Adelheid von Wassel                      Gräfin von Ratzeburg
--------------------------                      Gräfin von Dassel
um 1175-27.10.1244
 

Tochter des Grafen Konrad II. von Wassel und der Adelheid von Hallermund, Tochter von Graf Wilbrand I.; Stieftochter des Grafen Günther II. von Käfernburg
Nach I. Eberl Tochter des Grafen Günther II. von Käfernburg und der Adelheid von Hallermund, Tochter von Graf Wilbrand
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 8 A
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

ADELHEID VON DASSEL
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         +

1189/1244

  I. oo nach 1189
          BERNHARD II. Graf von Ratzeburg
                    + 1198

  II. oo ADOLF Graf von Dassel, 1200/04 Graf von Ratzeburg
                      + 1224



Kruppa Nathalie: Seite 21,30,35-40
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"Die Grafen von Dassel (1097-1337/38)."

Durch seine Ehe mit Adelheid von Wassel-Ratzeburg erbte er nicht nur große Teil des wasselischen Erbes nördlich von Hildesheim, sondern auch die südöstlich von Lüneburg gelegene Grafschaft Ratzeburg.
Bei den Gräfinnen von Dassel sind drei Damensiegel erhalten, das der Adelheid von Wassel, Ehefrau des Grafen Adolf I., das der Adelheid von Dassel, Ehefrau des Grafen Ludwig I. von Rabensberg, und das der Sophie, Ehefrau des Simon von Dassel.
Am Ende des siebten Kapitels des fünften Buches seiner Slawenchronik erzählt Arnold von Lübeck  die Familiengeschichte der Grafen von Ratzeburg. Zum Schluß kommt er auf den letzten Grafen, Bernhard II. zu sprechen. Er war ursprünglich Domherr in Magdeburg, erhielt aber nach dem Tod seiner Brüder einen päpstlichen Dispens zum Verlassen des geistlichen Standes und heiratete Adelheid, die Tochter einer Gräfin von Hallermunt. Von ihr bekam er einen Sohn, Bernhard III. Um 1198 starben er und kurz danach sein Sohn.
Nach dem Tode ihres ersten Mannes heiratete Adelheid den Grafen Adolf von Dassel [43 Arnold, Slawenchronik V, 7.]. Der hier genannte Graf Adolf von Dassel war sicher Adolf I.; doch wer war die Adelheid von Ratzeburg, Tochter einer Gräfin von Hallermunt?
Die Herkunft der Gräfin Adelheid und ihrer Mutter, der Gräfin von Hallermunt, wurde ausführlich von G. Bode [44 G. Bode, in: ZHarzV 43, 1910, Seite 1-57 und 61-107. Detailliert mit der Geschichte der Grafen von Hallermunt und damit auch mit der Abstammung der Gräfinnen Adelheid von Hallermunt und Ratzeburg hat sich bereits J. Wolf, Grafen von Hallermund, Seite 11,13ff. und Seite 22, beschäftigt, wobei er jedoch Adelheid von Hallermunt nur mit dem Grafen Günther von Käfernburg verheiratet sein ließ, ebenso B. Chr. von Spilcker, Grafen von Hallermund, Seite 235, vgl. Stammtafel. J. Grote, Die Grafen von Wassel, Seite 240-248, hat bereits erkannt, daß Adelheid von Hallermunt in erster Ehe den Vicedominus von Hildesheim, Konrad von Wassel, geheiratet hatte. Seine Erkenntnis beruht auf einer Urkunde von 1189, UB Marienberg 1. E.F. Mooyer, Dassel, Seite 96, machte aus Adelheid von Ratzeburgwieder eine Tochter Adelheids von Hallermunt und Günthers von Käfernburg. G.C.F. Lisch, Adelheid von Ratzeburg, Seite 228-231, zitierte eigentlich nur E.F. Mooyer und P. von Kobbe, brachte also nichts neues. F. von Alten, in: ZHVN 1863, Seite 154ff., trennte die Adelheid, Mutter der Adelheid von Ratzeburg, und die Adelheid von Wassel. Die Mutter der ratzeburgischen Gräfin war auch bei ihm eine Adelheid von Hallermunt, die Günther von Käfernburg geheiratet hatte, jedoch war sie nicht mit der Adelheid von Hallermunt, die Konrad von Wassel geheiratet hatte, identisch, vgl. Tafel 1 bei von Alten, in: ZHVN 1863.] behandelt. Er stellte fest, daß Adelheid von Ratzeburg die Tochter des Gräfin Adelheid von Wassel, geborene Hallermunt, sein dürfte.
