Sohn des Königs Lysimachos
von Thrakien aus seiner 3. Ehe mit der Arsinoe
II. von Ägypten, Tochter von König Ptolemaios
I. Soter
Thiele, Andreas: Tafel 238
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
LYSIMACHOS
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† 280
v.u.Z. ermordet
Lysimachos wurde mit
seinem
Bruder Philipp vom Stiefvater adoptiert
und ermordet.
Ptolemaios Keraunos
hatte durch seine Erfolge über Antigonos
und den Frieden mit Antiochos seine
makedonisch-thrakische Macht schnell genug gefestigt. Aber noch blieben
die Ansprüche der Kinder seiner Halbschwester Arsinoe
und des Lysimachos. Der älteste
von ihnen, Ptolemaios, war mit dem
illyrischen
Fürsten Monunios in Bündnis getreten, in Makedonien eingefallen;
den Ausgang des Kampfes kennen wir nicht. Keraunos
suchte geheimere Wege, um den Prätendenten los zu werden und
in den Besitz Kassandreias zu kommen, wo sich Arsinoe
aufhielt.
Er ließ der Königin eine Verbindung antragen, wie sie nach ägyptischer
Sitte unanstößig war. Der ränkesüchtigen Frau konnte
die Absicht ihres Bruders nicht entgehen; für ihre Söhne hatte
sie bisher alles und das Entsetzlichste gewagt, sollte sie sich nun in
ein Ehebündnis einlassen, das ihren Söhnen gewiß die letzte
Hoffnung auf des Vaters Reich entzog? Ptolemaios
ließ ihr berichten: er wolle mit ihren Söhnen gemeinschaftlich
das Reich regieren; er habe nicht gegen sie gekämpft, um ihnen das
Reich zu entreißen, sondern es ihnen zurückzugeben; sie möge
einen Getreuen senden,, in dessen Gegenwart er dies alles mit den heiligsten
Eiden beschwören werde. Lange schwankte die Königin; vor des
Bruders rachewildem Gemüt bang und zu ernstlichem Widerstand zu schwach,
entschloß sie sich endlich, auf den Antrag einzugehen.
Die Königin kommt; mit ausgesuchter Zärtlichkeit
empfängt sie Ptolemaios, ein festliches
Beilager wird veranstaltet, in allgemeiner Versammlung schmückt er
sie mit dem Diadem, läßt verkünden, sie sei die Königin
vonn Makedonien. Dann wieder lädt sie ihn in ihre Stadt Kassandreia,
eilt selbst voraus, um alles zu ordnen; Tempel uund Straßen sind
mit Kränzen geschmückt, überall an den Tempeln stehen die
Opfertiere; ihre beiden Knaben, Philippos
und Lysimachos, gekränzt und im
Festschmuck, eilen zum Empfang dem König entgegen; er umarmt die Knaben
und küßt sie; sobald er an das Schloßtor kommt, läßt
er seine Trabanten den Hof, die Zugänge, die Mauer besetzen, die Knaben
befiehlt er zu töten; sie fliehen in das Innere des Schlosses zur
Mutter, sie bergen sich in ihrem Schoß; schon sind die Mörder
da, unter den Küssen, dem Jammerruf der Mutter, die umsonst ihren
Leib den Dolchen bietet, werden sie ermordet. Sie selbst entflieht
mit zwei Dienerinnen nach der heiligen Insel Samothrake.
Bengtson Hermann: Seite 133,152
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."
Das Unglück in seinem Hause nahm von Arsinoe
seinen Ausgang. Sie hat ihm drei Söhne geboren, Ptolemaios,
Lysimachos
und Philippos.
Wir müssen hier noch einmal auf Ptolemaios
Keraunos zurückkommen, und zwar wegen seiner Stiefschwester
Arsinoe
II. Als Witwe des Lysimachos
hatte
sie sich mit ihren Kindern aus Ephesos nach Kassandreia geflüchtet
(siehe oben Seite 146). Keraunos hat
seiner Schwester versprochen, sie zu heiraten, ja er hat sogar die Absicht
geäußert, die Herrschaft mit ihren Söhnen teilen zu wollen.
Als er aber unter großen Feierlichkeiten in Kassandreia eingezogen
war, ließ er die beiden Söhne - sie hießen
Lysimachos
und Philippos - umbringen; sie
waren sechzehn beziehungsweise dreizehn Jahre alt.
Arsinoe
hat versucht, ihre Söhne zu schützen; nach den Quellen ist es
zu einer grausamen Szene gekommen, da die Mörder sie den Armen der
Mutter entrissen und dem Tode überlieferten.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger
Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 1987 Seite 133,152 - Droysen Johann Gustav: Geschichte
des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 431 - Herm Gerhard:
Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft.
C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 91 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 238 -