Thessalonike                                   Königin von Makedonien
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um 350 v.u.Z.Anfang 295 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des Königs Philipp II. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN und der Nikesipolis
 

Thiele, Andreas: Tafel 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THESSALONIKE
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    295 v.u.Z. ermordet

  oo KASSANDROS, König von Makedonien
           297 v.u.Z.



Thiele, Andreas: Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KASSANDROS
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* um 355 v.u.Z. 297 v.u.Z.

  oo THESSALONIKE  VON MAKEDONIEN
           295 v.u.Z.

Tochter des Königs Philipp II.
Thessalonike war 297 v.u.Z. Regentin und wurde von ihrem Sohn Antipatros II. ermordet.



KLEINES Lexikon des Hellenismus.: Seite 341,431
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Mit der Bestattung des Königspaares, der Sicherstellung von Alexander IV. und Roxane, der (erfolglosen) Werbung um die Alexander-Schwester Kleopatraund der Hochzeit mit Thessalonike, einer Halbschwester Alexanders, suchte er seine Herrschaft in Makedonien zu sichern, wo er 316  Kassandreia und die nach seiner Gattinn benannte Stadt gründete.
Sein Sohn Kassander eroberte Makedonien 317 mit Hilfe Philipps III. und Eurydikes, verlor es wieder an Olympias und Polyperchon, die das Königspaar ermorden ließen, und gewann Makedonien endgültig 316 (Hinrichtung der Olympias). Kassander gründete Kassandreia (315, an Stelle Poteidaias) und Thessalonike (bei Thermmai, nach seiner Frau, der ARGEADIN Thessalonike).

Droysen Johann Gustav: Band II Seite 114,154,158,273,384
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"Geschichte des Hellenismus."

Olympias lebt nun wie verbannt in Epeiros, mit ihr die junge Fürstin Thessalonike, die des Tyrannen von Pherai Nichte dem König Philippgeboren, die sie liebt, als wäre es ihr rechtes Kind.
Mit Olympias waren in Pydna der junge König und seine Mutter Roxane, Thessalonike, Deidameia, die Tochter des Königs Aiakidas, die Töchter des Attalos, viele edle Frauen, ein zu reicher Hofstaat für die Belagerung, die man erwarten muß. Thessalonike fiel 316 mit der königlichen Familie in KassandrosHände. Nach der Leichenfeier für die Angehörigen der Königsfamilie vermählte er sich mit Thessalonike, des Königs Philipp Tochter, sie sollte ihm einen Anspruch auf das Königtum geben, dessen Namen nur er noch vermied.
Eine Notiz aus dem Jahre 308 lehrt, dass die letzten Überbleibsel des königlichen Hauses sich Ptolemaios anzuvertrauen geneigt waren. Außer Thessalonike, der Gemahlin Kassandros, lebte von König Philipps Nachkommen nur noch seine Tochter Kleopatra.
In Makedonien war seit dem Tode des jungen Königs Philippos entsetzliches Wirrsal in dem Hause des Kassandros. Sein zweiter Sohn, Antipatros, hatte das Reich erhalten; kaum dem Knabenalter entwachsen, mochten er und sein Bruder Alexandros noch unter der Obhut ihrer Mutter Thessalonike, der Tochter des großen Philipp, stehen; schon jetzt waren sie vermählt, der ältere, Antipatros, mit Lysimachos Tochter Eurydike, Alexandros mit Lysandra, der Tochter des Ptolemaios. Bald entstand zwischen den jungen Brüdern Eifersucht und Zweitracht; Antipatros beklagte sich, die Mutter suche den Vorteil ihres Lieblings Alexandros, ihm wolle sie das ganze Reich zuwenden; er ermordete seine Mutter, die Letzte aus König Philipps Geschlecht. Dies mag Anfang des Jahres 295 geschehen sein.

Bengtson Hermann: Seite 16,106,109
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Alexander hatte aber auch noch Schwestern. Sie lebten in Europa; für die Thronfolge kamen sie selbst nicht in Betracht, doch war es nicht auszuschließen, daß ihre Gatten zu gegebener Zeit Ansprüche auf den makedonischen Thron erheben würden.
In der Überlieferung erscheinen noch zwei Halbschwestern Alexanders, Kynane (ihr Kurzname war Kynna), eine Tochter Philipps II.und der Audata, einer Illyrerin. Die andere war Thessalonike; sie stammte vom selben Vater und von der Thessalierin Nikasipolis ab.
Kassander hinterließ bei seinem Ableben seine Witwe Thessalonike nebst drei Söhnen; der älteste von ihnen mit Namen Philippos starb nur wenige Monate nach dem Vater in Elateia in Böotien. Die beiden anderen, Antipater und Alexander, regierten mit der Mutter gemeinsam das Land.
In Makedonien regierte nach Kassanders Tod zunächst Philippos, sein ältester Sohn; aber seine Herrschaft dauerte nur kurze Zeit, dann starb er. Es folgte eine Vormundschaftsregierung der Witwe Thessalonike für ihre Söhne Antipater und Alexander. Unter ihnen kam es sogar zu einer Teilung Makedoniens, ein Vorgang, den man im Lichte des territorialen Denkens jener Zeit sehen muß.  Der ältere Sohn aber war unzufrieden. Er ließ seine Mutter, die angeblich den jüngeren Sohn bevorzugt hatte, kurzerhand umbringen.

