Ältester Sohn des Kaisers
Maurikios
von Byzanz und der Konstanze von
Byzanz, Tochter von Kaiser
Tiberios
Thiele, Andreas: Tafel 492
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
THEODOSIUS (III.)
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†
602 ermordet
Theodosius III. war seit dem 26.3.590 Mit-Kaiser, regierte aber nicht wirklich.
oo N.N. VON BYZANZ, Tochter des Caesars Germanus
† 605 ermordet
Peter, zweifellos heilfroh, mit dem Leben davongekommen
zu sein, eilte mit der Nachricht von der Meuterei nach Konstantinopel und
überbrachte dem Kaiser eine Mitteilung der Rebellen. Diese schickten
sich zur selben Zeit an, gegen die Hauptstadt vorzurücken, betonten
jedoch, dass sie nicht die Absicht hätten, Phokas
zum Kaiser zu machen. Maurikios würden
sie zwar nicht mehr anerkennen, seiner Familie ihre Loyalität aber
nicht entziehen. Sie seien bereit, seinen 17-jährigen Sohn
Theodosios (er wäre der erste
purpurgeborene Kaiser seit Theodosios II. gewesen)
oder anderenfalls seinen Schwiegervater Germanos
als Nachfolger auf den Thron zu erheben.
Zufällig befanden sich die beiden Männer gerade
zusammen auf der Jagd. Sie wurden sogleich von Maurikios
zurückbeordert und des Verrats bezichtigt. Theodosios
wurde ausgepeitscht, Germanos,
der (mit guten Grund) um sein Leben fürchtete, floh in die Hagia Sophia,
wo es ihm mit Hilfe zahlreicher Anhänger gelang, mehreren Versuchen
der kaiserlichen Garde, ihn mit Gewalt hinauszuzerren, zu widerstehen.
Der Kaiser hatte unterdessen die Demen um Unterstützung gebeten, jene
beliebten Zirkusparteien der Blauen und der Grünen, die
Tiberios wieder gesellschaftsfähig gemacht hatte und die
erneut wichtige Kräfte in der Stadt verkörperten. Er hatte gehofft,
sich die Ergebenheit beider Gruppen sichern zu können, und war erleichtert
gewesen, als sie einwilligten, die Theodosianische Mauer gegen die vorstoßenden
Rebellen zu besetzen, bemerkte aber bald, dass er sich zwar auf die Loyalität
der 900 aktiven Blauen verlassen konnte, die 1.500 Grünen ihm hingegen
gefährlich werden konnten. In der Zwischenzeit waren in der ganzen
Stadt Unruhen ausgebrochen. Eine wütende Menge hatte sich auf dem
Platz vor dem Palast versammelt, stieß Verwünschungen gegen
den Kaiser aus und schrie nach seinem Blut.
In jener Nacht - man schrieb den 22. November - schlichen
sich Maurikios, seine Frau Constantina
und
ihre acht Kinder zusammen mit Konstantin Lardys, dem Prätorianer-Präfekten
des Ostens, dessen Haus von der Menge niedergebrannt worden war, verkleidet
aus dem Palast und bestiegen ein kleines Boot, das sie über das Marmarameer
nach Asien bringen sollte. Ein schwerer Sturm brachte sie jedoch weit von
ihrem Kurs ab. Sie landeten schließlich in der Bucht von Nikomedia,
in unmittelbarere Nähe zur Kirche des Märtyrers Autonomos. Der
Kaiser war nach mehreren heftigen Gichtanfällen nicht mehr
reisefähig und mußte mit Constantina
und den Kindern dort bleiben. Nur Theodosios
und der Präfekt reisten nach Osten weiter an den Hof des SASSANIDEN-Königs.
Für Chosrau, der seinen Thron
Maurikios'
Unterstützung verdankte, war jetzt die Gelegenheit gekommen, sich
zu revanchieren.
In Konstantinopel hatte Germanos
unterdessen seine Zuflucht in der Hagia Sophia verlassen. Ermutigt durch
die breite Unterstützung, die er erhalten hatte, versuchte er, die
Macht zu ergreifen. Er wußte, dass alles von der Gunst der Demen
abhing. Er hatte zwar stets die Blauen vorgezogen, doch es war klar, dass
er keine Chance hatte ohne die Rückendeckung der viel zahlreicheren
und einflußreicheren Grünen. Ihrem Anführer Sergios
versprach er deshalb eine reiche Belohnung, sobald das Reich erst in seiner
Hand sei. Nach reiflicher Überlegung lehnte Sergios das Angebot ab.
Im innersten davon überzeugt, dass Germanos
all seinen Beteuerungen zum Trotz sich niemals wirklich gegen ihre Gegner
stellen würde, schlugen sich die Grünen auf Phokas'
Seite, der in der Zwischenzeit mit den Truppen den Stadtrand erreicht hatte.
Maurikios unternahm
keinen Fluchtversuch, er konnte nicht mehr. In der Tat schien er seine
Ergreifung fast zu begrüßen. Er schickte sogar einen Boten,
um Theodosios und Konstantinos Lardys
zurückzurufen, und hielt das Kindermädchen vom Versuch ab, einen
seiner Söhne durch ein anderes Kind zu ersetzen, ja, er soll ungerührt
zugesehen haben, wie seine vier jüngeren Söhne vor seinen Augen
niedergemetzelt wurden und nur immer wieder gemurmelt haben: "Gerecht bist
du Herr, und gerecht ist dein Urteil." Dann trat er ohne ein weiteres Wort
vor den Henker, und dieser tötete ihn mit einem Hieb. Alle Leichen
warf man ins Meer. Theophylaktos erzählt, wie eine große
Menge Schaulustiger zusammenströmte, um zu sehen, wie sie auf dem
ruhigen Wasser in der Bucht leise auf und ab schaukelten. Lilios, der Führer
des Trupps, kehrte mit fünf abgeschlagenen Köpfen nach Konstantinopel
zurück, wo sie später auf dem Hebedomon zur Schau gestellt wurden.
oo N.N. von Byzanz, Tochter des Caesars Germanus
† 605 ermordet
Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München
1993 Band I Seite 328-330 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 492- Thiess Frank: Die griechischen
Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien
1959 Seite 189,283,287,289, 297,303,317,373,513 -