Einziger Sohn des Grafen
Adolf II. von Holstein-Wagrien und der Mechthild
von Schwarzburg-Käfernburg, Tochter von Graf Sizzo III.
Adolf III. folgte 1164 dem Vater
unter der Vormundschaft seiner Mutter. Er war eine Stütze Heinrichs
des Löwen, begleitete ihn auf dessen Feldzug gegen den Erzbischof
von Köln, machte die Schlacht bei Halerfeld mit und bekam damals die
entscheidenden Rechte im Mittelwesergebiet von Heinrich, die zur Basis
des Territorialstaates Schauenburg
wurden. Er fiel 1180 von Heinrich dem Löwen ab, wurde von diesem aus
Holstein verjagt, kehrte 1181 durch den erfolgreichen Reichskrieg BARBAROSSAS
zurück und schlug den herzoglichen Parteigänger Graf Konrad von
Rhoden zurück. Er gründete 1188 am westlichen Alsterufer (im
heutigen Hamburg) eine Markt- und Handelssiedlung, die durch ein kaiserliches
Diplom (7.5.1189) weitgehende Handels- und stadtrechtliche Privilegien
bekam. Das kaiserliche Diplom kann als Gründungsurkunde der späteren
Hansestadt Hamburg angesehen werden. Er führte ständig Kriege
gegen die Slawen und die Herzöge von Schleswig, gegen Dänemark
und die Erzbischöfe von Bremen, gewann Grafenrechte in Dithmarschen
dazu und wurde 1189-1191 vom widerrechtlich zurückgekehrten Heinrich
dem Löwen erneut verdrängt, zumal sich Adolf
auf dem 3. Kreuzzug befand. Er bekam 1191 Lübeck als Lehen
dazu, war 1196-1198 erneut in Palästina, verhinderte 1199 die Eroberungsversuche
König Knuts VI. in Hamburg und
verlor Dithmarschen und Rendsburg. Er gewann 1201 Ratzeburg nach dem Erlöschen
des Hauses BADWIDE, dazu auch Lauenburg. Er unterstützte jahrelang
den Prinzen Waldemar, Erzbischof von Bremen, und erhielt von ihm Dithmarschen
zugesprochen. Er machte sich durch sein prunksüchtiges Wesen den einfachen
Bauernadel zum Gegner, der sich an Dänemark wandte, wurde 1201 in
der Schlacht bei Stellau gefangengenommen und verzichtete 1203, um freizukommen,
auf Holstein und Wagrien zugunsten des Grafen Albrecht von Weimar-Orlamünde.
Er zog sich nach Schauenburg
zurück, baute hier die Territorialherrschaft konsequent aus, gewann
unter anderem Stadthagen und Rhoden und stand besonders gegen die Bischöfe
von Paderborn und Minden wegen deren Lehensrechte in Schauenburg. Weltliche
Gegner waren besonders Schwalenberg, Ravensburg und Lippe. Er war auch
zeitweise am kaiserlichen Hof um Hilfe gegen Dänemark, wurde dort
1223 wieder gefangen und mußte erneut verzichten.
Karl Jordan: Seite 116,200,205-208,217,221-225,227
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"Heinrich der Löwe"
Die Vormundschaft über den unmündigen Grafen
Adolf III. von Holstein, die zunächst dessen Mutter Mathilde
von Schwarzburg geführt hatte, übertrug der Herzog jetzt
ihrem Bruder, Graf Heinrich von Schwarzburg. Dieser kampferprobte Fürst
schien die Gewähr dafür zu bieten, daß die Ruhe im Lande
nördlich der Elbe gewahrt blieb.
Herzog Heinrich der Löwe brachte sich aber teilweise selbst um
diese Erfolge seiner Anhänger, da er von ihnen die Auslieferung der
Gefangenen verlangte. Nur einige kamen dieser Forderung nach; andere, so
Graf Adolf III. von Holstein, erklärten,
dass sie diesen Krieg auf eigene Kosten geführt hätten und deshalb
das Lösegeld für die Gefangenen beanspruchen könnten. So
kam es damals zum ersten Male zu einer Entfremdung zwischen dem Herzog
und dem SCHAUENBURGER.
Bereits vor der Ankunft des Kaisers in Sachsen war es wegen des Streits
um die Gefangenen der Schlacht auf dem Halerfeld zum endgültigen Bruch
zwischen Herzog Heinrich und Graf Adolf III. von
Holstein gekommen, der sich dem Heer des Kaisers anschloß.
Während sich der Kaiser noch in Altenburg aufhielt, war Heinrich der
Löwe nach Holstein gezogen, um die Grafschaft des abgefallenen Adolfs
III. in seine Hand zu bringen. Graf
Adolf wurde zur Belohnung für die Dienste, die er in den
Kämpfen gegen den WELFEN dem Kaiser geleistet hatte, mit der Hälfte
der Einnahmen aus dem Zoll, den Mühlen und den Wechselbanken in Lübeck
belehnt.
