Kassandros                                     König von Makedonien (306 v.u.Z.-297 v.u.Z.)
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355 v.u.Z. † Mai 297 v.u.Z.
 

Ältester Sohn des Reichsverwesers Antipatros
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 215
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Kassandros
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* um 358 v. Chr. †

Sohn Antipatros‘ und einer der Diadochen

Nach dem Tod des Vaters (319) focht er die Herrschaft Polyperchons an, und innerhalb von vier Jahren waren Makedonien und der Großteil Griechenlands unter seiner Kontrolle. Kassandros ließ Olympias, Roxane (Alexanders Mutter bzw. Frau) und Alexander hinrichten. Kassandros hätte sich mit dem eroberten Gebiet zufriedengegeben, doch beanspruchte Antigonos die Herrschaft über das ganze Alexander-Reich und forderte ihn heraus. 301 v.Chr. wurde Antigonos jedoch bei Ipsos von Kassandros und anderen Diadochen besiegt und getötet. Kassandros gründete zwei Städte und beannnte sie nach sich und seiner Frau: Kassandreis und Thessalonike (heute Saloniki). Kassandros starb 297 v.Chr.

Berve, Alexander 2, 414



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 424
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Kassander, Diadoche, König von Makedonien seit 305
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* um 355 v. Chr. † 297 v. Chr.

Ältester Sohn Antipaters

Nach dessen Tod (319) Gegner des Reichsverwesers Polyperchon, den sein Vater zu seinem Nachfolger bestimmt hatte. Nach der Einnahme vieler griechischer Städte (unter anderem Athen 317) ernannte Eurydike ihn zum Reichsverweser und zum 'Strategen von Europa' (317). Um seine Herrschaft in Makedonien zu sichern, heiratete Kassander 316 die Halbschwester Alexanders des Großen, Thessalonike, deren Namen er der von ihm neu gegründeten Stadt gab. 313 aus Griechenland vertrieben. Im Diadochenfrieden von 311 als Stellvertreter Alexanders IV. bis zu dessen Volljährigkeit anerkannt, ließ er diesen bald darauf mit seiner Mutter Roxaneumbringen (311/310). Kassander hatte wesentlichen Anteil an den Koalitionskriegen gegen Antigonos Monophthalmos (315-311,310-301): er verband sich 315 mit Ptolemaios I., Lysimachos und SeleukosI. Nikator und verhinderte so den Anschluß Griechenlands an Antigonos' Reich. 305 nahm Kassander den Königstitel an, nicht aber das Diadem. 301 (mit dem Tod des Antigonos bei Ipsos) war Kassanders Herrschaft in Makedonien gesichert,, das übrige Griechenland gab er auf und erkannte die Unabhängigkeit Athens an.



Thiele, Andreas: Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KASSANDROS
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um 355 v.u.Z. † 297 v.u.Z.

Kassandros war mehrmals königlicher Gesandter und wurde 321 v.u.Z. Reichsstratege für Europa. Er wurde 319 v.u.Z. durch Königin Eurydike II. Reichsverweser gegen den von seinem Vater eingesetzten Polyperchon, den er aus Makedonien verjagte, ermordete 316 v.u.Z. Königin Olympias und löschte danach auch die übrige königliche Familie aus. Kassandros eroberte ganz Griechenland von Polyperchon dazu, dem er den Peloponnes überließ, wurde 311 v.u.Z. im Frieden der Diadochen in seinem Besitz bestätigt und nahm 306 v.u.Z. den Königstitel an. Er erhielt Korinth und Sikyon von Ägypten dazu. Er wurde von Demetrios I. aus Griechenland verjagt, machte 301 v.u.Z. die Schlacht bei Ipsos mit und wurde wieder Herr von Makedonien und ganz Griechenland. Er schlug die Galater zurück, die einzudringen versuchten und scheiterte beim Versuch, in Italien Fuß zu fassen gegen den Tyrannen Agathokles von Syrakus. Er gründete das nach seiner Frau benannte Thessaloniki (Saloniki) und baute Theben neu auf.

