Antiochos Hierax ("Habicht")         Seleukiden-König (242-228 v.u.Z.)
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um 260 v.u.Z. um 226 v.u.Z.
 

Jüngerer Sohn des Königs Antiochos II. Theos von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN und der Laodike II., Tochter von Prinz Achaios dem Älteren von Syrien
 

Thiele, Andreas: Tafel 250
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIOCHOS "HIERAX"
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* um 256 v.u.Z.um 226 v.u.Z. gefallen

Antiochos Hierax geriet gegen den Vater wegen dessen 2. Ehe mit Berenike II. von Ägypten. Er unterstützte zuerst den Bruder gegen Ägypten und erzwang später von ihm, unterstützt von der Mutter und den Galatern, die Landesteilung. Er wurde 242 v.u.Z. König zu Sardes und es folgten Jahre ständiger Bruderkriege. Er geriet schroff gegen Pergamon, das ihm nach und nach große Gebiete von Kleinasien abnahm. Antiochos Hierax wurde verjagt, setzte sich zeitweise in Babylon fest und floh zuletzt nach Kappadokien, dann Ägypten. Er wurde auf der Flucht von galatischen Räubern erschlagen. Die Chronologie zu seinen letzten Lebensjahren, den Schlachten und zum Tod sind nicht klar zu fassen. Der Bruderkrieg führte auf jeden Fall eine entscheidende Schwächung der Dynastie herbei. Er wurde zeitweise von Ägypten unterstützt und bekam Kilikien von den PTOLEMÄERN zugestanden.

  oo N. VON BITHYNIEN
           

Tochter des Königs Ziaelas I. zu Nikomedia



242 v.u.Z. mußte ihm sein Bruder Seleukos II. Kallinikos Kleinasien überlassen und ihn als Mitregenten anerkennen. Im Ergebnis des Bruderkrieges zwischen beiden Herrschern wurde 243 v.u.Z. das Taurosgebirge als Grenze festgesetzt. Nach wiederholten Niederlagen des Antiochos konnte sich Attalos I. von Pergamon bis zum Tauros ausdehnen.

Hölbl Günther: Seite 53,292 A 100
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"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Antiochos Hierax, der Bruder Seleukos' II., war noch von seiner Mutter Laodike als Mitregent mit einer praktisch selbständigen Herrschaft über das seleukidische Kleinasien betraut worden. Es gibt zwar kaum Nachricht darüber, dass Ptolemaios III. in dem Krieg zwischen den seleukidischen Brüdern (um 241/39 v.u.Z.) Partei ergriffen hätte, jedoch lagen seine Sympathien nach den Grundlinien ptolemäischer Kleinasienpolitik damals wohl auf seiten des Antiochos Hierax. Jedenfalls half ihm Ptolemiaos III.  Euergetes einmal bei Magnesia durch Truppen, seine rebellischen, galatischen Söldner zu schlagen.
Antiochos Hierax fand in Thrakien ein bedauernswertes Ende, nachdem er auf seiner Flucht vorübergehend (um 227 v.u.Z.) in Ägypten sogar als Staatsgefangener gehalten worden war.

Droysen Johann Gustav: Band III Seite 255,258,302-309,343
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"Geschichte des Hellenismus."

Darauf habe Seleukos an seinen Bruder Antiochos Briefe gesandt, seine Hilfe anzuflehen, habe ihm Kleinasien bis zum Tauros als Lohn für seine Hilfe angeboten; 14 Jahre alt, sei der schon voller Herrschergier gewesen; nicht mit brüderlichem, sondern mit räuberischem Sinn habe er das Angetragene angenommen, daher der Beiname Hierax, das ist Habicht, erhalten habe.
Jetzt war der Moment, wo er mit seinem Bruder Unterhandlungen anknüpfen mußte; gewann er ihn jetzt nicht, so war alles mühsam Errungene rettungslos verloren; er trat ihm das ganze Kleinasien bis zum Tauros ab. Antiochos seinerseits hatte nicht minder Grund, die Aussöhnung mit seinem Bruder zu wünschen, die allein ihm ein sicheres Diadem gewähren konnte; schon hatte wider ihn der pergamenische Dynast zu kämpfen begonnen und kämpfte mit frischen Kräften, mit bedeutendem Erfolg; gegen dessen reiche Schätze vermochte Antiochos, durch den dauernden Krieg, durch Sold und Tribut an die Galater erschöpft, auf die Dauer nicht das Feld zu behaupten; so war auch wohl er zum Frieden geneigt.
Antiochos, so heißt es nach der Angabe seiner Plünderung in Phrygien, schickte seine Feldherren gegen Seleukos, fürchtete aber von seinen gallischen Kriegsleuten Verrat und rettete sich mit wenigen Begleitern nach Magnesia, siegte, von den Truppen des Ptolemaios unterstützt am folgenden Tage; darauf vermählte er sich mit der Tochter des Ziaelas.

