Antiochos III. der Große                 Seleukiden-König (223-187 v.u.Z.)
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242 v.u.Z. † 4.6.187 v.u.Z.
                    Elymais
 

Jüngerer Sohn des Königs Seleukos II. Kallinikos von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN und der Laodike III., Tochter von Prinz Andromachos von Syrien
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 45
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Antiochos III., der Große
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* um 242 v. Chr. †

2. Sohn des Seleukos II.

Bestieg 223 v. Chr. den Thron. 220 v. Chr. revoltierte Antiochos‘ Feldherr Achaios, der das bei Pergamon verlorene seleukidische Gebiet in Kleinasien zurückerobert hatte. In diesem Jahr mußte Antiochos III. sich auch gegen Molon, den Statthalter von Medien, wenden, der sich 222 v. Chr. unabhängig erklärt hatte. Antiochos III. der Große schlug ihn, und Molon beging Selbstmord. Dann griff Antiochos das ptolemäische Reich an (4. Syrischer Krieg 219-216 v. Chr.). Nach anfänglichen Erfolgen verlor Antiochos III. die Entscheidungsschlacht bei Raphia (217 v. Chr.) und mußte Ptolemaios IV. um Frieden bitten, behielt aber Seleukia in Pieria. Dann wandte er sich gegen Achaios, dessen eigene Leute ihn 213 v. Chr. verrieten. Dann begann er den berühmten Feldzug nach Osten (212-206). Er besetzte Armenien, und die Herrscher von Baktrien und Parthien anerkannten seine Oberhoheit. Er kam bis nach Indien und „Arabien“. Bei seiner Rückkehr wurde Antiochos III. als „der Große“ anerkannt. 203-202 v. Chr. schloß er mit Philipp V. einen Scheinvertrag gegen den Kind-König Ptolemaios V. Im 5. Syrischen Krieg (um 202-198 v. Chr.) eroberte Antiochos III. der Große Phönizien und Palästina; die Entscheidungsschlacht war bei Paneion.
Sein Ehrgeiz trieb ihn auch nach Westen; er überquerte den Hellespont, um Thrakien zu besetzen (196 v. Chr.). Rom entschied, einzugreifen und nach langwierigen Verhandlungen brach Krieg aus. Antiochos III. eroberte 192 v. Chr. Griechenland. Nach einer Niederlage bei den Thermopylen (191) zog er sich nach Kleinasien zurück. 189 v. Chr. verlor er eine entscheidende Schlacht bei Magnesia und beugte sich den römischen Bedingungen (Friede von Apameia, 188 v. Chr.). Er verlor sein ganzes Gebiet in Kleinasien westlich von Tauros. 187 v. Chr. wurde er erschlagen, weil er versuchte, einen Tempel auszurauben, um Reparationen an Rom bezahlen zu können.

Literatur:
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H. Schmidt, Untersuchungen zur Geschichte Antiochos des Großen, 1964.



Lexikon früher Kulturen: Band I Seite 60
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Antiochos III. der Große, König seit 223 v.u.Z.
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* 242 v.u.Z. † 187 v.u.Z.

Er versuchte durch einen Zug bis an die Grenzen Indiens den Abfall der iranischen Satrapien zu verhindern. Bei der Einmischung in die griechischen Angelegenheiten wurde er bei den Thermopylen und bei Magnesia von den Römern besiegt und mußte im Frieden von Apameia (188) das kleinasiatische Gebiet westlich des Tauros zugunsten des Pergamenischen Reiches abtreten. Hohe Kontributionen schwächten das Reich entscheidend.



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 133
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Antiochos III., der Große, König des SELEUKIDEN-Reiches seit 223
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* 242 v.u.Z. † 4. Juni oder Juli 187 v.u.Z.
                       bei Susa

Sohn von Seleukos II.

Stellte die Herrschaft in Kleinasien (Aufstand seines Schwagers Achaios) und 220 in Medien (Aufstand des Statthalters Molon) wieder her; verlor aber im 4. Syrischen Krieg (217 Niederlage bei Raphia) Syrien bis zum 5. Syrischen Krieg (202/201-195) an Ägypten. Sein großer Feldzug nach Osten (212-205) führte zu Verträgen mit Parthern, baktrischen Dynasten und selbst indischen Fürsten, erreichte aber nirgends vollständige Unterordnung. Nach seiner Rückkehr scheiterte ein Bündnis mit Philipp V. von Makedonien (203) zur Teilung des ägyptischen Reiches an römischer Intervention. Seine Eroberungen in Kleinasien und Thrakien im 5. Syrischen krieg führten zum Konflikt mit Rom. Nach dem Sieg der Römer über Philipp im 2. Makedonischen Krieg wurde Antiochos III. vom Ätolischen Bund nach Griechenlad gerufen und kämpfte dort gegen Rom (beraten und begleitet von Hannibal, der bei ihm im Exil lebte), trat nach seiner Niederlage den Rückzug nach Kleinasien an und wurde dort trotz erfolgreicher Seegefechte 190 zu Lande bei Magnesia am Sipylos besiegt. Im Frieden von Apameia 188 hatte er (neben anderen Bedingungen) Kleinasien westlich des Taurus aufzugeben. Damit wurde der Niedergang des SELEUKIDEN-Reiches eingeleitet.

