Alexander III. der Große               König von Makedonien (336-323 v.u.Z.)
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6. Loios (Juli) 356 v.u.Z. 10.6.323 v.u.Z.
Pella                                    Babylon
 

Einziger Sohn des Königs Philipp II. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN aus seiner 4. Ehe mit der Olympias von Epeiros, Tochter vom Molosser-König Neoptolemos I.
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 31
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Alexander III., der Große
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* 356 v. Chr.

Sohn Philipps II. von Makedonien und der Olympias

Als Alexander III. 13 Jahre alt war, wurde Aristoteles sein Lehrer und unterrichtete ihn in Dichtkunst, Drama und Politik. Die Ausbildungszeit endete 340 v. Chr., als Alexander III. Regent seines Vaters wurde.
Bei der Schlacht von Chaeronea (338 v. Chr.) zeichnete sich Alexander als Reiterführer aus. Seine heftige Art und die mehrfachen Heiraten seines Vaters führten zum Zwist zwischen den beiden, als Alexander seiner Thronfolge nicht mehr sicher sein konnte. Als Philipp 336 v. Chr. ermordet wurde, sicherte sich Alexander III. schnell die Krone und beseitigte alle Rivalen. Er erneuerte den sogenannten Korinthischen Bund und wurde zu dessen Feldherrn gewählt, um den Krieg gegen Persien zu führen.
Seinen ersten Feldzug dienten jedoch der Sicherung Makedoniens; er zog bis an die Donau und drang in Illyrien ein. Während seiner Abwesenheit revoltierte Theben, und Alexander kehrte schnell zurück, um die Stadt zu zerstören und seine Einwohner als Sklaven zu verkaufen (335 v. Chr.).
Alexander hatte den Krieg gegen Persien von Philipp geerbt, der eine fähige Armee aufgebaut hatte, um die Zerstörungen nach der Invasion Griechenlands durch Xerxes fast 150 Jahre zuvor zu rächen und die Griechen von der Herrschaft der Perser zu befreien. Offensichtlich waren Alexanders Feldzug mit seinen etwa 40.000 Makedonen und Griechen keine genauen geographischen Ziele gesetzt. 334 v. Chr. überquerte Alexander den Hellespont und errang seinen ersten Sieg am Granikos, was ihm die Befreiung der griechischen Städte Ioniens ermöglichte. Dann setzte er die Eroberung Kleinasiens fort. Inzwischen zog Dareios III. seine Kräfte zusammen und stieß nach Syrien vor. Alexander III. konnte ihn im November 333 v. Chr. bei Issos entscheidend schlagen. Zu diesem Zeitpunkt verwarf Alexander persische Friedensvorschläge und machte sich an die Eroberung Phöniziens. Nach längerer Belagerung fiel Tyrus und wurde von Alexander zerstört. Dann zog er weiter nach Palästina und belagerte Gaza. Mit Leichtigkeit vollendete er die Eroberung Ägyptens und gründete hier seine neue Stadt Alexandria. Er besuchte die Oase Siwah, um dort das berühmte Orakel des Ammon zu befragen, worauf ihn der Hohenpriester als Sohn des Ammon pries, wie es bei Pharaonen üblich war. Diese Taktik wurde - zum Beispiel von Kallisthenes - als Versuch gewerteet, den Glauben zu verbreiten, Alexander stamme von Zeus ab.
Dareios hatte nun eine dringend nötige Ruhepause gehabt, um seine Kräft neu zu sammeln. Im Oktober 331 v. Chr. kam es bei Gaugamela, zwischen den Flüssen Tigris und Zab, zur nächsten, entscheidenden Schlacht. Wiederum errang Alexander einen glänzenden Sieg, und Persien mußte sich seiner Gnade ergeben. Er nahm die Satrapien Babylonien, Elam und Persien ein und verfolgte Dareios bis nach Medien. 330 v. Chr. wurde Dareios von seinen eigenen Leuten umgebracht.
Alexander III. betrachtete sich nun als rechtmäßiger Herrscher des Persischen Reiches. Er bestrafte die Mörder des Dareios und festigte seine Kontrolle über das Reich. In den folgenden drei Jahren unternahm Alexander Expeditionen nach Baktrien und Sogdiane, wo es nationale Opposition und Kriegsunruhen gab. Alexander kämpfte hart und gebrauchte neue Taktiken, wie etwa die Unterteilung seiner Armee. Schließlich befriedete er das Land.
In dieser Zeit heiratete er Roxane, die Tochter eines einheimischen Häuptlings.
Inzwischen hatte sich eine Kluft zwischen ihm und seinen alten makedonischen Offizieren aufgetan, da diese nicht bereit waren, seine stärker werdenden autokratischen Bestrebungen und seine philo-persische Politik hinzunehmen. 330 v. Chr. ließ Alexander der Große Philotas nach einem Prozeß vor versammelter Armee hinrichten und befahl dann den Mord an PhilotasVater Parmenion, seinen ehemaligen General. 327 v. Chr. tötete der betrunkene Alexander während eines Streites über seine orientalischen Neigungen Kleitos, der ihm in der Schlacht am Granikos das Leben gerettet hatte. Alexanders Versuch, den persischen Brauch der Prokynesis, den Fußfall, einzuführen, wurde abgelehnt und führte zur Hinrichtung des Kallisthenes. Trotzdem blieb ihm aber die Armee treu ergeben.
327 v. Chr. drang Alexander in Indien ein. Taxiles, König des Landes zwischen dem Indus und dem Dschilam, ergab sich. Poros, König des Landes zwischen dem Dschilam und dem Tschinab, wurde in der großen Schlacht am Hydaspes (Dschilam) geschlagen. Aber Alexanders Armee weigerte sich, den endlosen Vormarsch nach Indien fortzusetzen. Alexanders Bitten waren nutzlos - er mußte sich dem Willen der Armee fügen. 325 v. Chr. begann sie entlang eines neuen Weges ihren Rückzug. Alexander zog den Indus bis zum Delta hinunter und teilte dann die Streitkräfte: die Armee durchzog die Wüste von Gedrosien, während die Flotte unter der Leitung des Nearchos den unbekannten Kurs auf dem Persischen Golf nahm. Nach vielen Schwierigkeiten erreichten sowohl Alexander als auch Nearchos Persien (324 v. Chr.).
Sogleich begann Alexander III. die Verwaltung seines Reiches zu überwachen. Die Autokratie wurde immer deutlicher, vor allem als er Statthalter und Beamte wegen Amtsmißbrauch hinrichten ieß. Trotz Widerstands verfolgte er eine Politik der Zusammenarbeit mit den Iranern und ließ 30.000 von ihnen in der makedonischen Kriegsführung ausbilden. Er heiratete die Tochter des Dareios, ermutigte seine Offiziere, persische Frauen zu heiraten und hielt in Susa eine Massenhochzeit für 10.000 Soldaten ab. Er übernahm das Hofzeremoniell persischer Könige. Als er jedoch plante, durch die Schaffung neuer, gemischter Einheiten oprientalische Soldaten in die Armee einzugliedern, meuterten die Makedonen. Versöhnung wurde 324 v. Chr. mit einem großen Fest in Opis gefeiert. Kriesgveteranen wurde die Heimkehr nach Makedonien gestattet, doch beruhigte das kaum die Situation, da Alexander an seinen neuen Regierungsideen festhielt.
Seine Beziehungen zu den griechischen Staaten wurden durch seinen Befehl, Verbannte zurückzuführen, verschlimmert, da dies die Unabhängigkeit der Städte gefährdete.
Während seiner letzten Monate war Alexander mit Plänen weiterer Eroberungen und einem Feldzug nach Arabien beschäftigt. Im Juni 323 v. Chr. setzte ein schwerer Fieberanfall seinem Leben ein Ende. Ptolemaios I. begrub ihn in einem prächtigen Grab in Alexandrien.
Alexanders Eroberungen läuteten ein neues Geschichtskapitel ein und führten in dem riesiegen Gebiet zwischen Griechenland und Indien zu grundlegenden Veränderungen. Im Zuge der Armee gingen auch griechische Händler und Siedler mit, und durch die Gründung Dutzender neuer Städte mit griechischer Verfassung und makedonisch-griechischer Bevölkerung begründete Alexander III. die Hellenisierung der eroberten Gebiete. Für Alexander den Großen waren viele Eroberungen Mittel, die Wissenschaft voranzutreiben. Viele Gelehrte begleiteten ihn, viele Forschungsreisen - zum Beispiel zum Kaspischen Meer - wurden ausgerüstet; es wird auch behauptet, dass Alexander angeordnet hätte, alle wissenschaftlich bedeutenden Erscheinungen in den oberen Ländern seinem ehemaligen Lehrer Aristoteles zu melden.
Seine außergewöhnlichen Errungenschaften waren wohl seiner eigenen Persönlichkeit zuzuschreiben, sicher aber auch der makedonischen Armee, die ihm sein Vater hinterlassen hatte. Im Krieg war er stets gewandt auf der Suche nach neuen Lösungen für neue Bedingungen; auch konnte er lange, schwere Entbehrungen auf sich nehmen. In der Kunst der Belagerungstechnik überflügelte er alle anderen Feldherren der Antike. Als audgezeichneter Kämpfer führte er seine Reiter selbst in die Schlacht und wurde oft verwundet. Das brachte ihm fast grenzenlose Ergenheit seiner Soldaten ein. Alexanders Persönlichkeit und Errungenschaften sind eine unerschöpfliche Quelle für Sagen und Geschichten, die bis zum heutigen Tag sowohl in Asien als auch in Europa erzählt werden.