  oo THESSALONIKE VON MAKEDONIEN
              † 295 v.u.Z. ermordet

Tochter des Königs Philipp II., 297 v.u.Z. Regentin, 295 v.u.Z. vom Sohn ermordet



Kassandros kämpfte seit 319 v.u.Z. um das Reich seines Vaters, das dieser Polyperchon hinterlassen hatte, und vor allem gegen Antigonos I. Monophthalmos und Demetrios I. Poliorketes. Polyperchon verdrängte er aus Makedonien, das er von 317 v.u.Z. bis 297 v.u.Z. beherrschte (305 v.u.Z. Annahme des Königstitels). 316 v.u.Z. ließ er Olympias auf Beschluß der makedonischen Heeresversammlung in Pydna hinrichten. Er heiratete Alexanders Halbschwester Thessalonike, der er zu Ehren die Stadt Thessalonike (Saloniki) gründete. Alexanders Witwe Rhoxane und ihren Sohn Alexander IV., den legitimen Thronerben, der ihm zur Erziehung übergeben wurde, ließ er erdolchen und an unbekanntem Ort verscharren. In einem Friedensschluß mußte er 311 v.u.Z. die Freiheit der griechischen Städte anerkennen, blieb aber bis zum Ende seines Lebens unangefochten in Besitz Makedoniens. Er starb vermutlich an Tbc.
Kassandros war von unnachgiebiger Härte, dämonisch-zielbewußt und von kalter Logik.

Bengtson Hermann: Seite 190,191,254-260
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Dies war dem Antipater durchaus bekannt, und wenn er seinen Sohn Kassander an das Hoflager des Königs gesandt hat, so erwies sich dies als ein Fehlschlag. Denn in der späteren nicht glaubwürdigen Tradition wurde Kassander geradezu des Giftmords an dem König bezichtigt. Dies ist natürlich Legende, sicher ist aber die Tatsache, dass der König den Sohn Antipaters ausgesprochen unfreundlich behandelt hat. Er nahm sich nicht einmal die Mühe, die Rechtfertigungsversuche Kassanders, die dieser wegen seines Verhaltens gegenüber den Griechen vortragen wollte, auch nur anzuhören. Und was die Legende vom Giftmord betrifft, so wird sie wohl von Olympias stammen, die dem Antipater und seinem Haus spinnefeind gewesen war.
Nach dem Tode Alexanders wurde Antipaters Sohn Kassander mit einem Hofamt abgefunden; ihm wurden, wie es scheint, die königliche Leibwache unterstellt.
Mit der Bestellung des wenig geeigneten Polyperchon zu seinem Nachfolger hat Antipater den Makedonen keinen guten Dienst erwiesen, vor allem weil die hierfür zuständige makedonische Heeresversammlung nicht gefragt worden war. Die Feindschaft des übergangenen Kassander gegen Polyperchon hat weitreichende Folgen in Europa heraufbeschworen. Sie hat letzten Endes zum Untergang der makedonischen Königsfamilie geführt.
Im Frühjahr 316 v.u.Z. stellte Kassander Olympias vor die makedonische Heeresversammlung und ließ sie hinrichten. Im Jahre 310/09 v.u.Z. ließ er den rechtmäßigen König Alexander IV. und dessen Mutter Rhoxane ermorden, denn nach dem Vertrag von 311 v.u.Z. sollte Kassander seine Herrschaft in Makedonien nur solange ausüben, wie Alexander IV. noch nicht mündig sei. Diese Vertragsbestimmung aber war das Todesurteil für den Sohn des großen Alexander. Wegen seiner Härte und Rücksichtslosigkeit ist Kassander des öfteren getadelt worden. Diese Eigenschaften sind nicht zu leugnen, aber Kassanderstrebte nach dem Königtum über Makedonien und um dies zu erreichen, war ihm jedes Mittel recht. Wer ihm im Weg stand, wurde hinweg geräumt, und dies galt vor allem für die Familie Alexanders des Großen, die ihm immer verhaßt gewesen war.
Kassander war der Erzfeind des Antigonos und dessen Sohn Demetrios I. Poliorketes. Um die griechischen Städte vor ihm zu schützen, mußten sie Besatzungen aufnehmen, dies galt vor allem für Korinth, den Eckpfeiler der Herrschaft der beiden ANTIGONIDEN-Könige in Griechenland.

