Cölestin II.                                      Papst (26.IX.1143-8.III.1144)
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    -8.III.1144
     Rom

Begraben: Rom, Lateran

Sohn des N.N.

eigentlich Guido di Castello
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 4
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Coelestin II., Papst seit 26. September 1143
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     + 8. März 1144
      Rom

Begraben: Rom, Lateran

Der Domkanoniker von Citta di Castello erwarb sich als Schüler Abelards große, von Zeitgenossen gerühmte Gelehrsamkeit und führten den Magistertitel. Honorius II. kreierte ihn 1128 zum Kardinaldiakon von S. Maria in Via Lata, als welcher er 1130 für Innozenz II. Partei ergriff. Er begleitete diesen 1130 nach Frankreich und wirkte 1131 als Legat in Deutschland, unter anderem in Verhandlungen mit König LOTHAR III. im Dezember 1133 zum Kardinalpriester von S. Marco promoviert, zählte er, von 1132 an fast ständig in der Umgebung Innozenz' II., neben dem Kanzler Haimerich und Gerhard von S. Croce (später Lucius II.) zu den maßgebenden päpstlichen Beratern. Er vertrat den Papst 1137 bei Verhandlungen mit dem Kaiser über die rechtliche Stellung von Montecassino und im selben Jahr bei Gesprächen mit Kardinälen Anaklets II. vor König Roger II. in Salerno. 1139 wurde er als Legat in die Lombardei entsandt. Guido stand in brieflicher Verbindung mit Bernhard von Clairvaux, Gerho(c)h von Reichersberg (der ihm und anderen Kardinälen den "Libellus de ordine donorum sancti Spiritus" widmete), Petrus Venerabilis u.a. Dem Kardinalkollegium schien er angesichts der Spannungen mit der Stadt Rom wegen deren Streben nach kommunaler Selbstregierung als der geeignete Kandidat für den Stuhl Petri. Der ein knappes halbes Jahr währende Pontifikat läßt jedoch keine klare Linie erkennen. Die Mehrzahl der Urkunden sind Bestätigungen von Privilegien. Nach anfänglichen Widerstand ließ Coelestin II. Verhandlungen mit König Roger II. von Sizilien wegen der Investitur aufnehmen; im englischen Thronstreit stand er auf der Seite der Königin Mathilde; das über Frankreich wegen der strittigen Wahl des Erzbischofs von Bourges verhängte Interdikt hob er auf. Bei der Vermehrung des 26köpfigen Kardinalkollegiums um 9 Mitglieder im Dezember 1143 bevorzugte Coelestin II. keine bestimmte Personengruppe. Es überwiegen die farblosen Persönlichkeiten. Testamentarisch vermachte er 56 Bücher der Kathedrale seiner Heimatstadt.

Quellen und Literatur:
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DBI XXIII, 399-392 - DHGE XII, 59-62 - Jaffe II, 1-7 - GP - IP - LP II, 385 - MPL 179, 761-820 - PU, passim - J. Pflugk-Harttung, Acta Pontificum Romanorum I-III, 1881-1888 - B. Zenker, Die Mitglieder des Kardinalkollegiums von 1130 bis 1159 [Diss. Würzburg 1965], 83f.


Kühne Hans: Seite 160
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"Lexikon der Päpste"

Er bemühte sich vergebens, die unter seinem Vorgänger in Rom ausgebrochenen Unruhen beizulegen, die durch Arnaldo da Brescia ausgelöst worden waren.
 
 
 

Literatur:
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Cawthorne Nigel: Das Sexleben der Päpste. Die Skandalchronik des Vatikans. Benedikt Taschen Verlag 1999 Seite 105 -