Adalbert                                                    König von Italien
------------                                                  Graf von Aosta
um 935-20.4.975
 

Ältester Sohn des Königs Berengar II. von Italien und der Willa von Tuszien, Tochter von Markgraf Boso
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 95
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Adalbert, König von Italien
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* 923/36 + 972/75

Sohn des Berengar Markgraf von Ivrea

Seine gemeinsame Krönung mit dem Vater zum König von Italien (15. Dezember 950 in S. Michele, Pavia) betrachtete OTTO I. als Usurpation und beschloß einen Italienzug. Am 23. September 951 war er in Pavia, das Berengar und Adalbert einen Tag früher verlassen hatten, um sich auf die Burg S. Marino zurückzuziehen. Ende des Jahres heiratete OTTO, nunmehr Rex Italicorum, Adelheid, die Witwe König Lothars und als Consors regni Erbin seiner Rechte. Trotzdem nannten sich Berengar und Adalbert weiterhin Könige von Italien. Auf dem Reichstag von Augsburg (7. August 952) belehnte OTTO, noch unschlüssig über seine Italienpolitik, Berengar und Adalbert nach Erhalt eines Treueides mit dem italienischen Königreich. In den folgenden 10 Jahren versuchte Adalbert gemeinsam mit seinen Eltern, die Selbständigkeit des Königreiches mit Gewalt wiederherzustellen. Was Adalbert im besonderen betrifft, so scheint es, dass die Grafschaft Aosta seiner direkten Kontrolle unterstellt wurde. 956 trat er in einer Schlacht dem Sohne OTTOS, Liudolf, entgegen (vielleicht bei Reggio), wurde jedoch geschlagen. Von Spoleto aus, das 959 ein anderer Sohn Berengars, Wido, erobert hatte, organisierte Adalbert eine Reihe von Einfällen in die Sabina. Aber gerade der auf Rom ausgeübte Druck spitzte die Lage zu, indem er Johannes XII. zwang, auf die Rückkehr OTTOS zu drängen, der auch im August 961 nach Italien zog. Adalbert versuchte vergebens, ihn an der Klause von Verona aufzuhalten. Im Herbst 962 flüchtete Adalbert zu den Sarazenen nach Fraxinetum und von dort aus nach Korsika. Dann verbündete er sich mit Johannes XII., der gegen OTTO Stellung genommen hatte. Nach der Landung in Centocelle gelangte er bis Rom, zog sich aber kurz danach, unmittelbar vor dem plötzlichen Eintreffen des Königs, zusammen mit dem Papst wieder zurück. Einen folgenden Versuch, Pavia wiederzugewinnen, kam Burchard von Schwaben zuvor, der Adalbert zwischen Parma und Piacenza entgegentrat und in die Flucht schlug. Vergeblich war auch einer seiner Versuche, eine gemeinsame Aktion mit dem byzantinischen Kaiser zustande zubringen, das interessiert war, die ottonische Politik in S-Italien zu durchkreuzen. Schließlich resignierte er und zog sich nach Burgund, dem Stammland seiner Gemahlin Gerberga, zurück. Bei seinem Tod hinterließ er einen Sohn, Otto Wilhelm.


Brandenburg Erich: Tafel 4 Seite 8
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VII. 36. Adalbert, Mit-König von Italien
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              * ca. 936, + nach 968 VII. (nach 971?)

Gemahlin: Gerberge, wahrscheinlich Tochter Letalds I. Graf von Macon
                        + ca. 990

                II. oo Herzog Heinrich von Burgund

Anmerkungen: Seite 122
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VII. 36 Adalbert

lebte noch 968 VII., Liudprand, Legatio cap. 29 f. Pfister, Robert II. 252, sucht wahrscheinlich zu machen, daß er nach 971 gestorben sei.
Gemahlin:
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Gerberge

