Einzige Tochter des Königs Philipp
II. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN
seiner 4. Ehe mit der Olympias
von Epeiros, Tochter von Molosser-Königs Neoptolemos
I.
Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 461
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Kleopatra
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* 355 v. Chr., †
308 v. Chr.
Sardes
Tochter Philipps II. von Makedonien und der Olympias, jüngere Schwester Alexanders des Großen
Heiratete 336 ihren Onkel, den Molosser-König
Alexander
I. von Epirus. Während dessen Italienzug (334-330) führte
Kleopatra
die Regierung in Epirus, nach seinem Tod die Regentschaft für
ihren Sohn Neoptolemos II., wurde aber
bald von Olympias verdrängt und
ging nach Makedonien. Nach ihres Bruders Tod von den Diadochen umworben,
die durch die Heirat eine legitime Dynastie zu gründen suchten, wurde
sie 308 von Antigonos I. Monophthalmos
ermordet.
KLEOPATRA
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* 355 v.u.Z. † 308 v.u.Z.
ermordet
Kleopatra war 331 v.u.Z.-325 v.u.Z. Regentin von Epiros. Nach 323 v.u.Z. wurde sie von den Diadochen aus legitimistischen Gründen stark umworben, residierte vorwiegend in Sardes und lehnte jeden Bewerber ab. Sie wurde von Antigonos I. ermordet, als sie fliehen wollte.
oo 336 v.u.Z.
ALEXANDER
I., König von Epiros
362 v.u.Z.
†
331 v.u.Z. ermordet
Ihr Onkel
ALEXANDER I.
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* 362 v.u.Z. † 331 v.u.Z.
ermordet
oo 336 v.u.Z.
KLEOPATRA VON
MAKEDONIEN
355 v.u.Z.
†
308 v.u.Z.ermordet
Sie war seit 331 v.u.Z. Regentin von Epiros, wurde
325 v.u.Z. abgedrängt und 308 v.u.Z. ermordet.
Nach dem Tode ihres Bruders Alexander III. war Kleopatra eine begehrte Partie und verschiedene Diadochen versuchten sie zu ehelichen, um so eine legitime Dynastie zu gründen. Auf dem Zug zur Vermählung mit Perdikkas wurde sie gefangengenommen und 321 v.u.Z. auf Anstiften des Antipatros in Sardeis vor Gericht gestellt. Nach ihrem Freispruch blieb sie in Sardeis und wies Anträge von Kassandros, Lysimachos, Ptolemaios und Antigonos zurück. Als sie aus Sardeis floh, um Ptolemaios zu heiraten, ließ Antigonos sie ermorden.
Bengtson Hermann: Seite 54
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."
Die Aktivitäten des Ptolemaios entfalteten sich auf der Insel Zypern sowie an der Südküste Kleinasiens, schließlich auch in Griechenland. Ptolemaios hat versucht, mit Kleopatra, der Schwester Alexanders des Großen, in Verbindung zu treten, um sich mit ihr zu vermählen. Antigonos aber kam dies ungelegen. Er ließ Kleopatra kurzerhand aus Wege räumen, doch sparte er nicht an ihrem prachtvollen Leichenbegräbnis.
Bengtson Hermann: Seite 255,257
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer
der hellenistischen Welt."
