Tochter des Grafen Konrad II. von Wassel und der
Adelheid
von Hallermund, Tochter von Graf Wilbrand I.; Stieftochter des
Grafen
Günther II. von Käfernburg
Nach I. Eberl Tochter des Grafen Günther II.
von Käfernburg und der Adelheid von Hallermund, Tochter
von Graf Wilbrand
Schwennicke, Detlef: Tafel 8 A
*****************
"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte
der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs-
und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische
Fürstenhäuser"
ADELHEID VON DASSEL
------------------------------------
+
1189/1244
I. oo nach 1189
BERNHARD II. Graf von Ratzeburg
+ 1198
II. oo ADOLF Graf von Dassel, 1200/04 Graf von
Ratzeburg
+ 1224
Durch seine Ehe mit Adelheid von Wassel-Ratzeburg
erbte er nicht nur große Teil des wasselischen Erbes nördlich
von Hildesheim, sondern auch die südöstlich von Lüneburg
gelegene Grafschaft Ratzeburg.
Bei den Gräfinnen von Dassel sind drei Damensiegel
erhalten, das der Adelheid von Wassel, Ehefrau des Grafen Adolf
I., das der Adelheid von Dassel, Ehefrau des Grafen Ludwig I. von Rabensberg,
und das der Sophie, Ehefrau des Simon von Dassel.
Am Ende des siebten Kapitels des fünften Buches
seiner Slawenchronik erzählt Arnold von Lübeck die Familiengeschichte
der Grafen von Ratzeburg. Zum Schluß kommt er auf den letzten Grafen,
Bernhard
II. zu sprechen. Er war ursprünglich Domherr in Magdeburg, erhielt
aber nach dem Tod seiner Brüder einen päpstlichen Dispens zum
Verlassen des geistlichen Standes und heiratete Adelheid, die
Tochter
einer Gräfin von Hallermunt. Von ihr bekam er einen Sohn, Bernhard
III. Um 1198 starben er und kurz danach sein Sohn.
Nach dem Tode ihres ersten Mannes heiratete Adelheid
den Grafen Adolf von Dassel [43 Arnold, Slawenchronik V,
7.]. Der hier genannte Graf Adolf von Dassel war sicher Adolf
I.; doch wer war die Adelheid von Ratzeburg, Tochter einer
Gräfin von Hallermunt?
Die Herkunft der Gräfin Adelheid und ihrer
Mutter, der Gräfin von Hallermunt, wurde ausführlich von G. Bode
[44
G. Bode, in: ZHarzV 43, 1910, Seite 1-57 und 61-107. Detailliert
mit der Geschichte der Grafen von Hallermunt und damit auch mit der Abstammung
der Gräfinnen Adelheid von Hallermunt und Ratzeburg
hat sich bereits J. Wolf, Grafen von Hallermund, Seite 11,13ff. und Seite
22, beschäftigt, wobei er jedoch Adelheid von Hallermunt nur
mit dem Grafen Günther von Käfernburg verheiratet
sein ließ, ebenso B. Chr. von Spilcker, Grafen von Hallermund, Seite
235, vgl. Stammtafel. J. Grote, Die Grafen von Wassel, Seite 240-248, hat
bereits erkannt, daß Adelheid von Hallermunt in erster Ehe
den Vicedominus von Hildesheim, Konrad von Wassel, geheiratet
hatte. Seine Erkenntnis beruht auf einer Urkunde von 1189, UB Marienberg
1. E.F. Mooyer, Dassel, Seite 96, machte aus Adelheid von Ratzeburgwieder
eine Tochter Adelheids von Hallermunt und Günthers von Käfernburg.
G.C.F. Lisch, Adelheid von Ratzeburg, Seite 228-231, zitierte eigentlich
nur E.F. Mooyer und P. von Kobbe, brachte also nichts neues. F. von Alten,
in: ZHVN 1863, Seite 154ff., trennte die Adelheid, Mutter der Adelheid
von Ratzeburg, und die Adelheid von Wassel. Die Mutter der ratzeburgischen
Gräfin war auch bei ihm eine
Adelheid von Hallermunt, die Günther
von Käfernburg
geheiratet hatte, jedoch war sie nicht mit der
Adelheid
von Hallermunt, die Konrad von Wassel geheiratet hatte,
identisch, vgl. Tafel 1 bei von Alten, in: ZHVN 1863.] behandelt. Er stellte
fest, daß
Adelheid von Ratzeburg die Tochter des
Gräfin
Adelheid von Wassel, geborene Hallermunt, sein dürfte.
Adelheid von Hallermunt war die Erbtochter des
Grafen Wulbrand aus der älteren Linie der Grafen von Hallermunt oder
auch von Loccum genannt [45 G. Bode, in: ZHarzV 43, 1910, Seite
31, vgl. Abb. 8 und Europäische Stammtafeln III, 51 unten.]. Sie heiratete
inn erster Ehe 1163 Konrad II. von Wassel, Vicedominus von Hildesheim.
Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: ein Sohn, Adolf, der bereits
als Kind starb, und zwei Töchter, Adelheid und Fritherun
[46 Diese sind als Schwestern in der Urkunde von 1189 belegt (UB
Marienberg 1), nach der beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheiratet
waren.]. Da Konrad II. von Wassel schon 1175 starb, heiratete seine
Witwe 1178 Günther von Käfernburg. Auch für
ihn war es die zweite Ehe. Er war zuvor mit einer Unbekannten verheiratet,
mit der drei Kinder hatte. Aus der Ehe mit Adelheid von Hallermunt
gingen noch zwei Söhne hervor, Ludolf und Wilbrand.
Beide waren also Halbbrüder der Adelheid von Ratzeburg.
Da aus der Ehe Konrads II. von Wassel mit Adelheid
von Hallermunt außer den eben erwähnten keine weiteren Kinder
hervorgingen, wurden die Töchter des Ehepaares die Erbtöchter
der Grafen von Wassel. Diese waren wiederum die Erben der Edlen von Veckenstedt.
Damit brachte die Gräfin Adelheid von Wassel, verwitwete
von Ratzeburg, den Grafen von Dassel nicht nur die Ansprüche
auf die Grafschaft Ratzeburg, sondern
auch einen großen Teil ihrer im Harzraum und im heutigen Sachsen-Anhalt
gelegenen Güter aus dem Besitz der Edelherren von Veckstedt. Von den
Grafen
von Wassel bzw. von Hallermunt-Loccum stammten die Güter rund um das
Steinhuder Meer.
Die Ehe des Grafen Adolf I. mit Adelheid von
Wassel-Ratzeburg erwies sich also schon rein wirtschaftlich als sehr
bedeutsam für das Dasseler Grafenhaus.
Die Gräfin Adelheid von Wassel wird in Urkunden
verschiedentlich genannt. Bei ihrem ersten Auftreten 1189, da sie noch
nicht verheiratet war, zusammen mit ihrer Schwester als due sorores
Adelheit
er Fritherun, filie comitis Conradi de Wassele,
vicedomini
de Hildenesheimbezeichnet. In der nächsten Urkunde trägt
sie den Namen Adelheid von Ratzeburg. Nach 1200, nachdem sie Adolf
I. von Dassel geheiratet hatte, wird sie als Adelheid von Dassel
bezeichnet.
Nach dem Tod ihres Mannes 1224 kommt sie erneut als Adelheid von Ratzeburg
in den Urkunden vor [74 Reg. 162 (1224), 177 (um 1230), 232 (1237),
283 (1244).], womit sie Ansprüche auf die verloren gegangene Grafschaft
Ratzeburg deutlich machte.
Adelheid hatte mit Bernhard II. von Ratzeburg
einen
Sohn, Bernhard III., der noch im Kindesalter verstarb. Mit Adolf
I. von Dassel wurde sie mit ihren vier Kindern die Begründerin
der adolfingischen Linie der Grafen: Ludolf IV., Adolf III.,
Berthold
I. und Adelheid.
Adolf I. von Dassel ist nach dem 1. März
1224 verstorben [85 Reg. 161 wird er noch in der Zeugenreihe erwähnt,
in Reg. 162, einer Urkunde ohne Tagesdatum, handelt Adelheid alleine
mit ihren Kindern, vgl. J. Schildhauer, Dassel, Seite 49.], seine Ehefrau
Adelheid
von Ratzeburg an einem 27. Oktober, wahrscheinlich 1244.
Das Todesdatum geht aus dem Hildesheimer Nekrolog hervor, das Jahresdatum
läßt sich auf Grund ihrer Urkundentätigkeit erschließen.
Am 6. Mai 1244 vermachte Adelheid ihrer Tochter einen großen
Teil ihres Allodioalbesitzes und kommt anschließend nicht mehr in
Urkunden vor.
1. oo Bernhard II. Graf von Ratzeburg
- 1198
2. oo Adolf Graf von Dassel
- 1224
Kinder:
1. Ehe
Bernhard III.
-
1199
2. Ehe
Ludolf IV. Graf von Dassel und Nienover
-
1223
Adolf III.
-
1244
Berthold I. Dominikaner in Hildeheim
-
1268
Adelheid
1224-14.9.1262/63
oo Johann Jacobsen
- 1240
Literatur:
-----------
Eberl
Immo: Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung
seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN IM MITTELALTER.
DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte
Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt Seite 96 -
Kruppa
Nathalie: Die Grafen von Dassel (1097-1337/38). Verlag für Regionalgeschichte
Bielefeld 2002 Seite 21,23,25,30,35-40,46,57,61-64,93,104,115,127,129-133,173,
178,187,286-288,290,295-297,301,322,330 - Schwennicke, Detlef: Europäische
Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten.
Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen
Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser,
Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 8 A - Slavenchronik
des Arnold von Lübeck Buch 5 Kapitel 1, 7 -