildes über
Robert den Friesen die seit 1051 bestehende Vereinigung des Hennegaues
mit dem französischen Kronlehen Flandern ebenso erneuert worden wäre
wie bei einer Eroberung des Hennegaues durch Robert, der sich im
Frühjahr 1071 mit dem französischen König verbündet
hatte. Anders als bei den nördlich anschließenden Randzonen
Reichsflanderns hätte es sich hierbei um einen erheblichen Einbruch
in ein Kerngebiet Nieder-Lothringens gehandelt, vgl. Boshof, ebd., Seote
101.]: Richilde verkaufte ihre Eigengüter im Hennegau und der
Mark Valenciennes an den Bischof von Lüttich, um sie als Lehen wieder
zurückzuerhalten [Der Verkauf der allodia sua omnia in Hanonia
sita an den Bischof und ihre Rückgabe in feodo ligio
an
Richilde
und ihren Sohn Balduin erfolgten auf einer Versammlung
der fidelum nobilum et ministerialium der Lütticher
Kirche wohl im April 1071 in Fosses.], HEINRICH
IV. schenkte dem Bischof alle Güter und Hoheitsrechte des
Reichs, die dem comitatum de Hainou et marchiam Valentinam
ausmachten, der Bischof wiederum verlieh sie als erbliches Lehen an Herzog
Gottfried, der sie seinerseits als Afterlehen
Richilde und ihrem
Sohn übertrug.
Die Einbeziehung des niederlothringischen Herzogs in
diese komplizierte Regelung bot, wie Ganshof formulierte, bei der bekannten
Reichstreue Gottfrieds des Buckligen dem König und dem Lütticher
Bischof die sichere Garantie für die strikte Einhaltung der Lehenspflichten
durch Richilde.
Die günstige Gelegenheit, die seit 1051 mit der
Vereinigung Flanderns und des Hennegaues drohende Gefährdung des Reiches
im Westen auf Dauer zu verhindern, wie sie die unerwartete Situation des
Frühjahrs 1071 bot, wäre kaum anders als in der 1071 gefundenen
Weise zu nutzen gewesen: HEINRICH IV. selbst
hatte weder die Geldmittel noch die politischen Möglichkeiten zum
Erwerb und zur wirksamen Einbindung des hennegauischen Machtkomplexes,
und von den führenden Garanten der Reichsherrschaft in Lothringen
war allein der Lütticher Bischof finanziell in der Lage, Richilde
durch
den Kauf der umfangreichen hennegauischen Allode die benötigten Gelder
zu verschaffen. Da diese Allode von den Reichslehen zwar rechtlich unterschieden,
faktisch aber untrennbar mit ihnen verschmolzen waren [Deutlich bringt
dies Giselbert von Mons cap. 8 (wie Anmerkung 3), Seite 11, mit den Worten
zum Ausdruck: tanta allodia tanto honore insignita; vgl.
dazu Ganshof, Le rattachement (wie Anmerkung 82), Seite 510 mit Anmerkung
15. Ein gutes Einzelbeispiel ist die Burg Beaumont (Prov. Hainaut),
die zu den Reichslehen gehörte, vgl. MGH D H IV. 242, von der aber
Giselbert ebd., Seite 10 berichtet, Richilde habe in ihr eine Kapelle
zu Ehren des hl. Venatius erbaut und diese reichlich mit Ländereien
ausgestattet. Obgleich Giselbert ebd., Seite 11, vom Verkauf der allodia
sua omnia in Hanonia an Lüttich berichtet, kam es daneben
noch zu einzelnen Besitzverkäufen Richildes an andere Kirchen,
vgl. Ganshof, ebd., Seite 508 mit Anmerkung 3.], führte ihr Erwerb
durch den Bischof zwangsläufig auch zum Übergang der Reichsrechte
im Hennegau an Lüttich.
Droogenbroeck Frans van
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Sie starb 18.März 1086 und liegt begraben zu Hasnon.
Sie soll vielleicht nicht "von Mons" tituliert werden.
Besser wäre einfach "von Hennegau" und so meiden Sie jedenfalls die
alte Diskussion über Richeldes genaue Herkunft.
Ihre Vater war anscheinend auch ein Reginar, aber
aus Blutverwantschaftsgrunden (1.Ehe mit Hermann von Bergen) kann
dieser Reginar nicht aus der Dynastie der Grafen von Bergen abgestammt
haben.
