Alexander I.                                    König von Epeiros (342-331 v.u.Z.)
----------------
362 v.u.Z. 331 v.u.Z. ermordet
                    Pandosia
 

Sohn des Königs Neoptolemos I. von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 31
****************************
Alexander von Molossia
------------------------------

Bruder der Olympias

Von seinem Schwager Philipp II. unterstützt. 342 v. Chr. wurde Alexander König von Molosssia in Epiros und vereinigte die anderen epirotischen Stämme zu einem Bund unter seiner Führung (Alexander als Hegemon). Auf Wunsch von Tarent ging Alexander 334 v. Chr. nach Italien und besiegte die Lukaner. Alexander verbündete sich mit Rom. Nachdem er mit den Tarentinern in Streit geriet, wurde er 330 v. Chr. ermordet. Alexanders Frau Kleopatra war die Schwester Alexanders des Großen.

Literatur:
------------
M. Vlasto, Numismatic Chronicle, 1926, 154-231.



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 81
**********************
Alexander I., König der Molosser seit 342
-----------------
* 362 v. Chr. 330 v. Chr. ermordet
                        bei Cosentia

Bruder der Olympias

Von Philipp II. von Makedonien, dessen Tochter Kleopatra er heiratete, als König eingesetzt; einigte die epirotischen Stämme zur Symmachie unter seiner Führung.



Thiele, Andreas: Tafel 243
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ALEXANDER I.
----------------------
362 v.u.Z. 331 v.u.Z. ermordet

Alexander I. wurde 342 v.u.Z. durch seinen Schwager Philipp II. von Makedonien nach Absetzung seines Onkels Arhybbas König von Epiros und makedonischer Vasall. Er dehnte mit Hilfe Philipps die molossische Herrschaft über ganz Epiros aus und wurde auch sehr von seinem Schwager Alexander dem Großen gefördert. Ab 334 v.u.Z. kämpfte er im Stil des Condottiere in Italien zugunsten der Stadt Tarent und verfocht dabei auch eigene Interessen. Er schloß einen Freundschaftsvertrag mit Rom gegen die Samniten und verlor die Schlacht bei Cosenza. Alexander I. fiel kurz darauf einem Mordanschlag zum Opfer.

  oo 336
       KLEOPATRA VON MAKEDONIEN

Tochter des Königs Philipp II. und der Olympias I, Nichte
seit 331 Regentin, abgedrängt 325, wurde 308 ermordet



Alexander I. führte siegreiche Kämpfe gegen die benachbarten Illyrer. Er folgte einem Hilferuf Tarents und eroberte zusammen mit Rom Teile Süd-Italiens. Er konnte sich in Süd-Italien nicht halten und wurde bei Pandosia ermordet.

Droysen Johann Gustav: Band I Seite 64,68,69,107,248; Band III Seite 70
********************
"Geschichte des Hellenismus."

