3. DIETRICH DER BEDRÄNGTE
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+ 17.
Februar 1221
Erhielt beim Tode des Vaters die Grafschaft Weissenfels (alte Zeitzer Mark?), setzte sich nach dem Tode des Bruders im Jahre 1197 gewaltsam in den Besitz der ihm vom Kaiser vorenthaltenen, von dessen Statthalter verwalteteten Mark Meissen, wurde (wohl Weihnachten) 1199 damit feierlich belehnt. Nach dem Tode des Markgrafen Konrad (1210) erbte er dessen Besitzungen (Nieder-Lausitz, Groitzsch und Eilenburg; siehe Tafel 2, 23)
Gemahlin:
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Jutta, Tochter des Landgrafen Hermann I. von Thüringen
+ 6. August 1235
verlobt 1191-1192, vermählt entweder vor 24. Juni
1195 oder vor 5. Januar 1197
gestorben als Gemahlin des Grafen Poppo XIII. von Henneberg
(vermählt 3. Januar 1223, + 21. Mai 1245)
3. Dietrich der Bedrängte.
Geboren: Beilage I, 7. Vgl. Tafel 4., 2. - Die Verlobung
fand in den Jahren 1191-1192 statt. Das Chron. Mont. Ser. (SS. 23, 165):
A. 1194. Habebat (Hermannus) autem filiam iam nubilem.
Comite vero peticionem iam sepius iterante, lantgravius de consilio suorum
respondit, si gener eius fieri vellet, se ei modis omnibus succursurum,
quod ille primo quidem, quia puella oculis eius proptter sui deformitatem
displicebat, rennuit, sed necessitate coactus tandem sonsensit, coniugioque
facto exhinc auxilio lantgravii fratre cepit superior apparere - nimmt
1194 als Jahr der Vermählung an. Da aber die Prinzessin damals erst
gegen 10 Jahre zählte, so muss darunter die Verlobung verstanden werden.
Das deuten auch an die Hist. Reinh. 62 (1193 filaim Hermanni
se (Dietricum) ducturum in annis nubilibus fidem promisit)
und die Annal. terre Misnensis bei Mencke, SS. 2, 323 (A. d. 1193 Hermannus
filiam suam Juttam desponsavit Theodorico). das wirkliche
Vermählungsjahr Juttas
ist uns direkt nirgends aufbewahrt, doch bietet die gleichzeitige Thüringisch-meissnische
Geschichte - es handelt sich um die Differenz von kaum ein paar Jahren
- wenigstens indirekte Haltepunkte dar. Wir wissen einmal, dass der Preis
für die Verbindung Dietrichs mit Jutta, nämlich
dessen Unterstützung gegen seinen Bruder Albrecht,
vom Landgrafen sofort eingesetzt wurde nach Hist. Reinh. 62: et ut auxilio
suo non esset extraneus, filiam ejus ducturum ... promisit. Qui
(lantgravius) continuo missis pacifice nunctius rogavit marchionem
(Albertum), ut ab obsidione castri sui (Dieterici)
Wissenvelsch benigne recederet. Bestimmter drückt sich hierüber
das Chron. Mont. Ser. - (conjuhioque dacto exhinc auxilio landgravii
fratri coepit superior apparere) aus. Andererseits darf als sicher
angenommen werden, dass die Vermählung Juttas mit Dietrich,
dessen Bruder Albrecht am 24. Juni 1195 starb, entweder damals schon
vollzogen war, oder doch, bevor Dietrich am 5. Januar 1197 seinen
Kreuzzug antrat, vor sich gegangen ist. -
Jutta vermählte sich zum zweiten Male mit
dem Grafen Poppo von Henneberg am 3. Januar 1223 in der Thomaskirche zu
Leipzig. Vgl. Bernecker, Beiträge zur Chronol. der Regierung
Ludwigs IV. des Heiligen, Landgrafen von Thüüringen (Diss.),
Seite 31.
Jutta starb am 6. August nach Altzeller Todtenbuch
(Ber. der deutschen Gesellschaft zu Leipzig 1841; Seite 6): VIII. id.
aug. Jutta marchionissa. Sie urkundet noch 1235 Juli 16 (Hoenn,
Coburg. Chron. 2, 18). Ihr Todesjahr ist nach Annahme Spangenbergs (Henneberg.
Chronikl 107) 1235, weil sie, wohl schwach geworden, in der genannten Urkunde
dem Kloster Vessra gewisse Gefälle zur Haltung ihres Jahrgedächtnisses
vermacht. Wohl im Kloster Vessra beigesetzt, wo auch ihr Gatte Poppo
ruht. Poppo +: 21. März 1245 (Spangenberg, Hennebergische Chronik
200).
Dietrich gestorben: Chron. Mont.. Ser. (Beilage
I, 7) mit Jahresanfang, März. Urkunde 1221 März 18 (Cod. dipl.
Sax. reg, I, 3, 290). in tricennario pie memorie Misnensis et Orientalis
marchionis Theoderici.