Es lebten nach Alexanders Tod aber auch noch seine Mutter Olympias und seine Schwester Kleopatra, die mit ihrem Oheim, Alexander, dem König von Epirus, verheiratet gewesen war. Kleopatra hat wechselvolle Schicksale erlebt. Mit ihrer Mutter Olympias war sie vielfach in Streit, und dies schon zu Lebzeiten ihres Bruders Alexanders des Großen. Es war übrigens ihre Hochzeit mit dem Epiroten-König, auf der ihr Vater, König Philipp II., ermordet wurde (336 v. Chr.). Kleopatra mag damals etwa 19 Jahre alt gewesen sein. Als ihr Gatte zum Feldzug nach Italien aufbrach, wurde sie zur Regentin in Epirus bestellt. Auch als er in Italien umgekommen war (im Jahre 331/330 v.u.Z.), verblieb sie in dieser Stellung. Es war ein Verhängnis für sie, dass ihre Mutter Olympias sich von Makedonien nach Epirus begab, der Grund war ihr dauerhafter Zwist mit Antipater. Kleopatra aber sah sich durch die Mutter aus der Herrschaft in Epirus verdrängt, sie ging nach Makedonien, wo sie in Pella ihren Wohnsitz nahm, ohne übrigens auf die Regierung des Landes einen Einfluß auszuüben. Doch das Schicksal führte sie nach dem Tode ihres Bruders Alexander wieder mit ihrer Mutter zusammen, denn diese war von Polyperchon, dem unzulänglichen Nachfolger Antipaters, nach Makedonien zurückgerufen worden (317 v.u.Z.). Kleopatra war von Makedonien nach Kleinasien übergewechselt. Hier wurde sie auf Befehl des Antigonos, des "Einäugigen", in Haft gehalten. Viele Diadochen hatten sich um ihre Hand bemüht, doch war es zu einer Eheschließung nicht gekommen; Leonnatos hatte sie heiraten wollen, aber er war im Kampf mit den Hellenen 322 v.u.Z. in Thessalien gefallen. Auch Perdikkas hätte Interesse gehabt, sie zu heiraten, aber er war mit Nikaia, einer Tochter Antipaters, verlobt und wollte es auf eine Feindschaft mit diesem nicht ankommen lassen. Mit der Ermordung des Perdikkas bei seinem ägyptischen Feldzug im Jahre 321 v.u.Z. war die Sache definitiv erledigt. Kleopatra stand in Verbindung mit dem Griechen Eumenes, der ihr aber nicht helfen konnte. Sie lebte von 322 v.u.Z. bis zu ihrem Tod im Jahr 309 v.u.Z. in Sardes. Als sie sich zu Ptolemaios nach Kos begeben wollte, hat man sie daran gehindert; die Umstände ihres Todes in dem gleichen Jahr 309 v.u.Z. sind besonders schrecklich, denn sie ist angeblich auf Befehl des Antigonos durch Weiber umgebracht worden.
Bengtson Hermann: Seite 25
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"Herrschergestalten des Hellenismus."
Übrigens hatte Ptolemaios den Versuch unternommen, mit Kleopatra, der Schwester Alexanders des Großen, die sich in Sardes aufhielt, Verbindung aufzunehmen. Aber Antigonos durchkreuzte den Plan, indem er Kleopatra kurzerhand umbringen ließ. Eine eheliche Verbindung zwischen Ptolemaios und Kleopatra hätte dem LAGIDEN eine bedeutende Erhöhung seines Ansehens gebracht, er wäre dadurch in die Familie Alexanders aufgenommen worden. Kleopatra war damals ungefähr 47 Jahre alt (sie dürfte um 355 geboren sein), aber darauf kam es nicht an, es war der große Name ihres Bruders, der ihrer Person den Wert verlieh.
Droysen Johann Gustav: Band I Seite 69,248,420
2 37,58,62,92,273
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"Geschichte des Hellenismus."
Philipp verlobte ihm
seine und Olympias‘ Tochter Kleopatra;
noch im Herbst desselben Jahres sollte das Beilager gehalten werden, welches
der König zugleich als das Fest der Vereinigung aller Hellenen und
als gemeinsame Weihe für den Perserkrieg mit der höchsten Pracht
zu feiern beschloß.
Alexanders Tode folgten
Irrungen im Molosserlande wegen der Erbfolge; ein unmündiger Knabe,
den ihm die makedonische Kleopatra,
Alexanders
Schwester,
geboren, war sein Erbe; aber Olympias
- sie lebte, wie es scheint, im epeirotischen Lande - suchte der Witwe,
ihrer Tochter, das Regiment zu entreißen; das Land der Molosser gehöre
ihr, schrieb sie den Athenern.
Olympias verfuhr
doch im epeirotischen Lande, nachdem ihr Bruder Alexandros
in Italien gefallen war, als sei sie die Herrin des Landes; und die junge
Witwe, ihre Tochter Kleopatra, kehrte,
vielleicht um höchst persönlichen Gefahren zu entgehen, mit ihrem
fünfjährigen Knaben, dem rechten Erben des molossischen Königtums,
nach Makedonien zurück (324).