Bengtson Hermann: Seite 79
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Makedonien hatte seit Kassanders Tod eine schlimme Zeit hinter sich. Die überragende Figur  war die Königin-Witwe Thessalonike, eine Tochter des Makedonen-Königs Philipp II., gewesen. Ihre Söhne von Kassander, Philippos, Antipater und Alexander, standen ganz unter ihrem Einfluß. Es gab viel Streit im Königshause. Schließlich ließ Antipater die eigene Mutter einfach umbringen, auch hier war es um die Macht gegangen wie später bei der Ermordung der Jüngeren Agrippina durch Nero.

Errington Malcolm: Seite 64,120,123,126,129,136,196
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"Geschichte Makedoniens."

Statt dessen kümmerte sich der Archon des Bundes um seine Freunde und Anhänger in den Städten, suchte Einfluß zu gewinnen; dort, wo er keine traditionellen Bindungen oder Beziehungen hatte, schuf er neue durch die Pflege der 'Demoi'; auch seine Liebesbeziehung zu einem Mädchen aus Phherai, aus der eine Tochter, Thessalonike ("Thessalersieg") hervorging, half gewiß, ein gutes Verhältnis zu entsprechenden Schichten der eroberten Stadt zu schafffen.
Mit Olympias zusammen war der ganze übriggebliebene Hofstaat, einschließlich Alexander und Roxane sowie eine weitere Tochter Philipps II., Thessalonike.
Traditionelle Kreise dürften auch Kassandros' Heirat mit Philipps Tochter Thessalonike, die noch im Jahr 315 stattfand, zugestimmt haben. Thessalonike, jetzt Mitte dreißig und unverheiratet, war bei der Einnahme Pydnas Kassandros in die Hände gefallen. Kassandros konnte von ihr Nachwuchs erhoffen, der seine Bindung an die ARGEADAI für alle sichtbar machen würde.
Unter Kassandros gehörte Thessalien allso genauso zur Makedonischen Hausmacht wie unter Philipp. Vielleicht half Kassandros' Ehe mit der Halb-Thessalierin Thessalonike seine Herrschaft dort schmackhaft zu machen, doch dürften Garnisionen letztlich entscheidend gewesen sein.
Kassandros wurde angelastet:
o der Mord an Olympias und die schlechte Behandlung des Knaben-Königs Alexanderund der
   Roxane
o seine Ehe mit Thessalonike ('gewaltsam')
o sein offensichtliches Streben, sich das Königreich der Makedonen anzuueignen
o den Bau von Kassandreia mit der Eingliederung der 'sehr feindlichen Olynthier'
o der Wiederaufbau Thebens, 'von den Makedonen zerstört'.
Aber erst nach dem plötzlichen Tod des ältesten Kassandros-Sohnes von Thessalonike, programmgemäß Philippos genannt, nur vier Monate nach dem Tod seines Vaters, wurde die Größe des Verlustes, den die Makedonen erlitten hatten, in vollem Umfang deutlich. Keiner der beiden jüngeren Söhne, Antipatros und Alexandros, galt als alt genug - Antipatros, der ältere, kann nicht mehr als 16-jährig gewesen sein -, um ohne Vormund zu regieren. Eine Vormundschaft für Antipatros wäre im Prinzip kein Desaster gewesen: Auf die Annehmbarkeit und Fähigkeit des Vormunds kam es an. Doch Tessalonike erfand eine eigenwilige Lösung, um Alexandros'Interessen zu wahren, und niemand konnnte  ihr widerstehhen: Die zwei Knaben sollten sollten zusammen, doch mit getrennter regionaler Verantwortung unter der Vormundschaft ihrer Mutter regieren. Diese untaugliche Konnstruktion war offenbar vom grotesken Kompromiß von Babylon beeinflußt. Es dauerte dann nicht lange, bis Antipatrosseine Mutter, die Alexandros favorisierte, ermordete und einen regelrechten Krieg gegen seinen Bruder einleitete. Jeder suchte dort Hilfe, wo er sie finden konnnte. Damit war die von Kassandros sorgfältig aufgebaute Stellung seiner Familie sofort gefährdet: Es war nämlich nicht unbedingt selbstverständlich - trotz der über die mütterliche Linie laufende Abstammung vom großen Philipp II. -, daß die Kinder des Kassandros seine Stellung erben mußten. So fest etabliert wie die ARGEADAIwaren die Nachkommen des Antipatros nicht, trotz der problemlosen Machtübernahme des Philippos und der starken Stellung der Thessalonike.
Die stärksten Dynastien waren die PTOLEMÄER in Ägypten und die SELEUKIDEN in Asien, und zumindest erstere beriefen sich, fiktiv wie es nur sein konnte, auf eine Abstamnmung von den makedonischen ARGEADAI. Kassandros hatte es leichter, konnte er doch mit seiner Gemahlin Thessalonike, Philipps Tochter, unmittellbbar an die ARGEADEN anknüpfen.
 
 
 
 

315 v.u.Z.
  oo Kassandros König von Makedonien
       355 v.u.Z. 297 v.u.Z.
 
 
 
 

Kinder:

  Alexander V.
  310 v.u.Z. 295 v.u.Z. ermordet

  Antipatros II.
  312 v.u.Z. 294 v.u.Z. ermordet

  Philipp IV.
  315 v.u.Z. 296 v.u.Z.

  Tochter
      

  oo Agathokles Prinz von Thrakien
       um 312 v.u.Z. 283 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 16,106,109 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 79 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 15 -
Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 114,154,158, 273,384 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 64, 120,123,126,129,136,196 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankkfurt am Main 1965 Seite 52,62 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 67 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 129 - KLEINES Lexikon des Hellenismus. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 341,431,436,767 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 83 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 15 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236,239 -