Sohn des edelfreien Herrn NN von Beutelsbach
Paul Friedrich Stälin: Seite 370-372
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"Geschichte Württembergs"
Nicht minder dunkel ist der Ursprung des Hauses
WÜRTTEMBERG selbst, und die ältesten Nachrichten über
Glieder desselben, insbesondere soweit sie auf dem Schenkungsbuche des
Klosters Hirsau beruhen und Beziehungen zu dem Hause
BEUTELSBACH enthalten, sind Gegenstand vielfacher Erörterungen
und verschiedener Auffassungen geworden. Doch dürfte bei Zusammenfassung
jener Hirsauer Nachrichten und der wenigen Urkunden, welche über die
Anfänge des Geschlechts berichten, das wahrscheinlichste das Folgende
sein. Aus der Familie der edelfreien Herren von Beutelsbach erbaute Konrad,
Bruder des Hirsauer Abtes Bruno von Beutelsbach
(1105-1120) und Gemahl einer nicht näher bekannten Werntrud
ums Jahr 1083 die Burg Württemberg, welche er nunmehr zu seinem
Wohnsitze machte und nach welcher er auch seinen Namen änderte. Unter
seinem neuen Namen, auch jetzt nicht als Graf bezeichnet, erscheint dieser
Konrad ohne Zeitangabe, ohne Zweifel
aber in den Jahren 1089-1092, als Zeuge bei dem sogenannten Bempflinger
Vertrage der Grafen Kuno und Liutold von Achalm mit ihrem Neffen Graf Wernher
von Grüningen, sodann den 2. Mai 1092 in Ulm wiederum als Zeuge bei
seiner Übergabe von Gütern an das Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen
in der Umgebung der Herzoge Berchtold und Welf [Bis jetzt die erste Nennung
des Namens in einer vollständigen Urkunde, freilich nicht eigentlich
Originalurkunde.]. Er kommt somit in beiden Fällen in engem Verbande
mit Anhängern der, Kaiser HEINRICH IV.
feindlichen Partei vor und mit dieser seiner politischen Stellung steht
auch die Herbeiziehung des Wormser Bischofs zur Einweihung der Burgkapelle
statt des Konstanzer, in dessen Sprengel diese Kapelle lag, im Einklang,
denn der erstere war derselben Sache ergeben, der letztere dagegen vom
Papste gebannt. - Schon früher, vielleicht in den Jahren 1080 bis
1087, hatte Konrad dem Hirsauer Schenkungsbuch
zufolge bei einer Vergabung seines Bruders Bruno
von Hirsau mitgewirkt und er sowohl als seine Gattin bezeugten
sich dem Kloster auch ihrerseits wohlwollend. Er wird in diesem Buche als
"mächtiger Mann unter den Schwaben" bezeichnet.
oo Werntrud
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Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag
1991, Band I Seite 225,241-243,245-250 -