Fulko V. der Jüngere                        König von Jerusalem (1131-1143)
--------------------------                       Graf von Anjou (1109-1129)
1089/92 10. oder 13.11.1143
                 Akkon

Begraben: Grabeskirche Jerusalem
 

Einziger Sohn des Grafen Fulko IV. Rechin von Anjou aus seiner 5. Ehe mit der Bertrada von Montfort, Tochter von Graf Simon I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1016
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Fulco, Graf von Angers/Anjou, Touraine und Maine (regierend 1109-1128) und
--------                                        König von Jerusalem (1131-1143)
* um 1090, 10. November 1143 durch Jagdunfall

Begraben: Grabeskirche

Sohn Fulcos IV., Grafen von Anjou, und dessen Gattin Bertrada von Montfort (der späteren Konkubine Philipps I. von Frankreich)

Als Graf war er bestrebt, die gräfliche Obergewalt über seine Vasallen zu behaupten bzw. wiederherzustellen. Er beteiligte sich, zunächst unter mehrfachem Parteiwechsel, an den zwischen Heinrich I. von England und Ludwig VI. von Frankreich, um durch Vermählung seines Sohnes Geoffroy Plantagenet mit Heinrichs Tochter Mathilde, der Witwe Kaiser HEINRICHS V., schließlich auf die anglonormannische Seite überzutreten (1120). Bereits 1120 besuchte Fulco das Heilige Land und wurde zum Förderer des Templerordens (Subsidiengewährung, Unterhalt zweier Templer im Heiligen Land). Ende 1127 oder Anfang 1128 empfing der inzwischen verwitwete Fulco eine Gesandtschaft Balduins II., Königs von Jerusalem, der, ohne männliche Erben, ihm die Hand seiner Tochter Melisende anbot, verbunden mit dem im Namen des Königs und der Großen erteilten Versprechen, dass er sich binnen 50 Tagen nach Eintreffen im Heiligen Land mit Melisende vermählen könne und als König eigenen Rechts, nicht bloß als Prinzgemahl regieren solle. Nach Übergabe der angevinischen Regierung an Geoffroy brach Fulco 1128 nach Palästina auf, wo er Melisende kurz vor Pfingsten heiratete und als Mitgift Akkon und Tyrus empfing. 1129-1131 half er seinem Schwiegervater bei der Regierung. Balduin II. änderte auf dem Sterbebett sein früheres Abkommen mit Fulco jedoch dahingehend, dass - neben Fulco - nun auch Melisende sowie beider Sohn Balduin III. die Königswürde empfangen sollten. Infolgedessen wurden Fulco und Melisende nach dem Tode König Balduins II. (21. August 1131) gemeinsam in der Grabkirche gekrönt (14. September 1131), ohne vorherige Wahl. Anschließend versuchte Fulco, seine Gemahlin aus ihrer Machtstellung zu verdrängen, was zu den ersten Adelsrevolten im Kreuzfahrer-Königtum führte. Nach 1134 wurde Fulco schließlich gezwungen, seine Frau zur Mitregentin zu machen. Parallel zu diesen Auseinandersetzungen war Fulco 1131-1133 mit Angelegenheiten des Fürstentums Antiochia als dessen Regent befaßt. Er nötigte seine Schwägerin Alice, die Fürstin-Witwe von Antiochia, und deren Verbündete, die Fürsten von Tripoli und Edessa, zur Anerkennung seiner Regentschaft und setzte die Heirat der Erb-Tochter Constance mit Raymond von Poitiers durch. Während der nachfolgenden Phase seiner Regierung, insbesondere in den Jahren 1134-1139, war Fulcos Außenpolitik vom Kampf gegen das Vordringen Zengis von Mosul bestimmt. Nach seinem Scheitern vor Hims (1137) belagerte Zengi das zur Grafschaft Tripolis gehörige Montferrand (Barin) im oberen Orontestal. Das von Fulco geführte Entsatzheer wurde in Montferrand eingeschlossen; Fulco trat die Festung 1138 gegen freien Abzug, an Zengi ab. Fulcos zunächst erfolgreicher Versuch, eine große Koalition gegen Zengi zu bilden (1138), unter Beteiligung de Byzantinischen Reiches sowie der Fürstentümer Antiochia und Edessa, blieb wirkungslos, da Kaiser Johannes II. Komnenos rasch wieder aus dem Bündnis ausschied. Doch schloß der von Zengi bedrängte Wesir von Damaskus mit dem Königreich Jerusalem einen Beistandspakt; Fulco konnte Zengi die wichtige Festung Banyas, die Galiläa und Damaskus kontrollierte, entreißen. Die Tatsache, dass Zengi in den nächsten fünf Jahren durch innerirakische Auseinandersetzungen gebunden war, erleichterte Fulco die Sicherung der Südgrenze seines Königreiches durch ein großangelegtes Festungsbauprogramm, mit dem Fulco in die Fußtapfen seiner angevinischen Vorfahren trat.


