Älterer Sohn des Despoten
Thomas
Palaiologos von Morea und der Katharina
Zachariaina, Tochter von Fürst Centurione von Achaia; Neffe
des letzten Kaisers Konstantin
XII. Palaiologos von Byzanz und Enkel des Kaisers
Manuel
II. Palaiologos von Byzanz
Thiele, Andreas: Tafel 213
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
ANDREAS, Prätendent
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† 1502
Andreas war Titular-Despot
von Morea, hinterließ zwei Kinder und trat alle Ansprüche
an den König von Spanien ab.
Seine Gemahlin Katharina Zaccaria, die er in Korfu
zurückgelassen hatte, starb dort im August 1462. Im Jahr 1465
rief er seine Kinder zu sich nach Rom. Einige Tage nach ihrer Ankunft,
am 12. Mai, starb er sechsundfünfzigjährig. Thomas
hatte vier Kinder. Helenas Geschwister
waren wesentlich jünger. Andreas
war 1453 geboren, Manuel 1455
und Zoe wahrscheinlich 1456. Die Waisen
wurden vom Papst an Kindesstatt angenommen. Die Laufbahn der Söhne
Thomas'
war
weniger ehrbar. Sein älterer Sohn Andreas
zog es vor, in Italien zu bleiben, wo er von einer ähnlich kümmerlichen
Pension
von fünfzig Dukaten im Monat lebte. Er wurde als Erbe des Kaiserthrons
behandelt und pflegte mit "Deo gratia fidelis Imperator Constantinopolitanus"
zu unterschreiben. Doch sein Betragen schwerlich kaiserlich. Im Jahre 1480
heiratete er ein römisches Straßenmädchen namens
Caterina und geriet in schwere Verschuldung. Er bewog Papst Sixtus
IV., ihm zur Finanzierung eines Kriegszuges nach Morea zweitausend
Golddukaten zu geben und verwendete das Geld zu anderen Zwecken. Doch weder
dieses Geld noch seine Bereitwilligkeit, Titel und Privilegien an gesellschaftlich
ehrgeizige Ausländer zu verkaufen, retteten seine Finanzen. Um das
Jahr 1490 machte er eine Reise an den Hof seiner Schwester in Rußland;
das Unternehmen war jedoch geldlich unergiebig, und man forderte ihn nicht
auf zu bleiben. Schließlich fand er einen Freund in König
Karl VIII. von Frankreich, den er 1491 besuchte und der einen
Teil seiner Schulden bezahlte. Er begrüßte Karls
Einfall
in Italien im Jahr 1493 und eilte nach Norden, um sich ihm anzuschließen.
Am 16. September 1494 unterzeichnete er einen Vertrag mit Karl,
in dem er ihm großzügig alle seine Rechte auf die Throne
von Konstantinopel, Trapezunt und Serbien abtrat und nur das
Despotat
Morea für sich behielt. Als Karl
sich
im folgenden Mai in Neapel eingerichtet hatte, versprach er Andreas
ein Jahresgeld von zwölfhundert Golddukaten. Es ist zweifelhaft,
ob die Pension weitergezahlt wurde, nachdem Karl
Italien
verlassen hatte; gewiß hörte sie auf, als der König 1498
starb. Andreas
war bald von neuem verschuldet.
Anfang 1502 unterzeichnete er eine neue Urkunde, in der er alle seine Rechte
auf die spanischen Herrscher
Ferdinand und Isabella übertrug;
aber er erhielt von ihnen kein Geld. Als er im Juni jenes Jahres starb,
war seine Witwe genötigt, zur Begleichung seiner Begräbniskosten
vom Papst die Summe von hundertvier Dukaten zu erbetteln. Er hinterließ
einen Sohn namens Konstantin, einen
schmucken, aber kraftlosen Jüngling, der eine Zeitlang die päpstliche
Leribgarde befehligte. Wann Konstantin
starb, ist unbekannt.
Mit Thomas' zwei
Enkeln, Mehmed Pascha in Konstantinopel
und dem unbedeutenden Konstantin in
Rom, erlosch das Kaiserhaus der
PALAIOLOGEN.
Literatur:
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Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel
1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 191-192
-Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 213 -