Jüngste Tochter des Kaisers
Arkadius
und der Eudoxia
Aelia, Tochter vom fränkischen Feldherrn Bauto
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 323
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Pulcheria (Aelia Pulcheria)
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* 399, † 453
Konstantinopel
Nach dem Tod des Vaters (408) übernahm Pulcheria,
die gebildet war und Griechisch und Latein konnte, zunehmend die Sorge
für die dynastischen Interessen und die Erziehung ihres zwei Jahre
jüngeren Bruder Theodosios II.
Ihre starke Persönlichkeit zeigte sich schon in jungen Jahren, als
sie den bisherigen Leiter der Staatsgeschäfte ablösen ließ,
413 öffentlich das Gelöbnis der Jungfernschaft ablegte
und auch ihre jüngeren Schwestern dazu veranlaßte.
MARINA
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* 403, † 449
Schon damals muß für jedermann erkennbar gewesen
sein, dass ihr Bruder keinen Deut mehr zu bieten hatte als Arkadios:
Er war schwach, unentschlossen und leicht beeinflußbar. Sie dagegen
zeigte sich stark und entschlossen, und sie liebte die Macht.
Aber sie war überaus fromm und machte sich mit besonderem Eifer
daran, die zerstörte Hagia Sophia wiederaufzubauen. Unter ihrem Einfluß
entwickelten ihre jüngeren Schwestern Arkadia
und Marina ähnliche Neigungen.
Es ging das Gerücht, im Kaiserpalast gehe es zu wie im Kloster und
nicht wie an einem Hof; es wimmle dort von morgens bis abends von Mönchen
und Priestern, und die jungen Prinzessinen hätten allesamt ewige
Jungfräulichkeit gelobt und stichelten unter Hymnenklängen,
Psalmodien und Gebetsgemurmel in einem fort an Altartüchern und Meßgewändern.
Manche empfanden es fast wehmütig als einen fernen Nachhall aus Eudoxias
Tagen.
Da Markian und Pulcheria
keine männlichen Nachfolger hatten, war auch kein Nachfolger nominiert.
Pulcheria
hätte
die Situation zweifellos wie schon einmal gerettet, wäre sie noch
am Leben gewesen. Aber sie war schon 453 gestorben, nur wenige Monate
nach Attila. Ihre beiden jüngeren
Schwestern, die sich in Regierungsgeschäfte aber ohnehin niemals
eingemischt hatten, waren ihr vorangegangen: Seit
Julians
Tod war der Thron nicht mehr derart verwaist gewesen.
Literatur:
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Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen.
Zwischen Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite
136,138,148 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I
Seite 158,187 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-,
Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 489 -