Literatur:
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Arr. An.; Diod Sic. 17; Plut. Al.; H. Berve, Alex.; U. Wilcken, Alexander der Große, 1932; F. Schachermeyer, Alexander der Große, 1973



Lexikon früher Kulturen: Band I Seite 36
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Alexander III., der Große, König seit 336
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* 356, 13.6.323
Pella      Babylon

Sohn Philippos‘ II. und der Olympias

Alexander ist der Begründer des Alexander-Reiches, womit die sogenannte hellenistische Phase (Hellenismus) in der griechischen und der vorderorientalischen Geschichte eingeleitet wurde. Alexander einigte den größten Teil der griechischen Staaten gewaltsam. Als Hegemon autokrator (Feldherr mit unumschränkter Vollmacht) des von Philippos II. begründeten Korinthischen Bundes kam er den Forderungen des makedonischen Adels und eines Teiles der städtischen Schichten nach. Der Krieg begann mit dem Übergang über den Hellespont und der Schlacht am Granikos gegen die persischen Truppen der hellespontischen Satrapie (334). Die Griechenstädte an der West-Küste Kleinasiens mußten zum Teil erobert werden und wurden nicht als Verbündete, sondern als Untertanen behandelt. Auf die Hauptmacht der Perser traf das Heer Alexanders erst bei Issos (333). Da die persische Flotte inzwischen die Ägäis beherrschte, mußte sich Alexander III. entschließen, die phönikischen Häfen und Ägypten zu besetzen (Gründung Alexandrias 331). Bei Gaugamela (am Tigris) wurde der persische König Dareios III. endgültig geschlagen und seine Hauptstadt Persepolis verwüstet. Weitere Kriegszüge führten Alexander und die makedonischen Streitkräfte bis an die Grenzen Indiens (326 Schlacht gegen den Kleinfürsten Poros). Alexander III. der Große hatte wohl den Titel eines ägyptischen Pharaos wie den eines persischen Großkönigs angenommen. Seine Vorstellung von einer Vermischung der Völker, die er durch Heiraten mit orientalischen Fürstentöchtern dokumentierte, war schon deshalb illusionär, weil sein „Reich“ weder militärisch noch staatspolitisch gefestigt war. Sie wurde weder von den orientalischen Völkern geteilt, noch von seinen Makedonen, die mehrere Verschwörungen gegen den König anzettelten. Das Alexander-Reich zerfiel nach dem Tode Alexanders III. Aus den Trümmern der Eroberungen entstanden Staaten, die sowohl als in sich gefestigte Wirtschaftseinheiten wie auch als politische Mächte für mehrere Jahrhunderte die Geschichte im östlichen Mittelmeer und im Iran bestimmten. - Seit der Antike sind die Überlieferungen des Lebens und Wirkens Alexanders III. zahlreich. Sie haben zu einem von Mythen überwucherten, in mehreren Versionen existierenden Alexanderromanen geführt, die bereits im Mittelalter in viele Sprachen übersetzt wurden. -

Literatur:
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P. Briand, Alexandre le Grand, Paris 1973.



