Hypatios                                         Kaiser von Byzanz (532)
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um 470 19.1.532 hingerichtet
 

Sohn des N.N.;Neffe des Kaisers Anastasios I. von Byzanz
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 248
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Hypathios
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Neffe des oströmischen Kaisers Anastasios, erscheint erstmals 500 als Konsul, kämpfte seit 503 als ‚magister militum praesentalis‘ mit wechselndem Erfolg gegen Persien, wurde 514 in Thrakien von seinem aufständischen gotischen Feldherrn Vitalianus und den mit diesem verbündeten Hunnen geschlagen, als er den gotischen Foederaten ihre Privilegien zu entziehen suchte. Von Anastasios losgekauft, führte Hypathios unter dessen Nachfolger Justin I. ergebnislose Verhandlungen mit dem Perser-König Chosroes I. Im Nika-Aufstand gegen Justinian I. wurde er vom Volk in Konstantinopel trotz heftigen Sträubens zum Kaiser erhoben (18. Januar 532), aber nach der Erstürmung des Hippodroms durch Belisar am folgenden Tag hingerichtet.



Norwich John Julius: Band I Seite 231-233
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Während des Nika-Aufstandes 532 wollte die Menge Probus, einen Neffen von Kaiser Anastasios, zum Kaiser ausrufen, der aber fluchtartig die Stadt verließ. Am 18. Januar hielt Justinian eine Rede, bei der er niedergeschrien wurde, und die Aufständischen hatten unterdessen einen neuen Favoriten gefunden: Hypatios, ebenfalls ein Neffe des früheren Kaisers. Er konnte auf eine hervorragende militärische Laufbahn zurückblicken, hatte er sich sowohl in Persien als auch in Thrakien gegen den Rebellen Vitalian byzantinische Truppen befehligt. Als alter Mann hegte er keinerlei kaiserliche Ambitionen und versuchte sich im Gegenteil zu verstecken, als die Menge seinen Namen zu rufen begann. Irgendwie stöberten sie ihn dennoch auf und trugen ihn auf den Schultern ins Hippodrom, wo er, in Ermangelung eines Diadems, mit einem geborgten goldenen Halsband gekrönt und in die kaiserliche Loge gesetzt wurde. Währenddesssen wollte Justinian mit seinem gesamten Hofstaat aus der Hauptstadt fliehen, was Theodora verhinderte.
Während die von Belisar und Mundus geführten Truppen den Aufstand niederschlugen, bei dem es 30.000 Tote gegeben haben soll, wurde der zitternde Hypatios vor den Kaiser geführt. Justinian, der wahrscheinlich erkannte, dass sein alter Freund von den außer Kontrolle geratenen Ereignissen mitgerissen worden war, neigte dazu, Gnade walten zu lassen. Doch Theodora ließ dies nicht zu. Der Mann, so erklärte sie ihm, sei vom Volk gekrönt worden und trotz seines ergrauten Haares könnten sich jederzeit weitere Revolten um ihn bilden. Wie immer beugte sich ihr Mann ihrem Willen. Gleich am folgenden Tag wurden Hypatios und sein Bruder Pompejus gemeinsam hingerichtet und ihre Leichen ins Meer geworfen.
 
 
 
 

  oo Maria
          nach 532
 
 
 
 
 

Literatur:
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Bridge Anthony: Theodora. Aufstieg und Herrschaft einer byzantinischen Kaiserin. Heinrich Hugendubel Verlag Kreuzlingen/München 1999 Seite 91,94,98,101,103,126 - Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 22,42,61,82,101 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 615,621,626 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 231-233 -