Egidius von Orval sagt trotzdem dass Richilde Tochter
war eines Grafen Reginar, Sohn von Reginar Langhals (Gesta episcoporum
Leodiensium, MGH-SS-XXV, 79). Mit Reginar Langhals kann nicht Reginar III.
"Langhals" von Henegau (+ 973) gemeint sein. Da besteht aber auch noch
einen Reginar Langhals um 1033/34. In seinen Zeit wurde die Burg Ename
zerstört von Balduin V. von Flandern (Auctarium Affligemense, MGH-SS-VI-399).
1. oo Hermann von Mons, Graf von Hennegau
- 1051
31.3.1051
2. oo Balduin VI. der Gute Graf von Flandern
ca 1030-17.7.1070
3. oo Wilhelm Graf von Hereford und Essex
-22.2.1071 gefallen
Kinder:
1. Ehe
Roger Bischof von Chalons-sur-Marne (1066-1093)
-
Gertrud Nonne
-
2. Ehe
Balduin II. Graf von Hennegau
1056- 1098 nach 8.6.
Arnulf III. der Unglückliche
1055-22.2.1071
Literatur:
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Boshof Egon: Die Salier. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 1987 Seite 143 - Douglas David C.: Wilhelm der
Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs Verlag München 1994 Seite
228,229 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 75,76 - Goez Elke: Beatrix von Canossa
und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan
Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 23 - Jäschke Kurt-Ulrich:
Die Anglonormannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz
1981 Seite 98 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 136,142 - Leo Heinrich: Zwölf
Bücher niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle
1832 Seite 20-24 - Werner Matthias: Der Herzog von Lothringen in
salischer Zeit., in: Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan
Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 383, 426-428 -
von Mons, Richildis, Witwe des Grafen Hermann
vom Hennegau (dieser † um 1051 n.Chr.).
Sie übernimmt als Erbin des Grafen Reginher
die Grafschaft Hennegau mit Sitz in Mons und bringt sie als Heiratsgut
ihrem zweiten Mann mit ein, da dieselbe nach dessen Tod 1070 n. Chr. spätestens
im Jahr 1071 n.Chr. an den Sohn aus zweiter Ehe weiter gegeben wird. Zweite
Ehe um 1055 n.Chr. oder kurz davor. Aus der ersten Ehe hatte sie einen
Sohn Roger, der allerdings geistlich wurde und schon vor 1066 n.Chr.
Bischof
von Chalons-sur-Marne (C. en Champagne, womit er zu den sechs geistlichen
Pairs von Frankreich gehörte, was die überragende
Stellung der Familie des Hermann verdeutlicht.) war, sowie eine
Tochter (Gertrud), die Nonne wurde. Der Name der Richildis
wird auf deren Urenkelin tradiert
Balduin VI. von Flandern, Graf von Flandern 1067 n.Chr.
= Balduin I. Graf von Hennegau
* Valenciennes (Sitz der Grafen von Flandern) um 1030
n. Chr. (eher füher), † 17.7.1070 n.Chr.
Sie ist entsprechend
* um 1030 n.Chr. oder etwas früher und ihr erster
Mann kein von Hennegau, da sie ja die Grafschaft von ihrem Vater her
erbt. Ihr Sohn überträgt 1071 n.Chr. das Gebiet
der Grafschaft Hennegau dem Kloster des hl. Lampert, behält aber offenbar
den Rang eines Grafen von Hennegau für sich, den er dem flandrischen
vorzieht, während Gräfin Richildis sich offenbar nach
einem
anderen Besitztum benennt. Erst der Urenkel Gerhard
erhält
später diesen anderen Grafentitel seiner Familie. - Aus den Zusammenhängen
ergibt sich die folgende Fragestellung: Da ihr erster Ehemann Hermann
kein
von Hennegau ist, wie bereits
nachgewiesen, hat dieser wie später Balduin VI.
von Flandern als ihr zweiter Ehemann den Titel des Grafen vom Hennegau
durch die Heirat übernommen. Dieser Titel galt offenbar mehr und verwies
auf „karlische Abstammung“ so auch
richtig Grote, Seite 260 gegen diverse Andere.
Balduin VI. von Flandern, = Balduin I. Graf von Hennegau
(s.o. und siehe bei diesem),
* um 1030 n.Chr., † 17.7.1070 n.Chr.
Kinder Grote, Seite 258:
|- Balduin II. Graf von Hennegau, 1071 n.Chr.