Bengtson Hermann: Seite 35,39-42,47-48,60,67,74,101,105-106
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Antipater hatte den Makedonen Polyperchon zu seinem Nachfolger ernannt. Er hatte geglaubt, dem Ehrgeiz des Antigonos dadurch Zügel anlegen zu können, dass er seinen eigenen Sohn Kassander, einen schroffen und ehrgeizigen Menschen, zum Chiliarchenernannt hatte. In dieser Eigenschaft sollte er dem Antigonos zur Seite stehen und den Befehl über die Reiterei führen. Wie hätten die beiden Männer, Antigonos und Kassander, zusammenarbeiten sollen, da beide von Ehrgeiz überschäumten?
Für die Jahre der Reichsverweserschaft Polyperchons war im wesentlichen seine Auseinandersetzung mit Kassander bestimmend. Dieser hatte nicht nur den Vorzug, viel jünger als Polyperchon zu sein, er hatte im Gegensatz zu diesem auch ein klares Konzept. Was er geplant und unternommen hat, diente allein dem Ziel, die Herrschaft über Makedonien zu gewinnen. Diesem Zweck hat er all seine Taten untergeordnet. Seiner Energie wird niemand die Anerkennung versagen, wenn er sich dabei auch verwerflicher Mittel bedient hat. Treu und Glauben galten ihm wenig, und wer sich ihm in den Weg stellte, über den ist er rücksichtslos hinweg geschritten. Doch darf man nicht übersehen, dass er - bis zum Jahre 311 v.u.Z. - um sein Leben kämpfen mußte. Milde und Güte gegenüber seinen Gegnern wäre fehl am Platze gewesen. Dies erklärt bis zu einem gewissen Grad sein Verhalten, obgleich es keine Entschuldigung dafür ist, wenn es ihm notwendig schien, über Leichen geschritten ist. Die Quellen schildern ihn als einen völlig skrupellosen Menschen, und dies mit Recht. Man wundert sich nicht, dass sich mit seiner Person das im übrigen ganz haltlose Gerücht verbindet, er habe seinerzeit Alexander den Großen durch Gift aus dem Weg geräumt. Kassander hatte jedoch nicht nur viele Feinde, sondern auch zahlreiche Anhänger und Freunde in Makedonien und Griechenland. Er war der Sohn Antipaters, und dies haben die Makedonen niemals vergessen. Polyperchons Kampf gegen Kassander war letzten Endes hoffnungslos, weil ihm der Rückhalt im Volk der Makedonen fehlte. Wenn Kassander den Sieg davongetragen hat, so zeigt dies die Macht seiner Persönlichkeit, die dem Polyperchon weit überlegen war.
Im Frühjahr des Jahres 317 v.u.Z. hatte die Königin Eurydike die Reichsverweserschaft und die Stratege von Europa Polyperchon entzogen und Kassander übertragen, der bisher nur die vom Vater verliehene Chiliarchie besaß. Wenige Monate zuvor hatte Kassander einen bedeutenden Erfolg in Griechenland erzielt. Er hatte sich in den Besitz der Stadt Athen gesetzt und hier Demetrios von Phaleron zu seinem Statthalter bestellt. Die Herrschaft Kassanders über Athen dauerte volle 10 Jahre; erst im Jahre 307 v.u.Z. ist sie durch Demetrios Poliorketes beendet worden.
Olympias war 317 v.u.z. aus Epiros nach Makedonien zurückgekehrt und zahlreiche Freunde und Parteigänger Kassanders fielen ihrer Rache zum Opfer. Nikanor, ein Bruder Kassanders, wurde hingerichtet und das Grab des Iollas, eines anderen Bruders, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Auch das Königspaar Philipp III. und Eurydike fielen ihrem Haß zum Opfer. Damit hatte sich Olympias Kassander zum Todfeind gemacht. Dieser hat sie in Pydna eingeschlossen und belagert; ein Entsatzversuch des Aiakides, des Königs von Epiros, führte nicht zum Ziel. Im Frühjahr 316 v.u.Z. mußte Olympias kapitulieren. Kassander wollte es nicht zum äußersten kommen lassen; er bot ihr an, sie mit einem Schiff außer Landes zu schaffen. Dies hat Olympias entrüstet abgelehnt und die Heeresversammlung sprach über sie das Todesurteil