Graf Adolf III. von Holstein war
jetzt der mächtigste Mann im Gebiet an der unteren Elbe. Er vertrieb
die Anhänger Heinrichs des Löwen aus seiner Grafschaft und konnte
seine Herrschaft auch zeitweilig auf Dithmarschen und die Grafschaft Stade
ausdehnen. Als Herzog Bernhard im Jahre 1182 zur Ertheneburg kam, um sich
hier als neuem Herrn huldigen zu lassen, leistete
Adolf III. der Aufforderung des Herzogs nicht Folge. Als Herzog
Bernhard damit begann, Abgaben zu erheben und Besitzungen zu beanspruchen,
die früher Heinrich dem Löwen gehört hatten, schlossen sich
die Grafen von Holstein, Ratzeburg und Schwerin zusammen und zerstörten
noch im Jahre 1182 die Lauenburg. Auf Befehl des Kaisers mußten sie
aber Buße leisten und die Burg wiederaufbauen.
Im Jahre 1187 oder 1188 hatte Graf Adolf III.
in Hamburg neben dem dort links der Alster bestehenden älteren
Wikort auf dem rechten Ufer des Flusses im Gebiet der zerstörten Burg
im Zusammenwirken mit einer Gruppe von Kaufleuten eine neue Siedlung, die
spätere Hamburger Neustadt, gegründet, bei der ein Hafen entstehen
sollte.
Unter den weltlichen Fürsten, die aus Niedersachsen an Kreuzzug
BARBAROSSAS teilnahmen, war Graf
Adolf III. von Holstein der angesehenste.
Anschließend überschritt Herzog Heinrich der Löwe Anfang
November die Elbe nach Norden, um in Holstein den letzten Widerstand zu
brechen. Als er sich Lübeck näherte, öffneten ihm die Bürger
der Stadt kampflos die Tore, nachdem er dem Grafen Adolf von Dassel mit
seinen Mannen, der Mutter und der Frau Graf Adolfs
III., die sich in der Stadt aufhielten, freien Abzug zugesichert
hatten. Die Kämpfe, die im Frühjahr 1190 in Holstein wieder ausbrachen,
verliefen für die WELFEN keineswegs günstig. Ein Heer, das unter
der Führung der Grafen Bernhard von Ratzeburg und Helmold von Schwerin
und des Truchsesses Jordan von Blankenburg stand, wurde von Adolf von Dassel,
dem Statthalter Adolfs III., geschlagen.
Helmhold und Jordan wurden gefangengenommen und nur gegen ein hohes Lösegeld
freigelassen. Im Frieden mußte sich der Löwe verpflichten, die
Befestigungen der Stadt Braunschweig teilweise niederzulegen und die Feste
Lauenburg zu schleifen. Dafür überließ ihm der König
die Hälfte der Einnahmen aus der Stadt Lübeck. Die andere Hälfte
sollte Adolf III. behalten, der auch
im ungeschmälerten Besitz seiner Grafschaft bleiben sollte.
Während des Italienzugs des Kaisers hatte Heinrich der Löwe
die Bedingungen des Friedens von Fulda nicht erfüllt. Er legte weder
die Lauenburg nieder noch trat er die Hälfte der Lübecker Einnahmen
an Adolf von Dassel, den Vertreter des SCHAUENBERGERS,
ab. Von den in seiner Hand befindlichen festen Plätzen in Nordelbingen
aus versuchte er, seine Herrschaft im Lande auszudehnen.
Als Graf Adolf III. im Frühjahr
1191 aus dem Heiligen Land zurückkehrte, mußte er deshalb den
Kampf um seine Grafschaft wieder aufnehmen. Heinrich der Löwe, der
sich in den nächsten Jahren wohl meist in Braunschweig aufhielt, war
an diesen kriegerischen Auseinandersetzungen in Nordelbingen selbst nicht
mehr beteiligt. Mit Hilfe der ASKANIER, des Herzogs Bernhard und des Markgrafen
Otto von Brandenburg, konnte Adolf seine
Grafschaft wieder in seinen Besitz bringen. Nachdem er Hamburg und Stade
erobert hatte, mußte im Sommer 1192 auch Lübeck ihm seine Tore
öffnen.
1182
1. oo Adelheid von Asselburg, Erbtochter des Grafen Otto
-25.12.1185
1189
2. oo Adelheid von Querfurt, Tochter des Burggrafen Burchard
II. von Querfurt-Magdeburg
-6./7.4. um 1210
Kinder:
2. Ehe
Adolf IV.
vor 1205-8.7.1261
Konrad
-
1237/38
Mechthilde
- um 1264
Bruno Bischof von Olmütz (1246-1281)
-18.2.1281
Margarete
-
oo Johann I. von Adensen
- 1253
Hildegunde
- nach 1230
oo Burchard I. Graf von Oldenburg
-6.7.1233
Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden
1993, Seite 75,82,106,168,199 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher
Taschenbuch Verlag München, Seite 95,116,200,205,208,217,221-225,227
- Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König
Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 21-24,247
- Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Darmstadt 1963, Seite 426,427,434, 441,442 - Toeche Theodor: Kaiser Heinrich
VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 68,96,98,120,123,
125,160,167,211-215,133,134,137,282,301,306,385-387, 389,390,460-462,476
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