Ihre Abstammung ist heiß umstritten. In einer Urkunde ihres Urenkels Odo (siehe X 47) von 1017/20, Ch.de St. Benigne p 170 nennt dieser seinen Vater Guido, seinen Großvater Odo Wilhelm (Adalberts und Gerbergas Sohn, siehe VIII 36), seinen atavus Letald. Da zu Adalberts Vorfahren Letald nicht gehört, liegt es nahe, in ihm Gerberges Vater zu sehen; sie wäre dann die Tochter des Grafen Letald I. von Macon, der von 931 bis 961 vorkommt und 971 tot war (siehe Poupardin, Boulogne 218) und dessen Besitzungen im Besitz von Adalberts nachkommen waren. Dieser natürlichsten Annahme sind aber zwei Bedenken entgegengehalten worden.
1. In den Gesta episcoporum Antissiodorensium, Bouquet 10, 171, wird gesagt, daß die Gemahlin Herzog Heinrichs von Burgund, (den Gerbergenach Adalberts Tode heiratete) eine Schwester des Grafen Hugo von Chalon sur Saone, Bischofs von Auxerre 999-1039, gewesen sei, also eine Tochter des Grafen Lambert von Chalon (+ 978). Vorausgesetzt, daß diese Angabe richtig ist, so kann es sich dabei schwerlich um Gerberge handeln, da deren ältester Sohn Odo Wilhelm spätestens 959/60 geboren wurde, sie selbst also spätestens etwa 943 geboren sein muß, während ihr angeblicher Bruder Bischof Hugo 978 noch sehr jung war und erst 1039 starb, vermutlich also um 965 geboren war; er mußte also über 20 Jahre jünger gewesen sein als seine Schwester, was zwar nicht unmöglich ist, aber doch starke Bedenken erweckt. Auch müßte ihre Mutter Adelheid dann spätestens um 927 geboren sein; sie heiratete aber nach Lamberts Tode (978/79) den Grafen Gottfried Grisgonell von Anjou und hatte von ihm auch noch einen Sohn, den sie also im Alter von etwa 52 Jahren geboren haben müßte, was ebenfalls sehr bedenklich stimmen muß. Wir wissen nicht, ob Herzog Heinrich von Burgund, bevor er (wohl um 875) die Gerberge heiratete, schon mit einer anderen Frau vermählt war; da seine Geburtszeit um 945 angesetzt werden kann, ist das aber durchaus nicht unmöglich; dann könnte sich die in Rede stehende Nachricht auf seine erste Frau beziehen; denn der Name der Frau wird in den Gesta nicht genannt. Auch muß darauf hingewiesen werden, daß Bischof Hugo als erbitterter Feind Odo Wilhelms und seiner Söhne erscheint ( siehe Poupardin, Bourgogne 419). Es scheint mir dennoch, daß Poupardin, a.a.O., und F. Lot, Derniers Carolingiens 325, die Bedeutung dieser Nachricht, wonach die burgundischen Grafen von Letald abstammten, unterschätzen, denn es geht nicht an, das Wort atavus als Besitzvorgänger zu deuten; ich kenne keinen sicheren Fall, wo das Wort in Urkunden dieser Zeit in anderem Sinne als in dem einer wirklichen Abstammung ebraucht würde.
2. Nun besteht aber noch ein anderes Bedenken, das schon Breßlau (Jahrbücher Konrads II. 2, 139f.) stutzig gemacht hat, und natürlich auch von Poupardin und Lot betont wird. Nach allgemeiner Annahme hat nämlich Graf Odo Wilhelm, Gerbergens Sohn, um 980 Irmtrud von Roucy, die Witwe des 979 verstorbenen Grafen Alberich von Macon, eines Sohnes des in Frage stehenden Letald, also nach unserer Annahme Bruders der Gerberge, geheiratet. Nun war aber nach den kirchlichen Vorschriften eine Ehe mit der Witwe des leiblichen Oheims völlig ausgeschlossen. Es wäre also in der tat unmöglich, Gerberge für eine Tochter Letalds zu halten, wenn diese Annahme über die Ehe seines Sohnes richtig wäre. Nun steht allerdings fest, daß sowohl Alberichs wie Odo Wilhelms Frau Irmtrud hieß; bei der Häufigkeit dieses Namens kann aber dieser Umstand allein die Identität beider Frauen nicht beweisen. Gleichzeitige Quellen wissen nichts davon, daß Odo Wilhelm Alberichs Witwe geheiratet habe. Diese Nachricht findet sich vielmehr erst in einem burgundischen Grafenkatalog aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts, für den Poupardin 214, Anmerkung 1, sich vergebens bemüht, eine frühere Aufzeichnung über die früheren Generationen als Grundlage nachzuweisen. Es heißt dort (Cartul. de l'eglisede Macon p. 6 n.7): ... Leotaldi comitis: Quo mortuo dominus Guilelmus comes uxorem illius accepit. Dies kann jedoch sehr leicht eine Kombination des soviel später lebenden Verfassers auf Grund der Namensgleichheit sein. Die Identität ist aber aus folgenden Gründen sehr unwahrscheinlich: Alberich erscheint 971 mit seiner Gemahlin Irmtruduns zwei Söhnen, welche die Urkunde (Chartes de Cluny n. 1291) unterschreiben, also doch wohl als mindestens 12-jährig anzunehmen sind; danach muß ihre Mutter Irmtrudallerspätestens um 942 geboren sein. Odo Wilhelms Frau aber hat diesem noch um 995 Kinder geboren (siehe VIII 50), wird also erheblich jünger zu betrachten sein. Ferner führt Poupardin selbst im Anschluß an die urkunde, Chartres de Cluny n. 1582, sehr beachtenswerte Gründe dafür an, daß Graf Alberich noch bis 981/82 gelebt habe. Nun kommt aber Odo Wilhelms ältester Sohn Guido neben dem Vater schon 994, als Graf 997 vor (Chartes de Cluny 2265 und 2387); dessen Sohn Otto aber als adolescns comes 1004 oder 1005 (Cartul. de Macon n. 487). Daraus folgt, daß Otto spätestens um 992, Guido aber spätestens um 975, jedenfalls aber vor 981 geboren sein muß. Auch diese Erwägung macht es sehr unwahrscheinlich, daß Irmtrud, die Gemahlin Odo Wilhelms, die Witwe des Grafen Alberich gewesen sein könnte, mag man nun dessen Tod mit Poupardin nach 981 oder gemäß der älteren Annahme auf 979 ansetzen.
Die geäußerten Einwände scheinen mir daher nicht ausreichend, die eigene Angabe des Grafen Otto über seine Abstammung von Letald zu entkräften, und ich halte diese mindestens für außerordentlich wahrscheinlich. Gerberge wird nach den obigen Ausführungen als um 940 geboren, um 958 vermählt anzusehen sein; sie lebte noch 986 IV. und war tot 993 11. V., siehe Poupardin, Bourgogne 223 [VII 47]