Zugleich erhielt Leonnatos Briefe von Kleopatra,
der Schwester Alexanders, der Witwe
des Königs von Epeiros, die ihn aufforderte, nach Pella zu kommen,
sie sei geneigt, sich ihm zu vermählen (322). Erwünschteres konnte
dem hochstrebenden Manne nicht begegnen; sein Heer war schlagfertig, der
Erfolg gegen die Hellenen so gut wie gewiß und doch fiel er gegen
die aufständischen Griechen.
Gab Perdikkas einmal die Sache der Könige
auf, so sollte es mindestens nicht zu Antipatros‘ Gunsten sein.
Deshalb ließ die Königin um diese Zeit, als
Nikaia nach Asien zog, dem Reichsverweser die Hand ihrer
Tochter Kleopatra, der königlichen
Witwe von Epeiros, antragen; es schien der beste Weg, das Interesse des
mächtigen Reichsverwesers an das königliche Haus zu fesseln.
Perdikkas
entschied
sich dahin, für jetzt sich mit Nikaia
zu
vermählen, um nicht vor der Zeit sich Antipatros
zu verfeinden.
Bisher hatte Perdikkas das Spiel mit Antipatros‘
Tochter fortgesetzt. Jetzt sandte er Eumenes mit Geschenken nach
Sardeis, wohin Kleopatra sich begeben
hatte; er ließ ihr eröffnen, dass er, um sich mit ihr zu vermählen,
beschlossen habe, Nikaia ihrem Vater
zurückzusenden; die Königin gab sofort ihre Zustimmung.
Nikaia
wurde verstoßen, kehrte ins Vaterhaus zurück.
Den Aufbruch zum Hellespont beschlossen hatten Antipatros
und Krateros, als ihnen die Meldung kam, dass Perdikkas im
Begriff sei, sich mit Kleopatra zu
vermählen, Antipatros‘ Tochter zurückzusenden.
Die Königin Kleopatra befand
sich in Sardeis; Eumenes wollte ihr zeigen, dass er, der Sieger
über Krateros, auch wohl dem alten Antipater gewachsen
sei; es war seine Absicht, als der Verteidiger der Königin, die ja
dem Perdikkas ihre Hand geboten, aufzutreten und in ihrem Namen
den Kampf gegen die neuen Machthaber fortzusetzen. Sie beschwor ihn, hinwegzuziehen;
sonst würden die Makedonen meinen, dass sie des neuen Krieges schuldig
sei. Auf ihre Bitte beschloß er, Lydien zu verlassen. Während
dieser Zeit war Antipatros mit den Truppen nach Lydien gekommen.
In Sardeis angelangt, zog er die Königin Kleopatra
förmlich zur Verantwortung, dass sie dem Perdikkas ihre Hand
geboten, da derselbe bereits mit seiner Tochter vermählt gewesen sei,
dass sie dadurch den blutigen Krieg des Jahres veranlaßt habe, dass
sie, selbst durch Perdikkas‘ Fall nicht eines Besseren belehrt,
mit dem geächteten Eumenes in Verbindung geblieebn sei. Kleopatra
verteidigte
sich, wohl in förmlichem Prozeß, vor versammeltem Kriegsvolk,
mit kühner und für ein Weib ungewöhnlicher Beredsamkeit;
sie warf dem Reichsverweser unverhohlen vor, wie er das königlich
Haus mißehrt, ihre Mutter Olympias
unwürdig behandelt, die Würde des Reiches seinem eigenen Vorteil
nachgesetzt habe; sie sei in seiner Gewalt, er möge an ihr wiederholen,
was ihre Schwester Kynane von Perdikkas
erduldet; das Geschlecht des Philipp und
Alexander
scheint
bestimmt zu sein, von denen vernichtet zu werden, die demselben alles verdankten.
Antipatros
wagte nicht, weiter zu gehen; er ließ der Königin ihre ruhige
Residenz in Sardeis.