Literatur:
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Badian, E.:Rom u. A.d.Gr. In: Die Welt als Gesch. 20 (1960), S. 203 - Schmitt, Hatto H.: Unterss. zur Gesch. A.d.Gr. u. seiner Zeit. Wsb. 1964 - Errington, R.M.: Rom, A.d.Gr. u. die Asylie v. Teos. In: Zs. f. Papyrologie u. Epigraphik 39 (1980), S.279.



Lexikon der Antike: Seite 46
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Antiochos III. der Große
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* 242, v.u.Z. † 187 v.u.Z.

Urenkel von Antiochos I. Soter

König seit 223 v.u.Z.

Setzte den Krieg gegen Ägypten fort und versuchte, seine Macht nach Osten und Westen zu erweitern. Während er im Osten über Medien (209) und Baktrien bis nach Indien (206) vordringen konnte, scheiterte seine Expansion im Westen (196) am Widerstand der Römer, die ihn nach dem Zusammenbruch der makedonischen Herrschaft bei den Thermopylen (191) und Magnesium (190) vernichtend schlugen. Antiochos III. mußte auf seine Ansprüche diesseits des Taurusgebirges verzichten und hohe Kriegstribute zahlen (188 Friede von Apameia).



Thiele, Andreas: Tafel 251
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIOCHOS III. "DER GROSSE"
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* 243/42 v.u.Z. † 183 v.u.Z.

Sohn des Königs Seleukos II. von Babylon

Antiochos III. der Große folgte 223 v.u.Z. seinem ermordeten Bruder Seleukos III., unterwarf 220 v.u.Z. nach der Schlacht bei Apolloniates den Vizekönig Molon von Persis und nach erbitterten Thronkriegen 213 v.u.Z. den Cousin, Gegen-König Achaios von Sardes. Er besetzte Koilesyrien und verlor im 4. "Syrischen Krieg" 221 v.u.Z.-217 v.u.Z. nach der Schlacht bei Raphia (22.6.217 v.u.Z.) gegen Ägypten Koilesyrien und Kilikien. In den folgenden Jahren bekriegte er die "oberen Satrapien" und unterwarf sie nach und nach: Armenien, Persis, Parthien, Medien und Baktrien. Antiochos III. nahm daraufhin 206 v.u.Z. den persischen Titel "Großkönig" an und stellte damit formal weitgehend das alte Perser-Reich wieder her. Er führte bedeutsame Reformen durch, verbündete sich mit dem Karthager Hannibal und Makedonien mit dem Ziel, das PTOLEMÄER-Reich aufzuteilen. Er gewann im Jahre 200 v.u. Z. während des 5. "Syrischen Krieges" (201 v.u.Z.-195 v.u.Z.) die Schlacht am Panion und letztlich Koilesyrien und Kilikien. Er unterwarf auch Palästina und konnte viele griechische Städte Kleinasiens für sich gewinnen, die die zunehmende römische Macht ablehnten. Antiochos III. wurde auch oberster Stratege der Aitoler. Mit diesem Übergreifen nach Europa und dem Festhalten an Hannibal geriet er schroff gegen Rom, das sich mit Rhodos und Pergamon verbündete. Er besetzte 192 v.u.Z. Thessalien und Thrakien und provozierte damit auch Makedonien. Nach Niederlagen an den Thermopylen (191 v.u.Z.), in der Seeschlacht bei Chios (190 v.u.Z.) und in der Entscheidungsschlacht bei Magnesia (189 v.u.Z.) gegen Marcus Porcius Cato mußte er im Frieden von Apameia alle europäische Ansprüche aufgeben, alle kleinasiatischen Provinzen bis zum Taurus (fiel zum größten Teil an Pergamon) aufgeben und verlor auch seine Flotte, was das Ende der seleukidischenGroßmacht bedeutete. Antiochos III. mußte Hannibal ausliefern, der nach Paphlagonien floh und dort 182 v.u.Z. Selbstmord beging. Antiochos III. fiel mit seinem Gefolge beim Versuch, den Tempelschatz der Elemais zu plündern, mit dem er seine Finanzen sanieren wollte. Verstärkt durch Erbteilungen, begann das Reich völlig auseinanderzufallen.