* um 1056 n.Chr., † 1098 n.Chr.
|- Arnulf III. Graf von Flandern 1070-1072 n.Chr.
als solcher (= Arnold von Valenciennes 1051 n.Chr. ff.?).
„Robert der Friese griff erst nach seines Bruders
Balduin
Tod (1070 Juli 17.) den Sohn desselben, Arnulf an und besiegte
ihn in der Schlacht bei Cassel am 22. Febr. 1071, wo Arnulf blieb.“
(Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld für das Jahr 1071 Seite
96 Zeile 26 Fußnote 2). „Die Grafschaft Hennegau mit der Hauptstadt
Mons war vielmehr durch Richilde, die
Erbtochter jenes Reginher,
an Balduin gekommen.“ (Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld
für das Jahr 1071 Seite 101 Zeile 2 Fußnote 1) Der Text dazu
lautet: „Balduwin hatte einen Sohn, der noch ein unmündiger
Jüngling und zur Führung der Waffen noch nicht reif war.
Dieser flüchtete, als ihn plötzlich die schreckliche Kunde von
dem Tode seines Vaters und dem feindlichen Einfall traf, entsetzt zu dem
Könige der Franken, mit Namen Philipp,
Hülfe und Rache für den Tod des Vaters heischend, deswegen weil
sein Vater sowohl dem König als dessen Vorfahren oft in mißlichen
Lagen auf das Wohlwollendste beigestanden und einige von den Städten,
die Ruotbert eingenommen, von ihm zum Geschenk erhalten hatte. Jener,
über ein so unwürdiges Benehmen heftig erzürnt, führte
sogleich ein Heer nach Flandern, welches ohne Ordnung aufgebracht war und
nur aus eilig zusammengeraffter Mannschaft bestand, indem er sich zu sehr
auf die Größe seiner Macht und die Schwäche des Feindes
verließ. Aber Ruotbert, der, je weniger er ihm an Kräften
gewachsen war, um so mehr darauf bedacht war, die Sache mit List zu betreiben,
nahm eine Zeitlang den Schein der Furcht an und stellte sich, als
ob er flüchten wolle. Dann warf er seine Truppen unvermuthet und aus
einem Hinterhalt auf das Heer des Königs und jagte dessen Truppen
so großen Schrecken ein, daß sie die Waffen wegwarfen und nur
mit aller Anstrengung in der Flucht ihr Heil suchten. Von da an setzte
der Sohn Balduwins wenig Hoffnung mehr auf die Waffen; deshalb
kam er mit seiner Mutter zu HEINRICH,
dem Könige der Deutschen, der zu dieser Zeit in Lüttich, wie
vorher gesagt worden ist, sein Hoflager hatte, und flehte um dessen Hülfe
gegen die Gewaltthätigkeiten
seines Oheims. Und um ihn sich willfähriger zu machen,
übertrug er dem heiligen Lampert die Grafschaft weiland Grafen
Reginhers, nebst dem sehr festen Schlosse Bergen, welche Güter
nämlich seine Mutter von ihrem ersten Gemahl als Witthum erhalten
hatte.“ Dies ist - s.u. - jedoch unrichtig, nicht Hermann ist Sohn
des Reginher, sondern umgekehrt ist Richildis dessen Tochter.
Hermann
war zwar durch die Heirat zunächst de facto in die Herrschaft eingetreten,
sein Sohn Roger war allerdings für die Grafschaft nicht erbberechtigt
und übernimmt daher andere machterhaltende Aufgaben für die Familie
des Hermann. Folgerichtig nennt Lambert den Grafen Hermann
als den Vererber an seine Frau Richildis, auch wenn diese die Grafschaft
einbrachte. Das hat zu viel Verwirrung unter den späteren Bearbeitern
geführt.).
Interessante Variante aus:
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1370
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Balduin V., Graf von Flandern
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+ 1067
Begraben: in seinem Herrschaftszentrum Lille
oo Adela, Schwester Heinrichs I. von Frankreich
Vor seinem Herrschaftsantritt lehnte sich Balduin
mit Hilfe des Herzogs der Normandie gegen seinen Vater Balduin IV.
auf. Die Versöhnung fand möglicherweise während der Verkündigung
des ältesten bekannten flandrischen Gottesfriedens (1030) statt. 1035
folgte Balduin seinem Vater nach, dessen Expansionspolitik gegen das Imperium
er fortsetzte. Vermutlich 1045 übertrug ihm König
HEINRICH III. Grenzgebiete um Ename und Valenciennes. Der Expansionsdrang
Balduins,
der sich mit Gottfried dem Bärtigen, Herzog von Ober-Lothringen, und
Dietrich IV., Graf von Holland, gegen das Imperium verbündete, wurde
von einer Gegenoffensive HEINRICHS III.
