Kleopatra I. Syra                            Königin von Ägypten
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um 205 v.u.Z. † 176 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des Königs Antiochos III. des Großen von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN und der Laodike von Pontos, Tochter von König Mithridates
 

Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 461
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Kleopatra I., ägyptische Königin
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* um 204 v. Chr., † zwischen 8. April und 17. Mai 176 v. Chr.

Tochter Antiochos‘ III. von Syrien

Heiratete 194/193 Ptolemaios V., dessen Beinamen Epiphanesauch sie erhielt. 185/184 bekam sie die gleichen kultischen Ehren wie ihr Mann. Nach dem Tod ihres Mannes (180) führte sie die Regentschaft für ihren Sohn Ptolemaios VI. Philometor. Kleopatra I. hatte erstmals im PTOLEMÄER-Reich als Vormund des Königs das Münzrecht und wurde auf Münzen, aber auch in der Urkundendatierung an erster Stelle gennant.



Thiele, Andreas: Tafel 247
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

PTOLEMÄUS V. EPIPHANES
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* 210 v.u.Z.  † 180 v.u.Z. ermordet

  oo 194 v.u.Z.
     KLEOPATRA I. "SYRA" VON BABYLON
     um 205 v.u.Z. † um 174 v.u.Z.

Cousine; Tochter des Königs Antiochos III. der Große

Kleopatra I. Syra bekam Koilesyrien als Mitgift mit, wurde als "königliche Schwester" einflußreiche Mitregentin des Mannes und erhielt ein eigenes Münzrecht. Sie war 180 v.u.Z.-176 v.u.Z. Reichsregentin.



Thiele, Andreas: Tafel 251
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KLEOPATRA I.
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    † 176 v.u.Z.

Erbin von Koilesyrien
Regentin von Ägypten 180 v.u.Z.-176 v.u.Z.

  oo 194 v.u.Z.
       PTOLEMÄUS V., König von Ägypten
             † 180 v.u.Z.



KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.: Seite 623-625
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Der Abtretungsfriede (195) wurde mit der Vermählung des Ptolemaios V. mit Antiochos' Tochter Kleopatra I. (Winter 194/93) besiegelt.
Auch sein Sohn
Ptolemaios VI. Philometor (180-164,163-145) stand zunächst unter Vormundschaft (bis 176 Mutter Kleopatra I., 176-170 Eunuchen Eulaios und Lenaios).

Kleopatra I. Syra konnte nach dem Tode ihres Gatten ihre Regentschaft für den erst 6-jährigen Sohn durchsetzen und übte sogar das Münzrecht aus. Die Vorbereitungen zu einem syrischen Krieg, die Ptolemaios V. unternommen hatte, wurden abgebrochen.

Bengtson Hermann: Seite 201,202,209
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Der Bündnisvertrag zwischen SELEUKIDEN und PTOLEMÄERN wurde durch die Verlobung der SELEUKIDEN-Prinzessin Kleopatra mit dem jungen PTOLEMÄER-König Ptolemaios V. Epiphanes besiegelt (wahrscheinlich erst im Jahr 196 v.u.Z.).
Im Winter des Jahres 194/93 v.u.Z. wurde in Raphia die Hochzeit der Kleopatra mit Ptolemaios V. gefeiert. Antiochos III. übergab seiner Tochter die Einkünfte aus mehreren Städten Koilesyriens, Judäas und Phoinikiens, die territoriale Oberhoheit der SELEUKIDEN wurde jedoch nicht in Frage gestellt.
Kleopatra I. wurde durch ihre Ehe die Stammutter der späteren PTOLEMÄER. Beide Ehegatten standen übrigens bei der Eheschließung noch im Kindesalter, der Gatte war 16, Kleopatra sogar nur 11 Jahre alt. Kleopatra, in Ägypten die "Syrerin" genannt, entwickelte sich zu einer höchst energischen Herrscherin: Sie hat nach dem Tode ihres Gatten (180 v.u.Z.) weitere vier Jahre, zusammen mit ihrem ältesten Sohn, Ptolemaios VI. Philometor, über das PTOLEMÄER-Reich geherrscht, das allerdings gerade damals einen Tiefpunkt seiner Entwicklung erlebt hat.