Olympias wurde 357 Philipps Gemahlin; bald war auch deren Bruder Alexandros am Hofe Philipps. Schon 352 fand Philipp Anlaß, wider Arybbas zu kämpfen (Dem. Olynth. I 14). Dann, als Alexandros 20 Jahre alt war, veranlaßte er ihn, die Waffen gegen seinen Oheim zu erheben. Nach Athen geflüchtet, scheint Arybbas bald darauf gestorben zu sein, Alexandros blieb der alleinige Herr in Epeiros.
Aber Olympias vergaß nicht, dass sie mißehrt und verstoßen war; sie blieb in Epeiros; sie drang in ihren Bruder, die Waffen gegen Philipp zu erheben, sich der Abhängigkeit von ihm frei zu machen.
Philipp entgingen die Bewegungen in Epeiros nicht; sie schienen einen Krieg in Aussicht zu stellen, der nicht bloß den Perserzug noch mehr zu verzögern drohte, sondern, wenn er glücklich beendet wurde, keinen bedeutenden Gewinn gebracht, um entgegengesetzten Falle, das mühsame Werk, das der König in 20-jähriger Arbeit vollendet hatte, mit einem Schlag zerstört haben würde. Der Molosser wurde durch einen Antrag gewonnen, der ihn zugleich ehrte und seine Macht sicherte. Philipp verlobte ihm seine und Olympias Tochter Kleopatra; noch im Herbst desselben Jahres sollte das Beilager gehalten werden, welches der König zugleich als das Fest der Vereinigung aller Hellenen und als gemeinsame Weihe für den Perserkrieg mit der höchsten Pracht zu feiern beschloß.
Sehr eigentümlich ist das Verhältnis des Königtums von Epeiros zu Makedonien. Seit Philipp es dem Arybbas entrissen und an dessen Neffen Alexandros, den Bruder der Olympias, übergeben und bis an den Ambrakischen Busen erweitert hatte, stand es wie eine natürliche Stütze an der Seite Makedoniens; die Vermählung des jungen Königs mit Philipps Tochter, vielleicht eine Art Mitgift der Königin Olympias, schien es noch enger an das makedonische Interesse knüpfen zu müssen. Wie seltsam, dass trotzdem die Epiroten weder in den Kämpfen von 335 für Makedonien eintreten, noch an dem großen Zug nach Asien sich beteiligen; vielmehr unternimmt der Epiroten-König ein Jahr darauf „mit 15 Kriegsschiffen und zahlreichen Fahrzeugen zum Transort von Schiffen und Pferden“ seinen Zug nach Italien.
In eben dieser Zeit fand ein Unternehmen, das mit großen Hoffnungen begonnen worden war, ein trauriges Ende. Ob der Zug des EpeirotenAlexandros im Einverständnis mit dem makedonischen König oder in Rivalität gegen denselben unternommen sein mochte, es gab einen Moment, wo das Griechentum Italiens mit seinen Siegen sich stolzer denn je erheben zu sollen schien. Aber die Tarentiner, die in ihm nur einen Condottieren gegen die italischen Völker in den Bergen hatten haben wollen, begannen seine hochfliegenden Pläne zu fürchten, und die hellenistischen Städte waren mit ihnen einig, dass man ihn lähmen müsse, bevor er ihrer Freiheit gefährlich wurde. Der Fortgang seiner Waffen stockte, er wurde von einem lukanischen Flüchtling ermordet, sein Heer von den Sabellern bei Pandosia aufgerieben.
Nicht das reiche Tarent hatte den Moment ergriffen, der noch einmal die Rettung des italischen Griechentums möglich zeigte. Nur der nächsten Gefahr achtete es, die von den Lukanern zu drohen schien. Gegen sie berief es Alexandros den Molosser, des großen Alexander Oheim. Bald zeigte sich, dass er mehr als nur im Dienst der Tarentiner kämpfen wollte; er hoffte, wie der Makedone im Osten, so ein Reich im Westen zu erobern. Vertriebene Lukaner sammeln sich um ihn. Er erobert viele Städte der Lukaner, der Bruttier, er landet bei Poseidonia und schlägt dort die vereinten Lukaner und Samniten; die Römer schließen mit ihm ein Bündnis. Da wenden sich die Tarentiner von ihm; Alexandros entreißt ihnen Herakleia, er verlegt die Bundesstätte in das thurische Gebiet. Aber wie die Tarentiner seine und der Griechen Sache verlassen, hat sein Glück ein Ende: die lukanischen Verbannten verraten ihn, rings von Feinden umschlossen findet er den Tod.

Grant, Michael: Seite 38
*************
"Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt."

Die Molosser, die in der Ebene bei Dodona siedelten, einigten als erste den größeren Teil von Epirus unter ihrem König Alexander (342-331) einem SchwagerPhilipps II. von Makedonien. Im Stile eines Helden des Heroischen Zeitalters setzte er nach Taras (Tarent) über, das ihn um Hilfe ersucht hatte, und eroberte zusammen mit Rom weite Teile Süd-Italiens. Trotz anfänglicher Erfolge konnte er sich nicht halten und wurde schließlich bei Pandosia ermordet.

Bengtson Hermann: Seite 12,83
****************
"Herrschergestalten des Hellenismus."

Außerdem ist noch Kleopatra aus dieser Ehe hervorgegangen, sie hat später den König Alexander von Epirus geheiratet, ihren Oheim, der in Unteritalien sein Ende gefunden hat (331 v. Chr.).
In Epirus wurde nach dem Tode des Königs Arybbasder Bruder der makedonischen Königin Olympias namens Alexander auf den Thron gesetzt; Aiakides, der Sohn Arybbas, der Vater des Pyrrhos, war übergangen worden. Die Einsetzung Alexanders von Epirus ist, wie Diodor (XVI 72,1) berichtet, mit Hilfe Philipps vonstatten gegangen. Damit war auch Epirus in den Machtbereich der Makedonen eingegliedert.
 
 
 
 

 336 v.u.Z.
  oo Kleopatra von Makedonien, Tochter des Königs Philipp II.
       355 v.u.Z. 309 v.u.Z. ermordet        seine Nichte
 
 
 
 

Kinder:

  Neoptolemos II.
        297 v.u.Z. ermordet

  Kadmeia
       
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 14 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 12,83 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 12,83,255 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 64,68,69,107,248/Band III Seite 70 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 301 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 38 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 186,212,726 - Kornemann Ernst: Große Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 97 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 21,26,35,179 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 243 -