Arsinoe IV.                                    Königin von Ägypten
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65 v.u.Z. 41 v.u.Z. ermordet
                  Milet
 

Jüngere Tochter des Königs Ptolemaios XII. Auletes von Ägypten aus dem Hause der PTOLEMÄER aus seiner 3. Ehe mit einer namentlich nicht bekannten Frau wohl aus priesterlichen Kreisen; Schwester von Königin Kleopatra VII.
 

Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 198
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Arsinoe, ptolemäische Königin
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     41 v. Chr.
        Ephesos

Schwester Kleopatras VII.

Caesar sprach 47 ihr und Ptolemaios XIV. die Herrschaft über Zypern zu; von den Ägyptern zur Gegen-Königin erhoben, kämpfte sie gegen ihn; 46 in Rom im Triumph aufgeführt und 41 auf Betreiben ihrer Schwester und Befehl des Antonius getötet.



Kytzler, Bernhard: Seite 34
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"Frauen der Antike. Kleines Lexikon antiker Frauen von Aspasia bis Zenobia."

ARSINOE II.

Die jüngste Tochter des Ptolemaios XII. und Schwester der Kleopatra erhielt 47 v. Chr. zusammen mit Ptolemaios XIV. von Caesar Zypern zugesprochen. Sie kämpfte gegen Caesar in Ägypten  und wurde von ihm fortgeführt, auch 46 im Triumphzug mitgeführt und dann freigelassen; 41 wurde sie auf Wunsch ihrer Schwester auf Befehl des Antonius in Ephesos umgebracht.

Quellen: Caesar, Bürgerkrieg 3, 112; Caesar, Alexandrinischer Krieg 23 und 33; Josephus; Altertümer 15, 89.
Literatur: Kornemann, 110-134.



Thiele, Andreas: Tafel 248
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ARSINOE IV.
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    † 41 v.u.Z.

Arsinoe IV. ließ den Hausmeier Achillas ermorden, wurde 48 v.u.Z.-47 v.u.Z. durch die Alexandriner gegen die Schwester Königin von Ägypten. Sie bekam von Caesar Zypern zugesprochen, wurde später in Rom interniert und später wieder freigelassen. Arsinoe IV. wurde  auf Veranlassung ihrer Schwester Kleopatra VII. von Marc Anton ermordet.



Unter ihrer Führung kam es 48 v.u.Z. zum Alexandrinischen Aufstand gegen ihre Schwester Kleopatra VII., der jedoch von Caesar unterdrückt wurde. Nach Beendigung des Krieges nahm Caesar Arsinoe, um ihrer Schwester den Thron zu sichern, mit nach Rom und führte sie im Triumph auf. Der Triumvir Antonius ließ sie später auf Verlangen der Kleopatra zu Ephesos im Tempel der Artemis Leukophryme ermorden.

Bengtson Hermann: Seite 284,297
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

In den Jahren des Alexandrinischen Krieges war Arsinoe IV. zur Königin von Ägypten ausgerufen worden, später hat sie Caesar mit sich fortgeführt. Im Jahre 41 v.u.Z. wurde sie dann auf Befehl des Antonius in Ephesos umgebracht, weil Kleopatra VII. in ihr eine unbequeme Rivalin gesehen hat. Man zerrte sie aus dem Tempelasyl in Ephesos hervor, in das sie sich geflüchtet, und schickte sie in den Tod, eine Tat, die jedem göttlichen und menschlichen Recht zuwiderlief.

Vandenberg Philipp: Seite 153,169,224
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"Cäsar und Kleopatra. Die letzten Tage der römischen Republik."

Während der Kämpfe gelang Kleopatras jüngerer Schwester Arsinoe und ihrem Kämmerer Ganymedes die Flucht aus dem Palast. Die Alexandriner empfingen sie jubelnd, und es bedurfte keiner großern Überredungsgabe des Ganymedes, Arsinoe zur Königin auszurufen.
Drei Tage später ein neuer Triumphzug: der ägyptische. Darstellungen des toten Achillas und des toten Potheinos fanden noch eine gewisse Begeisterung, ein junges Mädchen aber, eine leibhaftige ägyptische Prinzessin in Ketten fand allgemeines Mitleid: Kleopatras Schwester Arsinoe. Dieses Mitleid zwang den Diktator, ihr Leben - entgegen allgemeiner Gepflogenheit - zu schonen. Caesar erteilte ihr eine Ausreisegenehmigung in die Provinz Asien, wo sie, wie einst ihr Vater Ptolemaios, im Artemisheiligtum Zuflucht fand.
Kleopatra nutzte die Gunst der Stunde und forderte ihren Blutzoll, dem Antonius willenlos stattgab: Im Aertemisheiligtum von Ephesos lebte noch immer Kleopatras Schwester Arsinoe, die ihr einst den Thron streitig gemacht hatte.

