Sohn des N.N.
Erkenbert I. ist der Stammvater des Hauses REUSS.
Erkenbert I. kam von Osterode her
im kaiserlichen Auftrag an die Weiße Elster und legte den Grund zu
dem Länderbesitz dieser Familie. Bereits 1122 war er als kaiserlicher
und bischöflich-naumburgischer Ministeriale im Gefolge des Grafen
Adalbert von Everstein bei der Stiftung der Kirche zu Plauen im Gau Dobena
bezeugt. Erkenbert hatte Lehnsbesitz
in der Nähe des Klosters Volkenroda und wurde nochmals 1143 als "von
Weida" in einer Urkunde der Abtei Homburg-Langensalza genannt.
Hans Patze/Walter Schlesinger: Seite 163
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"Geschichte Thüringens"
Erkenbert I. von Weida [an der Unstrut] erscheint 1143 in einer Urkunde des Klosters Homburg bei Langensalza als Vater Heinrichs von Weida (an der Unstrut), und dieser Heinrich ist identisch mit einem Ministerialen Heinrich von Weida [an der Unstrut], der in einer Urkunde des Markgrafen Heinrich Jasomirgott von Österreich und seiner Gemahlin Gertrud für dasselbe Kloster im Jahre 1143 begegnet.
Karl Bosl: Seite 529
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"Die Reichsministerilität der Salier und Staufer"
Die Vögte von
Weida haben ihre älteste Heimat im Eichsfeld an der oberen
Unstrut und sind von dort in das Elsterland gezogen.
Der urkundlich älteste Vorfahre des Geschlechts ist ein Erkenbert
de Withaa ( = Weida), der 1122 in einer Urkunde des Bischofs
Dietrich von Naumburg für die auf Befehl des
Kaisers HEINRICH V. erbaute Kirche in Plauen zeugt und ausdrücklich
ministerialis genannt ist. Dieses Weida lag nördlich der Reichsburg
Mühlhausen, deren Reichsdienstmannschaft uns bald beschäftigen
wird, und östlich von Dingelstedt auf der Flur des Ortes Windeberg
und ist heute Wüstung. 1139 verkauft Erkenbert
von Weida Güter zu Graba (nördlich Mühlhausen)
an Kloster Volkenroda, was er 1154 bestätigt, wobei Heinrich
von Weida ministerialis noster genannt ist; 1143 taucht derselbe
herzogliche Dienstmann, diesmal Heinricus
Erkenberti filius de
Widaa genannt, vom Abt von Homburg (bei Langensalza) gegen seinen
Besitz zu Thiemsburg (ebenda), der welfisches Lehen war, Einkünfte
in Körner, Brennendorf und Bogisile ein, wodurch er seinen Besitz
um Mühlhausen abrundet. Auf seine Bitten, Henrici militis, cuius haec
possessio feodalis fuir, prece, bestätigt Heinrich der Löwe zu
Königslutter diesen Tausch 1143. Nach 3 als ministeriales bezeichneten
Dienstmannen aus den sächsischen Landen des Herzogs zeugt ohne diese
Standesbezeichnung "Erkenbertus, prefati
Henrici frater de Widaa". Aus den angezogenen
Urkunden von 1143 und 1154 geht hervor, dass Heinrich
und Erkenbert Dienstmannen der Herzogin
Gertrud von Sachsen und Bayern und ihres Sohnes waren. Weida bei
Mühlhausen gehört zu dem um Nordhausen, Mühlhausen und Langensalza
bis tief nach Thüringen hinein reichenden altbraunschweigischen Besitz,
den Gertrud von Braunschweig an das Haus NORDHEIM brachte. Mit ihr kam
der ältere Erkenbert wohl an die
östlichen Gebiete, in denen er aber vermutlich nicht verblieb. Zwischen
diesen zuletzt welfischen Dienstmannen und den Vögten
von Weida ist besitzgeschichtlich der Zusammenhang dadurch hergestellt,
dass 1229 der Vogt Heinrich der Ältere von Weida, den wir im Vogtland
sonst nur antreffen, dem Kloster Volkenroda seine zwischen Graba und Körner
in oder am Herzogswald "Graß" gelegene Mühle verkaufte.
H. G. Francke: Seite 157-172
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"Weidas Dynasten und seine Entstehung"
Nach dem Bericht des Mönches Arnold kam Erkenbert von Osterode her an die Weiße Elster im kaiserlichen Auftrage und legte den Grund zu dem Länderbesitz dieser Familie. Nun wird in einer 1122 ausgestellten Urkunde ein Erkenbert von Withaa (Weida) erwähnt, der mit jenem Erkenbert, der zur St. Veitskirche Beziehungen hatte, identisch sein dürfte deshalb, weil ein Herr von Withaa auch über die Umgebung von St. Veit zu gebieten hat, weil Weida und Umgebung eine staatsrechtliche Einheit gewesen ist.
