Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 571
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Anastasios I., byzantinischer Kaiser April/Mai 491-Juli
518
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* 428/30, † 9./10.Juli 518
Dyrrhachion
Anastasios wurde zum
Kaiser
gewählt, um als erfahrener Beamter zwei Kernprobleme des Reiches zu
lösen: das religiöse und das ethnische. Da er als entschiedener
Anhänger
des Monophysitismus durch seine Politik heftigen Widerstand bei den
Verfechtern der Orthodoxie hervorrief, verschärfte seine Politik den
Glaubenskonflikt in Byzanz. Das ethnische Problem, hervorgerufen seit Kaiser
Leo I.
(457-474) durch die
Vorherrschaft der Isaurier, eines kriegerischen Volkes aus dem Süden
Kleinasiens, wurde nach jahrelangen Kriegshandlungen durch massenhafte
Umsiedlung der Isaurier aus Kleinasien nach Thrakien gelöst. Anastasios
hat vor allem zur Vervollkommnung des von Konstantin
dem Großen geschaffenen Finanzwesens beigetragen, durch
die Stabilisierung des Kupfergeldwertes sowie die Durchsetzung von Sparmaßnahmen
und eine harte Steuerpolitik, die größtenteils die Landbevölkerung
traf. Die protektionistische Politik zugunsten des städtischen Handels-
und Gewerbewesens bewirkte gleichzeitig einen schnellen ökonomischen
Aufschwung.
ANASTASIOS I.
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* um 431, † 518
Anastasios I. stammte aus kleiner Familie, stieg im Militär- und Palastdienst auf, wurde Silentarios und folgte 491 als Kaiser dem Zenon, besonders auf Betreiben von dessen Witwe Ariadne, heiratete sie aus legitimistischen Gründen und sicherte damit die Herrschaft ab. Er führte bis 498 Thronkriege gegen Zenons Bruder Longinus und brach mit dem Sieg die Vormacht der Isaurier, die sich in SO-Kleinasien angesiedelt hatten. Er galt als fähig und integer, war ein strenger Monphysit, erkannte aber das Konzil von Chalkedon an. Er bekriegte mehrmals die Perser und konnte 506 im Frieden weitgehend die alten Grenzen halten. Erstmals kam es im Balkanraum 493 zu Zusammenstößen mit eindringenden Bulgaren. Er anerkannte Theoderichs Herrschaft in Italien, knüpfte später Beziehungen zumFranken-König Chlodwig I. an und verlieh ihm römische Würden und ein Königsdiadem. Er stand ständig gegen die Päpste, die den Monophysitismus bekämpften und ihren Primatsanspruch mit Nachdruck verfochten. 512 kam es zu neuen Bürger- und Thronkriegen. Zuerst erhob sich der Gegen-Kaiser Ariovindus, Urenkel Aspars, dann 514/15 der Magister militum Vitalian. Er reformierte das System der Steuererhebung, begünstigte Handwerk und Gewerbe in den Städten, während er durch Zwangsverkäufe von Lebensmitteln zu Staatspreisen die Lage in der Landwirtschaft erschwerte. Seine Finanzpolitik, durch die ein gewaltiger Staatsschatz angesammelt wurde, führte zu einer Kette von Revolten und Aufständen.
491
oo ARIADNE,
Tochter des Kaisers Leo I.
† 515
ANASTASIUS I. (FLAVIUS A.), oströmischer
Kaiser 491-518
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†
Anastasius wurde um
491 in Dyrrhachium geboren und starb am 1. Juli 518 in Konstantinopel.
Im Hofdienst (silentarius) aufgestiegen und von der Kaiserin-Witwe
Ariadne
begünstigt, trat er am 11. April 491 die Regierung an und vermählte
sich in der Folgezeit mit ihr. Er vermochte den Einfluß der unter
seinem Vorgänger allmächtigen Isaurier zurückzudämmen
und als erfahrener und haushälterischer Regent die allgemeine Wirtschaftslage
zu heben, doch verschärfte seine monophysitische Einstellung den Kirchenstreit.
Aufstände sowie Kämpfe mit Persern und Bulgaren
bedrohten das Reich.
RE I 2065, KP I 333.
Literatur:
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