Werner Karl Ferdinand: Seite 468
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

VII. Generation
47
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Zum Todesjahr König Adalberts (bei Brandenburg "nach 968 VII [nach 971?]") vgl. Hiestand 219 mit Verweis auf C.G. Mor, L'eta feudale 1, 1952, 344: zwischen 972 und 975. In einer längeren Abhandlung hat Brandenburg (Anmerkung zu VII, 36) zu zeigen versucht, daß Gerberga, die Gattin Adalberts und Mutter des Grafen Otto Wilhelm von Macon, eine Tochter des Grafen Letald II. von Macon gewesen sei, und nicht des Grafen Lambert von Chalon. Diese Auffassung ist zurückzuweisen und die ältere beizubehalten. Vgl. zu den Grafen von Macon jetzt auch G. Duby, La societe aux XI et XII siecles dans la region maconnaise, Paris 1953, 91, vor allem 94ff. Otto Wilhelm (siehe VIII, 49) ist nicht in den Besitz der Grafschaft Macon gekommen als Sohn einer Grafen-Tochter aus diesem Hause, sondern als 2. Gemahl der Ermentrud, die in 1. Ehe den Grafen Albericus II. von Macon geheiatet hatte. Während die Söhne aus dieser 1. Ehe, Albericus und Letald, jung starben, trägt keines der Kinder aus Ermentruds 2. Ehe einen der Leitnamen des älteren Grafenhauses von Macon (Raculfus, Letald, Albericus); sie kommen auch bei den weiteren Nachkommen aus der Verbindung Otto Wilhelms mit Ermengard nicht mehr vor. Die chronologischen Bedenken von Brandenburg entfallen, da Gerberga die Tochter Lamberts von Chalon aus dessen 1. Ehe ist, nicht aus Lamberts 2. Ehe mit Adela, aus der Hugo, Bischof von Auxerre und Graf von Chalon, hervorging. Gerbergaihrerseits hat in 2. Ehe, nach dem Tode Adalberts, Otto-Heinrich, den Herzog von Burgund, geheiratet (siehe VIII, 14). Otto-Heinrich, der zunächst zum Kleriker vorgesehen war, hat nur eine Ehe geschlossen, eben die mit Gerberga, die mit ihrem Sohn Otto Wilhelm an seinem Hofe weilte. Das Zeugnis der Gesta episcoporum Autissiodorensium, HF 10,171, wonach die Gattin des Herzogs eine Schwester des Grafen Hugo von Chalon (und Bischof von Auxerre) gewesen sei, behält also seinen vollen Wert. Auch in einem anderen entscheidenden Punkt hat Brandenburg das Zeugnis der Leitnamen nicht beachtet. Er gibt selbst zu, daß Gerberga nicht die Tochter Letalds von Macon gewesen sein könne, wenn die Gattin Otto Wilhelms, Ermentrud, identisch ist mit Ermentrud von Roucy, der Tochter des Renaud de Roucy; denn, "nach den kirchlichen Vorschriften (war) eine Ehe mit der Witwe des leiblichen Oheims völlig ausgeschlossen." (Ermentrud von Roucy ist als Gattin des Grafen Alberich II. von Macon bezeugt, der nach der Annahme von Brandenburg der leibliche Bruder Gerbergas, der angeblichen Letald-Tochter, wäre. Otto Wilhelm hätte also die Witwe Alberichs, des [angeblichen] Bruders seiner Mutter Gerberga, geheiratet). Der Nachweis, daß die Gemahlin Otto Wilhelms nicht irgendeine andere Ermentrud war, wie Brandenburg unterstellt, sondern Ermentrud von Roucy, würde also die These von Brandenburg nach dessen eigener Auffassung zu Fall bringen. Nun ist aber an der Identität Ermentruds mit der gleichnamigen Tochter des Grafen Renaud de Roucy nicht zu zweifeln, denn ein Sohn aus Ermentruds Ehe mit Otto Wilhelm trägt den Namen des Großvaters, Renaud! Damit nicht genug: Eine Tochter trägt den ottonischen Namen Mathilde, und er ist ihr zugekommen aus dem Umstand, daß Renaud de Roucy ja Gemahl der Alberada war, einer Tochter aus der 1. Ehe von Gerberga, der Tochter König HEINRICHS I. und der Mathilde, mit Giselbert von Lothringen! Der von Brandenburg angefochtene Beleg für die Ehe Otto Wilhelms mit der Witwe seines Vorgängers in Macon, Alberich, eben der Ermentrud von Roucy (Cartul. de l'aglise de Macon nr. 7) ist also zutreffend: Zwar erst im 12. Jahrhundert aufgezeichnet, gibt er die Kenntnis in Macon selbst wieder. Dagegen ist ein Versehen die Angabe einer Urkunde des späteren Grafen Odo (Otto I.) von Macon, in der er Letald von Macon seinen atavus nennt: Hier wurde aus dem bloßen Vorgänger, mit dem Otto nicht blutsverwandt war, vom Hersteller der Urkunde ein Ahn gemacht. Von dieser Urkunde war Brandenburg ausgegangen und suchte die Richtigkeit ihrer Angabe gegen alle entgegenstehenden Momente zu erweisen.



Beim Liudolfingischen Aufstand stand Adalbert und sein Vater auf der Seite der Aufständischen. 959 begann er mit der Eroberung des Kirchenstaates. Dies hatte einen Hilferuf des Papstes an OTTO I. zur Folge. Adalbert floh 963 nach Korsika und nahm Verbindung zu den Sarazenen auf. 965 entfachte er einen Aufstand in Italien, der von Burchard von Schwaben unterdrückt wurde. Adalbert fand später bei Heinrich von Burgund in Autum Aufnahme und starb einige Jahre später.