Brandenburg Erich: Tafel 7 Seite 15
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 16 e. FULCO V. DER JUNGE, Graf von Anjou 1109, König von Jerusalem 1131
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* 1092, 1143 10.XI.

Gemahlinnen:
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a) ca. 1108 (nach 1106, vor 1109)
Eremburg, Tochter des Grafen Elias von Maine

       1126

b) 1129 2. VI.
Melisende, Tochter König Balduins II. von Jerusalem (siehe XII. 376.)

       1161 11.IX.


Thiele, Andreas: Tafel 171
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

FULKO V. "DER JUNGE"
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* 1092, 1142

Fulko V. der Jüngere folgte 1109 seinem Vater, setzte den Erbkrieg um Maine fort, gewann es und behauptete es gegen Normandie und Bretagne. Er schaffte eine straffe, bis dahin in Frankreich kaum existierende, geordnete Administration in seinem "ANJOU-Reich" und Frieden mit den Nachbarn, um sich ab 1120 völlig dem Orient zuwenden zu können. Er verzichtete 1129 an den Sohn Gottfried und wurde Graf von Tyros und Akkon und 1131 König von Jerusalem. Seit 1137 war der Johanniterorden auch Ritterorden (gegründet schon um 1060 als Hospitalorden) und rivalisierte mit den Templern. Fulko erlangte durch viele Kriegs- und Plünderungszüge die größte Ausdehnung des Königreiches durch das Gebiet Moab (Ostufergebiet des Toten Meeres, Krak des Moabites) und baute noch viele andere große Burgen zur Sicherung und stritt ständig mit den Kronvasallen, den Ritterorden und dem Klerus. Fulko verjagte unter anderem 1132 den Grafen Hugo II. de Puiset von Jaffa und wurde stark von seiner ehrgeizigen Frau beeinflußt. Er starb durch einen Sturz vom Pferd bei der Jagd auf einen Hasen.

 1111
  oo ERENBURG VON MAINE, Tochter und Erbin des Grafen Elias I. de la Fleche (Haus BEAUGENCY)
              um 1126

 1129
  oo MELUSINE VON JERUSALEM-RETHEL, Tochter und Erbin des Königs Balduin II.
               1161