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 81
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Alexander der Große (Alexander III.), König seit 336
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* (wahrscheinlich Juli) 356, 10. Juni 323
Pella                                       Babylon

Sohn Philipps II. und der Olympias

Alexander wurde 342-240 von Aristoteles unterrichtet, der ihn mit der griechischen Kultur vertraut machte; 340 leitete er die Staatsgeschäfte, während Philipp II. von der thrakischen Chersones aus die Meerengen und damit die athenische Getreideversorgung bedrohte. In der daraufhin bei Chaironeia erfolgten Schlacht (338) nach dem Bruch des Friedens des Philokrates führte Alexander als Kommandant der Reiterei den entscheidenden Schlag gegen die Athener, Böotier und ihre Verbündeten. Alexander der Große kam nach der Ermordung Philipps (336), dessen Werk er erhalten wollte, nicht ohne Gewaltanwendung zur Regierung, ließ sich dessen Amt als Hegemon der Amphiktionie von Delphi und des Korinthischen Bundes übertragen, sicherte die Nord-Grenze seines Reiches durch einen Zug gegen Thraker und Illyrier und begann nach der Niederwerfung eines Aufstandes in Griechenland 335 (Zerstörung Thebens) 334 den Feldzug gegen Persien, der unter seinem Vater als panhellenistische Vergeltuungsmaßnahme gegen den Zug XerxesI.nach Griechenland proklamiert worden war. Nach seinem ersten großen Sieg am Granikos über die kleinasiatischen Satrapen (Mai/Juni 334) eroberte er die ganze kleinasiatische West-Küste. Er konnte jedoch erst nach dem Tod seines Gegenspielers auf persischer Seite, des rhodischen Feldherrn Memmon (333) Kleinasien völlig besetzen. Er rückte über Gordion (Lösung des Gordischen Knotens durch einen Schwerthieb, wodurch Alexander die Herrschaft über Asien verheißen wurde, sicherlich unhistorisch) nach Kappadokien und Kilikien vor und besiegte den persischen Großkönig Darius III. bei Issos (November 333; schiefe Schlachtordnung). Als Folge dieses Sieges gelang ihm 332/331 die Unterwerfung Syriens, Palästinas (August 332 Einnahme der Festung Tyros nach monatelanger Belagerung) und Ägyptens, wo er als Befreier von der Perserherrschaft begrüßt wurde (Krönung durch die Priester in Memphis) und als Nachfolger der Pharaonen auftrat (Gründung Alexandreias). Im Frühjahr 331 zog Alexander nach Mesopotamien. Der Sieg über Darius III. bei Gaugamela (Alexanders bedeutendste Flügelschlacht; Oktober 331), dem wie nach Issos die Flucht gelang, brachte Babylon und Teile des persischen Kernlandes mit den Hauptstädten Susa (für die Griechen Zentrum des Reiches) und Persepolis in seine Hand. Persepolis wurde niedergebrannt, angeblich um den Frevel Xerxes I. an griechischen Heiligtümern zu rächen. Alexander der Große nahm den Titel König von Asien‘ an. Mit der Entlassung der griechischen Bundesgenossen in Ekbatana (330) war der panhellenische Rachekrieg beendet.
In der zzweiten Phase seiner Operation handelte Alexander nur noch als ‚König für sich selbst‘ (U. Wilcken). Bis ans Kaspische Meer verfolgte Alexander III. mit dem Rest des Heeres Darius III., den er im Juli 330 von dessen verräterischer Umgebung niedergestochen vorfand. Sich nun als Rechtsnachfolger der ACHÄMENIDEN betrachtend, verfolgte er den baktrischen Satrapen Bessos, der Darius III. hatte töten lassen und selbst unter dem Namen Artaxerxesals Gegen-König auftrat, durch die Aria, Drangaine, durch Arachosien, über den Hindukusch bis in die Sogdiana, wo ihn 329 dessen Festnahme gelang. Nach weiteren schweren Kämpfen in Baktrien, für die Alexander sein Heer in kleinere taktische Einheiten von großer Beweglichkeit umbildete (auch Aufnahme von Persern in das Heer), ging er nach Überschreiten des Iaxartes (heute Syrdarja) 328 als Sieger im Kampf gegen den Baktrier Spitamenes hervor (politisch bedeutsame Ehe mit der baktrischen Fürsten-Tochter Roxane nach iranischem Ritus). Alexander III. umgab sich mit persischem Prunk und ließ sich die Ehren eines orientalischen Herrschers erweisen (Einführung des persischen Hofzeremoniells), wodurch sein Verhältnis zu den Makedonen belastet wurde. Es kam zu Verschwörungen. Bereits 330 ließ Alexander der Große Philotas, den Sohn des Feldherrn Parmenion, töten, weil er eine Verschwörung nicht gemeldet hatte; dann erfolgte die Ermordung des Parmenion selbst und 327 die Hinrichtung des Hofhistoriographen Kallisthenes (eines Gegners der von Alexander geforderten Proskynese), der in eine Verschwörung verwickelt war. Die Tötung des Kleitos (des Lebensretters Alexanders am Granikos) durch die Hand des Königs (328) war dagegen eine Affekthandlung bei einem Gelage (auch Antipater). Die Motive für die letzet Phase des Perserzugs (ab 328/327) sind unklar, da er nicht von politischen Handlungszwängen bestimmt war, sondern eher von Alexanders Forschergeist motiviert gewesen zu sein scheint. So mögen Alexanders Unternehmungen in dieser Phase darauf abgezielt haben, die geographischen Grenzen der Welt zu finden, wofür auch die früher von ihm entsandten oder geplanten Expeditionen sprechen: 332/331 Entsendung eines Forschertrupps in den Sudan (allerdings, um die Ursachen der Nilschwelle zu erkunden; 328 geplante Exkursion zur Untersuchung des Kaspischen Meeres (Teil des die gesamte Oikumene umgebenden Ozeans oder eigenständiges Meer? – auch griechische Wissenschaften [Geographie, Kartographie]). - 327 unternahm Alexander einen Zug nach Nordwest-Indien. Nach seinem Sieg über den indischen König Poros am Hydaspes (heute Jhelum; Mai/Juni 326) beschloß Alexander der Große bis zur Mündung des Ganges vorzudringen, um an den östlichen Rand der Erde zu gelangen, doch wegen einer Meuterei seiner Truppen mußte er am Hyphasis (heute Beas) umkehren. Mit Landheer und Flotte zog Alexander indusabwärts. Während Nearchos zur