Hölbl Günther: Seite 125-129,131,153
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"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Tatsache ist, dass im Folgejahr 195 v.u.Z. Kleopatra, die Tochter Antiochos' III., mit Ptolemaios V. Epiphanes verlobt wurde. Die Hochzeit wurde im Winter 194/93 v.u.Z. in Raphia gefeiert. Der 16-jährige König hatte jetzt eine etwa 10-jährige Frau Kleopatra I., die man wegen ihrer Abstammung und ihrer naturgemäß seleukiden-freundlichen Einstellung "die Syrerin" nannte. Etwa 186 v.u.Z. brachte Kleopatra I. ihren ältesten Sohn zur Welt, den späteren Ptolemaios VI. Philometor. Die Geburtsjahre der beiden jüngeren Geschwister, des späteren Ptolemaios VIII. Euergetes II. sowie von Kleopatra II., sind unklar. Nach der Ermordung ihres Gatten blieb wieder eine Mutter mit unmündigen Kindern, die etwa 24-jährige Kleopatra I., zurück.
Nach dem Tode seines Vaters wurde der erstgeborene Prinz, der etwa 6-jährige Ptolemaios VI., von der alexandrinischen Hierarchie problemlos als König akzeptiert; seiner Mutter, der Königs-Witwe Kleopatra I., gelang es, die Vormundschaft zu übernehmen sowie ihre offizielle Anerkennung als Regentin durchzusetzen. Das zeigen Papyri aus den frühen 70-er Jahren des 2. Jahrhunderts v.u.Z., in deren Datierungsformeln Kleopatra I. vor ihrem Sohn genannt ist. Als Regentin stand ihr auch das Münzrecht zu. Dieser Erfolg von Kleopatra I. steht somit im starken Gegensatz zum Mißgeschick der Arsinoe III., die beim Regierungswechsel vom vierten zum fünften PTOLEMÄERermordet worden war. Die seleukiden-freundliche Regentin stellte die Kriegsvorbereitungen gegen ihren Bruder Seleukos IV. sofort ein. Der Tod von Kleopatra I. im Frühling 176 v.u.Z. bedeutete einen schweren Rückschlag für das PTOLEMÄER-Reich und brachte einen katastrophalen Umschwung in der Politik mit sich.
Die damls vom alexandrinischen Hof behauptete Version, wonach Kleopatra I. Koilesyrien als Mitgift nach Ägypten gebracht hätte, wies er entschieden zurück.
Nach der Hochzeit des Königspaares (194/93) wurde Kleopatra I. in den Dynastiekult aufgenommen, das heißt,, im Schlußteil des Titels des Alexander-Priesters hat man den Theos Epiphanes Eucharisatos durch die Theoi Epiphaneis ersetzt.

Brambach Joachim: Seite 32,35,220
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"Kleopatra. Herrscherin und Geliebte."

