Anskarius II.                                             Markgraf von Ivrea
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um 915-   940 ermordet
 

Einziger Sohn des Markgrafen Adalbert von Ivrea aus seiner 2. Ehe mit der Ermengard von Lucca, Tochter von Markgraf Adalbert II. von Tuszien
 

Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VII. 33. Anskar, Markgraf von Camerino und Spoleto 937
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              * wohl 915, + 940

Anmerkungen: Seite 122
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VII. 33. Anskar
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führte den Markgrafentitel (wohl als Mitglied des Hauses IVREA) schon 924 18. VIII., Hofmeister, Markgrafen 260, erhielt aber Camerino und Spoleto erst nach dem Tode Theobalds (siehe VII 32),
Tod Liudprand 5, 5-8.
Nach Carutti, Umberto Biancamano, 2. Auflage, 278f., soll von ihm der spätere Gegen-König Arduin von Ivrea abstammen; Hofmeister 421 findet mit Recht seine Beweisführung nicht überzeugend. Auch die Nachkommen, die ihm Dionisotto Familie celebri 24 f. gibt, sind, soweit ich sehe, nicht erweislich. [VII 42]


Werner Karl Ferdinand: Seite 468
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

Anskarius II. unterstützte auch König Hugo und wurde 936 durch ihn Markgraf-Herzog von Spoleto-Camerino. Er wurde dorthin abgeschoben, da ihm König Hugo mißtraute; als Eventualerben ließ er ihn letztlich ermorden.


Hlawitschka, Eduard: Seite 130-131
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

XXVII                  ANSCAR (II.)

der Sohn des Markgrafen Adalbert von Ivrea und dessen zweiter Gattin Ermengarda, wird zum ersten Mal genannt in einer am 18. August 924 in Pavia ausgestellten Urkunde König Rudolfs II. von Hoch-Burgund. Er intervenierte damals mit seinem Halbbruder Berengar II., dem späteren König, bei Rudolf für eine Bestätigung des Besitzes der S. Johanneskirche in Pavia. Berengar und Anskar zählten also zu den Anhängern des Burgunders, den ihr Vater Ende 921 mit ins Land gerufen hatte. Auch am 5. Dezember 924 war Anskar II. bei König Rudolf in Pavia. Hermengardis nobilissima comitissa et filii eius Berengariuset Ascerius incliti comites erwirkten dabei die Übergabe des Castel vecchio d'Asti an den (Grafen) Autbert von Asti. Mit dem 926 in Italien erscheinenden Hugo von der Provence scheint Anskar trotz der engen Bindung an König Rudolf bald in ein erträgliches Verhältnis gekommen zu sein. Seine Mutter Ermengarda war ja Hugos (Halb)schwester, die bald in dessen Umgebung gelangte. So ist Anskar auch im September 935 vor Hugo in Pavia und verzichtet nach dem Vertreter der pars publica auf gewisse von Kaiser KARL III. der Kirche von Parma geschenkte Besitzungen und Rechte. - Am 22. Juni 936 erwarb er in Asti das Castel vecchio, für dessen Übergabe an den Grafen Autbert er 924 schon bei König Rudolf interveniert hatte, und zwar schon von einem Wido clericus, dem Sohn des Grafen Autbert. Schon vorher, im Mai 933, hatte er Güter in der Umgebung von Asti, in Assegiasno, gekauft.
So breitete Anskar mit seinem Bruder Berengar die Macht des Hauses weit über Ivrea hinaus aus. Steht damit in Zusammenhang, daß rex Hugo (Anscerium) mimis suspectum habuerat, ne se occideret ac regnum sibimet optineret? Auf diesen Verdacht hin schob Hugo jedenfalls Anskar nach der Markgrafschaft Spoleto und Camerino ab, wo Markgraf Tebald I. gegen Ende 936 verstorben war. Aber auch dort "konspirierte" Anskar weiter. Den gefürchteten Neffen zu beseitigen, sandte deshalb KönigHugo seinen Pfalzgrafen Sarilo nach Spoleto. Von den Seinen verlassen, fiel Anskar (939) im Kampfe gegen eine erdrückende Übermacht.
Anskar II. hinterließ einen Sohn Amadeus. Im September 962 kaufte dieser als kaiserlicher Vasall mit seiner Gemahlin Guntilda, Tochter Rogers II. von Auriate, in Mosezzo vom (Grafen) Egelrich einen Anteil des dortigen Kastells [BSSS 78 (Novara) Seite 84, nr. 56 und Seite 81, nr. 55: accepi ad te Guntilda filia quondam Rotgeri comiti et cognus Amedei, filius quondam Anscarii marchio ...; vgl. dazu Skizze Maginfred von Lomello, Anmerkung 5. - Wahrscheinlich war dieser Sohn Anskars II. auch jener Amadeus miles, der - nach Liudprand, Antapod. lib. V, c. 18, Seite 140 - mit Berengar II. nach Deutschland floh. Berengar wäre dann also von seinem Neffen begleitet worden.].
Anskar war fränkischer Abstammung.


Pauler Roland: Seite 6,19
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"Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit"

Der Grund für die Abtrennung der Grafschaft von der Mark Ivrea lag ohne Zweifel darin, daß Markgraf Berengar und sein 940 ermordeter Halbbruder Anscar II. die Häupter der Opposition gegen Hugo und Lothar gewesen waren, und mit Adalbert schon einmal ein Markgraf von Ivrea am Sturze eines Königs - BERENGARS I. - maßgeblich beteiligt gewesen war; die Markgrafschaft sollte verkleinert werden.
Anscars I. Sohn Adalbertgehörte zu den Verschwörern gegen BERENGAR I., seine Söhne Berengarund Anscar II. waren es, die den Aufstand gegen König Hugo entfachten. Schon Hugo trennte deshalb die Grafschaften Turin und Asti von diesem Gefahrenherd ab und versuchte, im Markgrafen von Turin ein Gegengewicht zu dem übermächtigen Herrn von Ivrea aufzubauen.
 
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Amadeus (= Dado?) Graf von Pombia
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Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Seite 8,122 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 84,89,103,106,130-131,136,143,172,234,254,261,285 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 155 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 6,19 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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