Agnes von Raabs                                      Gräfin von Hirschberg
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um 1170/75- nach 1217
 

Jüngere Tochter des Burggrafen Konrad II. von Raabs-Nürnberg aus dem Hause RAABS und der Hildegard (von Vohburg?)
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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10. Agnes
 
Im Jahre 1249 vermachte Kunigunde von Hirschberg, in 2. Ehe mit Graf Konrad von Wasserburg vermählt, ihre Güter Ragz, Wikartslage, Heidenreichstein, Landstein in Austria letztwillig an Freising. Die Erträgnnisse ihrer Güter Degenperg et Piugen und 60 Pfund Regensburger Münze ex donatione propter nuptias obvenientium prioris matrimonii mei und aus der an sie gelangten Erbschaft von ihrem verstorbenen Bruder Gebhard V. sollten auf Lebenszeit ihrem Gemahl, Graf Konrad von Wasserburg, und nach dessen Tode ebenfalls Freising zufallen. FRA II 31 n 155. Die Aufzählung der genannten Güter läßt nicht auf die Abstammung der Mutter Kunigundes aus dem Hause PEILSTEIN schließen, wie früher angenommen wurde, sondern beweist das Auftreten der HIRSCHBERGER im Gebiet der Herren (Grafen) von RAABS in Nieder-Österreich unmittelbar nach Aussterben der letzteren. Eine enge Verbindung der beiden Geschlechter und Erbfolge ist also unbedingt anzunehmen. Aus dieser Sachlage hat Karl Lechner schon 1924 (Geschichte der Besiedlung und der ursprünglichen Grunbesitzverteilung des Waldviertels, JbLkNÖ N.F. 19, 1924, S. 10-210, hier S. 150-161, insbeondere S. 156 ff.) den Schluß gezogen, dass die Mutter der Kunigunde von Hirschberg (vgl. Vorbemerkung des Herausgebers), eine Tochter des letzten Grafen Konrad von Raabs war, zumal von ihm außer der Sophie (n 10) noch mindestens eine weitere Tochter stammen muß, da zu 1175 von filiae (sic!) die Rede ist. O. Frhr. v. Mitis, Eine Urkunde des Grafen Konrad von Raabs aus dem Jahre 1175, MIÖG 31, 1910, S. 112-114, hier S. 114 (Thaya, 18. April 1175). Zwar ist diese Auffassung Lechners, die sich auf umfangreiche besitzgeschichtliche Untersuchung stützt und ihn zu einem Altmeister der besitzgeschichtlich-genealogischen Methode gemacht hat, gelegentlich in Zweifel gezogen worden oder es sind andere Lösungsvorschläge gemacht worden (vgl. die Arbeiten von Werner Spielberg, Die Grafen von Piugen und Rebegau, von Hohenberg und von Raabs, Monatsblätter des Vereines für Landeskunde von Nieder-Österreich 23, 1924 XI. Band 1924/25, S. 79-86; ders., Zur älteren Genealogie der Burggrafen von Nürnberg, FBPG 37, 1925, Seite 136-145; Die Herkunft der ältesten Burggrafen von Nürnberg, MIÖG 43, 1929, S. 117-123). Lechner hat seine Ansicht jedoch aufrecht erhalten und weiter ausgebaut (Die Grafschaft Raabs, JbLKNÖ N.F. 21, 1928 II Heft 3/4 Festschrift Oswald redlich, S. 77-111, hier S. 82 ff; zuletzt. Besiedlungs- und Herrschaftsgebiete des Waldviertels, Das Waldviertel, 7. Band, Geschichte, hrsg. von E. Stepan, Wien 1937, II. Buch, S. 3-276, hier S. 57-61, S. 100-101). Sie ist dann von Hermann Schreibmüller (siehe oben) 1944 übernommen worden. Zur älteren Literatur noch Joh. Wendrinsky, Die Grafen Raabs, Bll d. Vereines f. LkNÖ N.F. 12, 1878, S. 97-115, 169-210 (Stammtafel S. 191), 361-386; ebenda N.F. 13, 1879, S. 118-152; Josef Lampel, Das Gemärke des Landbuches (4. Forts.) JbLkNÖ N.F. 7, 1908 (1909), S. 1-234 (böhm.-mähr. und ungar. Grenze); P. Benedikt Hammerl, Aus den Vorarbeiten für ein Zwettler Urkundenbuch. Monatsblätter des Vereins für LkNÖ III, 1906/07, S. 257-268. Hier überall die ältere Literatur.
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 Karl Lechner: Seite 209
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"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"
 
Um 1191/92 starben die alten Grafen von Raabs aus. Die ältere Erbtochter, Sophie, heiratete Graf Friedrich von Zollern, dem sie das Burggrafenamt Nürnberg in die Ehe mitbrachte. Sie wurde zur Stammutter der brandenburgischen Markgrafen und preußischen Könige. Im Herbst des Jaheres 1200 verkaufte sie mit ihrem ältesten Sohn den Markt Raabs, große Besitzungen in der Umgebung sowie die Grafschaftsrechte an den österreichischen Herzog Liupold VI. Der westliche Teil des Raabser Hoheitsgebietes kam als "Grafschaft Litschau" an die jüngere Erbtochter des letzten Grafen von Raabs und ihren Gemahl, den Grafen Gebhard von Hirschberg.