Rückfahrt und Erforschung des Persischen Golfes abgesandt wurde und Krateros mit dem anderen Teil des Heeres weiter nördlich durch Arachosien den Rückzug angetreten hatte, zog Alexander III. anfangs die Flotte Nearchos‘ begleitend, dann aber durch die Wüsten Gedrosiens (heute Belutschistan) zurück; im Dezember 325 trafen sich alle drei Heeresteile in Karmanien bei Harmozeia (Hormus). Nach fünf Jahren Abwesenheit betrat Alexander III. Anfang 324 Pasargadae, kurz darauf Susa, wo er mit dem Heeresteil des Nearchos wieder zusammentraf. Alexanders Aufenthalt in Susa wurde durch ein großes Fest gekrönt, das die Eroberung des persischen Weltreiches feiern und zugleich eine neue Politik (Verschmelzung von Ost und West) fördern sollte: Hochzeit zwischen Griechen und Perserinnen (Legitimierung der persischen Konkubinen als Ehefrauen zur linken Hand, damit verbunden: Legalisierung der Kinder), Verkündung einer Amnestie für die politisch Verbannten in Griechenland, Tilgung der Schulden der Soldaten. Sein letzes Lebensjahr verbrachte Alexander III. der Große mit der Vorbereitung seiner Arabienexpedition (Umschiffung der Arabischen Halbinsel): Euphratregulierung, Bau eines Hafens bei Babylon, Bau von Schiffen und Aussendung bewährter Kundschafter, die wohl bis Muskat (vom Euphrat her) gekommen sind. Inmitten der Vorbereitungen starb Alexander 323 unerwartet in Babylon. Da er keinen regierungsfähigen Erben besaß (Alexander IV.), kam es nach seinem Tod zu Machtkämpfen, die zur Entstehung der Reiche der Diadochen führten.
Wohl von echter Religiosität und zugleich vom Bewußtsein des Neuen erfüllt, das seine Herrschaft mit sich brachte, war Alexander III. bemüht, beides zu vereinigen. In Ägypten durch das Orakel des Ammon der Oase Siwa als Gottessohn bezeichnet, versuchte er nach seiner Rückkehr aus Indien auch die Griechen zu göttlicher Verehrung zu bewegen. Verständnis für derartige Absichten fand er unter den Zeitgenossen zwar nicht, doch wurde er bald nach seinem Tod als Gott verehrt. Seine Politik scheint auf die Schaffung eines Reiches abgezielt zu haben, in dem alle Bewohner gleiche Rechte besitzen sollten. Ob sein Ziel auch die Vermischung seiner Untertanen war, läßt sich aus seinen Maßnahmen (besonders der letzten Lebensjahre) nicht mit Sicherheit erkennen. Ungefähr 70 Städtegründungen in allen Teilen des von ihm besetzten Gebietes mit Ansiedlung besonders von Griechen (Alexandreia), Einreihung von Orientalen ins Heer, seine Heirat mit Prinzesinnen der ACHÄMENIDEN-Dynastie (so mit Stateira, Tochter Darius III., und Parysatis, Tochter Artaxerxes‘ III. Ochus) sowie Zwangsehen seiner militärischen Führer mit Perserinnen (Massenhochzeit von Susa 324, wobei es Alexander in erster Linie um die Legalisierung der Kinder ging) und makedonische Erziehung qualifizierter Perser deuten darauf hin, dass er in der Tat mehr beabsichtigte als nur eine Personalunion zweier sich innerlich fremd bleibender Länderkomplexe (Hellenismus). Es geht aber wohl nicht an, ihn deshalb zum Verwirklicher philosophischer Ideen (‚Weltverbrüderung‘ zu machen. Pläne einer Eroberung der westlichen Welt bis zu den Säulen des Herakles wurden ihm erst von seiner Nachwelt zugeschrieben, sind jedoch in seinen überlieferten, nicht unumstrittenen ‚Hypomnemata‘ (Generalstabspläne) erwähnt. Die auf seinen Auftrag hin durch die Flotte wiederentdeckte Verbindung zwischen Indien und dem Persischen Golf veranlaßte den Ausbau der babylonischen Küstengebiete und läßt wirtschaftliche Absichten erkennen. Ebenso ist die unmittelbar vor seinem Tod geplante Eingliederung Arabiens in erster Linie von wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten aus zu verstehen. Seine Kriegszüge hatten dem griechischen Handel neue Wege und Räume eröffnet; das Alexander-Geld stellte eine einheitliche Währung dar, die die Entstehung eines Welthandels förderte.
Die Überlieferung setzte bereits zu seinen Lebzeiten ein, später entstanden Aufzeichnungen von Teilnehmern des Feldzuges in zum Teil einseitiger Darstellung. Das erschwert die kritische Prüfung zeitgenössischer Zeugnisse. Es kommt hinzu, dass sich bald auch die philosophische Literatur sowie die Rhetorik mit Alexander III. befaßten. Wie sehr darüber hinaus das Phänomen Alexander das Denken und Dichten der Völker beeinflußte, zeigt die Alexanderdichtung, deren Ausgangspunkt und Hauptquelle der fälschlich Kallisthenes zugeschriebene phantasiereiche ‚Alexanderroman‘ ist, der wohl im 3. Jh. n. Chr. auf der Basis älteren (hellenistischen) Materials entstand und in viele Übersetzungen und Bearbeitungen (auch Iulius Valerius) überliefert ist. Die ersten einigermaßen vollständig erhaltenen historischen Werke über Alexander (keilschriftliche Quellen sind noch unpubliziert) stammen ausnahmlos aus römischer Zeit, vor allem aus der Kaiserzeit (Diodor, Arrian, Plutarch, Marcus Iunianus Iustinus, Curtius Rufus); in allen sind Alexanders ‚Hypomnemata‘ enthalten (besonders ausführlich bei Diodor). Darüber hinaus findet Alexander Erwähnung in der Bibel (Dan. 6 und 11; 1. Makk. 1, 1-8) und in zahlreichen Schriften der Kirchenväter.
Von den vielen Denkmälern aus der Zeit Alexanders ist wenig erhalten. Sein Kopf erscheint auf zahlreichen Münzen. Von dem Bildhauer Lysipp wird berichtet, dass er mehrere plastische Bildnisse Alexanders geschaffen habe, von denen jedoch keines erhalten ist, ebensowenig eines der gemalten Bildnisse des Apelles. Erhalten sind unter anderem die mit Inschrift versehene Herme Azara (Louvre), ein Kopf in Genf (Musee d’art er d’histore), eine Bronzestatuette (im Louvre, ein Kopf von Leochares (Athen, Agoramuseum). In Aigai wurde 1977 ein Elfenbeinköpfchen gefunden, das vielleicht Alexander darstellt und wohl Leochares zuzuschreiben ist. Alexandermosaik und Alexandersarkophag zeigen historische Ereignisse.