Seite 304-306
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Wir haben aus der Geschichte dieses Krieges der beiden seleukidischen Brüder einen ausführliches Bruchstück: Antiochos Hierax war von seinem Bruder Seleukos abgefallen; er floh (also nach einer Niederlage) gen Mesopotamien, von dort zog er sich über die Berge Armeniens zurück, wo der ihm befreundete Arsames ihm Aufnahme gewährte. SeleukosFeldherren Achaios und Andromachos (dessen oft genannter Sohn) verfolgten ihn mit großer Heeresmacht auf das eifrigste. Verwundet endlich in einer neuen Schlacht, floh er an den Abhang eines Gebirges; ungeordnet lagerten seine aufgelösten Scharen; er ließ das Gerücht aussprenegen, dass er gefallen sei. Während er über Nacht einige Schluchten besetzte, ging von seiten des Heeres eine Gesandtschaft in das Lager der Gegner, den Leichnam des Königs zu erbitten, die Ergebung des überwältigten Heerers anzubieten. Andromachos überließ es dem Boten, den noch nicht gefundenen zu suchen; er sandte 4.000 Mann, die Waffen der geschlagenen Truppen und sie selbst in Empfang zu nehmen. Und kaum, dass sie an der Nähe der Höhen gekommen waren, überfiel sie Antiochos aus seinem Hinterhalt und erschlug ihrer die meisten; er erschien wieder im königlichen Schmuck, sich als noch lebend und als Sieger zu zeigen. Antiochos Hierax dagegen scheint in seiner heftigen und ehrgeizigen Weise die Ruhe des Friedens nicht lange ertragen zu haben. Freilich auf ägyptischen Beistand mochte er hinfort nicht rechnen dürfen; und Kappadokien sowie der pontische König konnten nach den Erfahrungen, die sie gemacht, nicht wohl geneigt sein, sich von neuem in Verbindung mit ihm einzulassen; der pergamenische König war, wennschon ihm nahe verwandt, nicht bloß dem politischen Interesse nach sein Widerpart. So schloß Antiochos mit Ziaelas von Bithynien Verbindung, vermählte sich mit dessen Tochter; vielleicht in der Absicht, mit ihm gemeinsam Attalos anzugreifen
Warum flieht Antiochos, von Attalos bewältigt, nach Thrakien, das damals wenigstens an der Küste in ägyptischer Hand war? Ptolemaios sei dem Antiochos Feind gewesen, er sei auf dessen Befehl in engen Gewahrsam genommen, dann durch Hilfe einer gutmütigen Dirne entschlüpft, endlich auf der Flucht von Räubern erschlagen. Wohin anders konnte Antiochos Hierax, vom Schlachtfelde bei Sardes nach Thrakien flüchtend, sich wendend wollen als nach Makedonien? Makedonien muß der Bundesgenosse des Hierax gewesen im Kampf gegen die LAGIDEN-Macht. In der Nähe von Sardeis auf lydischem Boden, also angreifend, siegte Attalos über Antiochos Hierax; er eilte unzweifelhaft, mit Ägypten schon im Einverständnis, des Besiegten Gebiet in vollster Ausdehnung als erobertes Land in Besitz zu nehmen, während Antiochos, der auf seiner Flucht den Ägyptern in die Hände fiel und in ihrer nächsten Feste auf thrakischen Gebiet gefangen gehalten wurde, aus dem Verhaft sich rettend, von einer Horde Galater überfallen den Tod fand.

Seite 343
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Antiochos war des Antigonos natürlicher Verbündeter. Wir vermögen nicht mehr die Beziehungen beider zueinander und zu Bithynien völlig aufzuklären; wir wissen nicht, ob der Makedone den Angriff des Antiochos Hierax in Lydien im Jahre 228 nur benutzte oder ihn mit veranlaßte. Hier geschlagen, kämpfte Antiochos in der 1. Hälfte von 227 von neuem unglücklich gegen Attalos.

Bengtson Hermann: Seite 189
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Um das Unglück voll zu machen, hat sich der Oheim des Antiochos III., Antiochos Hierax, unterstützt von seiner Mutter Laodike, in dem seleukidischen Teil Anatoliens ein eigenes Reich ertrotzt, das er ohne Rücksicht auf den regierenden König Seleukos II. von Sardes aus gelenkt hat. Antiochos Hierax war zwar nominell Mitregent seines älteren Bruders, aber in Wirklichkeit hat Antiochos hier ganz selbständig regiert, doch hatte er Schwierigkeiten mit den streitbaren Galatern und mit den Herrschern von Pergamon. Die Herrschaft des Antiochos Hierax dauerte ungefähr 14 Jahere, von 242 bis 228/27 v. Chr. Ein Versuch des Seleukos II., ihm die Herrschaft zu entreißen, ist fehlgeschlagen. Der in Antiochia residierende König hatte in Kleinasien keine Verbündeten, im Gegenteil, Antiochos Hierax hat ihm bei Ankyra eine entscheidende Niederlage beibringen können, wobei sich Antiochos dieses Mal auf die Hilfe der Galater stützen konnte. Das Ereignis fällt wahrscheinlich in die Zeit um 239. Seleukos II. wurde totgesagt, sein Bruder, der gleiche, der gegen ihn im Felde gestanden hatte, soll ihn zutiefst betrauert haben.
 
 
 
 

  oo N. von Bithynien, Tochter des Königs Ziaelas I.
         
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 189 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 255,258, 302-309,343 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 158,159 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 278,281 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 53, 292 A 100 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 94,98,285,334,344,422,473,542, 596,610,622,713,720,814 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 158,168 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 250 -