Sohn des KaisersKonstantin
IV. von Byzanz und der Anastasia
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 823
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Justinian II., byzantinischer Kaiser 685-695, 705-711
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* um 669, † 711
letzter Vertreter der herakleianischen Dynastie
Erscheint in der byzantinischen historiographischen Tradition
als grausamer Tyrann. Die neuere Geschichtsschreibung ist um ein
ausgewogeneres Urteil über ihn bemüht. Seine Bedeutung als Herrscher
läßt sich wie folgt zusammenfassen:
1. Er verteidigte das Reich energisch gegen das
Turkvolk der Bulgaren und die ihnen zum Teil unterstehenden Slaven an der
Nod- und gegen die Araber an der Südost-Grenze. Insbesondere schränkte
er die Bedrohung des europäischen Reichsteils durch Umsiedlung zahlreicher
Slavenverbände nach Kleinasien ein.
2. Ein erneutes Bemühen um die Ableitung
der Kaisermacht vom Willen Gottes wird in Bild und Umschrift seiner Goldwährung
erkennbar (Avers: Bild Christi als REX REGNANTIUM, Revers: Kaiser als SERVUS
CHRISTI).
3. 692 fand im Kaiserpalast ein Konzil statt,
dessen auf Eigenständigkeit der Orthodoxie gegenüber Rom zielende
Tendenz die Unterstützung des Kaisers fand.
Das für die Agrargeschichte so bedeutsame Bauerngesetz
ist entgegen der Annahme von G. Ostrogorsky wohl kaum in die Zeit Justinians
II. zu datieren. - Nach 10-jähriger Regierung verlor Justinian
II. den Thron durch eine Verschwörung, wurde mit Abschneiden
der Nase bestraft und nach Cherson verbannt. Von dort entfloh er zu
den Chazaren und später zu den Bulgaren, mit deren Hilfe er 705 Konstantinopel
zurückeroberte.
Kaiser von Byzanz 685-695 und 705-711
Erfolgreich gegen Araber, Bulgaren und Slawen; 695 gestürzt,
705 wiedereingesetzt; bei einem Aufstand getötet.
JUSTINIAN II. "OHNE NASE"
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* 669, † 711
ermordet
Justinian II. "ohne Nase"
folgte 685 seinem Vater auf den Thron, herrschte mit den Arabern bis 691
gemeinsam in Armenien und Zypern und verlor beides an diese. 691/92 fand
das "Quinisextum"-Konzil statt, das vom Papst nicht akzeptiert wurde, da
Justinian
darin den Zölibat verwarf. Er plante daraufhin, den Papst Sergius
I. (687-701) zu entführen, was scheiterte. Justinian
II. konnte nicht rückgängig machen, dass die Exarchen
von Ravenna das Bestätigungsrecht bei Papstwahlen ausübten (dieses
Recht hatte Konstantin IV. zugestanden,
um die Exarchen enger an Byzanz zu binden), unterwarf die Slawen in Thrakien/Makedonien
und siedelte viele in Asien als Söldnerreserven an. Er stützte
sich besonders auf die Kleinbauern und wurde daher 695 von den "Blauen"
(Adelspartei) verjagt, auch wegen seiner harten Steuerpolitik. Er wurde
verstümmelt
(Ihm
wurde die Nase abgeschnitten, was eigentlich damals den Verlust
jeder Regierungsfähigkeit bedeutete), floh zu den Chazaren, heiratete
dort eine Chazaren-Prinzessin
und kehrte 705 auch mit bulgarischer
Hilfe zurück. Er wurde wieder
Kaiser und errichtete ein wüstes,
rachevolles Terrorregime und gestand dem Bulgaren-Khan den Caesaren-Titel
zu. Er verlor Kilikien an die Araber und wurde mit dem Sohn in einer neuen
Adelsrevolte ermordet. 711 weilte der letzte Papst in Byzanz.
1. oo Eudokia
†
2. oo Theodora, Schwester des Chasaren-Khagans
Ibuzir
†
Kinder:
1. Ehe
Tochter
†
2. Ehe
Tiberios
698
† 4.11.711
Literatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 407
- Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte
des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch
Gladbach 1982 Seite 51,53,64,66,83,97 - Norwich
John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ
Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 397-414
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 193 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas.
Paul Zsolnay Verlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 36,31,656,671,680,690,697,729
- Tschilingirov Assen: Bulgarien. Kulturgeschichte im Prisma. -
Prisma-Verlag Zenner und Gürchott Seite 127 - Wies Ernst W.:
Karl der Große. Kaiser und Heiliger. Bechtle Verlag Esslingen 1986
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