Balduin III.                                      König von Jerusalem (1143-1163)
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112910.2.1163 ermordet
            Tripolis

Begraben: Jerusalem, Grabeskirche
 

Ältester Sohn des Königs Fulko von Jerusalem aus dem Hause ANJOU aus seiner 2. Ehe mit der Melisende von Jerusalem, Tochter von König Balduin II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1367
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Balduin III., König von Jerusalem seit 1143
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* 1130, Februar 1163
                Beirut

Wahrscheinlich Opfer eines Giftmordes

Begraben: Jerusalem, Grabeskirche

Ältester Sohn Fulkos (V. von Anjou), dem er im November 1143 nachfolgte, und der Melisende, Tochter Balduins II.

Die ersten Jahre seiner Regierung wurden von Machtkämpfen zwischen ihm und seiner Mutter überschattet, die erst 1152 zu seinen Gunsten endeten. Seine Herrschaft war durch Krieg mit den Truppen des Nuraddin und eine Annäherung an das Byzantinischen Reich gekennzeichnet; das Bündnis mit Byzanz richtete sich gegen Nuraddin und sollte zugleich der Eroberung Ägyptens dienen. Es wurde 1158 durch Balduins Heirat mit der byzantinischen Prinzessin Theodora Komnena gefestigt. 1148, während des 2. Kreuzzuges, beteiligte sich Balduin an den erfolglosen Angriff auf Damaskus. In den folgenden Jahren war er in den Angelegenheiten Antiochias, das es zu verteidigen galt, verwickelt; 1152 übernahm er die Regentschaft dieses Fürstentums. Sein Versäumnis, die Reste der Grafschaft Edessa zu verteidigen, nötigte ihn, sie 1150 dem byzantinischen Kaiser Manuel I. abzutreten. Zur gleichen Zeit bereitete er die Eroberung von Asakalon, dem letzten ägyptischen Stützpunkt im Heiligen Land vor. 1150 ließ er die Burg Gaza errichten, die er dem Templerorden übertrug. Dadurch wurde der Weg für einen unmittelbaren Angriff auf Askalon gebahnt, das Balduin 1153 nach fünfmonatiger Belagerung einnahm. Weniger erfolgreich waren seine Feldzüge gegen Nuraddin (1154-1159). Es gelang ihm nicht, Nuraddin an der Eingliederung des islamischen Syrien zu hindern, er verlor Edessa und vermochte nur mit größter Anstrengung den Bestand der übrigen lateinischen Staaten im Norden von Jerusalem zu sichern. Dennoch stand er bei seinen Zeitgenossen in hohem Ansehen, so auch bei dem Geschichtsschreiber Wilhelm von Tyrus; selbst sein großer Gegner, Nuraddin, achtete ihn hoch. Während Balduins Regierung wurde ein Neubau der Grabeskirche errichtet, ebenso ein neuer Markt in Jerusalem, der sogenannte "Markt der Königin Melisende".


Brandenburg Erich: Tafel 7 Seite 15
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 45 b. BALDUIN III., König von Jerusalem 1143
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* 1129 oder 1130, 1162 10.II.

Gemahlin:
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1158 IX.
Theodora, Nichte des Kaisers Manuel von Byzanz
* 1144, ...


Thiele, Andreas: Tafel 171
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BALDUIN III.
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* 1131,1163 (ermordet)

Balduin III. folgte 1142, ein durchaus würdiger König. Er trat der Mutter einen Teil des Reiches ab, geriet gegen sie und den Connetable 1152/53 in offenen Krieg und belagerte sie in Jerusalem, zwang sie zum Verzicht und verjagte den Connetable. Balduin III. erbte 1161 Nablus von der Mutter. 1147 ging die Grafschaft Edessa verloren, was der Anlaß zum 2. Kreuzzug 1147-1149 war, der in einem Fiasko endete und einen nachhaltigen Stopp der Kreuzzugsbegeisterung bewirkte. Er gewann Askalon von Ägypten dazu und, mußte seitdem zu Lande und zu Wasser verlustreiche ägyptische Angriffe hinnehmen. Balduin III. stritt mit den Vasallen, dem Patriarchen von Jerusalem und den Templern, von dessen Einfluß er sich zu lösen versuchte und wurde durch diese vergiftet. Er unterstützte zeitweise Damaskus gegen Bagdad.

  oo THEODORA VON BYZANZ, Tochter des Prinzen Isaak Komnenos
               nach 1163


Balduin III. stand nach dem Tode seines Vaters unter der Regentschaft seiner Mutter, die sich im großen und ganzen den zentrifugalen Bestrebungen der Jerusalemer Barone gewachsen zeigte. Am 23. 12.1144 eroberte Zengi, Fürst von Mosul und Aleppo, die Stadt Edessa, was den Anlaß zum 2. Kreuzzug gab. Die vom französischen und deutschen König durchgeführte Belagerung von Damaskus (1147) mußte schmählich aufgegeben werden. 1154 konnte Nur ad-Din Damaskus besetzen. Balduin führte nach Erlangung der Großjährigkeit gegen seine Mutter regelrecht Krieg, um die Herrschaft nicht mit ihr teilen zu müssen. Balduin war nicht mehr in der Lage, mit der wachsenden Macht der Barone im Innern fertig zu werden. Herausragendes Ereignis seiner Regierung war die Eroberung von Askalon (1153). Balduin wurde von einem sarazenischen Arzt vergiftet.

Payne Robert: Seite 176
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"Die Kreuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab"

Einige Monate später erkrankte der König auf einer Reise durch Tripoli selber und starb, wahrscheinlich weil ihn der Graf von Tripoli durch einen Arzt hatte vergiften lassen. Sein Leichnam wurd emit gebührendem pomp und Zeremoniell nach Jerusalem gebracht, um neben den anderen Kömigen von Jerusalem in der Grabkirche beigesetzt zu werden.
 
 
 
 

 1159
  oo Theodora Komnena, Tochter des Prinzen Isaak Komnenos
  x  1145um 1180           Nichte des Kaisers Manuel I.

 
 


 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 7 Seite 15 - Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 129, 147 - Großer Bildatlas der Kreuzzüge. Sechs Jahrhunderte abendländischer Kultur- und Glaubensgeschichte. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1992 Seite 50,51 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 142,150 - Kugler Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 237,240 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge. Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 81,86,87,96,97,100-109 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 143,150,168 - Payne Robert: Die Kreuzzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 153-176,177 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 538,546-547,583-588,633-634,635-639,640-648,650,652-653, 654-655,662-666 - Sippel Hartwig: Die Templer. Geschichte und Geheimnis. Amalthea Verlag 1996 Seite 100 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 171 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 361,546,547 - WELTGESCHICHTE Band 13 Byzanz Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1998 Seite 282 - Zöllner Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 96,105,108,172 -