David Tiberios                                Caesar von Byzanz
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631 September 641 ermordet
 

Jüngerer Sohn des Kaisers Herakleios I. von Byzanz aus seiner 2. Ehe mit der Martina
 

Thiess Frank: Seite 513,542,548
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"Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas."

Am 1. Januar 639 wurde des Heraklonas achtjähriger Bruder David zum Caesar ernannt. Das alles ging in den feierlichsten Formen vor sich; der kleine Heraklonas schritt an der Hand seines Bruders Konstantin im königlichen Gewand durch die riesigen Säle des Heiligen Palastes und empfing vom greisen Patriarchen das Diadem.
Damit hatte aber Philagrius nur den ersten Schritt getan. Es folgte nun der zweite. Er wußte, daß Konstanins Tage gezählt waren und daß dann Heraklonas, das heißt in Wirklichkeit Martina, das Reich unangefochten regieren würde. Das mußte verhindert werden. Konstantin hatte zwei Söhne, Herakleios und Theodosios, und Philagrius überzeugte den Kaiser davon, daß die Gefahr bestünde, die beiden Kinder könnten nach seinem Tode einem Anschlag der bösen Stiefmutter zum Opfer fallen.
Was sollte nach Konstantins Tod geschehen. Wer sollte as Reich regieren? Es wäre der reine Selbstmord gewesen, wenn Martina ihren unmündigen Sohn der Verbrecherclique überlassen hätte, die Konstantin und die Bevölkerung gegen sie aufgehetzt und Heraklonas als einen aus Inzest geborenen Knaben erklärt hatte. Die Anhänger Konstantins verlangten gegen das Testament des Herakleios, daß die Macht auf Konstantins ältesten Sohn, den damals zehnjährigen Herakleios Konstantinos, übertragen werde. Martina verweigerte die Annullierung des Testaments und die Krönung ihres Stiefenkels mit dem Hinweis darauf, daß ihr zweiter Sohn David Tiberios als Cäsar Anspruch auf die Regentschaft hatte.
Mit der Krönung des ältesten Sohnes Konstantins III. war eine neue und recht verrückte Situation entstanden, weil angesichts der legitimen Thronrechte Davids als möglichen Nachfolger des Heraklonas jetzt drei Kinder auf dem Thron von Byzanz saßen, die nun gemeinsam das Weltreich regieren sollten.
Das Gesicht zu wahren schien nicht mehr nötig, nachdem auch der Senat seine Zustimmung zur Absetzung des Kaisers gegeben hatte. Valentinos, der Rebellenführer Theodoros und wahrscheinlich auch ein gewisser Dometianos, der seinerseits die Krönung des Konstans betrieben hatte, drangen in den Palast ein, schnitten Heraklonas die Nase, seiner Mutter die Zunge ab und ließen den kleinen David Tiberios, der wegen seiner Cäsar-Würde gefährlich werden konnte, wahrscheinlich gleich an Ort und Stelle umbringen [3 Theophanes und Sebenos berichten vom Abschneiden der Zunge und der Verstümmelung des Heraklonas. Sebeos schreibt, Martina sei mit ihren Söhnen getötet worden, womit nicht gesagt ist, daß dies sofort geschehen sei, was immerhin einen gewissen Grad an Humanismus bewiesen hätte. Daß Heraklonas an seiner furchtbaren Verletzung gestorben ist, berichtet Johann von Nikiu, auch daß sie Theodosios wegen seiner Taubheit für ungefährlich hielten und darum am Leben ließen. Letzte Mitteilung findet sich auch bei Nikephoros, der wissen will, daß die Verschwörer nach dem Verbrechen an Martina und ihren Söhnen das Testament für ungültig erklärten, was nicht recht glaubhaft erscheint, obwohl es zugleich mit der zweiten Ausrufung des Konstans zum Basileus (Nikephoros 24, 18f.) geschehen sein könnte. Georgios Kedrenos berichtet, daß man die Verstümmmelten in ein Kloster verbannt habe.]. Dem jüngsten Sohne Martinas, Theodosios, der taub war, schenkte man das Leben. Die Verstümmelten wurden nach Rhodos verbannt, wo Heraklonas an seiner schweren Wunde bald gestorben ist. Von Martina hört man nichts mehr, sie wird schwerlich das Verbrechen an ihren Söhnen und an sich lange überlebt haben.
Der Senat und Valentinos konnten zufrieden sein. Die verhaßte Gemahlin des großen Kaisers war zu ewigem Schweigen verurteilt, Heraklonas starb an der Blutvergiftung und den Patriarchen schickte man in die Verbannung.
 
 
 
 

Literatur:
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Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 513,542,548 -