Unter dem Druck der wachsenden römischen Macht schlug nun der SELEUKIDE Antiochos III. dem späteren ägyptischen König eine Heirat mit seiner Tochter Kleopatra vor. Da er verspprach, seiner Tochter Koilesyrien, Phönikien, Judäa und Samaria als Mitgift in die Ehe zu geben, willigte Epiphanes ein. Im Winter 193/192 v. Chr. wurde die Hochzeit mit großem Gepränge in Raphia gefeiert. Ob Antiochos, wie ihm Bouche-Leclerq unterstellt - bei der Eheschließung auch den Plan verfolgte, Epiphanes durch seine Tochter beseitigen zu lassen und sich auf diese Weise doch noch zum Herrn des PTOLEMÄER-Reiches aufzuschwingen, ist denkbar, aber nicht bewiesen. Fest steht, daß die Heirat letztlich keiner Seite etwas einbrachte. Als die Römer gegen Antiochos vorrückten, dachte Epiphanes nicht daran, seinen Schwiegervater zu unterstützen.
Durch Kleopatra I. - ihr Name bedeutet "Die durch den Vater Berühmte" - kam erstmals orientalisches Blut in die makedonische PTOLEMÄER-Dynastie, denn ihre Mutter war eine Tochter des persischen Königs Mithridates von Pontus. Kleopatra I. leitete jene Entwicklung in der ptolemäischen Dynastie ein, der man, um ein Wort des Historikers Max L. Strack aufzugreifen, mit gutem Grund den Nebentitel "Emanzipation der Königinnen" geben könnte: "Schritt für Schritt haben sich die Königinnen, die den Namen Kleopatra führen, aus der Stellung einer Königsgemahlin zu einer herrschenden Frau emporgearbeitet ... Zehn Menschenalter in runder Summe haben die LAGIDEN über Ägypten geherrscht. Im Anfang stand alle Gewalt beim König und bei diesem allein, am Ende herrschte ein Weib, ausgerüstet mit allen Rechten und Befugnissen des Herrschers und die Mitregenten ..., die sie dem Erbrecht gemäß neben sich dulden mußte, sind Strohmänner, unfähig zu regieren."
Indessen sollte die Bewunderung, die aus den Worten spricht, nicht zu dem Schluß verleiten, die ägyptischen Kleopatras hätten in der Geschichte ihres Hauses eine ähnliche segensreiche Rolle  gespielt wie etwa Jeanne d'Arc für das französische Königtum. Im Gegenteil, der häufig durch keinerlei Skrupel gezügelte Machtwille der ptolemäischen Kleopatras sollte maßgeblich zu jenem Niedergang des PTOLEMÄER-Reiches beitragen, der die Geschichte ihres Hauses im zweiten vorchristlichen Jahrhundert bestimmte. Es ist zwar sicher nicht die Schuld der ersten Kleopatra gewesen, daß Ägypten in der Regierungszeit ihres Mannes fast alle auswärtigen Besitzungen von Bedeutung verloren hat. Doch die unter ihren Kindern nun immer häufiger werdenden blutigen Familiendramen waren nicht geeignet, die einstige Größe der ptolemäischen Dynastie wiederherzustellen.
An dieser Stelle sei eine Anmerkung zu der Epoche der Kleopatras erlaubt. Die Ptolemäische Sitte, nicht nur sämtlichen Königen und zum Teil deren Brüdern den Namen Ptolemäus, sondern - mit einer Ausnahme - sämtlichen Königinnen sowie einem Teil ihrer Schwestern den Namen Kleopatra zu geben, hat schon die antiken Schriftsteller an den Rand der Verzweiflung getrieben.
Jedenfalls zeigt diese Diskussion, welche Schwierigkeiten die verwirrende ptolemäische Sitte der Namensgebung selbst den Fachleuten bereitete. Dies gilt in besonderem Maße bei den insgesamt sieben Kleopatras auf dem ptolemäischen Thron und ihren gleichnamigen Schwestern, da diese teilweise überhaupt keine Beinamen führten.
Nachfolger von Kleopatra I. und Epiphanes wurde 180 v. Chr. ihr ältester Sohn Ptolemäus VI. Philometor, der eine Schwester heiratete, die als Kleopatra II. den ptolemäischen Thron bestieg.
 
 
 
 

 193 v.u.Z.
  oo Ptolemaios V. Epiphanes
       210 v.u.Z. † 180 v.u.Z.
 
 
 
 

Kinder:

  Ptolemaios VI. Philometor
  186 v.u.Z. † 145 v.u.Z.

  Ptolemaios VIII. Euergetes
  181 v.u.Z. † 28.6.116 v.u.Z.

  Kleopatra II. Kokke
  185 v.u.Z. † 116/15 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 201, 202,209 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 112 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 32,35,220 - Grant, Michael: Kleopatra. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988 Seite 16,74 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 229 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 374 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 125,127,129,131,143,147-149,153,185,237,260,263,373 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 623-625 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 247,251 -