Theodora II.                                   Kaiserin von Byzanz
---------------                                   Regentin von Byzanz (842-856)
um 805 † 11.2.867 (nach 24.9.867 Norwich)
Elissa       Konstantinopel

Begraben: Gastriakloster
 

Tochter des Turmarchen Marinus und der Theoktiste Phlorina
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 632
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Theodora II., Kaiserin
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* ca. 815, † nach 867
Ebissa/Paphlagonien

Tochter eines Drungarios oder Turmarches Marinos und der Theoktiste Phlorina

Begraben: Gastriakloster

oo Juni 830 Kaiser Theophilos

Fünf Töchter:
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Thekla
Anna
Anastasia
Pulcheria
Maria

Zwei Söhne:
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Konstantin
Michael

Nach dem Tod Theophilos‘ (20. Januar 842) war Theodora II. Regentin für den noch minderjährigen Michael III. Ihre Herrschaft, in der Politik maßgeblich durch den Logotheten Theoktistos bestimmt, war gekennzeichnet von innerer Stabilität und außenpolitischen und militärischen Erfolgen gegen die Araber. 843 wurde eine Synode einberufen, die das Konzil von Nikaia von 787 bestätigte und den Bilderkult offiziell wiederherstellete (11. März); der erste Fastensonntag wird seither in der orthodoxen Kirche als "Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Am 20. November 855 übernahm Michael, beeinflußt von Theodoras II. BruderBardas, selbst die Macht; Theokristos wurde ermordet. Theodora II. wurde am 15. März 856 offiziell abgesetzt, 858 in das Gastriakloster geschickt, einige Jahre später aber wohl wieder aus der Haft freigelassen und mit einer Funktion bei Hofe ausgestattet.



BERTELSMANN Lexikon Geschichte: Seite 751
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THEODORA, Kaiserin von Byzanz
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* um 810, † 11.2.867
Elissa/Paphlagonien Konstantinopel

Führte 842-856 die Regierung für ihren SohnMichael III. (842-867). Unter ihr tagte 843 in Konstantinopel eine Synode, die endgültig die Bilderverherung in der orthodoxen Kirche akpzeptierte.



Thiele, Andreas: Tafel 195
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEOPHILOS "DER ARABERFREUND"
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    † 842
 

 830
  oo THEODORA, Tochter eines Marinos
             † 867

Die Schwester des Regenten Bardas; will ihn 858 ermorden und muß deshalb den Schleier nehmen; war seit 842 Mitregentin für ihren Sohn



Theodora stellte, als sie nach dem Tode ihres Gemahls als Vormünderin ihres vierjährigen Sohnes Michael III. die Regierung übernahm, sofort den Bilderdienst wieder her, indem sie den Patriarchen Johannes IV. absetzte, an dessen Stelle Methodius ernannte und eine Lokalsynode nach Konstantinopel berief, die von einem aus ihrem Bruder Bardas, ihrem Onkel Manuel und dem Patricius Theoctistos bestehenden Rate unterstützt wurde. Sie regierte klug und verständig, war zwar in ihren Kriegen nicht immer erfolgreich, da eine von Theoctistos 843 nach Kreta geführte Expedition mißglückte und der Krieg gegen die Paulicianer in Kleinasien und die sie unterstützenden Sarazenen fruchtlos blieb, andererseits gelang es Theostistos Briennos, die Slawen Griechenlands, speziell des Peleponnes, um 849 zu besiegen. Von dem ehrgeizigen Bardas angetrieben, bemächtigte sich Michael III.am 15.3.856 der Regierung, setzte seine Mutter ab und beraubte sie aller Würden.