  oo LAODIKE III VON PONTOS
              †

Tochter des Königs Mithridates, Cousine, Mit-Königin



Antiochos III. der Große folgte seinem ermordeten Bruder Seleukos III. Soter auf dem Thron und eroberte 223 v.u.Z. Kleinasien. In den Jahren 222/21 v.u.Z. erhoben sich die östlichen Provinzen gegen den König. Molon, Statthalter von Medien, nahm den Königstitel an und besetzte Mesopotamien, wurde 220 v.u.Z. von Antiochos geschlagen. Anschließend erhob sich sein Onkel, der Statthalter Achaios der Jüngere, in Kleinasien. Während des 4. Syrischen Krieges wurde Antiochos am 22.6.217 v.u.Z. bei Raphia an der syrisch-ägyptischen Grenze von Ptolemaios IV. vernichtend geschlagen. Antiochos verlor 10.000 Fußsoldaten und 3.000 Reiter als Tote, während die Verluste auf ägyptischer Seite aus nur 1.500 Fußsoldaten und 700 Reitern bestanden. Anschließend gelang Antiochos die Wiederherstellung des in Auflösung begriffenen SELEUKIDEN-Reiches. 213 v.u.Z. wurde Achaios der Jüngere gefangengenommen und hingerichtet. 212/09 v.u.Z. wurde König Xerxes von Armenien unterworfen, Mesopotamien und Medien dem Reich wieder fest eingegliedert. Nach einem Vorstoß bis Indien (Kalbultal) und einem Bündnis mit dem indischen Herrscher Sophagasanes mußten Arsakes III. von Parthien und Euthydemos von Baktrien die Oberhoheit der SELEUKIDEN anerkennen. Im 5. Syrischen Krieg wurde Süd-Syrien von ptolemäischen Truppen geräumt. Antiochos plante den Anschluß der Westgebiete des Alexander-Reiches und überschritt den Hellespont, womit er in Konflikt mit Rom geriet. Er konnte 194 v.u.Z. Thrakien unterwerfen, erlitt aber 191 v.u.Z. eine Niederlage durch die Römer bei den Thermopylen und mußte nach Kleinasien zurückkehren. Im Jahre 190 v.u.Z. erlitt die seleukidische Flotte bei Myonessos (in der Nähe von Ephesos) eine Niederlage und Antiochos verlor die Entscheidungsschlacht bei Magnesia gegen Rom. Im Frieden von Apameia (Syrien) 188 v.u.Z. mußte Antiochos Kleinasien bis zum Tauros abtreten, seine Flotte und Kriegselefanten ausliefern und 15.000 Talente Kontributionen zahlen. Durch die hohen Kontributionen traten bald wirtschaftliche Schwierigkeiten auf und bei der Plünderung des reichen Bel-Tempels in Elymais (südlich des Kaspischen Meeres) wurde Antiochos III. von den Einheimischen samt seinen Leuten erschlagen.
 
 
 
 

    222 v.u.Z.
  1. oo Laodike von Pontos, Tochter des Königs Mithridates III.
           um 245/40 v.u.Z. †  nach 192 v.u.Z.        seine Cousine

    192 v.u.Z.
  2. oo Euböa, Tochter des Kleoptolemos von Chalkis
                †
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Antiochos seit 27.3.210 Mitregent
  220 v.u.Z. † 193 v.u.Z.

  Seleukos IV. Philopator
  219 v.u.Z. † 3.9.175 v.u.Z.

  Antiochos IV. Epiphanes
  206 v.u.Z. † 164 v.u.Z.

  Laodike IV.
       † 162 v.u.Z. ermordet

  Antiochis
       †

 um 203 v.u.Z.
  oo Ariarathes IV. König von Kappadokien
         † 163 v.u.Z.

  Kleopatra I. Syra
  205 v.u.Z. † 176 v.u.Z.

 193 v.u.Z.
  oo Ptolemaios V. König von Ägypten
       210 v.u.Z. † 180 v.u.Z.

  Ardys
       †

  Er wurde 197 v.u.Z. als Heerführer genannt.

  Mithridates
       †

  Er wurde 197 v.u.Z. als Heerführer genannt.
 
 
 
 

Literatur
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 266 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 185-211 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 30 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 44, 47,48,54,76,232,241,301,310,380,386,387,389,391,408,411,418 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 178,184,186 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite161,245,256,277,296 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 311,312 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 22,24,57,67,69,735,80,81,82,84,90,92,98,105,110,115,122,132,200,221,225, 263 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 278,286,290,293,299,312,318,320,325,340,342, 352,374 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 112-116,120-128 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 20,61,82,94,99,103,115,119,237,251,268,273,275,280,285,288,291,297,335, 369,418,422,424,434,472-475,477,483,492,494,496,498,501,535,537,542,596,603,610,623,678,682,
697,711,714,720,771,799,803,813,815,825 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 97,120-122,145,148,159-163,165,168-170,179,185,196 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 251 -