Eine Notiz aus dem Jahre 308 v. Chr. lehrt, dass die
letzten Überbleibsel des königlichen Hauses sich ihm anzuvertrauen
geneigt waren. Außer Thessalonke,
der Gemahlin Kassandros‘,
lebte von König Philipps Nachkommen
nur noch eine Tochter Kleopatra, die
Witwe des Königs Alexandros von Epeiros;
seit fast 15 Jahren residierte sie in Sardeis. Früher hatte sie durch
Vermählung mit Leonnatos, mit Perdikkas Einfluß
auf die Angelegenheiten des Reiches gesucht, beide starben vor dem Beilager;
dann hatte Kassandros um sie geworben,
sie haßte ihn als Feind ihres Hauses; auch Lysimachos
war von ihr zurückgewisen worden; auch Antigonos
und Ptolemaios warben um sie; nach
dem Erlöschen der männlichen Deszendenz des Königshauses
mochte ihre Hand ein Recht auf das Diadem gewähren zu können
scheinen. Der alte Antigonos war ihr
widerwärtig, und doch war sie in Sardeis ins einer Hand. Dem LAGIDEN,
dem treuen Kampfgenossen ihres Bruders, verhieß sie jetzt ihre Hand;
sie werde aus Sardeis entweichen, zu ihm kommen, sich mit ihm vermählen.
Schon hatte Antigonos dem Befehlshaber
von Sardeis die nötigen Weisungen gegeben; sie wurde, da sie fliehen
wollte, zurückgebracht; in kurzem fand man sie ermordet; einige
ihrer Sklavinnen hatten sie umgebracht. Antigonos
ließ diese als die Mörderinnen ergreifen, hinrichten, dem Leichnam
der Königin mit allen ihrem Range gebührenden Ehren bestatten.
Und doch zweifelte niemand, dass er die Tat veranlaßt habe.
Fox Robin Lane: Seite 46,54
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"Die Suche nach Alexander."
Während Alexander
Asien eroberte, stritt sie in der Heimat mit dessen Regenten Antipatros
und mit ihrer eigenen Tochter
Kleopatra,
der Herrscherin von Epeiros.
Vor seinem Aufbruch nach Asien hatte Philipp
den jungen Vasallen-König von Epeiros mit seiner eigenen Tochter verheiratet,
die ebenfalls Kleopatra hieß.
Geyer, Fritz: Seite 16,119,121,123,133
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"Alexander der Große und die Diadochen."
Philipp selbst feierte
unter rauschenden Festlichkeiten die Hochzeit seiner Tochter Kleopatra
mit seinem Schwager, dem Könige von Epirus, in der alten
Hauptstadt Aigai. Diese Hochzeit sollte den Gegensatz zwischen beiden Ländern,
der vor allem durch die Treibereien seiner fern vom Hofe weilenden Gemahlin
Olympias
verschärft
war, beseitigen.
Leonnatos war zur Hilfeleistung bereit, aber es
wird berichtet, daß er sich Hoffnungen auf die höchste Würde
gemacht habe, wozu er Kleopatra, der
leiblichen
Schwester Alexanders, durch das Versprechen
ihrer Hand angeregt wurde.
Nun lud ihn Perdikkas vor sein Gericht; er fühlte
sich stark genug, mit dem Satrapen abzurechnen. Schien er doch so mächtig,
daß ihm Olympias, die erbitterte
Feindin Antipaters, die Hand ihrer Tochter Kleopatra
anbot,
die damals ihren Sitz in Sardes aufschlug. Aber gerade damals wurde ihm
die Tochter Antipaters zugeführt, um die er 322 geworben hatte,
und er fand trotz des Rates des Eumenes, Kleopatra
heimzuführen, nicht den Mut, den siegreichen Antipater durch
die Verschmähung seiner Tochter zu reizen.
Perdikkas entschloß sich, gegenden gefährlichsten,
weil ihm nächsten Gegner, Ptolemaios,
persönlich vorzugehen, während Eumenes Kleinasien gegen
den Angriff des Antipater und Krateros verteidigen sollte.
Vorher noch suchte er Kleopatra als
Gemahlin für sich zu gewinnnen, doch jetzt war es zu spät, da
die Fürstin es vermied, in dem ausbrechenden Kampfe Stelllung zu nehmen.
In dieser Zeit ließ Antigonos
die Schwester Alexanders, Kleopatra,
umbringen, als sie Miene machte, Ptolemaios ihre
Hand zu reichen.
Kornemann Ernst: Seite 88,93,97,101
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"Große Frauen des Altertums."