Was war dieser Erkenbert von Withaa?
Der Bischof Dietrich I. von Naumburg erwähnt bei der Gründung der St. Johanniskirche in Plauen unter den Zeugen als ersten den Ministerialen Erkenbert von Withaa und gibt seinen vollen Namen an, während er seine eigenen Ministerialen so schlechthin aufzählt. Der Bischof zeichnet demnach diesen Ministerialen auf zweifache Weise vor den Standesgenossen aus, weil er ihn nicht mit den übrigen Ministerialen auf gleiche Stufe stellen wollte und durfte. Erkenbert wohnte dem Gründungsakte als kaiserlicher Ministeriale bei. Weil er im kaiserlichen Dienste allerlei Geschäfte besorgte, so wurde er auch nach Plauen vom Kaiser abgesendet, denn sonst erklärte sich doch nicht das in einem Befehl sich ausdrückende Interesse des Kaisers an dieser Gründung. Erkenbert war mit größter Wahrscheinlichkeit ein kaiserlicher Ministerial, in 2. Linie ein bischöflich Naumburger Ministerial, wenn man dem Beginn späterer Beziehungen bis 1122 zurückversetzen will. Erkenbert wäre dann kaiserlicher und bischöflicher Ministerial gewesen.
Wo übte Erkenbert seine Amtstätigkeit aus?
Nach der Urkunde wohnte und fungierte er in Weida, im Elstergebiete,
und hatte von Weida seinen Namen. Arnold legt ihm und seinen Söhnen
den Namen comites de Gleissberg bei. Dieses von Arnold gemeinte Gleissberg
kann nur bei Bürgel gelegen haben und damals vielleicht ein kleines
Lehngebiet gewesen sein. Nach Aussterben des Mannesstammes - laut Arnold
- war Jordana
die Erbin, welche Erkenbert geheiratet
hat: er wird nach erfolgter Belehnung den Namen "Herr von Gleissberg" erhalten
haben.
Erkenbert mag etwa um 1090 geboren sein und sich gegen 1120 mit der
ungefähr 20-jährigen Jordana,
der Erbin von Gleissberg, verehelicht haben.
Erkenbert wird 1122 in Weida, umweit
der Elster, amtlich tätig gewesen sein, weshalb er in der vom Kaiser
befohlenen Urkunde "Heinrich von Withaa" heißt; außerdem kam
er noch in Gleissberg einen Besitz und davon auch einen besonderen Namen
gehabt haben so lange, bis er diesen Besitz aufgab.
Erkenberts Beziehungen zur Saale-Gegend und Namen
Dass diese Beziehungen bestanden haben - auch ohne Arnolds Bestätigung
beibringen zu können, liegt offen zu Tage, was ich im Gegensatz zu
Vogel a.a.O., S. 29, Anm. 2, hervorhebe. Schmidt stellt diese Beziehungen
nicht in Abrede. (Nochmals Arnold, S.18, 30, 32, 33 in "Vogtländische
Untersuchungen") und benutzt sie zu seiner Beweisführung. Zu den daselbst
erwähnten Bindegliedern zwischen den Weidaer Ministerialen und der
Umgebung von Jena und Bürgel möchte ich noch weitere anfügen.
a) Der nur auf diese Gegend zu beziehende Name "Gleissberg",
den Arnold bestimmt als den älteren überliefert hat, muß
zuerst als Beweis herangezogen werden.
b) Im allgemeinen Archiv für die Geschichtskunde des preußischen
Staates, XV. Bd. 1834, S. 346 und 348 wird das Schloß Tautenburg,
unweit Jena, als Sitz von Räubern bezeichnet, welche Lobeda und Kasskirchen,
2 wettinische Ortschaften, um 1316-1318 beraubt, verwüstet haben.
Demnach gehört das Schloß den Feinden der WETTINER, in diesem
Falle dem Vogt Reuss
von Plauen. Wenige Jahre später vor 1331 hat der
REUSSE dem unmündigen Markgrafen Friedrich dem Ernsthaften
dieses Schloß als Tauschobjekt angeboten. Bei Tautenburg wurde Burkhard
von Weida um 1183 verwundet. Damals wurde es verteidigt oder diente
als Ausfallfeste für Heinrich
I. Probus. Durch Erbteilung kam es vermutlich an die Vögte
von Plauen. Dieser Familienbesitz kann von der Stammutter
Jordana
eingebracht sein.
