Justinian II.                                    Kaiser von Byzanz (685-695)(705-711)
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669 10.12.711 ermordet
         (4.11.711 Norwich)
 

Sohn des KaisersKonstantin IV. von Byzanz und der Anastasia
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 823
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Justinian II., byzantinischer Kaiser 685-695, 705-711
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* um 669, 711

letzter Vertreter der herakleianischen Dynastie

Erscheint in der byzantinischen historiographischen Tradition als grausamer Tyrann. Die neuere Geschichtsschreibung ist um ein ausgewogeneres Urteil über ihn bemüht. Seine Bedeutung als Herrscher läßt sich wie folgt zusammenfassen:
1. Er verteidigte das Reich energisch gegen das Turkvolk der Bulgaren und die ihnen zum Teil unterstehenden Slaven an der Nod- und gegen die Araber an der Südost-Grenze. Insbesondere schränkte er die Bedrohung des europäischen Reichsteils durch Umsiedlung zahlreicher Slavenverbände nach Kleinasien ein.
2. Ein erneutes Bemühen um die Ableitung der Kaisermacht vom Willen Gottes wird in Bild und Umschrift seiner Goldwährung erkennbar (Avers: Bild Christi als REX REGNANTIUM, Revers: Kaiser als SERVUS CHRISTI).
3. 692 fand im Kaiserpalast ein Konzil statt, dessen auf Eigenständigkeit der Orthodoxie gegenüber Rom zielende Tendenz die Unterstützung des Kaisers fand.
Das für die Agrargeschichte so bedeutsame Bauerngesetz ist entgegen der Annahme von G. Ostrogorsky wohl kaum in die Zeit Justinians II. zu datieren. - Nach 10-jähriger Regierung verlor Justinian II. den Thron durch eine Verschwörung, wurde mit Abschneiden der Nase bestraft und nach Cherson verbannt. Von dort entfloh er zu den Chazaren und später zu den Bulgaren, mit deren Hilfe er 705 Konstantinopel zurückeroberte.



BERTELSMANN Lexikon Geschichte: Seite 407
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JUSTINIAN II. RHINOTMETOS [" MIT ABGESCHNITTENER NASE"]
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* 669,  711
              Sinope

Kaiser von Byzanz 685-695 und 705-711

Erfolgreich gegen Araber, Bulgaren und Slawen; 695 gestürzt, 705 wiedereingesetzt; bei einem Aufstand getötet.



Thiele, Andreas: Tafel 193
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

JUSTINIAN II. "OHNE NASE"
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* 669,  711 ermordet

Justinian II. "ohne Nase" folgte 685 seinem Vater auf den Thron, herrschte mit den Arabern bis 691 gemeinsam in Armenien und Zypern und verlor beides an diese. 691/92 fand das "Quinisextum"-Konzil statt, das vom Papst nicht akzeptiert wurde, da Justinian darin den Zölibat verwarf. Er plante daraufhin, den Papst Sergius I. (687-701) zu entführen, was scheiterte. Justinian II. konnte nicht rückgängig machen, dass die Exarchen von Ravenna das Bestätigungsrecht bei Papstwahlen ausübten (dieses Recht hatte Konstantin IV. zugestanden, um die Exarchen enger an Byzanz zu binden), unterwarf die Slawen in Thrakien/Makedonien und siedelte viele in Asien als Söldnerreserven an. Er stützte sich besonders auf die Kleinbauern und wurde daher 695 von den "Blauen" (Adelspartei) verjagt, auch wegen seiner harten Steuerpolitik. Er wurde verstümmelt (Ihm wurde die Nase abgeschnitten, was eigentlich damals den Verlust jeder Regierungsfähigkeit bedeutete), floh zu den Chazaren, heiratete dort eine Chazaren-Prinzessin und kehrte 705 auch mit bulgarischer Hilfe zurück. Er wurde wieder Kaiser und errichtete ein wüstes, rachevolles Terrorregime und gestand dem Bulgaren-Khan den Caesaren-Titel zu. Er verlor Kilikien an die Araber und wurde mit dem Sohn in einer neuen Adelsrevolte ermordet. 711 weilte der letzte Papst in Byzanz.



Justinian II. war seit Herbst 681 Mitregent und folgte am 15.9.685 seinem Vater auf dem Thron. Er war brennend ehrgeizig, ruhmsüchtig, dabei leidenschaftlich und spontan, ein hemmungsloser Despot. Er führte Kriege gegen die Slawen von Makedonien und die Bulgaren, am längsten aber gegen den Kalifen Abd-ul-Malik. Durch seine Grausamkeit und durch die Zurücksetzung und Einkerkerung des Feldherrn Leontius erregte er eine Empörung desselben und wurde von ihm 695 mit Unterstützung der "Blauen" entthront und mit abgeschnittener Nase nach der Stadt Cherson auf der Krim verbannt. Erst im Sommer 705 wurde Justinian durch die Bulgaren unter Tervel wieder auf den Thron gesetzt. Durch eine List eroberte er Konstantinopel und nahm grausam Rache an seinen Gegnern. Schon 705 geriet er mit diesen in Krieg, wurde besiegt und floh nach Konstantinopel; nicht minder wurde das Reich von den Arabern bedrängt. Justinian aber, anstatt die Reichsfeinde energisch zu bekriegen, unternahm 710 und 711 einen Rachezug gegen die Einwohner von Cherson. Diese stellten Philippicos Bardas als Gegen-Kaiser entgegen und diesem gelang es, den von seinen Truppen verlassenen Kaiser zu erdrosseln.
 
 
 
 

  1. oo Eudokia
               

  2. oo Theodora, Schwester des Chasaren-Khagans Ibuzir
               
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Tochter
     

2. Ehe

  Tiberios
  698 4.11.711
 
 
 
 

Literatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 407 - Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 51,53,64,66,83,97 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 397-414 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 193 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul Zsolnay Verlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 36,31,656,671,680,690,697,729 - Tschilingirov Assen: Bulgarien. Kulturgeschichte im Prisma. - Prisma-Verlag Zenner und Gürchott Seite 127 - Wies Ernst W.: Karl der Große. Kaiser und Heiliger. Bechtle Verlag Esslingen 1986 217 -