Herakles
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327 v.u.Z. 309 v.u.Z. ermordet
Baktrien
 

Illegitimer Sohn des Königs Alexander III. der Große aus dem Hause der ARGEADEN und der Barsine, Tochter von Satrap Artabazos II. von Baktrien
 

Thiele, Andreas: Tafel 237
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HERAKLES
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   309 v.u.Z. ermordet

Herakles war ohne Erbrecht. 310/09 v.u.Z. versuchte Polyperchon, ihn gegen Kassandros als Titular-König auszuspielen. Er wurde zusammen mit seiner Mutter von Kassandros ermordet.



Bengtson Hermann: Seite 210,252,257
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Herakles entsprang einem Liebesverhältnis Alexanders des Großenmit Barsine und wurde im Jahre 327 v.u.Z. in Baktrien geboren. Barsine machte sich auf den Weg nach Kleinasien, sie lebte mit ihrem Sohn in Pergamon, als Alexander starb. Als illegitimer Sohn Alexanders kam er für die Nachfolge nicht in Frage. Es kann kein Zweifel darüber aufkommen, dass dieser Herakles wirklich von Alexander abstammte, auch wenn sich dieser nur wenig um ihn gekümmert hatte. Herakles hielt sich mit seiner Mutter in Kleinasien auf, Polyperchon ließ ihn nach Makedonien kommen, ursprünglich wohl in der Absicht, ihn im Kampf gegen Kassander einzusetzen. Aber Polyperchon war ein ganz und gar wankelmütiger Mensch, der sich durch Versprechungen Kassanders bewegen ließ, Herakles umzubringen, Barsine teilte sein Schicksal. Der Tod der beiden fiel wenige Monate nach dem Tod Alexanders IV., ins Jahr 309 v.u.Z. Herakles war, wie es heißt, 14 oder 15 Jahre alt geworden.

Bengtson Hermann: Seite 15,48
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Herakles, der Sohn der Barsine, galt als nicht legitim. Mit seiner Person hat sich in Babylon niemand beschäftigt, er lebte bei seiner Mutter in Pergamon, mehr als 1.000 Kilometer entfernt. Da seine Mutter keine Fürstin oder Prinzessin war, kam Herakles für die Nachfolge überhaupt nicht in Betracht.
Im Jahre 309 v.u.Z. wurde auch Herakles, der Sohn der Barsine von Alexander, umgebracht. Es war dies ein Nachspiel, denn zu den Thronanwärtern hatte Herakles nicht gehört; er war aber auch nicht illegitim, wie dies in unserer Zeit W. W. Tarn behauptet hat. Aber er war nicht der Sohn einer Königin. Polyperchon hatte ihn auf den Schild erhoben und zum König ausgerufen. Er ließ sich jedoch von Kassander überreden, ihn wieder fallenzulassen. Dies war mit dem Todesurteil für Herakles gleichbedeutend. Er stand Kassander im Wege, deswegen mußte er weichen. Der junge Mann hatte sich von Polyperchon als Werkzeug benutzen lassen, bis dieser, von Kassander überredet, ihn fallenließ. Herakles ging als Opfer der rücksichtslosen Politik Kassanders zugrunde. Auch der Tod des Herakles, des Sohnes der Barsine, hat kaum einen Widerhall außerhalb Makedoniens gefunden.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 15,48 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 210, 252,257 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 6, 203,263,264/Band III Seite 483 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 131 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 49,307 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 109,132 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 54,431,609 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 134,141, 190 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237 -