Tochter des Satrapen Artabazos II. von Baktrien
und Urenkelin des Groß-Königs Artaxerxes
II. von Persien
Thiele, Andreas: Tafel 237
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
ALEXANDER
III. "DER GROSSE"
---------------------------------------------
* 356 v.u.Z. † 323 v.u.Z. (ermordet?)
2. oo 324 v.u.Z.
BARSINE
VON BAKTRIEN
† 309 v.u.Z. ermordet
Tochter des Satrapen Artabazos II. und Urenkelin
des Königs Artaxerxes II. von Persien
Die Frauen im Leben Alexanders:
-----------------------------------------
Und doch hat es Frauen gegeben, die seine Leidenschaft
entflammt haben. Eine von ihnen war Barsine, die Tochter des
Artabazos und einer Schwester des Rhodiers Mantor. Barsine
war
eine Frau von hellenischer Bildung. Sie verfügte über
eine große
persönliche Ausstrahlung. Bereits 30 Jahre
alt, geriet sie nach der Schlacht bei Issos als Gefangene in die Hände
der Makedonen (Parmenion hatte sie in Damaskos erbeutet). Wir wissen
nicht, welche Motive Parmenion
gehabt hat, diese Frau dem König
zuzuführen.
Alexander
trat zu
ihr in ein Liebesverhältnis, dem ein Knabe
Herakles
entsprossen ist. Herakles wurde im
Jahre 327 v.u.Z. in Baktrien geboren. In Baktrien war es auch, wo Alexander
in den Bannkreis der Rhoxane geriet.
Barsine
aber machte sich auf den Weg nach Kleinasien, sie lebte mit ihrem Sohn
in Pergamon, als Alexander starb. Polyperchon
ließ sie später mitsamt ihrem Sohn im Jahre 309 v.u.Z. ermorden,
da er in ihm einen möglichen Kronprätendenten aus dem Weg räumen
wollte. Ohne Zweifel war der Bund zwischen Alexander
und
Barsine
auf Liebe gegründet; als aber eine neue Frau ins Leben des Königs
trat, die Iranierin Rhoxane, da hat
Alexander
seine Geliebte nach Hause geschickt. Im übrigen ist Barsine
auf die politischen Entscheidungen
Alexanders
ohne Einfluß geblieben, und es verlautet nichts darüber, dass
er später noch einmal mit ihr in Verbindung getreten wäre.
Fox Robin Lane: Seite 48,49,134
**************
"Die Suche nach Alexander."
Wenige Jahre vor 350 v.u.Z. nahm Philipp
II. in Pella die Familie des rebellierenden persischen Satrapen
Artabazos auf, der einen Distrikt nahe des Hellespont verwaltet hatte.
Artabazos
sprach vermutlich Persisch und Griechisch und hatte hervorragende Verbindungen.
Verheiratet war er mit einer Tochter des vorhergehenden Königs, und
seine eigene Ahnenreihe ließ sich vermutlich bis auf Dareios
I. zurückführen. Der Dienst in der hellenisierten
Provinz am Hellespont hatte seine Familie geprägt und sie mit der
griechischen Lebensweise vertraut werden lassen. Mit sich brachte er seine
vielen Söhne, seine Schwiegersöhne und seine junge Tochter
Barsine. Später sollten die Söhne wieder mit Artabazos
nach Persien zurückkehren und dort verantwortungsvolle Posten übernehmen.
Wie Artabazos selbst liefen sie aber zu Alexander
über und stellten ihren ehemaligen Gastgeber ihre umfassende Erfahrung
zur Verfügung. Barsines Schwager und zweiten Ehemann fand den
Tod, als er einen Gegenangriff gegen die makedonischen Eindringlinge führte.
Barsine
selbst sollte ein noch ungewöhnlicheres Schicksal erleiden. Sie war
nach Asien zurückgekehrt und zählte zur Beute von Alexanders
Siegeszug. Zeitgenossen bezeichneten als die schönste Frau in ganz
Asien. Alexander nahm sie als Mätresse
und wurde Vater eines gemeinsamen Sohnes mit Namen Herakles,
den er aber wegen einer späteren Heirat nicht anerkannte.
Nach dem Sieg bei Issos wurde das Lager des Dareios
nahe des Payas-Flussses erobert. Unter den Damen war auch die weitgereiste
Barsine,
die ehemalige Frau von Memnons Bruder und dann von
Memnon
selbst. Sie war das Mädchen, das gemeinsam mit seinem
Vater Artabazos
in Pella im Exil gelebt hatte, als Alexander
ein
kleiner Junge war. Jetzt vermerkten die Geschichtsschreiber ihre außergewöhnliche
Schönheit und Alexander nahm
sie als Mätresse.
Bei der Hochzeit Alexanders
mit Rhoxane hatte es kaum Bedeutung,
dass Barsine, seine erste zweisprachige Mätresse, gerade ein
Kind erwartete. Der gemeinsame Sohn Herakles
lebte später in Pergamon und wurde allgemein ignoriert.
1. oo Mentor, Bruder des Generals Mennon
†
2. oo Memnon, persischer General; Grieche aus Rhodos
†
Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger
Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 1987 Seite 15,42,48,54 - Bengtson Hermann: Philipp
und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt.
Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 209-211,252,257 -
Droysen
Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite
6,263 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen.
Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Errington
Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
131 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann
Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 48,49,105,134,135,136,144,193,216,278,307
- Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag
von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 109,132 - KLEINES LEXIKON
DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 431,609 - Lauffer
Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH
& Co. KG München 1993 Seite 80,134,141,169,190 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237 -