Norwich John Julius: Band II Seite 73-77
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Nach fünf Töchtern hatte Theodora einen Sohn zur Welt gebracht, der den NamenKonstantin erhielt, doch dieser starb noch als Säugling. Theophilos bestimmte deshalb Alexios zum Nachfolger. Dieser Cäsar blieb solange potentieller Erbe, bis Theodora 840 nach 20 Jahren Ehe zu aller Überraschung dem künftigen Michael III. das Leben schenkte.
Während Theophilos' Herrschaft soll seine Frau Theodora eines Tages vom Hofnarren Denderis dabei überrascht worden sein, wie sie Heiligenbilder küßte, die sie in ihrem Schlafzimmer versteckt hielt. Dabei habe sie ihre Verwirrung verborgen, so gut es ging, und erklärt, sie habe lediglich mit ein paar Puppen gespielt, die  noch aus ihrer Jugendzeit stammten. Es ist unwahrscheinlich, dass ihr Denderis glaubte. Jedenfalls berichtete er dem Kaiser davon. Dieser bekam daraufhin einen Tobsuchtsanfall und beschuldigte sie der Götzenanbetung. Diesmal gab Theodora eine neue Erklärung ab: Es seien keine Puppen gewesen; Denderis habe sich von ihrem eigenen und dem Spiegelbild einiger Hofdamen täuschen lassen. Theophilos ließ sich anscheinend ebenfalls täuschen - Spiegel waren im 9. Jahrhundert eine Seltenheit, und so mag ihre Erklärung damals weniger weithergeholt geklungen haben, als dies heute der Fall wäre. Einige Zweifel sind ihm offenbar jedoch geblieben, fragte er doch einige Zeit später den Narren, ob er das seltsame Gebaren seiner Frau etwa noch einmal beobachtet habe. "Pssst", soll Denderis mit dem einem Finger an den Lippen geantwortet und dem Kaiser mit der anderen Hand einen Klaps auf das Hinterteil gegeben haben, "pst, Kaiser - kein Wort über die Puppen!"
Dies ist eine alberne kleine Geschichte und vermutlich eine erfundene obendrein. Sie illustrierte jedoch Theodoras wichtigstes Anliegen, als sie nach dem Tod ihres Mannes als Regentin für ihren zweijährigen Sohn die Herrschaft übernahm, den Ikonoklasmus im ganzen Reich auszurotten. Theodora verhielt sich klüger als die Kaiserin Irene. Außerdem nutzte sie den Umstand, dass ihr drei außergewöhnlich fähige Männer als Berater zur Seite standen: ihr Onkel Sergios Niketiates, ihr Bruder Bardas und der Logothet des Dromos Theoktistos. Die vier schmiedeten ihre Pläne sorgfältig und ließen ankündigen, Anfang März 843, also vierzehn Monate nach dem Tod von Kaiser Theophilos, werde ein Konzil einberufen.
Bald nachdem die Ikonen wieder zu Ehren gekommen waren, gelang es dem Logotheten Theoktistos, seine beiden Kollegen zu verdrängen. In den folgenden dreizehn Jahren stand er besonders in Theodoras Gunst und hatte gemeinsam mit ihr die Herrschaft inne. Am 20. November 855 wurde Theoktistos von Bardas, dem Bruder der Kaiserin Theodora, mit dem Einverständnis von Kaiser Michael III., ermordet. Mit dem Tod von Thektistos ging auch Theodoras Macht zu Ende. Sie lebte zwar vorläufig weiterhin im Kaiserpalast, hatte aber keinen Einfluß mehr auf den Gang der Dinge.
Eine Gelegenheit ergab sich einige Monate später, als Michael II., der Theodora immer weniger traute, schließlich entschied, sie mitsamt ihren unverheirateten Schwestern kurzerhand in das nahe Karianoskloster zu verfrachten. Um sicherzugehen, dass sie dort auch blieben, wollte er sie außerdem kahlscheren lassen. Patriarch Ignatios weigerte sich aber schlankweg, diese Maßnahme auszuführen, als man ihn dazu aufforderte, was zu seiner Entmachtung führte.
Nach der Ermordung ihres Sohnes, dessen verstümmelter Leib in eine Pferdedecke gehüllt war, durfte sie mit ihren Töchtern das Kloster verlassen und den Ermordeten betrauern.

