Sohn des N.N.;Neffe des Kaisers
Anastasios
I. von Byzanz
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 248
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Hypathios
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Neffe des oströmischen Kaisers
Anastasios, erscheint erstmals 500 als Konsul, kämpfte
seit 503 als ‚magister militum praesentalis‘ mit wechselndem Erfolg
gegen Persien, wurde 514 in Thrakien von seinem aufständischen gotischen
Feldherrn Vitalianus
und den mit diesem verbündeten Hunnen geschlagen, als er den gotischen
Foederaten ihre Privilegien zu entziehen suchte. Von
Anastasios
losgekauft, führte
Hypathios unter
dessen Nachfolger Justin I. ergebnislose
Verhandlungen mit dem Perser-König
Chosroes I. Im Nika-Aufstand gegen
Justinian I. wurde er vom Volk in Konstantinopel trotz heftigen
Sträubens zum Kaiser erhoben (18. Januar 532), aber
nach der Erstürmung des Hippodroms durch Belisar am folgenden
Tag hingerichtet.
Während des Nika-Aufstandes 532 wollte die Menge
Probus,
einen Neffen von Kaiser Anastasios,
zum Kaiser ausrufen, der aber fluchtartig die Stadt verließ. Am 18.
Januar hielt Justinian eine Rede, bei
der er niedergeschrien wurde, und die Aufständischen hatten unterdessen
einen neuen Favoriten gefunden: Hypatios,
ebenfalls ein Neffe des früheren Kaisers. Er konnte auf eine
hervorragende militärische Laufbahn zurückblicken, hatte er sich
sowohl in Persien als auch in Thrakien gegen den Rebellen Vitalian
byzantinische Truppen befehligt. Als alter Mann hegte er keinerlei kaiserliche
Ambitionen und versuchte sich im Gegenteil zu verstecken, als die Menge
seinen Namen zu rufen begann. Irgendwie stöberten sie ihn dennoch
auf und trugen ihn auf den Schultern ins Hippodrom, wo er, in Ermangelung
eines Diadems, mit einem geborgten goldenen Halsband gekrönt und in
die kaiserliche Loge gesetzt wurde. Währenddesssen wollte Justinian
mit seinem gesamten Hofstaat aus der Hauptstadt fliehen, was Theodora
verhinderte.
Während die von Belisar und Mundus
geführten Truppen den Aufstand niederschlugen, bei dem es 30.000 Tote
gegeben haben soll, wurde der zitternde Hypatios
vor den Kaiser geführt. Justinian,
der wahrscheinlich erkannte, dass sein alter Freund von den außer
Kontrolle geratenen Ereignissen mitgerissen worden war, neigte dazu, Gnade
walten zu lassen. Doch Theodora ließ
dies nicht zu. Der Mann, so erklärte sie ihm, sei vom Volk gekrönt
worden und trotz seines ergrauten Haares könnten sich jederzeit weitere
Revolten um ihn bilden. Wie immer beugte sich ihr Mann ihrem Willen. Gleich
am folgenden Tag wurden Hypatios und
sein Bruder Pompejus gemeinsam hingerichtet und ihre Leichen
ins Meer geworfen.
oo Maria
† nach 532
Literatur:
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Bridge Anthony: Theodora. Aufstieg und Herrschaft
einer byzantinischen Kaiserin. Heinrich Hugendubel Verlag Kreuzlingen/München
1999 Seite 91,94,98,101,103,126 - Browning Robert: Justinian und
Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH,
Herrsching 1988 Seite 22,42,61,82,101 - Mann Golo: PROPYLÄEN
WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische
Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen
Verlag 1986 Seite 615,621,626 - Norwich John Julius: Byzanz. Der
Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf
und München 1993 Band I Seite 231-233 -