Althoff Gerd: Seite 96,101,116,119
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"Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat"

Hier erreichte OTTO die Nachricht, daß in Italien König Lothar gestorben sei (22.11.950), Berengar und sein Sohn Adalbert die Königswürde an sich gerissen hätten und Berengar die Witwe Lothars, Adelheid, überdies in schimpflicher Weise in Gefangenschaft genommen habe.
Und Anfang August des Jahres 952 in Augsburg gelang der Ausgleich: Berengar und sein Sohn Adalbert leisteten OTTO einen Vasalleneid und erhielten von ihm Italien als Lehen. Allerdings wurden die Marken Verona und Aquileja Herzog Heinrich von Bayern zugeschlagen.
Der Papst Johannes XII. empfing im Frühjahr 963 Berengars Sohn Adalbert in Rom und schloß mit ihm ein Bündnis gegen den Kaiser. Überall sollen Johannes und Adalbert um Hilfe gegen OTTO nachgesucht haben: der Papst in Byzanz und sogar bei den Ungarn, die er angeblich veranlassen wollte, noch einmal ins Reich einzufallen, um OTTO so zur Rückkehr zu zwingen; Adalbert dagegen bei den Sarazenen und auf Korsika. Zum Kampf kam es jedoch nicht, vielmehr flohen Johannes und Adalbert.
Adalbert, der Sohn Berengars, kämpfte erneut um die Königskrone Italiens, so daß OTTO den Herzog Burkhard von Schwaben gegen ihn entsenden mußte, eine Aufgabe, die dieser erfolgreich erledigte.

Holtzmann Robert: Seite 140,146,149,163,183,188,193-196,202-206,208-210
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit"