Literatur:
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Berve, H.: Das Alexanderreich auf prosopograph. Grundl. Mchn. 1926 2 Bde Nachdr. New York 1973 2 in 1 Bd. - Wilcken, U.: A. d.Gr. Lpz. 1931 - Pfister, F.: A. d. Gr. in den Offebnbarungen der Griechen, Juden, Mohammedaner u. Christen. Bln. 1956 - Pearson, L.: The lost histories of A. New York 1960 - Hampl, F.: A. d. Gr. Gött. 1965 - A. the Great. The main problems. Hg. v. G. Griffith, Cambridghe u.a. 1966 - Tarn W.W.: A. d. Gr. Darmst. 1968, 2 in 1 Bd. - Schachermeyer, F.: A. d. Gr. Das Problem seiner Persönlichkeit u. seines Wirkens, Wien 1973 - Fox R.L.: A. d. Gr. Mchn. 1981 - Lauffer, S.: A. d. Gr. Mchn. 1981 - Wirth, G.: A. d. Gr. Rbk. 28-30. Tsd. 1983 - Bengtson, H.: Philipp u. A. d. Gr. Mchn. 1985 - Droysen, J.G.: Gesch. A.s d. Gr. Nach dem Text deer Erstausg. 1833. Hg. v. P. König. Zü. 1986 - Will, W.: A. d. Gr. Stg. u.a. 1986 -



