Tochter des N.N.; Verwandte der
Kaiserin Eudokia
Ingerina
Norwich John Julius: Band II Seite 128,131,134,144
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Leon war 16 Jahre
alt, als man ihn gegen seinen Willen mit Theophano,
einer Verwandten der Eudokia, vermählte,
die offenbar vom Glück nicht gerade begünstigt und sehr fromm
war. Er weigerte sich, Zoe aufzugeben,
und Theophano beschwerte sich bei
Basileios darüber, worauf dieser so in Wut geriet, dass
er seinen Sohn eigenhändig bis aufs Blut verdrosch. Zoe
wurde
aus Konstantinopel verbannt und mit einem Mann namens Theodoros Gutzuniates
verheiratet, von dem kaum etwas bekannt ist, was aber auch nicht nötig
ist.
Drei Jahre später kam es zu Leons
erzwungener
Vermählung, zur Verbannung seiner Geliebten und seiner Einkerkerung,
die noch unerträglicher wurde dadurch, dass die ungeliebte
Theophano darauf bestand, die Haft mitsamt ihrer kleinen Tochter
mit ihm zu teilen.
Als erstes wurden die Schwierigkeiten mit seiner Frau
Theophano offenbar. Solange Basileios
lebte, hatte das Paar den Schein, so gut es ging, wahren müssen. Nach
Leons
Thronbesteigung
kam der rapide Verfall der Beziehung zwischen ihnen jedoch an den Tag.
Sie hatten sich selbst in guten Tagen nie geliebt; nun ging Theophano
- vielleicht als Ersatz für die Liebe, die man ihr vorenthalten
hatte - ganz in der Religion auf, wurde frömmer und frömmer,
bis man sich selbst in Byzanz offenbar über sie lustig zu machen begann,
heißt es doch in einer Lebensbeschreibung, sie habe sich "mit krankhaftem
Eifer ihrem Seelenheil gewidmet und alle Freuden des weltlichen Lebens
als Morast betrachtet". Dabei ist im Grunde viel Gutes über sie zu
berichten, geht es doch weiter wie folgt: "Tag und Nacht erhob sie ihre
Seele zu Gott, sang unablässig Psalmen und versuchte ihm durch endlose
Werke der Barmherzigkeit näherzukommen. In der Öffentlichkeit
erschien sie zwar angetan mit purpurnem Ornat und allem Glanz ihrer Majestät;
in ihren Gemächern hüllte sie sich dagegen heimlich in Lumpen.
Da sie ein Leben in Askese über alles stellte, verachtete sie üppige
Festmähler; setzte man ihr köstliche Speisen vor, verlangte sie
nach Brot und Gemüse. Alles Geld, das sie erhielt, alle Güter,
die bei weltlich gesinnten Menschen in hohem Ansehen stehen, verteilte
sie an die Armen. Ihre herrlichsten Kleider gab sie den Bedürftigen,
sorgte für Witwen und Waisen, überschüttete die Klöster
mit Geschenken und liebte die Mönche wie ihre leiblichen Brüder."
Dafür, dass sie des Nachts, wie weiter berichtet
wird, das Bett ihres Gatten verschmähte und vielmehr auf einer rauhen
Matte in einer Ecke ruhte, von der sie sich jede Stunde zum Gebet erhob,
mag sie ihre Gründe gehabt haben, aber sie war wohl schon eine
reichlich frustrierende Gefährtin für Leon,
der dringend einen Sohn brauchte und, so räumt die Biographie anonymen
Ursprungs ein, "nicht mehr auf ein weiteres Kind von ihr hoffen konnte,
da ihr Leib, geschwächt und aufgezehrt durch die spirituellen Übungen,
nicht mehr kräftig genug war, sich mit den Freuden des Fleisches abzugeben".
Im Winter 892 starb ihr einziges Kind Eudokia.
Sie verschloß sich danach immer mehr vor der Welt und zog sich ein
oder zwei Jahre später zu Leons
unverhohlenen Erleichterung in den Konvent der Kirche von Maria Theotokos
im Blachernenviertel zurück, wo sie am 10. November 897, noch
nicht dreißig Jahre alt, ihrer Tochter ins Grab folgte. Leon
ließ sie in aller Großartigkeit bestatten - nach allem, was
er ihr zu Lebzeiten angetan hatte, das mindeste, was er noch tum konnte
-, und ließ dann seine geliebte Zoe
nach Konstantinopel kommen.
Tinnefeld Franz: Seite 250
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"Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld unf
gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat."
Die zweite, für uns wichtigere, war die erste Frau
des MAKEDONEN-Kaisers
Leon VI. (886-912). Der
kaiserliche Prinz
Leon, der damals schon seiner späteren Frau
Zoe Zautzina in Liebe verbunden war, war von seinem Vater
Basileios I. mit dieser Theophano
verheiratet worden; die Ehe wurde nicht glücklich und blieb
kinderlos. In dieser Situation suchte und fand
Theophano Zuflucht im christlichen Glauben; sie lebte asketisch
und galt als äußerst wohltätig. Bald nach ihrem
895 oder 896 erfolten frühen Tod wurde sie, wenn auch anscheinend
nicht ohne Widerstand in klerikalen Kreisen, als Heilige verehrt
und hat seit langem ihren Platz im orthodoxen Kirchekalender. Ihr kaiserlicher
Gatte hastte persönlich ihren Kult, wohl auch aus schlechtem Gewissen,
sehr gefördert. Wenn ihre frommen Lebensbeschreibungen nicht sehr
übertreiben, war sie in gewisser Hinsicht eine byzantinische Vorläuferin
der Elisabeth von Thüringen.
882
oo 1. Leon VI. Kaiser von Byzanz
1.9.866 † 11.5.912
Kinder:
Eudokia
883 † Winter
892
Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München
1993 Band II Seite 128,131,134,144 - Tinnefeld Franz: Die Braut
aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld unf gesellschaftlicher Stellung
vor ihrer abendländischen Heirat. in: Wolf, Gunther: Kaiserin
Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große Kaiserin,
Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 250 -