aus. Das Urteil wurde durch Speerwürfe vollstreckt (die in anderen Quellen überlieferte Steinigung ist unhistorisch. Rhoxane und ihr Sohn Alexander IV. wurden in Amphipolis in strenger Wacht gehalten, sie waren vom politischen Geschehen ausgeschlossen. Was Kassander getan hat, läßt sich weder billigen noch rechtfertigen. Man bedenke aber, dass es sich in Makedonien um einen Kampf um die Macht gehandelt hat. Hier hat sich Kassander gegen Olympias durchgesetzt. Die Makedonen standen auf seiner Seite, obwohl er das Königshaus schließlich ausgelöscht hat.
Seit dem Jahre 315 v.u.Z. war die Lage für Kassander insofern verändert, als er von jetzt an mit der Feindschaft des Antigonos rechnen mußte. Dieser hatte sich in Tyros zum Reichsverweser proklamieren lassen. Er forderte nun auch in Europa Treu und Gefolgschaft, und die Verkündung der Freiheit der Griechen war natürlich vor allem gegen Kassander gerichtet.
Kasanders Strategie von Europa erstreckte sich vor allem auf Makedonien, aber auch auf einige Nebenländer wie Epirus und Thessalien. In Griechenland dagegen sollte er nach den Bestimmungen des Friedensvertrages von 311 v.u.Z. nichts mehr zu sagen haben, doch existierten hier noch immer Besitzungen Kassanders. In manchen griechischen Städten lagen seine Besatzungen, so dass praktisch ganz Mittel-Griechenland, dazu noch beträchtliche Teile der Peloponnes, seiner Herrschaft unterstanden. In Makedonien hat er sich um die Sicherung der Grenzen des Landes verdient gemacht. Hier gelang es ihm, die Autariaten im Grenzgebiet anzusiedeln.
Durch den Frieden von 311 v.u.Z. hatte die Stellung Kassanders eine wichtige Veränderung erfahren. Er wurde als Stratege von Europa zwar ausdrücklich bestätigt, aber sein Amt auf die Zeit bis zum Eintritt der Mündigkeit des jungen Alexander IV. beschränkt. Dadurch war Kassander eindeutig schlechter gestellt als die übrigen Machthaber. In Makedonien hatte Kassander überhaupt keinen Gegner mehr; hier herrschte er wie ein Souverän, doch fehlte ihm der Königstitel, den er erst später, im Jahre 305 v.u.Z., erlangt hat, ebenso wie die anderen Diadochen. Aber Makedonien war in Wirklichkeit schon im Jahre 311 v.u.Z. als ein eigenes Reich anerkannt worden, ebenso wie die anderen Teile des ehemaligen Alexander-Reiches. In der Tat war die Existenz des jungen Alexander IV. das letzte Hindernis für Kassanders Pläne, die sich auf die alleinige Herrschaft über Makedonien richteten. Bereits im Jahre 310 v.u.Z. ließ Kassander die Königin Rhoxane und ihren Sohn Alexander IV. in aller Stille beseitigen. Im Jahre 309 v.u.Z. wurde auch Herakles, der Sohn der Barsine von Alexander, umgebracht. Praktisch hatte Kassander damit 309 v.u.Z. sein Ziel, die Alleinherrschaft in Makedonien, erreicht. Es war ein langer Weg gewesen, den Kassander seit dem Tode seines Vaters Antipater im Jahre 319 v.u.Z. hatte zurücklegen müssen. Erst die modernen Historiker sind es gewesen, die Kassander Vorwürfe wegen seiner Grausamkeit gemacht haben.
Kassander und Lysimachos wollten hinter ihren Rivalen nicht zurückstehen. Auch sie haben den Königstitel angenommen und damit zu erkennen gegeben, dass sie sich als unumschränkte Herrn ihres Territoriums betrachten. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt, doch wird man wohl an das Jahr 305 v.u.Z. denken müssen.
In Griechenland hatte sich der makedonische Herrscher Kassander ausgebreitet, und zwar vor allem im sogenannten Vierjährigen Krieg von 307 v.u.Z. bis 304 v.u.Z. Auch zu einem Angriff Kassanders auf Athen war es gekommen, aber das Unternehmen konnte mit Hilfe der Ätoler vereitelt werden. Kassander aber unterwarf Böotien, Euböa und Phokis, auch Korinth ging in seinen Besitz über. Es kam sogar zu einer Belagerung Athens. Zuvor hatte Kassander die Insel Salamis in seinen Besitz gebracht. Das Blatt wendete sich im Jahre 304 v.u.Z., als Demetrios Poliorketes in Griechenland eingriff.