Browning Robert: Seite 60-62
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"Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches."

842 starb Theophilos, die Regentschaft für seinen minderjährigen Sohn Michael III. übernahm die Mutter, Kaiserin Theodora. Sie war keine zweite Irene; Theodora stützte sich auf den Rat von Verwandten bzw. hohen Beamten, stand dem Ikonoklasmus aber sehr kritisch gegenüber. Auf Veranlassung des Staatsrats, dem auch ihre Brüder Bardas und Petronas angehörten, sowie Theoktistos, ein erfahrener Minister, ließ TheodoraJohannes absetzen und verbannen. 843 schließlich berief sie eine Synode ein, welche die Bilderverehrung wieder legalisierte. Das war das Ende des Ikoniklasmus, was seine sozialpolitische Wirkung anging.
Theodoras Regierung ging gegen die Paulicaner mit äußerster Grausamkeit und Brutalität vor. Dem jungen Kaiser Michael III. wurde die Bevormundung durch seine Mutter und die Konzentration der Macht in Theoktistos' Händen sehr lästig. 856 konspirierte er mit anderen Mitgliedern seiner Familie gegen beide; nach einem Staatsstreich wurde Theoktistos ermordet und Theodora in ein Kloster gesperrt.

Runciman, Steven: Seite 29
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Um die Mitte des Jahrhunderts wurde, hauptsächlich dank der umsichtigen Sparsamkeit der Kaiserin-Regentin Theodora, die byzantinische Flotte neu aufgestelt und ausgerüstet. Mit ihrer Hilfe wurde die byzantinische Oberhoheit über Süd-Italien und Dalmatien bald neuerlich gefestigt.

Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt von: Seite 49
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"Wer war Theophano?"

Unter Einbeziehung anderer verwandter Familien, wie die der SKLEROS und der TARONITEN, gibt diese Tafel ein getreues Bild der mannigfachen und nicht selten äußerst komplizierten Verbindungen jener armenischen Familien, die sich seit der Zeit der Kaiserin Theodora Manikonain, die 830 den Kaiser Theophilos heiratete, um das byzantinische Kaiserdiadem drängten und rissen.

Ferdinandy Michael de: Seite 276,285
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"Der heilige Kaiser. Otto III. und seine Ahnen."

