Jüngerer Sohn des Königs Antiochos
II. Theos von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN
und der Laodike
II., Tochter von Prinz Achaios
dem Älteren von Syrien
Thiele, Andreas: Tafel 250
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
ANTIOCHOS "HIERAX"
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* um 256 v.u.Z. † um
226 v.u.Z. gefallen
Antiochos Hierax geriet gegen den Vater wegen dessen 2. Ehe mit Berenike II. von Ägypten. Er unterstützte zuerst den Bruder gegen Ägypten und erzwang später von ihm, unterstützt von der Mutter und den Galatern, die Landesteilung. Er wurde 242 v.u.Z. König zu Sardes und es folgten Jahre ständiger Bruderkriege. Er geriet schroff gegen Pergamon, das ihm nach und nach große Gebiete von Kleinasien abnahm. Antiochos Hierax wurde verjagt, setzte sich zeitweise in Babylon fest und floh zuletzt nach Kappadokien, dann Ägypten. Er wurde auf der Flucht von galatischen Räubern erschlagen. Die Chronologie zu seinen letzten Lebensjahren, den Schlachten und zum Tod sind nicht klar zu fassen. Der Bruderkrieg führte auf jeden Fall eine entscheidende Schwächung der Dynastie herbei. Er wurde zeitweise von Ägypten unterstützt und bekam Kilikien von den PTOLEMÄERN zugestanden.
oo N. VON BITHYNIEN
†
Tochter des Königs Ziaelas I. zu Nikomedia
Hölbl Günther: Seite 53,292 A 100
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"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie
und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen
Eroberung."
Antiochos Hierax,
der Bruder Seleukos'
II.,
war noch von seiner Mutter Laodike
als Mitregent mit einer praktisch selbständigen Herrschaft
über das seleukidische Kleinasien
betraut worden. Es gibt zwar kaum Nachricht darüber, dass Ptolemaios
III. in dem Krieg zwischen den seleukidischen
Brüdern (um 241/39 v.u.Z.) Partei ergriffen hätte, jedoch lagen
seine Sympathien nach den Grundlinien ptolemäischer
Kleinasienpolitik damals wohl auf seiten des Antiochos
Hierax. Jedenfalls half ihm Ptolemiaos
III. Euergetes einmal bei Magnesia durch Truppen, seine
rebellischen, galatischen Söldner zu schlagen.
Antiochos Hierax
fand in Thrakien ein bedauernswertes Ende, nachdem er auf seiner Flucht
vorübergehend (um 227 v.u.Z.) in Ägypten sogar als Staatsgefangener
gehalten worden war.
Droysen Johann Gustav: Band III Seite 255,258,302-309,343
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"Geschichte des Hellenismus."
Darauf habe Seleukos
an seinen Bruder Antiochos Briefe gesandt,
seine Hilfe anzuflehen, habe ihm Kleinasien bis zum Tauros als Lohn für
seine Hilfe angeboten; 14 Jahre alt, sei der schon voller Herrschergier
gewesen; nicht mit brüderlichem, sondern mit räuberischem Sinn
habe er das Angetragene angenommen, daher der Beiname Hierax,
das ist Habicht, erhalten habe.
Jetzt war der Moment, wo er mit seinem Bruder Unterhandlungen
anknüpfen mußte; gewann er ihn jetzt nicht, so war alles mühsam
Errungene rettungslos verloren; er trat ihm das ganze Kleinasien bis zum
Tauros ab. Antiochos seinerseits hatte
nicht minder Grund, die Aussöhnung mit seinem Bruder zu wünschen,
die allein ihm ein sicheres Diadem gewähren konnte; schon hatte wider
ihn der pergamenische Dynast zu kämpfen begonnen und kämpfte
mit frischen Kräften, mit bedeutendem Erfolg; gegen dessen reiche
Schätze vermochte Antiochos, durch den dauernden Krieg, durch Sold
und Tribut an die Galater erschöpft, auf die Dauer nicht das Feld
zu behaupten; so war auch wohl er zum Frieden geneigt.
Antiochos, so heißt
es nach der Angabe seiner Plünderung in Phrygien, schickte seine Feldherren
gegen Seleukos, fürchtete aber
von seinen gallischen Kriegsleuten Verrat und rettete sich mit wenigen
Begleitern nach Magnesia, siegte, von den Truppen des Ptolemaios
unterstützt am folgenden Tage; darauf vermählte er sich mit der
Tochter
des Ziaelas.
Seite 304-306
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Wir haben aus der Geschichte dieses Krieges der beiden
seleukidischen
Brüder einen ausführliches Bruchstück: Antiochos
Hierax war von seinem Bruder Seleukos
abgefallen; er floh (also nach einer Niederlage) gen Mesopotamien, von
dort zog er sich über die Berge Armeniens zurück, wo der ihm
befreundete
Arsames ihm Aufnahme gewährte. Seleukos‘Feldherren
Achaios
und Andromachos
(dessen oft genannter
Sohn) verfolgten ihn mit großer Heeresmacht auf das eifrigste. Verwundet
endlich in einer neuen Schlacht, floh er an den Abhang eines Gebirges;
ungeordnet lagerten seine aufgelösten Scharen; er ließ das Gerücht
aussprenegen, dass er gefallen sei. Während er über Nacht einige
Schluchten besetzte, ging von seiten des Heeres eine Gesandtschaft in das
Lager der Gegner, den Leichnam des Königs zu erbitten, die Ergebung
des überwältigten Heerers anzubieten.