Hölbl Günther: Seite 210-212,216
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"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Um den Frieden im Königshaus zu sichern, das heißt im Grunde Kleopatra zuliebe, zahlte Rom durch Caesar einen ungeheuren Preis: Der römische Konsul setzte das jüngere Geschwisterpaar, den als 14. gezählten Ptolemaios und Arsinoe zu Königen über Zypern ein. Damit schied die wertvolle Insel nach etwa zehn Jahren wieder aus dem römischen Reichsverband aus und kehrte in den Besitz der PTOLEMÄER-Dynastie zurück.
Während der sogenannten Alexandrinischen Krieges floh Arsinoe, die jüngere Schwester der Kleopatra, mit ihrem Betreuer, dem Eunuchen Ganymedes, aus dem Königspalast zum Heer des Achillas. Hier wurde nun Arsinoe als Königin ausgerufen, und zwar nicht im Gegensatz zu Ptolemaios XIII., der auch die caesarfeindliche Richtung vertrat, sondern als Gegen-Königin zu Kleopatra VII. Sie wird daher als Arsinoe IV. gezählt. Allerdings kam es zwischen ihr und Achillas bald zu einem Streit über die Kriegsführung, in dem Potheinos über seine Boten für Achillas Partei ergriff. Caesar kam ihren Beziehungen auf die Spur und ließ Potheinos hinrichten. Auf der anderen Seite führte Ganymedes, die treibende Kraft hinter Arsinoe IV., den Sturz des Achillas herbei.
Nach seinem Sieg brachte Caesar Arsinoe IV., die offiziell als Heerführerin gegen ihn im Felde gestanden hatte, nach Rom und führte sie 46 v.u.Z. in seinem Triumph mit. Danach ging sie nach Ephesos ins Exil und lebte dort im Artemistempel. Vielleicht wollte Caesar eine Erb-Prinzessin der PTOLEMÄER-Dynastie für spätere Eventualitäten am Leben erhalten. Arsinoe wurde auf Wunsch ihrer Schwester Kleopatra VII. im Auftrage des Marcus Antonius umgebracht.

Brambach Joachim: Seite 86,88,93,113
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"Kleopatra. Herrscherin und Geliebte."

Möglicherweise begünstigt durch die Wirren der Kampfhandlungen, floh Kleopatras jüngere Schwester Arsinoe zusammen mit ihrem engen Berater, dem Eunuchen Ganymedes, aus dem Palast zu Achillas. Die begeisterten Alexandriner riefen daraufhin Arsinoezur Königin von Ägypten aus. Doch die Euphorie sollte sich sehr rasch legen. Zwischen der jungen Königin, die Ganymedes zu ihrem leitenden Minister ernannte, und Achillas kam es sehr rasch zu Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft. Die damals 17 oder 18 Jahre junge Arsinoe entschied den Machtkampf nach Art der Damen des ptolemäischen Hauses, indem sie Achillas ermorden ließ. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung spricht auch einiges für die teilweise vertretene Ansicht, Caesar habe Arsinoe bewußt entkommen lassen.
Die jüngere Tochter Arsinoe, die bekanntlich zu der Tyrannei des Ganymedes ihren Namen gegeben hatte, wollte er von der Herrschaft entfernen, damit nicht wieder durch aufrührerische Menschen neuer Zwist entstehe.
Doch der Anblick von Kleopatras Schwester Arsinoe, die an der Spitze einer Gruppe vornehmer ägyptischer Gefangener durch die Straßen geführt wurde, hatte nicht die gewünschte Wirkung: „Arsinoe, eine Frau und einstmals als Königin anerkannt, trug, was es wenigstens in Rom noch nie gegeben hatte, Fesseln und erregte durch ihren Anblick tiefstes Mitleid und war ein Vorqwand für die Menge, ihre eigenen Leiden zu beklagen.“ Vielleicht hat ihr dies das Leben gerettet. Jedenfalls wurde sie nicht wie Vercingetorix vor ihr hingerichtet, sondern in das Heiligtum der Artemis nach Ephesos geschickt und in milder Gefangenschaft gehalten, bis sie dann doch noch Kleopatras Haß zum Opfer fallen sollte.

Grant, Michael: Seite 15,48,100,105,108,115,124,146,157,172
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"Kleopatra."