Alexander III. der Große verdankte seine hohe Intelligenz, die beispiellose Willenskraft, Zielstrebigkeit und Geschicklichkeit, mit jeder Lage fertig zu werden ebenso wie gewisse "barbarische" Züge, Zornesausbrüche und Trunksucht seinem Vater. Er empfing durch Aristoteles die beste griechische Bildung seiner Zeit. Um ihn scharte sich die Jugend der aristokratischen Geschlechter Ober-Makedoniens. Im Jahre 340 v.u.Z. vertrat er seinen Vater als Statthalter in Makedonien und am 2.8.338 v.u.Z. entschied er als Befehlshaber des linken Angriffsflügels die Schlacht bei Chaironeia, indem er nach hartem Widerstand die "Heilige Schar" der Thebaner mit seinen Reitern niederkämpfte. 337 v.u.Z. wurde Alexander wegen höfischer Intrigen verbannt. Nach der Ermordung seines Vaters wurde er trotz umstrittener Thronfolge sein Nachfolger. Die anschließenden Thronwirren wurden von ihm mit besonderer Unterstützung der Feldherren Antipatros und Parmenion durch Beseitigung möglicher Thronfolger beendet; im Frühjahr 335 v.u.Z. wurden die an der Nord-Grenze Makedoniens aufständischen Volksstämme der Thraker (Triballer und Geten) und im Anschluß daran die sich an der West-Grenze Makedoniens erhebenden Illyrer niedergeworfen. Dem offenen Aufstand Thebens mit Anschluß der Athener, Arkader und Eleer folgte nach der Einnahme Thebens eine demonstrative Zerstörung der Stadt durch Alexander - nur das Haus des Pindar und die Tempel wurden geschont - und der Verkauf der überlebenden Bevölkerung in die Sklaverei. Damit war die antimakedonische Bewegung in Griechenland unterdrückt und freie Hand für Alexanders asiatischen Feldzug gegeben. Als neugewählter Hegemon des Hellenischen (Korinthischen) Bundes bereitete Alexander den "Rachefeldzug" gegen die Perser vor. Als Kriegsgrund diente die Verwüstung Griechenlands und die Entweihung seiner Nationalheiligtümer während der Perserkriege (550 v.u.Z.-449 v.u.Z.). In Wirklichkeit ging es Alexander um die Erweiterung des eigenen Machtbereiches, um die Zerschlagung der ACHÄMENIDEN-Herrschaft, deren letzte Herrscher nur mit Mühe diesen "Rießenkoloß auf tönernen Füßen" zusammenhalten konnten. Die finanzielle Lage Alexanders war dürftig, sein zwar gut ausgebildetes, aber nur etwa 30.000 Mann Fußtruppen und 5.000 Reiter sowie 160 Trieren (Dreiruderer) umfassende Streitmacht war zur Eroberung des von der Ägäis bis Indien, vom Kaspischen Meer bis Ägypten reichenden persischen Weltreiches zu klein. Unter Zurücklassung von 12.000 Fußsoldaten und 1.500 Reitern unter Antipatros als Statthalter (Stratege für Europa) begann 334 v.u.Z. mit dem Übergang über den Hellespont der Kampf. Das Makedonenheer begleitete ein großer technischer und wissenschaftlicher Stab von Griechen. 334 v.u.Z. kam es zum ersten Zusammenstoß mit den Persern und dem Sieg Alexander am Granikos (südlich der Propontis). Es folgte die Einnahme von Sardes, Ephesos, Milet und Halikarnassos. 334/33 v.u.Z. ging der Vormarsch durch Lykien, Pamphylien und Pisidien und in Gordion (Gordischer Knoten) wurde Winterquartier bezogen. 333 v.u.Z. wurde durch Kappadokien über das Taurusgebirge nach Kilikien und die nach Syrien führenden Amanaspässe vorgestoßen. Im November 333 v.u.Z. besiegte Alexander ein zahlenmäßig überlegenes Heer der Perser bei Issos (in der Nähe des heutigen Alexandrette). Der besiegte Dareios III. floh vom Schlachtfeld; seine Mutter, Frau und Kinder fielen in die Hände des Siegers. Im Jahre 332 v.u.Z. gingen die phönikischen Küstenstädte Arados, Byblos und Sidon zu Alexander über, Tyros wurde erst nach siebenmonatiger Belagerung erobert und zerstört und Palästina besetzt. Einen Freundschaftspakt mit dem Perser-König, das Angebot der Euphratgrenze, 10.000 Talente (1 Talent = 25,2 kg Gold) und die Hand der Tochter des Dareios wurden von Alexander abgelehnt. Im November 332 v.u.Z. wurde Ägypten kampflos übergeben und Alexander erhielt in Memphis von der Priesterschaft die Doppelkrone Ägyptens und wurde offiziell als Nachfolger der Pharaonen anerkannt. Er behielt die Satrapieneinteilung bei und ersetzte die Perser durch seine eigenen Leute. Er führte das Amt des Hauptschatzmeisters ein, womit eine allmähliche Zentralisierung des Staatsapparates und der Münzprägung begann. 331 v.u.Z. gründete er am westlichen Mündungsarm des Nils die Stadt Alexandria und zog nach der Oase Siwa zum Orakel des Ammon. Im Frühjahr 331 v.u.Z. zog Alexander nach Syrien und über Euphrat und Tigris in die Arbelitis. Am 1.10.331 v.u.Z. kam es in der Tigrisebene bei Gaugamela (Arbela Tell Gomel, etwa 35 km nordöstlich von Mossul) zur Entscheidungsschlacht. Dareios III. floh trotz riesiger zahlenmäßiger Überlegenheit und günstiger Stellung der Perser nach Medien. Nach dem Sieg wurde Alexander zum König ausgerufen und die ACHÄMENIDEN-Residenzen Babylon und Susa besetzt; der persische Staatsschatz in Höhe von 50.000 Talenten wurde erbeutet. 330 v.u.Z. wurde Persepolis und Ekbatana erobert. Der "Panhellenische Rachefeldzug" wurde mit dem Brand des ACHÄMENIDEN-Palastes und der Plünderung der Stadt Persepolis symbolisch beendet (120.000 Talente Beute). Ein Teil der thessalischen Reiter und der griechischen Bundesgenossen wurde in die Heimat entlassen, der Rest verblieb als Söldner im Heer, in das auch persische Reiter aufgenommen wurden. Im Juli 330 v.u.Z. wurde Dareios III. vom baktrischen Satrapen Bessos bei Hekatompylos getötet. Alexander, der sich als rechtmäßiger Thronnachfolger betrachtete, bekämpfte den unter dem Namen Artaxerxes ebenfalls als Nachfolger des Dareios auftretenden Bessos als Usupator. Im Herbst 330 v.u.Z. wurde Philotas, der Anführer der Hetairenreiterei, hingerichtet und sein Vater Parmenion hinterlistig ermordet. 330-329 v.u.Z. begann der Vormarsch des Alexander-Heeres nach Osten durch Medien, Hyrkanien, Parthien, Margiane, Areia, Draugiane und Arachasien. Bessos, der den Kampf der ostiranischen Völkerschaften leitete, wurde verfolgt und durch Ptolemaios im Tal des Oxos gefangengenommen und nach einem Vorstoß Alexanders über Paraparnisos (Hinduksch) nach Baktrien und Sogdiane in Ekbatana hingerichtet. Es folgte der Vormarsch über Marakanda (Samarkand) in Turkestan bis zum Jaxartes. Hier gliederte Alexander das Heer in kleinere selbständige taktische Einheiten. Im Jahre 328 v.u.Z. kam es zur Erhebung der Sogder, Saken, der mittelasiatischen Nomadenstämme der Daker und Massageten gegen die Eindringlinge unter Führung des Spitames, der nach einem äußerst erbitterten Kleinkrieg in Baktrien und Sogdiane durch Verrat des massagetischen Adels ermordet wurde. Bei einem Gelage in Samarkand tötete Alexander den Feldherrn Kleitos, der ihm am Granikos das Leben gerettet hatte, bei einem Gelage. 327 v.u.Z. wurde Alexanders Hofhistoriograph Kallisthenes im Zuge der sogenannten Pagenverschwörung wegen Mißbilligung der Annahme persischer Sitten und Gebräuche auf Alexanders Befehl hingerichtet. Es wurde eine einheitliche Silberwährung eingeführt. Nach Verhandlungen mit dem Fürsten Taxiles von Taxila begann der Vorstoß Alexanders von Baktrien über Paropamisos in südlicher Richtung nach Erstürmung des Aornasmassives (Pir-Sar) der indische Feldzug. Im Mai/Juni 326 v.u.Z. wurde am Hydaspes König Poros besiegt und als Vasallenfürst belassen. Alexander gründete die Städte Nikaia und Bukephola. Mit dem Fluß Hyphasis war der östliche Punkt des Vormarsches erreicht; eine Meuterei und Erschöpfung des Heeres zwangen Alexander zur Umkehr. Admiral Nearchos und Onesikritos segelten mit der Flotte vom Industal nach Westen, währenddessen zog Alexander in Küstennähe über Gedrosien und Karmanien unter entsetzlichen Verlusten in die Susina zurück. Ein anderer Heeresteil unter Krateros zog durch Arachasien und die Drangiana zurück. Alexander traf am Jahresanfang 324 v.u.Z. über Pasargadei und Pesepolis in Susa ein und beendete seinen 10-jährigen asiatischen Feldzug. Hier hielt Alexander ein Strafgericht über aufsässige Satrapen ab und gleichzeitig kam es zur Massenhochzeit von Susa, bei der 10.000 Makedonen Perserinnen heirateten. Alexander nahm nach persischen Ritus Stateira, Tochter von Dareios III., und Parysatis, jüngste Tochter von Artaxerxes III., zur Frau. Sein Versuch, Makedonen und Perser bei Gleichstellung beider Völker zu verschmelzen, führte bei der Entlassung makedonischer Veteranen in Opis (am Tigris) zur Meuterei des Heeres. Die Anordnung Alexanders zur Apotheose (göttliche Verehrung des lebenden Herrschers) wurde von Makedonen und Griechen nur widerwillig befolgt. Alexander verwendete in der Verwaltung Perser und stellte weitere gemischte Truppenverbände auf. Bei den Vorbereitungen zum Arabienfeldzug erlag Alexander einem fieberhaften Infekt in Babylon, der Hauptstadt seines Reiches.
Der schon in der Antike legendäre und mit dem Beinamen"der Große" versehene Makedonen-König war unbestritten eine der größten und bedeutendsten Persönlichkeiten der Antike. Mit seinen hervorstechenden Wesenszügen Schnelligkeit, persönlicher Mut und geistige Überlegenheit paarten sich auch Grausamkeit, Berechnung und Jähzorn. Das von ihm geschaffene Riesenreich ohne sozialökonomische Basis war nicht von Bestand, da es innerhalb seiner Grenzen politisch, kulturell und wirtschaftlich zu unterschiedlich entwickelte Gebiete vereinte und sich Alexanders Eroberungen im wesentlichen auf bereits bestehenden und neugegründeten Städten und Militärsiedlungen stützten. Die ebenfalls zur herrschenden Klasse gehörende ansässige Aristokratie beutete gemeinsam mit den makedonisch-griechischen Eroberern die Volksmassen erbarmungslos aus; die seit Menschengedenken im Orient bestehende Ansicht von der "Göttlichkeit des Herrschers" wurde von Alexander dabei geschickt ausgenutzt. Die Vernichtung des Perserreiches förderte die wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Ost und West. Die von Alexander angelegten Städte (etwa 70) dienten hierbei als wichtige Berührungspunkte. Auf den Trümmern des Alexander-Reiches entstand die hellenistische Welt.