c) Aus Schmidt UB. I 207 ergibt sich, dass der Vogt von Weida
um 1281 seiner Tochter ein Gut in Zwätzen bei Jena als Mitgift überlassen
hatte, welches bei dem Übergange an den Deutschritterorden nicht nur
vom regierenden Vogte und seiner Schwester Irmgard, verwitwete von Dahme,
sondern auch von den Vögten von Gera und Plauen feierlich abgetreten
und überlassen wird. Gerade die Zustimmung der verwandten Linien deutet
auf eine sehr zeitige Erwerbung dieses Besitzes in der Saale-Gegend hin,
die noch vor der Teilung 1209 stattgefunden hat. Hingegen ist die Familie
des Vogtes von Weida allein beteiligt, als es sich 1281 um andere Güter
in Zwätzen aus dem Besitz des Burggrafen von Dewin handelt. Der Schwager
des regierenden Vogtes von Weida, Rudolf Schenke, genannt von Varila, und
seine Gattin Eike von Weida, zu Ehren ihrer Großmutter so genannt,
haben die ihnen durch Ulrich von Back geschenkten, aber vom Burggrafen
von Dewin abstammenden Güter in Zwätzen angenommen und treten
sie dem Deutschritterorden ab. Hierzu gibt allein der Vogt von Weida allein
sein Zustimmung.
d) Die Herren von Löbigau können nicht nur der weidaischen
Flurmark Löbiger, ehemals anno 1346 Lubechauer, den namen gegeben,
sondern auch Löbichau bei Ronneburg gegründet haben, als sie
mit ihrem Dynasten erst in Weida und dann weiter östlich im Gau Gera
Besitz erhielten.
e) Einen Anklang an Beziehungen kann man weiter aus der Gleichnamigkeit
von Lobschütz bei Kahla und Lobschütz, jetzt Lübschwitz,
Leobschütz, nordöstlich von Weida, und Wüstung bei Ronneburg,
herausfinden, welches die gleichnamigen Herren von Lübschwitz, Vasallen
der Vögte von Weida, angeleggt oder nach ihrem Namen umgetauft haben
dürften.
f) Wenn die Familie Lubechauer (Löbichauer) in der Saale-Gegend
ein Dorf inne gehabt und in der Stadt Jena noch einen Zweig unter den alteingesessenen,
ratsfähigen Bürgern zurückgelassen hat, so steht dieser
Stadtzweig auf gleicher Stufe mit der Familie Franke (Franco) Martin UB.
a.a.O. I 28 anno 1283. Dann könnte man auch rückwärts schließen,
dass ein Franke mit dem Herrn von Weida aus der Saale-Gegend in die Elster-Gegend
ausgewandert ist und in Wolfersdorf, Wüstung bei Burkersdorf, als
homolegius (niederste Stufe der Lehnbarkeit = 6. Heerschild) ein Lehngut
des Vogtes innegehabt hat. Das letzte Glied dieses Zweiges, Hermann Franke
(Franco), ist mit Gertrud von Kökritz verheiratet und schon 1331 verschieden.
Es dürfte demnach eine große Wahrscheinlichkeit sich ergeben
haben, dass die späteren Vögte von Weida auf dem Gleisberg bei
Bürgel eine Zwischenniederlassung durchgemacht haben. Erkenbert
hat aber in Weida eine amtliche Stellung als kaiserlicher Ministeriale
innegehabt und zumeist in Weida gewohnt. Daher hieß er Erkenbert
de Withaa. Aber da er die Gleisburg im Besitz behielt, behielt
er auch den Namen davon, der jedenfalls der Gattin besser zusagte. Als
er diese Besitzung veräußerte, hörte auch der Grund für
die Fortführung des Titels auf, weshalb sein Sohn Heinrich
Probus keinen Grund mehr hatte, sich den Namen Gleisberg beizulegen.
Daher hieß er nur Heinricus de Wida, während sein Vater sich
Erkenbertus de Wida et Gleissburg nennen
durfte. Die Entäußerung der Gleisburg dürfte zeitlich ungefähr
mit Erkenberts Gründung der Burg
in Weida zusammenfallen.
Wo wohnte Erkenbert?
Die Tatsache, dass die 1. Dynastengeschlechter des Hauses
WEIDA sich mit Weib und Kind in der Kirche des St. Veit in Ur-Mildenfurt
begraben ließen, dass seit etwa 1162 die Zahl der Beisetzungen, wie
Arnold berichtet, sich auffallend mehrt, läßt einen nahegelegenen
Wohnort der Familie annehmen. Wo wohnte nun Erkenbert
bevor er das neuerbaute Schloß in Neustatd-Weida bezog?
Da er das Territorium Weida verwaltete, woran niemand bisher gezweifelt
hat, dann hat er höchst wahrscheinlich auch in Weida gewohnt.
1120
oo Jordana Erbin von Gleissberg
um 1100-27.4.1167/73
Kinder:
Heinrich I. Probus (der Tapfere)
um 1122- vor 8.9.1193
Erkenbert II. Herr zu Weida
- nach 1143
Otto von Osterode
- 1165/71