Und schließlich starb, unvermutet und vor der Zeit, am 22. November 950 in Turin auch König Lothar. Hierdurch war für Berengar der Weg zum Throne freigemacht. Er erreichte sogar gleichzeitig die Sicherung der Nachfolge, indem seine Anhänger ihn und seinen ältesten Sohn Adalbert am 15. Dezember 950 in San Michele zu Pavia zum König der Langobarden wählten und krönten.
Der angesagte Reichstag fand um den 7. August 952 auf dem Lechfeld südlich von Augsburg statt. Auch Liudolf war anwesend, und aus Italien erschienen Berengar und Adalbert, die man wohl schwerlich ganz ohne Bewachung gelassen hatte. Sehr zahlreich war die oberitalienische Geistlichkeit vertreten, die der deutschen Sache offenbar wohlwollend gegenüberstand. Berengar und Adalbert leisteten hier in OTTOS Hände einen Vasalleneid und empfingen von ihm das Königreich Italien durch das Zeichen eines goldenen Szepters. Damit war die Oberherrschaft OTTOS anerkannt, Italien ein Unterkönigreich in der Hand Berengars und seines Sohnes. Mit dieser Tatsache hatte sich Berengar wohl von vornherein abgefunden. Sehr schlimm aber war es für ihn, daß er das ganze östliche Drittel seines Königreiches abtreten mußte.
In Italien schließlich haben sich Berengar und Adalbert natürlich sofort den Aufständischen angeschlossen und auch wirklich die Marken Verona und Aquileja wieder an sich gebracht.
Im Herbst 956 zog Liudolf mit einem ansehnlichen Heer über einen der Bündner Pässe nach Italien und nahm mit großem Erfolg den Kampf gegen Berengar und Adalbert auf. Er hielt seinen Einzug in Pavia, Berengar wurde in einer Schlacht geschlagen, ganz Oberitalien unterworfen.
Nur Italien verharrte in offener Feindschaft gegen den deutschen König. Denn hier ist nach dem Tod Liudolfs die deutsche Herrschaft zum zweitenmal zusammengebrochen, Berengar und Adalbert regierten wieder in Pavia.
Jetzt glaubte Berengar, nachdem er seine Herrschaft in Oberitalien wieder befestigt und seine Widersacher, wie den Erzbischof Walpert von Mailand, den Bischof Waldo von Como und den Markgrafen Otbert, den Stammvater des Hauses ESTE, vertrieben hatte, die Zeit gekommen zu einem Krieg gegen das Herzogtum Spoleto, dessen starke Selbständigkeit es zu brechen galt, ja sogar gegen Rom und den Kirchenstaat, den schon die alten Langobarden-Könige Liudprand, Aistulf und Desiderius hatten erobern wollen. Während er selbst von Ravenna aus im Jahre 959 gegen den Herzog Theobald von Spoelto zog, rückte sein Sohn Adalbert in den Kirchenstaat ein. In dieser Lage rief Johannes XII. den deutschen König zu Hilfe. OTTO wußte, daß es an Schwierigkeiten nicht fehlen werde. Berengar und Adalbert hatten ihre Stellung ausgebaut und stützten sich auf einen starken Anhang. In Oberitalien fand man wenig Widerstand; Berengar floh mit den Seinen auf einige feste Burgen im Apennin und bei den oberitalienischen Seen. Aber die Belagerungen zogen sich lange hin, und dem König Adalbert gelang es, nach Korsika zu entkommen, von wo er mit den Sarazenen in Fraxinetum und mit Papst Johannes XII. in Verhandlungen trat. Dadurch erwuchsen dem Kaiser eine bedrohliche Lage und eine neue Aufgabe.
Als OTTO Anfang November 963 vor Rom erschien, flohen Johannes und Adalbert in die benachbarte Campagna, von wo Adalbert nach Korsika zurückkehrte, während der Papst sich der trügerischen Hoffnung hingab, die Gnade des Kaisers wiedererlangen zu können.