Schon hundert Jahre vor ihren Versuchen konnte sich eine Weiberherrschaft großen Formats über Byzanz eben in Gestalt der Regentschaft einer Kaiserin-Witwe - und eine solche war auch Theophano - verwirklichen. Wir denken an die Kaiserin Theodora, Gattin Kaiser Theophilus' und MutterMichaels III. Ihre Herrschaft war jedoch nur eine blassere Wiederholung der ersten Alleinherrschaft eines Weibes über Byzanz, der weiblichen Tyrannis der Kaiserin Eirene, der übrigens die Regierung der Theodora in vielem ähnlich ist.
Auch diese Frau, die "selige" Theodora, ist Mitglied - ebenso wie die "sehr fromme" Eirene es war - einer vornehmen Beamtenfamilie, gehört also wie sie dem Großbürgertum an. Sie wird von Theophilos, dem jungen Kaiser selbst, aus einer Gruppe vornehmer und schöner Mädchen zur Kaiserin gewählt, die seine Stiefmutter Euphrosine für ihn aus allen Teilen des Reiches zusammenkommen ließ. Euphrosyne war die einzige Tochter des unglücklichen Konstantin und also Enkelin der Eirene. "In der letzten Enkelin lebt die Mutter fort, durch die Mutter die erste Urmutter": so ist sie die Leib gewordene Idee der rechts- und traditionsgemäßen Herrschaft über Byzanz. Michael II., der Stammler, Begründer der phrygischen Dynastie, holte sie - um seine frischgebackene Herrschaft zu legitimieren - aus einem Kloster und nahm sie zur Frau, ebenso wie anderthalb Jahrhunderte später Johannes Tzimiskes es mit einer Tochter des Konstantinos Porphyrogenetos tun sollte.
Auch Euphrosynes Ehe mit Michael II. blieb kinderlos. Sie hatte mit dem bloßen Titel der "Mutter des Theophilus" vorliebzunehmen. Durch ihre Ehe und diesen Ehrentitel wurde sie aber zum ersten Bindeglied in einer fiktiven, richtiger: symbolischen "Dynastie", die sich zuletzt von Leon III. (†741) bis zu der Kaiserin Theodora († 1056) erstreckte und der sich auch in Zukunft noch sämtliche Kronräuber durch Einheirat anschlossen, um dadurch ihre Usurpation als legitime Herrschaften hinstellen zu können [40 Der erste MAKEDONIER, Basilios I., heiratete die Geliebte des letzten PHRYGIERS, Michaels III. Sein Erbe, Leon VI., ist wahrscheinlich nicht von ihm, sondern noch von Michael III. gezeugt worden. Der Kronräuber Romanos I. gab seine Tochter dem legitimen Kaiser Konstantin VII. zur Frau. Nikephoros II. heiratete die Kaiserin Theophano; Johannes Tzimiskes eine Tochter Konstantins VII., Theodora. Zoe vermählte sich nacheinander mit Romanos III., Michael IV. und Konstantin IX. und adoptierte Michael V.].
Wie einst Eirene, die seltsame "Ahnherrin" eines fiktiven Geschlechts, tritt nun Theodora als Bilderverehrerin in das bilderstürmende Kaiserhaus der PHRYGIER ein. Auch bei ihr wird eines Tages der kaiserliche Gatte die Bilder der Heiligen entdecken, wie es ihrerseits mit Eirene geschah, wenngleich der Vorfall diesmal keine endgültige Entfremdung der Ehepartner nach sich zieht. Auch Theodora ergreift nach dem frühen Tode ihres Mannes das Ruder und leitet vierzehn Jahre hindurch die Geschäfte des Reiches. Auch sie stellt die Verehrung der heiligen Ikonen wieder her. Auch hier ist die Wiederherstellung der Orthodoxie mit Wiederaufrichtung des Kults um die Muttergottes gleichbedeutend. Dadurch scheint in der symbolischen Mitte der östlichen Welt wieder das Urbild der Mutter, des Weibes als Göttin und Herrin - in der christlichen Umgebung als Gottesgebärerin - auf. Auch hinter Theodora steht während ihrer ganzen Regierung ein Verschnittener, der LogothetTheoktiskos, diesmal jedoch nicht nur ein Günstling, sondern ein Staatsmann von Format. Die Übereinstimmungen zwischen Eirene und Theodora fallen selbst den Zeitgenossen in solchem Maße auf, daß bald Gerüchte umgehen, die über angebliche Pläne der "seligen" Theodora berichten, Pläne, den einzigen Sohn blenden zu lassen, um die Herrschaft über Byzanz an sich zu reißen.
 
 
 
 

  oo Theophilos Kaiser von Byzanz
       804 † 20.1.842
 
 
 
 

Kinder:

  Michael III. der Trunkenbold
  838 † 23.9.867

  Maria
        †

  838
   oo Alexios Musele Cäsar
            †

  Pulcheria
       †

  Konstantin
        †

  Thekla
      †

  Anna
       †

  Anastasia
        †
 
 
 
 

Literatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 751 - Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 60-62 - Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt von: Wer war Theophano? Seite 49 - Ferdinandy Michael de: Der heilige Kaiser. Otto III. und seine Ahnen. Rainer Wunderlich Verlag Tübingen 1969 Seite 276,285,291 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 73-77 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 29 -