Ptolemaios                                     König von Epeiros  (234-230 v.u.Z.)
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Jüngerer Sohn des Königs Alexander II. von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN und der Königin Olympias II.
 

Droysen Johann Gustav: Band III Seite 212,312,313
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"Geschichte des Hellenismus."

In Epeiros war Alexander nicht mehr, er war vergiftet worden. Seine Gemahlin und Schwester Olympias führte die vormundschaftliche Regierung für ihre unmündigen Kinder Pyrrhos und Ptolemaios. Sie konnte um so weniger daran denken, in den Kriegswirren der Zeit eine Rolle zu spielen, als der Besitz des epirotischen Anteils von Akarnanien, nach welchen es die Aitoler zu gelüsten begann, ihr nur durch die sichernde Befreundung mit Makedonien erhalten werden konnte.
Mit dem Epiroten Alexandros hatten die Aitoler um 266 die akarnische Landschaft geteilt; nach dessen Tode mochte es sie auch nach dem epirotischen Teil gelüsten, aber des Königs Witwe Olympias, die die Vormundschaft führte für ihre Söhne Pyrrhos und Ptolemaios, hatte, wie es scheint, in der Verbindung mit Makedonien Sicherheit gefunden, und solange Antigonos Gonatas lebte, ließen die Aitoler jene Landschaft ungefährdet. Nun starb er; sofort sind die epirotischen Akarnanen gefährdet; sie mißtrauen dem Schutz des ohnmächtigen Molosser-Reiches, auch dessen Verbindung mit Makedonien scheint sie jetzt nicht mehr schützen zu können; so wenden sie sich an Rom; sie bitten den Senat, daß er die ihnen entrissene Autonomie anerkennen und verwirklichen möge.
In Epeiros hat Olympias - denn noch immer scheint sie den Staat zu leiten, obschon ihre Söhne schon erwachsen sind - so von den Aitolern bedroht, dem König Demetrios, um Makedonien ganz in ihr Interesse zu ziehen, eine Vermählung mit ihrer Tochter Phtia angetragen; noch im ersten Jahre seines Königtums wendet er sich hinweg von der syrischen Stratonike, vermählt sich mit der Epirotin, vielleicht schon nicht ohne die Aussicht, einst das Königtum dort zu erben. Denn mit der Mutter haderte der ältere Sohn Pyrrhos, sie ließ die Leukadierin Tigris, der sich der junge Fürst hingab, ermorden; und er wieder, so heißt es, ließ die Mutter durch eine Dirne vergiften; nach anderer Nachricht überlebte sie ihn wie ihren zweiten Sohn, den kränkelnden Ptolemaios; der doppelte Verlust habe ihr das Herz gebrochen [319 Aus der Phrasensammlung des sehr späten Ägypters Helladios bei Phot. Bibl. p. 530 a. 37; Justin. XXVIII 3. Diese Abweichung ist sehr auffallend. Eine von beiden Darstellungen ist sicher aus Phylarch; man würde erwarten, die des Justin, wenn nicht Helladios ebenso wahrscheinlich sein Exzerpt aus einem guten Stilisten, wie Phylarch war, entnommen zu haben schiene, und seine Angabe, mit der im Athenaios kombiniert, gar sehr phylarcheisch aussähe. Noch auf ganz andere Zusammenhänge weist Ovid, Ibis 307, hin: utque nepos dicti nostro modo carmine regis (Pyrrhos) Cantharidum succos dante parente bibas. Das Richtige ist nicht mehr zu finden.]. Auf dem Marsch, hieß es, sei Ptolemaios gestorben; er ware ermordet worden. War es die Ohnmacht oder Verworfenheit der letzten Fürsten, war es mehr noch dieselbe Bewegung der Geister, welche das Griechentum ergriffen hatte, die Epiroten wollten keine Könige weiter; es galt, das Geschlecht der AIAKIDEN auszurotten, im die Republik, die Freiheit zu gewinnen. Pyrrhos' Tochter Deidameiahatte sich nach Ambrakia geworfen, entschlossen, den Mord zu rächen; in Übermacht rückten die Epiroten heran; sie boten ihr einen Vergleich, die Güter des Hauses und die Ehren der Vorfahren sollten ihr bleiben; auf diese Bedingungen übergab sie dem Volke der Epeiroten, was sie schon nicht mehr verweigern konnte. Aber daß sie nur lebte, schien Gefahr; ihr Tod ward beschlossen; einer von König Alexandros' alten Leibwächtern kam, sie zu ermorden; niederblickend erwartete sie den Todesstreich, und die bebende Hand versagte ihm den Blutdienst gegen die Enkelin seines Herrn.  Sie floh in den Artemistempel, an heiliger Stätte Schutz zu finden; ein Mensch, auf dem Muttermord lastete, fand sich, sie dort zu erwürgen [320 Pausanias IV 35, 3; Polyaen. VIII 52; Pyrrhos kann um 270 geboren sein, seine Tochter mochte ein sechszehnjähriges Mädchen sein.].

Errington Malcolm: Seite 158
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"Geschichte Makedoniens."

Etwa um die Zeit des Todes des Antigonos verstarb der Epiroten-König Alexandros II. Er hinterließ zwei junge Söhne, deren Mutter, Olympias, das Land für sie regierte. Unter Bedrohung der Aitoler, die den nördlichen Teil Akarnaniens begehrten, den Alexandros für Epeiros gewonnen hatte, bot Olympias dem Demetrios die traditionelle Verbindung der zwei Königshäuser an: ihre Tochter Phtiasollte als Demetrios' Gattin nach Pella gehen. Stratonike scheint schon vor 246 von Pella zu ihrem Bruder Antiochos zurückgekehrt zu sein, und Demetrios war inzwischen eine Verbindung mit Chryseis, einem Mädchen unbekannter Herkunft, eingegangen, welche ihm wohl 238 einen Sohn, Philipp, gebar. Dieses Verhältnis war jedoch kein Hinderungsgrund für eine politisch günstige Ehe mit Phthia, die dann als Königin nach Pellas kam [44 Justinus  28.1-4. Alle Widersprüche des Berichts des Justinus werden auch von Cabanes, L'Epire 93f. nicht ausgeräumt. Doch dürfte er darin Recht haben, daß Stratonike vor 246 zu Antiochos zurückkehrte. Andererseits wird Demetrios regem genannt, was erst nach 239 korrekt wäre. Chryseis muß  aber spätestens um 239 bei Demetrios gewesen sein, zumal Philipp 238 geboren wurde (dies schließt den Ansatz von Seibert, Historische Beiträge 38-9, aus, der die Ehe mit Chryseis erst nach dem Tode der Phthaia ansetzt). Die im Text vorgetragene Lösung scheint sowohl der makedonischen Tradition in diesen Dingen zu entsprechen als dem Quellenproblem gerecht zu sein. Von älteren Lösungsversuchen vgl. Dow und Edson, 'Chryseis', HSPh 28,19,37,127f., die gegen frühere Zweifler deutlich machen, daß  Philipp doch Sohn der Chhryseis war. Neue Zweifel daran, auch nicht übberzeugend, von Le Bohec, REG 94, 1981, 34f.].
 
 
 
 

Literatur:
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Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 212,312,313 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 158 -