Theophano                                     Kaiserin von Byzanz
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um 867 10.11.897
                Karlin-Hayter 895 oder 10.11.896
 

Tochter des N.N.; Verwandte der Kaiserin Eudokia Ingerina
 

Norwich John Julius: Band II Seite 128,131,134,144
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Leon war 16 Jahre alt, als man ihn gegen seinen Willen mit Theophano, einer Verwandten der Eudokia, vermählte, die offenbar vom Glück nicht gerade begünstigt und sehr fromm war. Er weigerte sich, Zoe aufzugeben, und Theophano beschwerte sich bei Basileios darüber, worauf dieser so in Wut geriet, dass er seinen Sohn eigenhändig bis aufs Blut verdrosch. Zoe wurde aus Konstantinopel verbannt und mit einem Mann namens Theodoros Gutzuniates verheiratet, von dem kaum etwas bekannt ist, was aber auch nicht nötig ist.
Drei Jahre später kam es zu Leons erzwungener Vermählung, zur Verbannung seiner Geliebten und seiner Einkerkerung, die noch unerträglicher wurde dadurch, dass die ungeliebte Theophano darauf bestand, die Haft mitsamt ihrer kleinen Tochter mit ihm zu teilen.
Als erstes wurden die Schwierigkeiten mit seiner Frau Theophano offenbar. Solange Basileios lebte, hatte das Paar den Schein, so gut es ging, wahren müssen. Nach Leons Thronbesteigung kam der rapide Verfall der Beziehung zwischen ihnen jedoch an den Tag. Sie hatten sich selbst in guten Tagen nie geliebt; nun ging Theophano -  vielleicht als Ersatz für die Liebe, die man ihr vorenthalten hatte - ganz in der Religion auf, wurde frömmer und frömmer, bis man sich selbst in Byzanz offenbar über sie lustig zu machen begann, heißt es doch in einer Lebensbeschreibung, sie habe sich "mit krankhaftem Eifer ihrem Seelenheil gewidmet und alle Freuden des weltlichen Lebens als Morast betrachtet". Dabei ist im Grunde viel Gutes über sie zu berichten, geht es doch weiter wie folgt: "Tag und Nacht erhob sie ihre Seele zu Gott, sang unablässig Psalmen und versuchte ihm durch endlose Werke der Barmherzigkeit näherzukommen. In der Öffentlichkeit erschien sie zwar angetan mit purpurnem Ornat und allem Glanz ihrer Majestät; in ihren Gemächern hüllte sie sich dagegen heimlich in Lumpen. Da sie ein Leben in Askese über alles stellte, verachtete sie üppige Festmähler; setzte man ihr köstliche Speisen vor, verlangte sie nach Brot und Gemüse. Alles Geld, das sie erhielt, alle Güter, die bei weltlich gesinnten Menschen in hohem Ansehen stehen, verteilte sie an die Armen. Ihre herrlichsten Kleider gab sie den Bedürftigen, sorgte für Witwen und Waisen, überschüttete die Klöster mit Geschenken und liebte die Mönche wie ihre leiblichen Brüder."
Dafür, dass sie des Nachts, wie weiter berichtet wird, das Bett ihres Gatten verschmähte und vielmehr auf einer rauhen Matte in einer Ecke ruhte, von der sie sich jede Stunde zum Gebet erhob, mag sie ihre Gründe gehabt haben, aber sie war wohl schon eine reichlich frustrierende Gefährtin für Leon, der dringend einen Sohn brauchte und, so räumt die Biographie anonymen Ursprungs ein, "nicht mehr auf ein weiteres Kind von ihr hoffen konnte, da ihr Leib, geschwächt und aufgezehrt durch die spirituellen Übungen, nicht mehr kräftig genug war, sich mit den Freuden des Fleisches abzugeben".
Im Winter 892 starb ihr einziges Kind Eudokia. Sie verschloß sich danach immer mehr vor der Welt und zog sich ein oder zwei Jahre später zu Leons unverhohlenen Erleichterung in den Konvent der Kirche von Maria Theotokos im Blachernenviertel zurück, wo sie am 10. November 897, noch nicht dreißig Jahre alt, ihrer Tochter ins Grab folgte. Leon ließ sie in aller Großartigkeit bestatten - nach allem, was er ihr zu Lebzeiten angetan hatte, das mindeste, was er noch tum konnte -, und ließ dann seine geliebte Zoe nach Konstantinopel kommen.

Tinnefeld Franz: Seite 250
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"Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld unf gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat."

Die zweite, für uns wichtigere, war die erste Frau des MAKEDONEN-Kaisers Leon VI. (886-912). Der kaiserliche Prinz Leon, der damals schon seiner späteren Frau Zoe Zautzina in Liebe verbunden war, war von seinem Vater Basileios I. mit dieser Theophano verheiratet worden; die Ehe wurde nicht glücklich und blieb kinderlos. In dieser Situation suchte und fand Theophano Zuflucht im christlichen Glauben; sie lebte asketisch und galt als äußerst wohltätig. Bald nach ihrem 895 oder 896 erfolten frühen Tod wurde sie, wenn auch anscheinend nicht ohne Widerstand in klerikalen Kreisen, als Heilige verehrt und hat seit langem ihren Platz im orthodoxen Kirchekalender. Ihr kaiserlicher Gatte hastte persönlich ihren Kult, wohl auch aus schlechtem Gewissen, sehr gefördert. Wenn ihre frommen Lebensbeschreibungen nicht sehr übertreiben, war sie in gewisser Hinsicht eine byzantinische Vorläuferin der Elisabeth von Thüringen.
 
 
 
 

  882
  oo 1. Leon VI. Kaiser von Byzanz
           1.9.866 11.5.912
 
 
 
 

Kinder:

  Eudokia
  883 Winter 892
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 128,131,134,144 - Tinnefeld Franz: Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld unf gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat. in: Wolf, Gunther: Kaiserin Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große Kaiserin, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 250 -