Nach dem Sieg in der Schlacht bei Ipsos (301 v.u.Z.) ging Kassander selbst leer aus, doch sein Bruder Pleistarchos erhielt Gebiete an der Süd-Küste Anatoliens, vor allem in Kilikien.
Inzwischen war es in Makedonien zu einer grundlegenden Veränderung gekommen. Im Jahre 298 v.u.Z. - weniger wahrscheinlich im Jahre 297 v.u.Z. - war Kassander, der König der Makedonen, gestorben. Er hatte mit List und Gewalt den Thron der ARGEADEN erobert; dabei war er geradezu über Leichen geschritten: Seine Regierung war von Zweckmäßigkeit bestimmt; den anderen Diadochen war er als Bundesgenosse willkommen; besonders eng war sein Verhältnis zu Lysimachos gewesen. Gegen Ende seiner Regierung hatte er sich sogar der Insel Korkyra zu bemächtigen versucht; er wurde jedoch von Agathokles, dem König von Syrakus, in einer großen Seeschlacht besiegt; die makedonischen Schiffe gingen in Flammen auf. Die Todesursache wird verschieden angegeben; nach der einen Version sei er an der Schwindsucht gestorben, nach der anderen wurde er bei lebendigem Leib von Würmern gefressen. Kassander hat sich bemüht, ein guter Herrscher der Makedonen zu sein, aber seine Grausamkeit, mit der er das Haus Alexanders des Großen ausgerottet hatte, bleibt für immer ein Schandfleck auf seinem Charakter, und gerade diesen Vorwurf haben auch die zum Teil sehr positiven Würdigungen der neueren Forscher nicht tilgen können. Kassander war der Sohn Antipaters; der Vater hatte dem makedonischen Herrscherhaus mit Treue und Aufopferung gedient. Kassander dagegen hatte seinem Ehrgeiz die Zügel schießen lassen und war vor keiner Gewalttat zurückgeschreckt, wenn sie nur dem höheren Ziel, der Erringung der Herrschaft über Makedonien, dienen konnte. Kassander hinterließ bei seinem Ableben seine Witwe Thessalonike nebst drei Söhnen.
 
 
 
 

  oo Thessalonike, Tochter des Königs Philipp II. und der Nikesipolis
       um 352/51 v.u.Z. † 295 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Alexander V.
   310 v.u.Z. † 295 v.u.Z. ermordet

  Antipatros II.
  312 v.u.Z. † 294 v.u.Z. ermordet

  Philipp IV.
  315 v.u.Z. † 296 v.u.Z.

  Tochter
       †

  oo Agathokles von Thrakien
      um 312 v.u.Z. † 283 v.u.Z.

 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 9 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 35-203 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 20, 24,25,26,32,47,48,50,65,69,74,78,93,143, 150 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 190,191,254-260 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 63,457,464/Band II Seite 15-432/Band III Seite 17, 62,66,483,485 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 114,115,118,121,138,139,141,145, 146,152,196,198,202,206,208,210,214,221 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 46,48,52,76,174 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 17,18,31,111,114,118, 120,227,286 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 9,34,50,56, 59,64,143,248 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 10,17,45,52,57,78,80,87,101,153,187,202,263,273,340,342,382,420,431,476,593,609,695,711, 724,736,814,816 - Kornemann Ernst: Große Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 101,104, 106 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 82-84,86,90 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 79,187,192 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 239 -