Theodosius (III.)                             Kaiser von Byzanz
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585 23.11.602 ermordet
 

Ältester Sohn des Kaisers Maurikios von Byzanz und der Konstanze von Byzanz, Tochter von Kaiser Tiberios
 

Thiele, Andreas: Tafel 492
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEODOSIUS (III.)
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    602 ermordet

Theodosius III. war seit dem 26.3.590 Mit-Kaiser, regierte aber nicht wirklich.

  oo N.N. VON BYZANZ, Tochter des Caesars Germanus
             605 ermordet



Norwich John Julius: Band I Seite 328-330
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Peter, zweifellos heilfroh, mit dem Leben davongekommen zu sein, eilte mit der Nachricht von der Meuterei nach Konstantinopel und überbrachte dem Kaiser eine Mitteilung der Rebellen. Diese schickten sich zur selben Zeit an, gegen die Hauptstadt vorzurücken, betonten jedoch, dass sie nicht die Absicht hätten, Phokas zum Kaiser zu machen. Maurikios würden sie zwar nicht mehr anerkennen, seiner Familie ihre Loyalität aber nicht entziehen. Sie seien bereit, seinen 17-jährigen Sohn Theodosios (er wäre der erste purpurgeborene Kaiser seit Theodosios II. gewesen) oder anderenfalls seinen Schwiegervater Germanos als Nachfolger auf den Thron zu erheben.
Zufällig befanden sich die beiden Männer gerade zusammen auf der Jagd. Sie wurden sogleich von Maurikios zurückbeordert und des Verrats bezichtigt. Theodosios wurde ausgepeitscht, Germanos, der (mit guten Grund) um sein Leben fürchtete, floh in die Hagia Sophia, wo es ihm mit Hilfe zahlreicher Anhänger gelang, mehreren Versuchen der kaiserlichen Garde, ihn mit Gewalt hinauszuzerren, zu widerstehen. Der Kaiser hatte unterdessen die Demen um Unterstützung gebeten, jene beliebten Zirkusparteien der Blauen und der Grünen, die Tiberios wieder gesellschaftsfähig gemacht hatte und die erneut wichtige Kräfte in der Stadt verkörperten. Er hatte gehofft, sich die Ergebenheit beider Gruppen sichern zu können, und war erleichtert gewesen, als sie einwilligten, die Theodosianische Mauer gegen die vorstoßenden Rebellen zu besetzen, bemerkte aber bald, dass er sich zwar auf die Loyalität der 900 aktiven Blauen verlassen konnte, die 1.500 Grünen ihm hingegen gefährlich werden konnten. In der Zwischenzeit waren in der ganzen Stadt Unruhen ausgebrochen. Eine wütende Menge hatte sich auf dem Platz vor dem Palast versammelt, stieß Verwünschungen gegen den Kaiser aus und schrie nach seinem Blut.
In jener Nacht - man schrieb den 22. November - schlichen sich Maurikios, seine Frau Constantina und ihre acht Kinder zusammen mit Konstantin Lardys, dem Prätorianer-Präfekten des Ostens, dessen Haus von der Menge niedergebrannt worden war, verkleidet aus dem Palast und bestiegen ein kleines Boot, das sie über das Marmarameer nach Asien bringen sollte. Ein schwerer Sturm brachte sie jedoch weit von ihrem Kurs ab. Sie landeten schließlich in der Bucht von Nikomedia, in unmittelbarere Nähe zur Kirche des Märtyrers Autonomos. Der Kaiser war nach mehreren heftigen Gichtanfällen nicht mehr reisefähig und mußte mit Constantina und den Kindern dort bleiben. Nur Theodosios und der Präfekt reisten nach Osten weiter an den Hof des SASSANIDEN-Königs. Für Chosrau, der seinen Thron Maurikios' Unterstützung verdankte, war jetzt die Gelegenheit gekommen, sich zu revanchieren.
In Konstantinopel hatte Germanos unterdessen seine Zuflucht in der Hagia Sophia verlassen. Ermutigt durch die breite Unterstützung, die er erhalten hatte, versuchte er, die Macht zu ergreifen. Er wußte, dass alles von der Gunst der Demen abhing. Er hatte zwar stets die Blauen vorgezogen, doch es war klar, dass er keine Chance hatte ohne die Rückendeckung der viel zahlreicheren und einflußreicheren Grünen. Ihrem Anführer Sergios versprach er deshalb eine reiche Belohnung, sobald das Reich erst in seiner Hand sei. Nach reiflicher Überlegung lehnte Sergios das Angebot ab. Im innersten davon überzeugt, dass Germanos all seinen Beteuerungen zum Trotz sich niemals wirklich gegen ihre Gegner stellen würde, schlugen sich die Grünen auf Phokas' Seite, der in der Zwischenzeit mit den Truppen den Stadtrand erreicht hatte.
Maurikios unternahm keinen Fluchtversuch, er konnte nicht mehr. In der Tat schien er seine Ergreifung fast zu begrüßen. Er schickte sogar einen Boten, um Theodosios und Konstantinos Lardys zurückzurufen, und hielt das Kindermädchen vom Versuch ab, einen seiner Söhne durch ein anderes Kind zu ersetzen, ja, er soll ungerührt zugesehen haben, wie seine vier jüngeren Söhne vor seinen Augen niedergemetzelt wurden und nur immer wieder gemurmelt haben: "Gerecht bist du Herr, und gerecht ist dein Urteil." Dann trat er ohne ein weiteres Wort vor den Henker, und dieser tötete ihn mit einem Hieb. Alle Leichen warf man ins Meer. Theophylaktos erzählt, wie eine große Menge Schaulustiger zusammenströmte, um zu sehen, wie sie auf dem ruhigen Wasser in der Bucht leise auf und ab schaukelten. Lilios, der Führer des Trupps, kehrte mit fünf abgeschlagenen Köpfen nach Konstantinopel zurück, wo sie später auf dem Hebedomon zur Schau gestellt wurden.
 
 
 
 

  oo N.N.  von Byzanz, Tochter des Caesars Germanus
           605 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 328-330 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 492- Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 189,283,287,289, 297,303,317,373,513 -