Mayer Hans Eberhard: Seite 81-86,104,105,148,162,163,172,261
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Die Nachfolge Balduins II. war noch zu Lebzeiten geregelt worden. Da er keine Söhne hatte, ersah man seine älteste Tochter Melisendis zur Thronerbin aus. Man brauchte für Melisendis freilich einen Mann, der sie bei der Regierung unterstützen, die königliche Kriegspflicht wahrnehmen und mit ihr Thronerben zeugen würde. Im Herbst 1127 schickte man nach Frankreich und warb für die Prinzessin um die Hand des mächtigen Grafen Fulko V. von Anjou. Als Lockmittel, aber vielleicht auch, um dadurch dem Adel die weibliche Erbfolge schmackhafter zu machen, versprach man ihm, dass er nicht nur als Prinzgemahl, sondern gemeinsam mit seiner Frau in einer Samtherrschaft regieren werde. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig, weil das Erbrecht der Melisendis noch immer überschattet war von der illegalen Art, mit der ihr Vater auf den Thron gekommen war. Der Durchbruch bei den Verhandlungen erfolgte erst 1129, nachdem Jerusalem die Melisendis förmlich zur Erbin des Reichs (haeres regni) ernannt hatte. Ganz gewiß geschah dies auf Betreiben Fulkos, der hier das ihm nachweislich genau bekannte Vorbild der Ernennung der Kaiserin-Witwe Mathilde zur Erbin Englands im Januar 1127 auf den lateinischen Osten übertrug. Fulko kam 1129 ins Heilige Land, heiratete sofort Melisendis und wurde von Balduin II. schon zu Lebzeiten an der Regierung beteiligt. Am 14. September 1131 wurden Fulko und seine Gemahlin gekrönt, nun nicht mehr in Bethlehem, sondern diesmal und künftig in der Jerusalemer Grabeskirche, deren großartiger Ausbau durch die Kreuzfahrer unter Fulko zum Abschluß kam (Weihe erst am 15. Juli 1149). Die Verbindung mit Fulko, der das Vertrauen des Papstes und des Königs von Frankreich genoß, brachte der Dynastie von Jerusalem einen beträchtlichen Prestigegewinn, denn Fulkos Sohn Gottfried Plantagenet hatte 1128 die Kaiserin-Witwe Mathilde, die einzige Tochter Heinrichs I. von England, geheiratet und so die Dynastie der PLANTAGENETS gegründet, die mit England, der Normandie und dem angiovinischen Hausbesitz ein riesiges Reich beherrschen sollten. Die Erhebung Fulkos zum König von Jerusalem begründete erstmals ein stärkeres Interesse Englands an dem Wohlergehen der Kreuzfahrerstaaten.
Der etwa 40-jährige Fulko mußte sogleich nach seiner Krönung wie sein Vorgänger nach Norden ziehen, wo die Fürstin-Mutter Alice die Herrschaft von Antiochia wieder an sich reißen wollte, unterstützt von Tripolis und Edessa, die beim Thronwechsel die jerusalemitanische Oberherrschaft abzuschütteln suchten. Fulko mußte über See nach Antiochia, wo er die Regentschaft übernahm, um anschließend den rebellischen Grafen von Tripolis bei Chastel Rouge zu schlagen und eine Versöhnung zu erzwingen.
In die gleiche Zeit fallen die ersten Adelsrevolten innerhalb des eigentlichen Königreiches Jerusalem. Romanus von Le Puy, für den unter Balduin II. ein großes Kronlehen in Oultrejourdain (Transjordanien) geschaffen worden war, überwarf sich mit dem König. Er verlor sein Lehen und wurde durch des Königs Schenk Paganus ersetzt. Diese Revolte fällt wohl noch in die Endzeit Balduins II., aber dann muß Romanus zweimal revoltiert haben, denn er war unzweifelhaft tief verstrickt in die weit gefährlichere Revolte Hugos von Le Puiset, des mächtigen Grafen von Jaffa, wo zwischen 1108 und 1110 eines der großen Kronlehen aus der Krondomäne gebildet worden war. Die früher auf 1132 datierte Revolte kann frühestens 1133 erfolgt sein, eher lag sie spät im Jahre 1134. Gerüchte sprachen von einer Liebesaffäre zwischen Hugo und Melisendis, aber sicher hatte die Revolte politische Gründe, vermutlich einen als wahrscheinlich zu unterstellenden Versuch Fulkos, die von Balduin II. begründete Samtherrschaft durch eine Alleinherrschaft abzulösen. Fulko suchte sich Hugos durch einen Prozeß vor der Haute Cour, dem feudalen Kronrat, zu entledigen. Als sich der des Hochverrats beschuldigte Hugo dem gerichtlichen Zweikampf mit seinem Stiefsohn Walter von Caesarea entzog, kam das Gericht zu einem Schuldspruch. Der Graf warf sich in seine feste Stadt Jaffa und verschaffte sich gar aus Askalon ägyptische Hilfstruppen. Da sein Hochverrat