Eine vierte Tochter, Arsinoe IV., wurde zwischen 68 und 65 v. Chr. geboren.
Arsinoe IV., die zwar älter war als Ptolemaios XIII., wurde übergangen. Das bedeutet aber nicht einen Vorgeschmack auf die später so schlechten beziehungen zwischen ihr und Kleopatra, denn zwei Frauen durften und konnten nicht gemeinsam regieren.
Nach Caesars Plan sollte Zypern ein von Ägypten abgetrenntes ptolemäisches Königreich sein wie vorher, nicht Klepatra und Ptolemaios XIII., sonderndie ebdien anderen Kinder des Ptolemaios sollten dort herrschen. Das waren die jetzt zwischen 17 und 20 Jahre alte Arsinoe IV. und der 11-jährige Ptolemaios XIV. Zwar lag die Wiederherstellung der ptolemäischen Herrschaft auf Zypern auf ihrer politischen Linie, aber sie stand sich sehr schlecht mit ihrer Halbschwester Arsinoe IV., die dort Mitregentin werden sollte. Wahrscheinlich riet ihr Caesar, Arsionoe auf diese Weise loszuwerden. Doch bis zur Beendigung der gegenwärtigen Krise sei es am besten, sie und Ptolemaios XIV. im Königsalast von Alexandria zu lassen, wo Caesar sie im Auge behalten konnte.
Aber im Palast satnd nicht alles zum besten. Kleopatra war nicht die einzige Frau aus der Familie derPTOLEMÄER, die dort festgehalten wurde. Ihre junge Halbschwester Arsinoe IV., die sie und ihre römerfreundliche Haltung haßte, war enttäuscht, weil man ihr nicht erlaubt hatte, nach Zypern zu gehen und dort ihren Thron zu besteigen. Ihre untergeordnete Rolle wollte ihr nicht gefallen. Deshalb floh sie heuimlich aus dem Palast ins Lager des Achillas. Seine Armee und die Bevölkerung von Alexandria waren begeistert, weil sie die Römer und Kleopatra überlistet hatte und riefen sie zur Königin von Ägypten aus. Arsinoe hatte einen Ratgeber und ‚Pflegevater‘, den Eunuchen Ganymedes, den sie jetzt wahrscheinlich zu ihrem Premierminister ernannte. Arsinoe, die als Frau verpflichtet war, den Thron mit einem männlichen Mitregenten zu teilen, hat sich wahrscheinlich zunächst zur Mitregentin ihres Bruders Ptolemaios' XIII. erklärt.
Arsinoe, die in Gefangenschaft geraten war, wurde in Gewahrsam gehalten und sehr bald nach Rom gebracht.
Der Höhepunkt des Festzuges war jedoch das Erscheinen der gefangenen Arsinoe IV. An der Spitze einer Gruppe von Ägyptern, zu denen vielelicht auch ihr ehemaliger Minister Ganymedes gehörte, ging sie mit Ketten gefesselt durch die Stadt. Aber der Anblick der Prinzessin Arsinoe, eines mutigen und energischen jungen Mädchens, rührte die Herzen der Römer, denen ihre Demütigung nicht gefiel. Doch ebenso wie Pompejus ließ Caesar die Gefangene nicht hinrichten. Arsinoe durfte nach Kleinasien gehen, wo sie (ebenso wie ihr Vater vor ihr) im Heiligtum der Artemis - der Diana der Epheser, deren Gemeinde später dem heiligen Paulus keinen Glauben schenken wollte - Unterkunft und Asyl fand.
Serapions Ungehorsam gegenüber Kleopatra bedeutete wahrscheinlich, dass er die Partei der Arsinoe ergriffen hatte. Sein Abfall schwächte Kleopatras Stellung erheblich und bedeutete, dass Cassius ihn bei dem Versuch, Arsinoe auf den ägyptischen Thron zu bringen, unterstützen werde.
Vor allem verlangte sie die Hinrichtung ihrer Halbschwester Arsinoe IV., der sie es nicht verzeihen konnte, daß sie 48 v. Chr. in Alexandria als ihre Gegen-Königin und Rivalin aufgetreten war. Kleopatra wies Antonius darauf hin, dass sie selbst Cassius und Brutus zwar nicht geholfen habe, dass jedoch Arsinoe gute Gründe hätte haben können. So befahl Antonius, Arsinoe aus ihrem Asyl in Ephesos herauszuholen und hinzurichten.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 284, 297 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 78,82,93,112,264 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 86,88,93,113,154,197 - Grant, Michael: Kleopatra. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988 Seite 15,48,100,105,108,115,124,146,157,172 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 389 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 210-212,216 - Kytzler, Bernhard: Frauen der Antike. Kleines Lexikon antiker Frauen von Aspasia bis Zenobia. Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1997 Seite 34 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 248 - Vandenberg Philipp: Cäsar und Kleopatra. Die letzten Tage der römischen Republik. C. Bertelmanns Verlag GmbH München 1986 Seite 153,169,224 -