Andromachos
überließ es dem Boten, den noch nicht gefundenen zu suchen;
er sandte 4.000 Mann, die Waffen der geschlagenen Truppen und sie selbst
in Empfang zu nehmen. Und kaum, dass sie an der Nähe der Höhen
gekommen waren, überfiel sie Antiochos
aus seinem Hinterhalt und erschlug ihrer die meisten; er erschien wieder
im königlichen Schmuck, sich als noch lebend und als Sieger zu zeigen.
Antiochos
Hierax dagegen scheint in seiner heftigen und ehrgeizigen Weise
die Ruhe des Friedens nicht lange ertragen zu haben. Freilich auf ägyptischen
Beistand mochte er hinfort nicht rechnen dürfen; und Kappadokien sowie
der pontische König konnten nach den Erfahrungen, die sie gemacht,
nicht wohl geneigt sein, sich von neuem in Verbindung mit ihm einzulassen;
der pergamenische König war, wennschon ihm nahe verwandt, nicht bloß
dem politischen Interesse nach sein Widerpart. So schloß Antiochos
mit Ziaelas von Bithynien Verbindung,
vermählte sich mit dessen Tochter; vielleicht in der Absicht,
mit ihm gemeinsam Attalos anzugreifen
Warum flieht Antiochos,
von Attalos bewältigt, nach Thrakien,
das damals wenigstens an der Küste in ägyptischer Hand war? Ptolemaios
sei dem Antiochos Feind gewesen, er
sei auf dessen Befehl in engen Gewahrsam genommen, dann durch Hilfe einer
gutmütigen Dirne entschlüpft, endlich auf der Flucht von Räubern
erschlagen. Wohin anders konnte Antiochos
Hierax, vom Schlachtfelde bei Sardes nach Thrakien flüchtend,
sich wendend wollen als nach Makedonien? Makedonien muß der Bundesgenosse
des Hierax gewesen im Kampf gegen die
LAGIDEN-Macht.
In der Nähe von Sardeis auf lydischem Boden, also angreifend, siegte
Attalos
über Antiochos Hierax; er eilte
unzweifelhaft, mit Ägypten schon im Einverständnis, des Besiegten
Gebiet in vollster Ausdehnung als erobertes Land in Besitz zu nehmen, während
Antiochos,
der auf seiner Flucht den Ägyptern in die Hände fiel und in ihrer
nächsten Feste auf thrakischen Gebiet gefangen gehalten wurde, aus
dem Verhaft sich rettend, von einer Horde Galater überfallen den Tod
fand.
Seite 343
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Antiochos war des
Antigonos
natürlicher Verbündeter. Wir vermögen nicht mehr die Beziehungen
beider zueinander und zu Bithynien völlig aufzuklären; wir wissen
nicht, ob der Makedone den Angriff des Antiochos
Hierax in Lydien im Jahre 228 nur benutzte oder ihn mit veranlaßte.
Hier geschlagen, kämpfte
Antiochos
in der 1. Hälfte von 227 von neuem unglücklich gegen Attalos.
Bengtson Hermann: Seite 189
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"Herrschergestalten des Hellenismus."
Um das Unglück voll zu machen, hat sich der Oheim
des Antiochos III., Antiochos
Hierax, unterstützt von seiner Mutter Laodike,
in dem seleukidischen Teil Anatoliens
ein eigenes Reich ertrotzt, das er ohne Rücksicht auf den regierenden
König
Seleukos
II. von Sardes aus gelenkt hat.
Antiochos
Hierax war zwar nominell Mitregent seines älteren Bruders,
aber in Wirklichkeit hat Antiochos
hier ganz selbständig regiert, doch hatte er Schwierigkeiten mit den
streitbaren Galatern und mit den Herrschern von Pergamon. Die Herrschaft
des Antiochos Hierax dauerte ungefähr
14 Jahere, von 242 bis 228/27 v. Chr. Ein Versuch des Seleukos
II., ihm die Herrschaft zu entreißen, ist fehlgeschlagen.
Der in Antiochia residierende König hatte in Kleinasien keine Verbündeten,
im Gegenteil, Antiochos Hierax hat
ihm bei Ankyra eine entscheidende Niederlage beibringen können, wobei
sich Antiochos dieses Mal auf die Hilfe
der Galater stützen konnte. Das Ereignis fällt wahrscheinlich
in die Zeit um 239. Seleukos II. wurde
totgesagt, sein Bruder, der gleiche, der gegen ihn im Felde gestanden hatte,
soll ihn zutiefst betrauert haben.
oo N. von Bithynien, Tochter des Königs Ziaelas
I.
†
Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus.
Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 189 - Droysen Johann Gustav:
Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 255,258,
302-309,343 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und
der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei
KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 158,159 - Herm Gerhard: Die Welt
der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann
Verlages GmbH, München 1978 Seite 278,281 - Hölbl Günther:
Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse
Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung.
Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 53, 292 A 100 -
KLEINES
LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 94,98,285,334,344,422,473,542,
596,610,622,713,720,814 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus.
Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 158,168 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 250 -