nun offenbar geworden war, ließen ihn selbst seine Vasallen im Stich. In eine unhaltbare Situation geraten, mußte er sich zur Unterwerfung bequemen und wurde auf drei Jahre des Landes verwiesen, starb aber im Exil, nachdem er vor seiner Abreise durch einen Mordversuch, an dem das Volk dem König die Schuld gab, schwer verletzt worden war. Noch überwog das Prestige der Krone, aber weniger die Tatsache der Revolten an sich, als vielmehr die Milde der Strafen beweisen, dass Fulko im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht zu den starken Königen Jerusalems gerechnet werden darf. Der König, von Wilhelm von Tyrus als tüchtigen Krieger, aber als ungemein vergeßlich geschildert, war weicher veranlagt als seine beiden Vorgänger, aber er besaß ein unbestreitbares diplomatisches Geschick. Er hatte mit einer außergewöhnlich energischen Frau zu rechnen, und die Aussage Wilhelms von Tyrus, dass er nach der Niederwerfung der Revolte Hugos so unterwürfig wurde, dass er mit Melisendis selbst in den kleinsten Details zusammenarbeitete, ist der Schlüssel zum Verständnis der Revolte: vorher hatte Fulko seine Frau offenbar nicht konsultiert.
Kaum war die Revolte in Jaffa niedergeschlagen, als der König wiederum nach Antiochia mußte, das er vor sarazenischer Bedrohung rettete. Mann wollte endlich einen eigenen Fürsten haben, und Fulko entschied sich 1133 für Raimund von Poitiers, den Sohn des Herzogs Wilhelm IX. von Aquitanien.
Imad ad-Din Zengi, Herrscher von Mosul und Aleppo, belagerte, nachdem er mit Damaskus einen Waffenstillstand abgeschlossen hatte, die Franken in Montferrand (Barin) am oberen Orontes. Als Fulko mit seinem Heer die Festung entsetzen wollte, wurde er geschlagen und mußte in Montferrand Schutz suchen, wo er nun selbst zum Belagerten wurde. Da er den Anmarsch der vereinigten fränkischen Truppen von Jerusalem, Edessa und Antiochia nicht mehr erfuhr, Zengi andererseits befürchtete, der herannahende Kaiser Johannes II. Komnenos von Byzanz werde Aleppo belagern, einigte man sich im Juli 1137 auf die Kapitulation von Montferrand gegen den freien Abzug der Franken.
Der Marsch des Kaisers Johannes II. gestaltete sich zu einem einzigen Triumphzug, und Ende August 1137 stand er bereits vor Antiochia, das nach wenigen Tagen kapitulierte, zumal König Fulko sich nicht bereit fand, Fürst Raimund gegen den Kaiser zu unterstützen. Auch für Fulko bedeutete das Auftauchen des Kaisers ein politisches Problem, aber gleichzeitig verkannte er nicht, dass hier Hilfe gegen Zengi nahte. Er stimmte daher auch der Einigung bei, zu der sich Raimund bequemen mußte. Als Zengi 1139 erneut Damaskus belagerte, schlossen nach einem Hilferuf König Fulko und die Barone eine Allianz mit Damaskus ab. Das Bündnis Jerusalems mit Damaskus blieb in dieser Zeit im wesentlichen intakt, da Fulkos diplomatisches Geschick die Ausweitung lokaler Grenzkonflikte verhindern konnte. Fulko nutzte die ihm vergönnte Atempause, um die von Balduin I. begonnene Politik des südlichen Grenzausbaus wieder aufzunehmen. So wie dieser Tyrus 1117 durch den Bau der "Gegenburg" Scandalium blockiert hatte, so legte Fulko zwischen 1136 und 1142 mit Ibelin, Blanchegarde und Bait Dschibrin einen Festungsgürtel um Askalon. Von diesem Ring aus konnten ägyptische Angriffe zum Stehen gebracht, die Umgebung Askalons verwüstet werden. Aber auch der Landesausbau, die Ansiedlung fränkischer Bauern und damit die Intensivierung der Landwirtschaft des Distrikts gedieh im Schutz dieser festen Burgen, die in die Hände der Johanniter beziehungsweise treuer Kronvasallen gegeben wurden, denen sie als Kristallisationspunkt bedeutender Herrschaften und mächtiger Familien dienten.
Als im Jahre 1142 Kaiser Johannes II. erneut in Syrien eingriff, konnte ihn König Fulko durch geschicktes Lavieren von einer bewaffneten "Pilgerfahrt" nach Jerusalem abhalten. Antiochia wurde nur gerettet, weil der Kaiser im April 1143 an den Folgen eines Jagdunfalls starb, kurz ehe er wieder nach Syrien ziehen wollte. Dem gleichen Tod erlag am 10. oder 13. November 1143 König Fulko. Da er die Herrschaft nur als Folge seiner Heirat mit Melisendis erlangt hatte und sein ältester Sohn Balduin erst 13 Jahre alt war, trat nun seine Witwe Melisendis die Regierung an.