Adelheid von Hallermunt war die Erbtochter des Grafen Wulbrand aus der älteren Linie der Grafen von Hallermunt oder auch von Loccum genannt [45 G. Bode, in: ZHarzV 43, 1910, Seite 31, vgl. Abb. 8 und Europäische Stammtafeln III, 51 unten.]. Sie heiratete inn erster Ehe 1163 Konrad II. von Wassel, Vicedominus von Hildesheim. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: ein Sohn, Adolf, der bereits als Kind starb, und zwei Töchter, Adelheid und Fritherun [46 Diese sind als Schwestern in der Urkunde von 1189 belegt (UB Marienberg 1), nach der beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheiratet waren.]. Da Konrad II. von Wassel schon 1175 starb, heiratete seine Witwe 1178 Günther von Käfernburg. Auch für ihn war es die zweite Ehe. Er war zuvor mit einer Unbekannten verheiratet, mit der drei Kinder hatte. Aus der Ehe mit Adelheid von Hallermunt gingen noch zwei Söhne hervor, Ludolf und Wilbrand. Beide waren also Halbbrüder der Adelheid von Ratzeburg.
Da aus der Ehe Konrads II. von Wassel mit Adelheid von Hallermunt außer den eben erwähnten keine weiteren Kinder hervorgingen, wurden die Töchter des Ehepaares die Erbtöchter der Grafen von Wassel. Diese waren wiederum die Erben der Edlen von Veckenstedt. Damit brachte die Gräfin Adelheid von Wassel, verwitwete von Ratzeburg, den Grafen von Dassel nicht nur die Ansprüche auf die Grafschaft Ratzeburg, sondern auch einen großen Teil ihrer im Harzraum und im heutigen Sachsen-Anhalt gelegenen Güter aus dem Besitz der Edelherren von Veckstedt. Von den Grafen von Wassel bzw. von Hallermunt-Loccum stammten die Güter rund um das Steinhuder Meer.
Die Ehe des Grafen Adolf I. mit Adelheid von Wassel-Ratzeburg erwies sich also schon rein wirtschaftlich als sehr bedeutsam für das Dasseler Grafenhaus.
Die Gräfin Adelheid von Wassel wird in Urkunden verschiedentlich genannt. Bei ihrem ersten Auftreten 1189, da sie noch nicht verheiratet war, zusammen mit ihrer Schwester als due sorores Adelheit er Fritherun, filie comitis Conradi de Wassele, vicedomini de Hildenesheimbezeichnet. In der nächsten Urkunde trägt sie den Namen Adelheid von Ratzeburg. Nach 1200, nachdem sie Adolf I. von Dassel geheiratet hatte, wird sie als Adelheid von Dassel bezeichnet. Nach dem Tod ihres Mannes 1224 kommt sie erneut als Adelheid von Ratzeburg in den Urkunden vor [74 Reg. 162 (1224), 177 (um 1230), 232 (1237), 283 (1244).], womit sie Ansprüche auf die verloren gegangene Grafschaft Ratzeburg deutlich machte.
Adelheid hatte mit Bernhard II. von Ratzeburg einen Sohn, Bernhard III., der noch im Kindesalter verstarb. Mit Adolf I. von Dassel wurde sie mit ihren vier Kindern die Begründerin der adolfingischen Linie der Grafen: Ludolf IV., Adolf III., Berthold I. und Adelheid.
Adolf I. von Dassel ist nach dem 1. März 1224 verstorben [85 Reg. 161 wird er noch in der Zeugenreihe erwähnt, in Reg. 162, einer Urkunde ohne Tagesdatum, handelt Adelheid alleine mit ihren Kindern, vgl. J. Schildhauer, Dassel, Seite 49.], seine Ehefrau Adelheid von Ratzeburg an einem 27. Oktober, wahrscheinlich 1244. Das Todesdatum geht aus dem Hildesheimer Nekrolog hervor, das Jahresdatum läßt sich auf Grund ihrer Urkundentätigkeit erschließen. Am 6. Mai 1244 vermachte Adelheid ihrer Tochter einen großen Teil ihres Allodioalbesitzes und kommt anschließend nicht mehr in Urkunden vor.
 
 
 
 

  1. oo Bernhard II. Graf von Ratzeburg
                   -   1198

  2. oo Adolf Graf von Dassel
                  -   1224
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Bernhard III.
         -   1199

2. Ehe

  Ludolf IV. Graf von Dassel und Nienover
         -   1223

  Adolf III.
         -   1244

  Berthold I. Dominikaner in Hildeheim
         -   1268

  Adelheid
  1224-14.9.1262/63

  oo Johann Jacobsen
              -   1240
 
 
 
 

Literatur:
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Eberl Immo: Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt Seite 96 - Kruppa Nathalie: Die Grafen von Dassel (1097-1337/38). Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 2002 Seite 21,23,25,30,35-40,46,57,61-64,93,104,115,127,129-133,173, 178,187,286-288,290,295-297,301,322,330 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 8 A - Slavenchronik des Arnold von Lübeck Buch 5 Kapitel 1, 7 -