Im Jahre 356 wurde dem jungen Paar der gewünschte
Thronerbe geboren und bald darauf im normalen Abstand von etwa zwei Jahren
[8 Kleopatras Geburtsjahr ist nicht
überliefert, läßt sich aber aus der im Jahre 336 erfolgten
Vermählung mit ihrem Oheim Alexander von
Epirus erschließen.] eine
Tochter, Kleopatra mit Namen. Wie lange
das gute Einvernehmen der Eheleute über die Geburt der Kleopatra
hinaus gedauert hat, ist nicht zu beurteilen, da aus diesen Jahres des
Glücks die Nachrichten spärlich fließen.
Die grollende alte Königin im Rücken zurückzulassen,
bedeutete eine schwere Gefahr für das Reich. Um daher auch nach Epirus
hin Frieden zu schaffen, bot Philipp
die Hand seiner und der Olympias Tochter
Kleopatra dem dortigen König Alexander
an. Das Verlöbnis kam zustande. Im Herbst 336 sollte die Hochzeit
in Aegae stattfinden.
König Alexander von Epirus,
Olympias Bruder und Gemahl ihrer Tochter
Kleopatra, war damals außer Landes.
Während der Abwesenheit des Königs führte seine zurückgebliebene
Gattin Kleopatra die Regierung. Wie
gegen die Mutter, so zeigte sich Alexander der
Große auch gegen die Schwester sehr spendefreudig. Aus
der Beute von Tyros gelangten im Jahre 332 reiche Geschenke an sie. Die
Beziehungen zwischen den beiden Königshäusern waren also die
besten. Aber auch sonst stand damals Epirus geachtet da. Beim Tode ihres
Gatten fand sich bei Kleopatra eine
Gesandtschaft ein, das Beileid der Athener auszudrücken. Es ergab
sich von selbst, daß Kleopatra
nach dem Tode des Gatten für ihren noch unmündigen Sohn Neoptolemos
die Regentschaft übernahm. Wie in Makedonien mit Antipater
geriet aber Olympias jetzt infolge
ihrer sich fortwährenden steigernden Herrschsucht in Epirus auch mit
der eigenen Tochter in Zwist. Die Mutter maßte sich hier Rechte an,
die ihr nicht zukamen. Der Gegensatz zwischen Mutter und Tochter spitzte
sich infolgedessen schließlich so zu, daß Kleopatra
nach Makedonien zurückging; Olympias aber
in Epirus verblieb: eine Lösung, die offenbar Alexander
sehr willkommen war. Das königliche Haus war jetzt in Euroopa durch
zwei unzufrieden Witwen, Mutter und Tochter, vertreten. Aber es war
schon besser, daß sich die etwas sanftere jüngere Frau in Makedonien
neben Antipater befand und die schwierige Mutter in Epirus blieb.
In dieser schweren Lage schlug Olympias
einen echt fraulichen Weg ein. Sie suchte durch Wiederverheiratung
ihrer Tochter Kleopatra abermals zur
Macht zu gelangen. Als eine Ehe mit dem mächtigen und erfolgreichen
Alexander-General Leonnatos, der mit
der Mutter Philipps II. verwandt war,
durch dessen Heldentod bei Lamia unmöglich geworden war, ließ
sie dem Reichsverweser Perdikkas die Hand der Tochter anbieten.
Dieser aber befand sich gerade bei der Werbung um Antipaters Tochter
Nikaia und kam dadurch in eine höchst
unangenehme Lage. Er schlug einen Mittelweg ein. Er erklärte sich
mit dem Vorschlag der Königin-Mutter einverstanden und veranlaßte
Kleopatra, ihren Wohnsitz auf asiatischen
Boden nach der alten lydischen Hausptstadt Sardes zu verlegen, ging aber
trotzdem vorerst die Ehe mit Nikaia
ein, um den mächtigen Antipater und dessen Sohn Kassander
nicht vor den Kopf zu stoßen. Als aber Antipater durch den
schnellen Gang der Ereignisse einer dem Perdikkas
feindlichen Koalitionn zugetrieben wurde, sandte dieser Alexanders
ehemaligen Staatssekretär Eumenes mit Brautgeschenken nach
Sardes und ließ Kleopatra sagen,
er sei entschlossen, die Nikaia dem
Antipater zurückzusenden und sich mit ihr zu vermählen.
Diese zögerte jedoch, und man verschob die Hochzeit auf ruhigere Zeiten
[20 A. Vezin, Eumenes von Kardia, Tübingen Diss. 1907, 34.