Pernoud Regine: Seite 73
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„Frauen zur Zeit der Kreuzzüge“

Es schien, als könnten König Fulko und Königin Melisendis ihre gemeinsame Regierungszeit friedlich zu Ende führen, nachdem die Turbulenzen ihrer frühen Ehejahre vergessen waren. Doch am 10. November geschah plötzlich ein Unglück: "Das Land war ohne Krieg, der König und die Königin weilten in Akkon. Der Winter nahte schon, und die Jahreszeit, die man Herbst nennt, war vorbei. Eines Tages wollte die Königin einen nahegelegenen Ort außerhalb der Stadt besuchen, wo es Quellen gab. Als der König erfuhr, dass die Königin dorthin reiten wolle, sagte er, er wolle sie begleiten, und ließ seine Pferde satteln. Er stieg auf, und sein Gefolge mit ihm, Ritter und Knappen. Sie ritten gemeinsam dahin: der König, die Königin und ihr Gefolge. Diener und Kinder rannten durchs Gelände, als sie einen Hasen erblickten, der aus seinem Versteck herauslief. Der König, der ein sehr schönes Streitroß ritt, preschte los und zog sein Schwert, um den Hasen zu töten. Er gab seinem Pferd kräftig die Sporen, um ihn einzuholen, aber das Pferd bog seinen Kopf nach unten, warf ihn ab und fiel auf ihn, so dass der hintere Teil des Sattels ihn am Kopf traf und ihm den Schädel zerquetschte. Alle, die den König stürzen sahen, liefen herbei, und viele standen um ihn herum. Sie richteten ihn auf, in der Meinung, das würde ihm helfen. Doch es war nichts mehr zu machen: das Gehirn quoll ihm aus der Nase und den Ohren heraus. Da hob bei allen große Trauer an, wie es einem so schrecklichen Ungemessen ist. Als die Königin an den Ort kam, wo der Verwundete lag, warf sie sich über ihn und küßte ihn, wo er am meisten blutete... In ihrer Verzweiflung hatte sie nicht die Kraft zu weinen, aber die Schreie, die sie ausstieß, und ihre Worte zeigten, wie groß ihr Schmerz war. Alle, die sie sahen, bestätigten, wie groß ihr Kummer und ihre Bestürzung waren." Der König wurde in die Stadt gebracht. Fulko scheint erst am dritten Tag nach diesem schrecklichen Unfall gestorben zu sein. Er wurde einbalsamiert und nach Jerusalem überführt, wo ihn der Patriarch Wilhelm in der Grabeskirche rechts neben dem Portal unter dem Kalvarienberg "an der Seite der anderen Könige, die vor ihm regiert hatten", bestatten ließ.
 
 
 

     1111
  1. oo Eremburg von Maine, Erbtochter des Grafen Elias I. de la Fleche
           um 1095 um 1126
 

   2.6.1129
  2. oo Melisende von Jerusalem, Tochter des Königs Balduin II.
          um 1105 11.9.1161
 
 
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Mathilde Äbtissin von Fontevrault
         1154

 1119
  oo Wilhelm Adelin Kronprinz von England
       7.2.110225.11.1120
 

  Gottfried V. Plantagenet
  1112 7.9.1151 

  Elias II. Graf von Maine
        1151
 

  Sibylle
  um 1110 1165
                    Jerusalem

 1134
  oo 2. Dietrich von Elsaß Graf von Flandern
                  4./17.1.1168

2. Ehe

  Balduin III.
  1129 10.2.1163
 

  Amalrich I.
  1137 11.7.1174
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.:Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 18,306,309 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 18-21 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 7 Seite 15 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 47, 193 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 74, 101,106 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 131 - Großer Bildatlas der Kreuzzüge. Sechs Jahrhunderte abendländischer Kultur- und Glaubensgeschichte. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1992 Seite 21 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 101 - Kugler Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 172, 207,209,216 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 81-86,104,105,148,162,163, 172,261 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 95 - Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 138-153 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 73 - Prutz Hans: Die Ritterorden. Mönche als Kämpfer, Helden, Abenteurer Bechtermünz Verlag Berlin 1908 Seite 37 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 483-484,490-497,499-503,505-509,516-518,528,532-538,609,1148,1162 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 190 - Sippel Hartwig: Die Templer. Geschichte und Geheimnis. Amalthea Verlag 1996 Seite 86,90 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 171 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 290,545-546,574 - Zöllner Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 94-96,109,175 -