Die Brehnaer Markgrafen
 

Graf Dietrich der Dritte ist in der heutigen Zeit der bekannteste Adlige von Brehna. Als großmütiger Förderer des Bistums Naumburg und speziell beim Bau des alten Domes ist er als Figur im Dom zu Naumburg zu sehen.Die Nähe der berühmten Uta ist nicht zufällig, weil die Grafschaft Brehna mit ihrem Reichtum großen Einfluß hatte. Die Bischöfe galten als Verbündete der Markgrafen.
Hinterhältig wurde Graf Dietrich I. im Jahre 1034 ermordet. Damit erbten die beiden Söhne Gero und Thiemo die Burg mit dem Land zwischen der Burg Landsberg und Zörbig am See. Die beiden Brüder wurden erstmals 1053 in einer Urkunde als Grafen von Brehna genannt. Graf Gero starb Anfang des 12.Jahrhunderts und Thiemo wurde Graf von Wettin. Sein ältester Sohn Dedo gründete das Kloster auf dem Lauterberg (Petersberg). Ein weiterer Sohn Thiemos, Conrad, hatte die Macht über Meißen und förderte besonders das Mönchskloster Petersberg, weil hier Graf Friedrich I. lebte, der Mann von Gräfin Hedwig aus Böhmen, der Gründerin des Klosters Brehna. Ehrenhalber ist dieser Graf in einem der 10 Steinsagofargen des fürstlichen Grabmales auf dem Petersberg beigesetzt.
Zuletzt regierte Graf Otto III. Als er 1290 starb, waren auch die Brehnaer Grafen ohne Nachfolge. Die reiche Grafschaft wurde vom Kaiser als Reichslehen an Sachsen-Wittenberg angeschlossen.
Die Burg blieb herrenlos und fiel der Brandschatzung zum Opfer. Die Überreste wurden für den Bau der nächsten Steinhäuser genutzt. Auch das heutige Alte Rathaus entstand so. Der Burgberg wurde zum Auffüllen des nahegelegenen Teichgeländes abgetragen. Wer hatte aber diesen Berg aufgeschüttet? Die Grafen nutzten diesen nur und eine natürliche Erhebung war er auch nicht.

Wie alt ist Brehna ?

Als Graf Dietrich von Wettin, Markgraf der Lausitz, 1034 ermordet wurde, teilten dessen Söhne seinen Besitz unter sich auf, und dabei wurde die Grafschaft Brehna gegründet.
Das kann gleich im folgenden Jahr gewesen sein - auf einer Jubiläumsurkunde, die in den siebziger Jahren Mitgliedern der Brehnaer Philatelistengruppe überreicht wurde, ist in das Wappen die Jahreszahl 1035 eingedruckt - aber auch das ist in den Quellen nicht belegt.
Die einheitliche Gestaltung des Ortsgrundrisses, sein Straßenmarkt und der dicht dabeiliegende Burgberg sprechen für eine Anlage, die wenige Jahre vor 1050 entstanden sein könnte, womit die Gründung der Grafschaft und die Errichtung wenigstens dieses teiles des Ortes zeitlich zusammenfallen würden. Tatsächlich erstmals überliefert ist der Name Brehna in einer lateinisch verfaßten Urkunde aus dem Jahre 1053.
Bis zur ersten überlieferten Nennung des Ortes Brehna vergehen noch einmal fast einhundert Jahre, bis 1142 eine Urkunde ausgestellt wird, in der der Ort Brehna genannt wird. Und schließlich, und damit kommen wir zur Festschrift, wird Brehna in einer aus dem Jahre 1274 stammenden Urkunde erstmals als Stadt genannt. Es feierte also 1999 zu Recht den 725. Jahrestag der urkundlich überlieferten Ersterwähnung als Stadt.

(Arnim Feldmann)