Bruno                                                       Abt von Hirsau (1105-1120)
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    -   1120
 

Sohn des edelfreien Herrn NN von Beutelsbach (eventuell Sohn des dominus Cuono aus dem Hause der SALIER)
 

Dieter Mertens: Seite 240-244
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"Vom Rhein zur Rems"

Hier bietet sich Beutelsbach an, genauer gesagt die um jenen Konrad, der sich zunächst nach Beutelbach, dann nach der Burg Wirtemberg benannte, gruppierten Personen, das sind Konrads Geschwister Bruno und Liutgart, seine Ehefrau Werndrut und sein Schwestersohn Konrad.
Hier kann in der Tat eine bestimmte Verwandtengruppe namhaft gemacht werden, und zwar aufgrund ihrer Personennamen, Wirkungsorte, ihres Besitzes, Ansehens und Adelsranges. Die sich wechselseitig stützenden Indizien erlauben es, Verbindungslinien der gesuchten Art zu ziehen und Verwandtschaft wahrscheinlich zu machen. Es handelt sich um die Brüder Konrad und Bruno, die um 1080 im 'Codex Hirsaugiensis' als der mit einer Werndrut verheiratete Konrad von Beutelsbach und als der Geistliche Bruno - zuerst Domkanoniker in Speyer, dann Mönch, später Abt in Hirsau - begegnen, und um ihre Schwester Liutgart.
Ein weiteres Indiz bietet die Lage des Ortes Beutelsbach, nach dem Konrad um 1080 im 'Codex Hirsaugiensis' zubenannt wird. Er liegt wie Beinstein, und zwar diesem zunächst, im Remmstal zwischen Waiblingen und Winterbach. Waiblingen und Winterbach sind beide durch zweifellos in das frühere Mittelalter zu datierende Pfarrkirchen mit Michaels-Patrozinium und ursprünglich weit ausgedehnten Pfarrsprengel ausgezeichnet. 1080 war Beinstein in die Schenkung Waiblingens nicht einbegriffen, denn Beinstein bildete 1086 den Gegenstand einer gesonderten Stiftung und befand sich am Beginn des 12. Jahrhunderts im Unterschied zu Waiblingen und Winterbach noch in Speyerer Besitz. Beutelsbach gehörte um 1080 ebenfalls nicht mehr zu Waiblingen, denn es fungierte zu dieser Zeit als der namengebende Sitz des Konrad von Beutelsbach, der sich gerade damals dem Kloster Hirsau, also den Gegnern HEINRICHS IV., zuwandte. Es genügt vielmehr, den Prozeß der Herauslösung Beinsteins und Beutelbachs aus einer älteren Einheit zu erkennen , um die Vorstellung zu gewinnen, dass die in den 1080er Jahren erkennbaren Besitzverhältnisse dieser beiden Güter Verwandtschaftsbeziehungen im Sinne einer Zuordnung des Konrad von Beutelsbach und seiner Geschwister Bruno und Liutgart zu den nichtköniglichen SALIER-Verwandten und damit also des weiteren zu den SALIERN widerspiegeln können. Diese Möglichkeit wird zur Wahrscheinlichkeit, wenn man dazu die eben vorgetragenen Beobachtungen zu den Personennamen in Rechnung stellt. Stützend kommt hinzu, dass Bruno - seit Beginn der 1080-er Jahre Mönch in Hirsau - zuvor bepfründeter Domkanoniker des Speyerer Domes an den Gräbern KONRADS II., der Gisela und HEINRICHS III. gewesen ist. Hier war sein geistlicher Wirkungsbereich der salischen Königslinie ebenso eng verbunden wie der weltliche seines Bruders Konrad von Beutelsbach im salisch beherrschten Remstal.
Um 1080 konnte Bruno, als er Mönch in Hirsau wurde, zugunsten Hirsaus über Grundbesitz verfügen, der in Berghausen und in Söllingen lag - als ein Nachfahre des Konrads und der Mathilde dürfte er zu diesen Besitzungen gelangt sein.