Einziger Sohn des Markgrafen
Adalbert von Ivrea aus seiner 2. Ehe mit der Ermengard
von Lucca, Tochter von Markgraf Adalbert II. von Tuszien
Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"
VII. 33. Anskar, Markgraf
von Camerino und Spoleto 937
---------------------
* wohl 915, + 940
Anmerkungen: Seite 122
-----------------
VII. 33. Anskar
---------------------
führte den Markgrafentitel (wohl als Mitglied des
Hauses
IVREA) schon 924 18. VIII., Hofmeister, Markgrafen 260, erhielt
aber Camerino und Spoleto erst nach dem Tode Theobalds (siehe VII 32),
Tod Liudprand 5, 5-8.
Nach Carutti, Umberto Biancamano, 2. Auflage, 278f.,
soll von ihm der spätere Gegen-König
Arduin von Ivrea abstammen; Hofmeister 421 findet mit Recht
seine Beweisführung nicht überzeugend. Auch die Nachkommen, die
ihm Dionisotto Familie celebri 24 f. gibt, sind, soweit ich sehe, nicht
erweislich. [VII 42]
Anskarius II.
unterstützte auch König Hugo
und wurde 936 durch ihn Markgraf-Herzog von Spoleto-Camerino.
Er wurde dorthin abgeschoben, da ihm König
Hugo mißtraute; als Eventualerben ließ er ihn letztlich
ermorden.
XXVII ANSCAR (II.)
der Sohn des Markgrafen
Adalbert von Ivrea und dessen zweiter Gattin Ermengarda,
wird zum ersten Mal genannt in einer am 18. August 924 in Pavia ausgestellten
Urkunde König Rudolfs II. von Hoch-Burgund.
Er intervenierte damals mit seinem Halbbruder Berengar
II., dem späteren König,
bei
Rudolf für
eine Bestätigung des Besitzes der S. Johanneskirche in Pavia. Berengar
und Anskar zählten also zu den Anhängern des Burgunders,
den ihr Vater Ende 921 mit ins Land gerufen hatte. Auch am 5. Dezember
924 war Anskar II. bei König
Rudolf in Pavia. Hermengardis
nobilissima comitissa et filii
eius
Berengariuset
Ascerius incliti comites
erwirkten dabei die Übergabe des Castel vecchio d'Asti an den (Grafen)
Autbert von Asti. Mit dem 926 in Italien erscheinenden Hugo
von der Provence scheint Anskar
trotz der engen Bindung an König Rudolf
bald in ein erträgliches Verhältnis gekommen zu sein. Seine Mutter
Ermengarda
war ja Hugos
(Halb)schwester, die bald in dessen Umgebung gelangte. So ist Anskar
auch im September 935 vor Hugo
in Pavia und verzichtet nach dem Vertreter der pars publica auf gewisse
von Kaiser KARL III.
der Kirche von Parma geschenkte Besitzungen und Rechte. - Am 22. Juni 936
erwarb er in Asti das Castel vecchio, für dessen Übergabe an
den Grafen Autbert er 924 schon bei König
Rudolf interveniert hatte, und zwar schon
von einem Wido clericus, dem Sohn des Grafen Autbert. Schon vorher, im
Mai 933, hatte er Güter in der Umgebung von Asti, in Assegiasno, gekauft.
So breitete Anskar
mit seinem Bruder Berengar
die Macht des Hauses weit über Ivrea hinaus aus. Steht damit in Zusammenhang,
daß
rex Hugo (Anscerium)
mimis suspectum habuerat, ne se occideret ac regnum sibimet optineret?
Auf
diesen
Verdacht hin schob Hugo jedenfalls
Anskar
nach der Markgrafschaft Spoleto und Camerino ab, wo Markgraf Tebald
I. gegen Ende 936 verstorben war. Aber auch dort "konspirierte" Anskar
weiter. Den gefürchteten Neffen zu beseitigen, sandte deshalb
KönigHugo seinen Pfalzgrafen Sarilo
nach Spoleto. Von den Seinen verlassen, fiel Anskar
(939) im Kampfe gegen eine erdrückende Übermacht.
Anskar II. hinterließ
einen Sohn Amadeus.
Im September 962 kaufte dieser als kaiserlicher Vasall mit seiner Gemahlin
Guntilda, Tochter Rogers II. von Auriate, in Mosezzo vom (Grafen) Egelrich
einen Anteil des dortigen Kastells [BSSS 78 (Novara) Seite 84, nr. 56 und
Seite 81, nr. 55: accepi ad te Guntilda filia quondam Rotgeri comiti
et cognus Amedei, filius quondam Anscarii
marchio ...; vgl. dazu Skizze Maginfred von Lomello, Anmerkung
5. - Wahrscheinlich war dieser Sohn Anskars II.
auch jener
Amadeus
miles, der - nach Liudprand, Antapod. lib. V, c. 18, Seite
140 - mit Berengar
II. nach Deutschland floh. Berengar
wäre dann also von seinem Neffen begleitet worden.].
Anskar war fränkischer
Abstammung.
Der Grund für die Abtrennung der Grafschaft von der
Mark Ivrea lag ohne Zweifel darin, daß Markgraf
Berengar und sein 940 ermordeter Halbbruder Anscar
II. die Häupter der Opposition gegen Hugo
und
Lothar
gewesen waren, und mit Adalbert
schon einmal ein Markgraf von Ivrea am Sturze eines Königs - BERENGARS
I. - maßgeblich beteiligt gewesen war; die Markgrafschaft
sollte verkleinert werden.
Anscars
I. Sohn Adalbertgehörte
zu den Verschwörern gegen BERENGAR I.,
seine Söhne Berengarund
Anscar
II. waren es, die den Aufstand
gegen König Hugo entfachten. Schon
Hugo
trennte deshalb die Grafschaften Turin und Asti von diesem Gefahrenherd
ab und versuchte, im Markgrafen von Turin ein Gegengewicht zu dem übermächtigen
Herrn von Ivrea aufzubauen.
oo N.N.
-
Kinder:
Amadeus (= Dado?) Graf von Pombia
-
Literatur:
---------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Seite 8,122 - Hlawitschka,
Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962),
in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard
Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 84,89,103,106,130-131,136,143,172,234,254,261,285
- Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle
der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 155 - Pauler
Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen
1982 Seite 6,19 -