(1049)
nur kurzzeitig unterbrochen. Ohne kaiserliche Erlaubnis vermählte
sich Balduins ältester Sohn Balduin VI. 1051 mit Richilde,
Witwe des Grafen von Henneberg. Erst nach gegenseitigen Kriegszügen
erfolgte 1056 die Belehnung Balduins VI. mit Hennegau. 1063 heiratete
Balduins
zweiter Sohn Robert die Witwe des Grafen von Holland,
Gertrud.
Der flandrische Graf stand auf dem Gipfel seiner Macht: Durch Verfügung
Königs
Heinrichs I. von Frankreich erhielt er als Schwager des Königs
nach dessen Tod (+ 1060) die Regentschaft für den minderjährigen
Thronfolger
Philipp.
Renier Count of Mons
born 1005 Mons, Hainault, Belgium
father:
Rainer IV. Count of Hainult, born Abt 0950 Of Duchy Of
Lower Hainault, died 1013/1049
mother:
Adwige/Avoise/Hedwig Capet de France, born about 0972
France, died about 1013
siblings:
Beatrice Countess of Hainault, born about 0998 Hainault,
Duchy Of Lower Lorraine, died 11 May 1033
Rottilde/Rothild De Hainault born 1000 Hainault, Belgium
spouse:
unknown
children:
Richildis de Hainault, born Abt 1034 Of Mons, Hainaut,
Belgium, died 15 Mar 1086
buried Hasnon Abbey
Aus der ersten Ehe hatte sie einen Sohn Roger, der allerdings geistlich wurde und schon vor 1066 n.Chr. Bischof von Chalons-sur- Marne (Satureiacum) als Bischof Roger III. war (er gründet 1073 n.Chr. in Huiron im Südwesten von Vitry-le-franèois eine Benediktiner-Abtei; sein gleichnamiger Vorgänger Roger II. verfolgte mit Bischof Anselm von Lüttich die Katharer der Champagne, wie aus einem erhaltenen Briefwechsel von 1048 n.Chr. ersichtlich und war ein Mitglied der Familie der Grafen von Blois, wie danach auch wiederum Philipp von Blois und aus derselben Familie Wilhelm (Guillaume) von Champagne dem Roger III. als dortige Bischöfe folgen, woraus zu folgern ist, daß auch Roger III. zu dieser Familie gehört haben wird, wie auch aus dem Namen seines Vaters Hermann zu schließen ist, der wohl ein bislang nicht zuzuordnender jüngerer Sohn des Eudes II. le Champenois aus dessen zweiter Ehe mit Ermengard (Hermingard) d’Auvergne sein dürfte, welche Annahme dadurch bestärkt wird, daß ein Bruder dieses Eudes (Otto) II. ebenfalls Roger hieß und Bischof (zu Beauvais) war; in die Reihe seiner Vogänger gehört Beuves, der Bruder der Frederuna von Ringelheim, so die „Annales ecclesiastiques de Chalons en Champagne par la succusion des évêques“.
Zu Richildis:
Alle Versuche, Richilde in die Linie der EGISHEIM/DAGSBURG
zu
schleusen, scheitern an dem Vorwurf, die Ehe zwischen Balduin und
Richilde
könne wegen zu naher Verwandtschaft nicht gültig gemacht werden.
Das ist jedoch nur kirchenrechtlich richtig, wenn Eltern oder Großeltern
Geschwister waren. Tatsächlich ist Robert
II. von Frankreich über seine Tochter
Adelheid der Urgroßvater Balduins und seine Schwester
Hedwig
ist durch ihre Ehe mit Reginar IV. Großmutter der Richilde.
Gemeinsamer Vorfahr der Richilde in III. und des Balduin in IV.
Grad ist somit Hugo Capet. Für
diese Ehe hätte damals die Freigabe erbeten werden müssen, worauf
beide im Bewußtsein ihrer Stärke verzichteten. Damit ist die
Herkunft der Richildis als einer HENNEGAU abschließend
geklärt.