Eventuell Sohn des Herzogs Konrad der Jüngere von Kärnten
Dieter Merten: Seite
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"Die Salier und das Reich" Band I
1056 wird in einer Urkunde HEINRICHS III.
die Schenkung der curtis Bruchsal samt dem zugehörenden Forst Lußhardt
an die bischöfliche Kirche zu Speyer beglaubigt. Dies geschah unter
der Voraussetzung, dass Konrad der Jüngere am 20.7.1039 kinder-
oder zumindest söhnelos verstorben sei. Andererseits mußte sie
dann vor Lichtmeß 1036 vollzogen worden sein, denn der dominus
Cuono trägt keinen Herzogstitel.
Die Identifizierung des tradierenden dominus
Cuno mit Konrad dem Jüngeren ist ja keineswegs zwingend.
Denn die Prämisse, Konrad der Jüngere sei söhnelos
gestorben, besitzt nur die Qualität eines argumentum e silentio, die
überdies den negativen Quellenbefund dezidiert einengt. Sie beruht
auf dem Schluß, Konrad der Jüngere könne keinen
Erben oder Sohn gehabt haben, weil die Quellen ihn nicht nennen. Doch die
Quellen, die den Tod Konrads des Jüngeren vermelden, wollen
keine genealogischen Mitteilungen machen. Deshalb scheint es weniger gezwungen,
den 1056 von HEINRICH III. genannten
consanguineus noster dominus Cuono,
der ihm den Hof Bruchsal und den zugehörigen Forst Lußhardt
übereignete, als einen lebenden Erben Bruchsals und damit als einen
Erben Konrads des Jüngeren anzusehen, also anzunehmen, Konrad
der Jüngere könne 1039 einen Erben hinterlassen haben, der
jedoch noch unmündig war, so dass die Familie ihre Kärntner Stellung
verlor und aus der großen Politik ausschied, aber ihr wichtiges Bruchsaler
Allod behalten konnte. Im Jahre 1056 verlor der Erbe von Bruchsal dieses
Erbe und damit wohl seinen fränkischen Hauptbesitz.
Da die Machtgrundlage Konrads des Jüngeren sich aus väterlicherseits
ererbtem ("salischen") und aus dem
von seiner Mutter Mathilde ererbten (konradinischen) Besitz zusammengesetzt
haben muß und die Preisgabe Bruchsals das väterliche Erbe schmälerte,
steht zu vermuten, dass nunmehr der von Mathilde herrührende, auf
Herzog Hermann II. zurückgehende Besitz relativ an Bedeutung gewann.
Da der dominus Cuono mit Bruchsal
und dem Forst Lußhardt einen sehr bedeutenden Sitz an den König
abtrat, dürfte er von HEINRICH III. einen
Ersatz erhalten haben, vergleichbar dem Vorgang des Jahres 1002, als Otto
"von Worms" Bruchsal als Ersatz für die aufgegebene Wormser Burg erhalten
hat.
Kinder:
Konrad von Beutelsbach
- vor 1120
Bruno Abt von Hirsau
- 1120
Liutgart
-