Schneider 20; Fritz Geyer, Perdikkas RE XIX, 1, 611; nach Geyer hat allerdings
Kleopatra die erneute Werbung des Perdikkas
abgelehnt.].
Errington Malcolm: Seite 48,112,122,131,236
****************
"Geschichte Makedoniens."
Ein Staat, der zumindest von Außenstehenden 'Epeiros'
genannt werden konnte,, war bis ca. 330 entstanden, und makedonischer Einfluß
dürfte dabei maßgeblich gewesen sein [16 Um 330 wird
Kleopatra als Thearodokos (Gastgeber
der Heiligen Gesanndten) für Epeiros in einer Liste aus Argos aufgeführt.].
Doch bloß seiner gekränkten Schwester wegen
wollte Alexandros es sich nicht mit
Philipp verderben, und seine Loyalität
wurde belohnt, indem er seine Nichte Kleopatra,
die Tochter von Philipp und Olympias,
zur Frau bekam.
Schwierigkeiten auf der persönlichen Ebene gab es
gewiß, als sich Olympias nach
334 in die Staatsgeschäfte Makedoniens unter Alexanders
Stellvertreter Antipatros einmischen wollte und sich schließlich
wieder nach Molossis absetzte, weil sie es in Pella nicht mehr aushalten
konnte. Daraufhin entsanden Probleme inn Molossis, als Kleopatra,
nach dem Tode ihres Gatten in Italien, sich gegen ihre als molossische
Prinzessin geborene Mutter nicht durchsetzen konnte, und nach Pella zurückkehrte.
Alexanders Mutter
Olympias zielte durch den Einsatz ihrer
verwitweten Tochter, Alexanders Vollschwester
Kleopatra, darauf, Perdikkas zu
gewinnen, um damit gegen Antipatros ihren eigenen Einfluß
in Makedonien wiederaufzurichten. Doch Perdikkas zog es vor, wegen
der augenblicklichen Bedeutung seines Verhältnisses zu Antipatros
und Krateros, Nikaia zu heiraten
- vorläufig konnte sie ihm mehr schaden als Olympias
ihm helfen konnte. Aber Kleopatra
kam nach Sardis und wurde eine unbequeme Intrigantin.
Es wird zwar manchmal behauptet, in Anlehnung an
die Vorwürfe seiner Gegner, daß Kassandros
einen prinzipiellen Haß gegen Alexander
III. und seine Familie genährt habe. Aber dies läßt
sich nicht beweisen: Früher hatte er sogar um die Hand der Alexander-Schwester
Kleopatra angehalten.
Mit ähnlichen Ergebnis endete Ptolemaios'
Versuch, Alexanders Schwester Kleopatra,
die seit dem Jahr 322 in Sardis weilte, für sich zu gewinnen. Sein
Interesse an Kleopatra erklärt
sich wohl aus seiner Stellung in Ägypten, wo er
Alexanders Leiche in der Stadt, die Alexanders
Namen trug, bestattete und wo eine Verbindung zu Kleopatra sein Monopel
an Alexander-Reliquien herausgestellt
und seine Selbstdarstellung verbessert hätte. Kleopatra
wollte auch mit ihm gehen; doch Antigonos'
Garnisionskommandant in Sardis verhinderte ihre Abreise und auf
Befehl seines Chefs ließ er sie ermorden [35
Diodooros 20.37.].
336 v.u.Z.
oo Alexander I. König von Epeiros
362 v.u.Z. †
330
v.u.Z.
Kinder:
Neoptolemos II.
um 335/30 v.u.Z. †
295
v.u.Z.
Kadmeia
†
Literatur:
-----------
Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches
Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 34,36,132,157,175,297
- Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des
Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987
Seite 54,60,162,204 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus.
Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 25 - Bengtson Hermann:
Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen
Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 11,113,209,255,257
- Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag
1998 Band I Seite 69,248,420/Band II Seite 37,58,62,92,114,201,218,273
- Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen.
Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Errington
Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
48,112,122,131,236 (A 16) - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus
und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei
KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 31,41,56 - Fox Robin Lane: Die
Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite
46,54 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen.
Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 16,119,121,123,133
- KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden
1993 Seite 54,173,201,341,814 - Kornemann Ernst: Große Frauen
des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 88,93,97,101
- Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag
Berlin 1982 Seite 80 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große.
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite
23,36 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 236,243 -