In den letzten Tagen des Jahres 963 gerieten Berengar, Willa und ihre Töchter in Gefangenschaft. Die drei Söhne Berengars, König Adalbert, Markgraf Wido und Konrad, waren in der Fremde.
Früher als er gedacht, riefen die italienischen Angelegenheiten den Kaiser wieder nach dem Süden. In Italien hatte etwa zwei Monate nach OTTOS Weggang eine Anzahl langobardischer Herrn, darunter Graf Bernhard von Pavia, sich gegen die deutsche Herrschaft erhoben und den flüchtigen König Adalbert zurückgerufen. Sogar zwei Bischöfe waren im Einvernehmen: Wido von Modena, den OTTO 962 das Erzkanzleramt für Italien, das er unter Berengar innegehabt, belassen und Sigolf von Piacenza. Der Kaiser schickte den Herzog Burchard von Schwaben gegen die Aufständischen, Burchard errang am 25. Juni 965 einen Sieg, Adalbert floh wieder ins Gebirge, sein Bruder, Markgraf Wido ist gefallen.
OTTO fand auf seinem dritten Italienzug (966-972) keinen Widerstand. Adalbert floh außer Landes, die Römer riefen den Papst zurück in der vegeblichen Hoffnung, dadurch die Gnade des erzürnten Kaisers zu gewinnen.
Ein halbes Jahr lang, vom November 968 bis in den Mai 969, weilte OTTO mit Truppen in Calabrien und Apulien. Und wenn er sich auch nirgends festsetzen konnte, so hatte er doch den wichtigen Erfolg, den Prätendenten Adalbert endgültig zu vertreiben. Der ehemalige Langobarden-König irrte einige Jahre in der Fremde umher, bis er schließlich durch Herzog Heinrich von Burgund, einen Bruder des Herzogs Hugo Capet von Franzien, in Autun Aufnahme fand und nach wenigen Jahren starb.
 
 
 
 

  oo Gerberga von Macon, Tochter des Grafen Leotald II.
       um 940-   986/91
 
 
 
 

Kinder:

  Otto Wilhelm Graf von Macon
  958/59-21.9.1026

  Gisela
        -

  oo Anselm I. Markgraf von Montferrat
             - um 1020
 
 
 
 

Literatur:
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Adelheid Kaiserin und Heilige 931 bis 999 Info Verlag Karlsruhe 1999 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 96,101,116,119 - Beumann, Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite 67,71,84,94-96,100, 109,169 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Seite 8,122 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 63 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 87,89 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 74,91,118,139,172,188,216,231,233,283 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 140,146,149, 163,183,188,193-196,202-206,208-210,434 - Pauler Roland: Das Regnum Italiae in ottonischer Zeit. Max Niemeyer Verlag Tübingen 1982 Seite 6,19 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 314,317 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 195 - Schneidmüller Bernd/ Weinfurter Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" Verlag Philipp von Zabern Mainz 2001 Seite 198,270 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 36,39-42 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 136,140 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 188-190,197-200,202,214 - Werner Karl Ferdinand: Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation) Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Seite 468 - Wies, Ernst W.: Otto der Große, Bechtle Esslingen 1989, Seite 130-245 -
 
 
 
 
 
 


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