Bengtson Hermann: Seite 209-211
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Die Frauen im Leben Alexanders:
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Zu seiner Mutter, der epirotischen Prinzessin Olympias, soll Alexander ein ganz besonders enges Verhältnis gehabt haben. Als sein Vater Philipp die junge Kleopatra zu seiner legitimen Gattin erhob, da verließen Mutter und Sohn den makedonischen Hof und suchten in Epirus und Illyrien Asyl. Mit seiner Mutter hat Alexander auf seinem Asienfeldzug eine ausgedehnte Korrespondenz unterhalten, aber die Beziehungen waren nicht ungetrübt, denn in vielen Dingen, die Olympias ihm vortrug, war der Sohn nicht einverstanden. Olympias hat im Jahre 331 v.u.Z. aus Ärger über den Reichsstatthalter Antipater noch einmal Makedonien verlassen. In Epirus geriet sie abermals in Streit, dieses Mal mit ihrer Tochter Kleopatra, der Gattin Alexanders des Molossers. Von einem besonders herzlichen Verhältnis zwischen Mutter und Sohn kann keine Rede sein, dazu war Olympias eine Frau, die in ihrer maßlosen Herrschsucht über Leichen ging, wenn dies ihrem Interesse entsprach. Von dieser Seite her hat Alexander wenig menschliche Wärme erfahren, sein vielleicht unberechenbares Wesen wird man wohl auf die Mutter zurückführen müssen. Und an diesem Wesen hat er sein Leben lang zu tragen gehabt.
Dikaiarch, ein Zeitgenosse Alexanders, behauptet, Alexander sei der Knabenliebe leidenschaftlich ergeben gewesen. In der Tat ist eine große Zahl von Lustknaben bekannt, die sich der König gehalten hat. Die Knabenliebe (Päderastie) war in der griechischen Welt ebenso verbreitet wie später bei den Osmanen. Alfred von Gutschmid wird wohl recht haben, wenn er Alexanders Zurückhaltung gegenüber Frauen auf seine päderastischen Neigungen zurückführt. Auch unter den Makedonen stand der König nicht allein, und wenn er sich nach den Jahren 330/29 v.u.Z. mit einem Harem umgeben hat, so hatte auch dies nichts gegen seine Veranlagung zu besagen. Die Versuche der Neueren, dies zu leugnen, sind nicht überzeugend, und wenn man Athenaios (aus dem 2. Jahrhundert u.Z.) als unzuverlässig bezeichnet, so ist auch dies im Hinblick auf den von ihm zitierten Dikaiarch, den Verfasser einer griechischen Kulturgeschichte, ganz abwegig. In diesem Punkt gibt es bei Alexander nichts zu retten oder zu idealisieren. Das Bild seiner Persönlichkeit wird durch seine Päderastie nicht wesentlich verändert.
Und doch hat es Frauen gegeben, die seine Leidenschaft entflammt haben. Eine von ihnen war Barsine, die Tochter des Artabazos und einer Schwester des Rhodiers Mantor. Barsine war eine Frau von hellenischer Bildung. Sie verfügte über eine große persönliche Ausstrahlung. Bereits 30 Jahre alt, geriet sie nach der Schlacht bei Issos als Gefangene in die Hände der Makedonen (Parmenion hatte sie in Damaskos erbeutet). Wir wissen nicht, welche Motive Parmenion gehabt hat, diese Frau dem König zuzuführen. Alexander trat zu ihr in ein Liebesverhältnis, dem ein Knabe Herakles entsprossen ist. Herakles wurde im Jahre 327 v.u.Z. in Baktrien geboren. In Baktrien war es auch, wo Alexander in den Bannkreis der Rhoxane geriet. Barsine aber machte sich auf den Weg nach Kleinasien, sie lebte mit ihrem Sohn in Pergamon, als Alexander starb. Polyperchon ließ sie später mit samt ihrem Sohn im Jahre 309 v.u.Z. ermorden, da er in ihm einen möglichen Kronprätendenten aus dem Weg räumen wollte. Ohne Zweifel war der Bund zwischen Alexander und Barsine auf Liebe gegründet; als aber eine neue Frau ins Leben des Königs trat, die Iranierin Rhoxane, da hat Alexander seine Geliebte nach Hause geschickt. Im übrigen ist Barsine auf die politischen Entscheidungen Alexanders ohne Einfluß geblieben, und es verlautet nichts darüber, dass er später noch einmal mit ihr in Verbindung getreten wäre.
Ganz anders steht es mit Alexanders Liebe zu Rhoxane, einer Baktrierin aus vornehmen Hause, der Tochter des Oxyartes. Sie war noch sehr jung, als sie im Jahre 327 v.u.Z. zum ersten Mal in den Gesichtskreis Alexanders trat, wahrscheinlich erst 13 oder 14 Jahre. Bei der Eroberung der Burg des Iraniers Arimazes geriet sie in makedonische Kreigsgefangenschaft. Ganz gegen seine Gewohnheit wurde hier Alexander von einer mächtigen Leidenschaft zu dem schönen Mädchen ergriffen. Dies ist jedenfalls die Meinung der seriösen Quellen, unter denen sich auch Arrian befindet. Der König soll keinen anderen Wunsch gehabt haben, als sie zu seiner rechtmäßigen Gemahlin zu machen. Die Hochzeit wurde auf der Burg des Sismithres gefeiert. Zweifellos steht die Eheschließung im Zusammenhang mit den Verschmelzungsplänen Alexanders. Auf dem Zug nach Indien brachte Rhoxane einen Sohn zur Welt, der jedoch bereits im Jahre 326 v.u.Z. verstarb. Man wird es der Rhoxane nicht verargen, wenn sie angesichts der Massenhochzeit von Susa, auf der sich Alexander ehelich mit zwei Perserinnen aus königlichem Haus verband, in rasende Eifersucht verfallen ist. Und nach dem Tode Alexanders hatte sie nichts Eiligeres zu tun, als Stateira und Drypetis umbringen zu lassen. Sie bediente sich dabei der Hilfe des Perdikkas. Sie selbst war im 8. Monat schwanger. Ihr Sohn, nach dem Vater gleichfalls Alexander genannt, fiel dem Makedonen Kassander zum Opfer, der ihn, wohl im Jahre 310 v.u.Z., mitsamt der Rhoxane umbringen ließ. Sie hat ein wenig glückliches Schicksal gehabt.
Noch weniger ist über die Beziehungen Alexanders zu Stateira und Parysatis bekannt. Er war nur kurze Zeit mit ihnen verheiratet, Nachwuchs ist aus diesen Verbindungen nicht hervorgegangen. In diesen Ehen wollte Alexander sich als Nachfolger des persischen Großkönigs dokumentieren.Stateira war eine Tochter Darius' III., Parysatis eine Tochter des Artaxerxes III. Ochus, und zwar die jüngste. Stateira ist der Eifersucht Rhoxanes nach Alexanders Tod zum Opfer gefallen, von Parysatis ist nichts bekannt, sie dürfte aber den Tod Alexanders kaum überlebt haben. An einer Perserin als Witwe Alexandershatte nach seinem Tod niemand ein Interesse.
Im Hoflager des Königs in Asien lebten natürlich auch zahlreiche Frauen, die man als Hetären bezeichnen wird. Zu ihnen gehörte auch die berühmte Thais aus Athen. Sie soll nach Kleitarch, der hier nicht das Richtige hat, die Fackel in den Königspalast der Perser in Persepolis geworfen haben. Ob Thais Beziehungen zu Alexander gehabt hat, ist nicht bekannt. Die Möglichkeit ist nicht auszuschließen. Nach Alexanders Tod hat sie Ptolemaios, der Sohn des Lagos, zu sich genommen. Neben Thais wird es noch so manche andere Hetären in der Umgebung des Königs gegeben haben. Auf sein Leben und seine Lebensführung haben sie aber keinen Einfluß gehabt. Für den König standen sie alle weit hinter seinen Freunden, insbesondere seinem Intimus Hephaistion, zurück.

Bengtson Hermann: Seite 39
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Alexander starb am 10. Juni 323 v.u.Z. entweder an Malaria oder an einer Lungenentzündung, die auf die Verwundung im Thorax durch einen Pfeilschuß in der Mallerschlacht zurückzuführen ist.

Zeitungsartikel:
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Rätsel gelöst: Alexander der Große starb an Typhus

Alexander der Große - mit 26 hatte er ein Weltreich erobert. Mit 33 starb er ( 323 n. Chr., Babylon) - Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Erschöpfung, Fieber, Bauchschmerzen. Das Unerklärliche: Sein Körper verweste mehrere Tage lang nicht.
Das ließ die Ärzte bis heute nicht ruhen. Jetzt glaubt Dr. David Oldach (Universität Maryland): Typhus raffte ihn hin.
Die Infektion perforierte den Darm, Fieber lähmte den Körper, Füße, Beine - dann langsam die Atmung. Dr. Oldach in einer Fachzeitschrift: „Man hielt den König für tot, obwohl er es noch gar nicht war.“
 
 
 
 

    328 v.u.Z.
  1. oo Rhoxane, Tochter des Oxyarthes von Sogdiane
           347 v.u.Z. 310/09 v.u.Z. ermordet
 
    324 v.u.Z.
  2. oo Stateira, Tochter von Dareios III.
           um 345/40 v.u.Z. 323 v.u.Z. ermordet

    324 v.u.Z.
  3. oo Parysatis, jüngste Tochter von Artaxerxes III.
           um 345/40 v.u.Z. 323 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Sohn
  327 v.u.Z. 326 v.u.Z.

  Alexander IV.
  323 v.u.Z. 310/09 v.u.Z.

Illegitim      von Barsinoe, Tochter des Artabazos

  Herakles
  332 v.u.Z. 309 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 11,12,14,17,19,22,25,28,30,34,39,46,156,197 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 57-266 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 7,10,15,18,23,48,94,140,221,239,250 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I-III - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 11, 47,56,59,68,87,100,112,214,216,220,223 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 9 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 - Frischauer Paul: Knaurs Sittengeschichte der Welt I. Vom Paradies bis Pompeji. Droemer Knaur München Zürich 1968 Seite 208 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 7-286 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 9-393 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 4-317 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 2-507 - Kornemann Ernst: Große Frauen des Altertums. Verlag Schibli-Doppler Birsfeld-Basel Seite 81,108,250,400 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 8-203 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 - Licht Hans Prof. Dr.: Sittengeschichte Griechenlands. Hans E. Günther Verlag Stuttgart 1960 Seite 26,65,81,181,183,243, 248,282,322,323 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237 -